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Mathilde - Eine große Liebe

Jean-Pierre Jeunets neuer Superhit: Die "fabelhafte Amélie" heißt jetzt "Mathilde" und sucht nach ihrem im ersten Weltkrieg verschollenen Verlobten.


Mathilde - Eine große Liebe

Leihvideo

Erhältlich seit:
03.06.2005

Originaltitel: Un long dimanche de fiançailles

Drama

Frankreich/USA 2004
Laufzeit: 128 Min.
FSK: ab 12

Audrey Tautou
Gaspard Ulliel
Jean-Pierre Becker

Regie: Jean-Pierre Jeunet
Warner Home Video Germany

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"Amelie" fand die große Liebe, Mathilde soll sie im Krieg verloren haben. Doch ist der Freund wirklich gefallen? Audrey Tautou in einer bildschönen Hymne auf das Herz und auf das Kino.

Wenn die Sonne lacht, muss es auch Mathilde wieder können, muss ihre große Liebe noch leben (Foto: Warner) Großansicht

Wenn die Sonne lacht, muss es auch Mathilde wieder können, muss ihre große Liebe noch leben (Foto: Warner)

M & M - das ist für immer, da sind sich die jungen Liebenden Mathilde & Maneche sicher. Doch wie stabil sind Treueschwüre, wenn ewig durch den Krieg endlich wird? Mathilde (Audrey Tautou) gibt darauf eine berührende, mitreißende Antwort.

Sie will nicht glauben, dass ihr Jugendfreund an der Front gefallen ist, akzeptiert dieses Schicksal nicht, klammert sich an die Hoffnung, dass Maneche (Gaspard Ulliel) noch lebt.

Ihre Spurensuche führt sie im Jahr 1919 zu Kameraden ihrer großen Liebe. Zu rätselhaften Hinweisen, die es zu entschlüsseln gilt. Zu einer Frau, die mehr als Mathilde zu wissen scheint, ein Geheimnis kennt, für das sie gnadenlos Rache nimmt.

An der deutsch-französischen Front kämpfen Soldaten ums Überleben, denn der Tod ist nirgends näher (Foto: Warner) Großansicht

An der deutsch-französischen Front kämpfen Soldaten ums Überleben, denn der Tod ist nirgends näher (Foto: Warner)

Wettlauf auf Leben und Tod

Wie bereits beim zauberhaften Kinoerfolg "Die fabelhafte Welt der Amelie" vertraut Frankreichs Regiestar Jean-Pierre Jeunet auf die dunklen Kulleraugen, den Charme und die darstellerische Klasse von Audrey Tautou.

Wie schon beim Vorgänger entfaltet sich das Leben mehrerer Figuren mosaikartig, ist jedes Bild wie ein visuelles Geschenk verpackt, wird das Schicksal mit kuriosen Deals herausgefordert.

Wenn ich das Auto erreiche, bevor es um die Kurve biegt, ist Maneche nicht tot, denkt Mathilde und läuft trotz körperlicher Behinderung um ihr Leben. Es ist eine der wunderbarsten Szenen eines enorm aufwändigen Films, der die Grausamkeit des Todes nicht verschweigt, vor allem aber den Glanz des Lebens und der Liebe feiert.

Mathilde - Eine große Liebe

Die fabelhafte Welt des Jean-Pierre Jeunet: Nachdem er bereits in seinem Sensationshit "Die fabelhafte Welt der Amélie" vor drei Jahren die Liebe gegen alle Widrigkeiten triumphieren ließ, setzt er auch im Nachfolger auf große Gefühle und die Unwiderstehlichkeit seines "Amélie"-Stars Audrey Tautou. Ambitionierter und aufwändiger als der Vorgänger und mit einem Budget von 47 Mio. Euro ist "Mathilde - Eine große Liebe" eine der teuersten europäischen Produktionen aller Zeiten - und in allen Belangen französisch, auch wenn sie laut gerichtlicher Entscheidung nicht als heimische Produktion anerkannt wird. Jeunet erzählt darin in dem für ihn typischem, vor Fabulierlust und skurrilen Humor überbordenden Stil von einer jungen Frau aus der Provinz, die auch zwei Jahre nach Beendigung des Ersten Weltkriegs nicht glauben will, dass ihr Verlobter auf dem Schlachtfeld in den Tod geschickt wurde.

Die Leinwand, auf der er malt, ist größer, die Geschichte ist ernster und epischer, die Jeunet zur Verfügung stehenden Mittel vielfältiger. Doch trotz der erkennbar gewachsenen Ambition und des insgesamt düstereren Tons ist "Mathilde" unverkennbar ein Film von Jeunet, der wie in "Amélie" auf einen allwissenden und omnipräsenten Erzähler und zahllose erzählerische Umwege setzt, mit denen schlaglichtartig Hintergründe über Figuren, Orte und Begebenheiten angerissen werden. Anders als in seinem weltweit gefeierten Durchbruch, eine Ode an Paris, zusammengesetzt aus einem drolligen Sammelsurium von Einfällen, Erinnerungen und Klischees zu einer Art finalem Puzzle, rankt sich die Liebe hier um eindeutig Handfesteres, den Ersten Weltkrieg.

Ihm bringt der Filmemacher auch jederzeit den gebührenden grimmigen Ernst entgegen: Seit "Wege des Ruhms" hat kein Film mehr Agonie, Schmerz und Leid der Soldaten im ersten großen Krieg des 20. Jahrhunderts so präzise und unerbittlich dargestellt wie "Mathilde". Anfangs mögen die verrückten Ausflüge der Fantasie, mit denen Jeunet seinen Film immer wieder dem dreckverklumpten Jammertal der Schützengräben entreißt, zuviel oder gar unangemessen erscheinen. Tatsächlich aber lindern die rasend montierten Anekdoten nie den Horror: Indem er Glück und Leid, Hoffnung und Verzweiflung, Liebe und Tod aufeinanderprallen lässt, forciert Jeunet den Schrecken sogar noch.

Wie gleich in der ersten Szene des Films, in dem fünf junge Männer im Januar 1917 in den sicheren Tod in einem zwischen Franzosen und Deutschen heftig umkämpften Schlachtfeld geschickt werden, weil sie sich selbst verstümmelt haben, um dem Wahnsinn des Krieges zu entfliehen. Einer der Fünf ist Manech, Sohn eines Leuchtturmwärters, der Verlobte von Mathilde, die nicht wahr haben will, dass ihr Geliebter tot sein soll. Sie schickt einen Detektiv, die Wahrheit über die nur unklar übermittelten Ereignisse von Bingo Crepuscule - wie das französische Frontlager genannt wird, zu entschlüsseln und macht sich gleichzeitig selbst auf den Weg, Manech zu finden. In einem mutigen, ambitionierten und gewagten filmischen Drahtseilakt führt Jeunet die Elemente des Kriegsdramas und das Liebesmärchens in einer brillant konzipierten Detektivgeschichte zusammen, die das Massaker im Januar 1917 bis zu ihrer verblüffenden Auflösung immer wieder in einem anderen Licht dastehen lassen.

Überhaupt ist Jeunets perfekte Handhabung filmischer Mittel Ehrfurcht gebietend. In der unvergesslichsten Szene lässt er in einem zum Lazarett umfunktionierten Warenlager einen dort verstauten Zeppelin wie in Zeitlupe nach oben schweben, um den Mechanismus einer im Dach steckenden Fliegerbombe auszulösen und eine unfassbare Flammenhölle zu entfesseln. Dass die handelnden Figuren, die eigentlich bezaubernde Mathilde eingeschlossen, in diesem Szenario bisweilen zu Marionetten degradiert werden und der Film so sein emotionales Potenzial nicht komplett entfalten kann, ist verzeihlich in einem Epos, das allein mit seiner visuellen Wucht begeistert. Weil die Figuren, neben der rehäugigen Tautou u. a. von Jodie Foster, André Dussollier, Tcheky Karyo und Jeunet-Regular Dominique Pinon (als Mathildes Vater), allerdings etwas in der Luft hängen und vor allem der vermisste Manech in seinen wenigen Rückblenden wenig charismatisch skizziert wird, fällt es womöglich schwer, "Mathilde" in gebührendem Maß zu lieben - was dem Abschneiden am Boxoffice keinen Abbruch tun sollte, wie die Ergebnisse aus Frankreich nachhaltig unterstreichen. ts.

Darsteller:  Audrey Tautou   als Mathilde
  Gaspard Ulliel   als Manech
  Jean-Pierre Becker   als Lieutenant Esperanza
  Dominique Bettenfeld   als Ange Bassignano
  Clovis Cornillac   als Benoît Notre Dame
  Marion Cotillard   als Tina Lombardi
  Jean-Pierre Darroussin   als Benjamin Gordes
  Julie Dépardieu   als Véronique Passavant
  Jean-Claude Dreyfus   als Commandant Lavrouye
  André Dussollier   als Rouvières
  Ticky Holgado   als Germain Pire
  Tchéky Karyo   als Captain Favourier
  Jerôme Kircher   als Bastoche
  Denis Lavant   als Six-Sous
  Chantal Neuwirth   als Bénédicte
  Dominique Pinon   als Sylvain
  Jean-Paul Rouve   als Postbeamter
  Michel Vuillermoz   als Louis
  Thierry Gibault   als Lieutenant Estrangin
  Jodie Foster   als Elodie Gordes
 
Regie:  Jean-Pierre Jeunet  
Buch:  Jean-Pierre Jeunet  
  Guillaume Laurant  
Musik:  Angelo Badalamenti  
Kamera:  Bruno Delbonnel  
Produzent:  Francis Boespflug  

"Mathilde" sucht Ende April die große Liebe

Warner Home Video hat den DVD-Start von "Mathilde - Eine große Liebe" bekannt gegeben.

Audrey Tautou als "Mathilde" (Foto: Warner) Großansicht

Audrey Tautou als "Mathilde" (Foto: Warner)

Audrey "Amélie" Tautou macht sich am 29. April auch in den Wohnzimmern auf die Suche nach ihrem im Ersten Weltkrieg verschollenen Verlobten. Das sehenswerte, vor lauter Fabulierlust und skurrilem Humor strotzende Drama "Mathilde - Eine große Liebe" ist dann auf DVD zu kaufen und zu leihen. Der neueste Film von Jean-Pierre Jeunet ("Delicatessen", "Die fabelhafte Welt der Amélie") lockte bislang über 400.000 Besucher in die deutschen Kinos.

Die DVD wird nach Angaben von Anbieter Warner Home Video einen Audiokommentar des Regisseurs beinhalten; weiteres Bonusmaterial wurde noch nicht angekündigt.

 

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