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Matrix Reloaded

Nach vierjähriger Verschnaufpause stellt sich Cyberpunk Keanu Reeves im heiß erwarteten Sci-Fi-Sequel erneut seinen übermächtigen Feinden.


Matrix Reloaded

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Erhältlich seit:
10.10.2003

Originaltitel: The Matrix Reloaded

Science Fiction/ Action

USA 2003
Laufzeit: 131 Min.
FSK: ab 16

Keanu Reeves
Laurence Fishburne
Carrie-Anne Moss

Regie: Andy Wachowski, ...
Warner Home Video Germany

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Die Schlacht um die Befreiung des Menschen geht weiter. Mit den Maschinen haben auch die Filmemacher aufgerüstet, damit in dieser Supershow keiner seinen Augen trauen kann.

Die Zukunft des Kinos hat begonnen: "The Matrix Reloaded" Großansicht

Die Zukunft des Kinos hat begonnen: "The Matrix Reloaded"

Wir haben genug davon, Maschinen als Akkus zu dienen, willen- und bewusstlos ausgebeutet zu werden, bis unser letzter Hauch an Energie irgendeinem Chipmonstrum weiteres Leben schenkt. Wir haben Rot gewählt und damit die bittere Pille der Wahrheit. Keiner kann uns noch etwas vormachen - das dachten wir zumindest nach den berauschenden visuellen Erfahrungen von "The Matrix".

Doch wir haben uns getäuscht, denn "Matrix Reloaded" perfektioniert die Illusion weiter, dass sich im Kino besser leben lässt. Nur dort kann man Lederamazone Trinity (Carrie-Anne Moss) lieben, mit Rebellenguru Morpheus (Laurence Fishburne) den Samurai geben oder mit Neo (Keanu Reeves), dem Auserwählten, tollwütige Programme schwindelig prügeln. Und nichts dabei riskieren, nicht einmal das Eintrittsgeld, denn der Nachfolger übertrifft sogar, was der schon spektakuläre Vorgänger versprach.

Trinity, Morpheus und Neo verdunkeln ihre Augen, aber undurchschaubar ist Persephone Großansicht

Trinity, Morpheus und Neo verdunkeln ihre Augen, aber undurchschaubar ist Persephone

In dieser Zelluloid-Simulation Hollywoods ist die Quelle der Unterhaltung gespeichert: eine dramatische Story, coole Figuren, hypnotische Effekte und eine Welt zum Staunen. Zu bewundern gibt es die wahren Ausmaße der Matrix, Agentenprogramme, die sich jetzt beliebig reproduzieren können, bleiche digitale Killerzwillinge, die wie Phantome auftauchen und verschwinden können, außerdem Morpheus' Ex-Flamme und Mitkämpferin Niobe (Jada Pinkett Smith), schließlich auch die mysteriöse Verführerin Persephone (Monica Bellucci) und mit ihr verbunden vielleicht auch die Kraft, die die Menschen mit dieser gigantischen Simulation geblendet hat.

Niobe, mit Morpheus erst privat und jetzt im Kampf verbunden Großansicht

Niobe, mit Morpheus erst privat und jetzt im Kampf verbunden

Neo hat ein neues Outfit und ein neues Selbstbewusstsein, beherrscht Zeit, Schwerkraft und mehrere Gegner gleichzeitig. Seine Evolution ist auch überlebensnotwendig, denn die Maschinen haben die letzte Zuflucht der Menschen, die unterirdische Stadt Zion, geortet, und schicken ihre tödlichen Sonden aus, um sie zu zerstören. Nur drei Tage bleiben den Rebellen, um die Letzten ihrer Art zu retten. Um den Mann zu finden, der sie ins Herz der Maschinenwelt führen kann.

Mit dieser Figur verknüpft ist die unglaublichste Sequenz des Films, mit der Larry und Andy Wachowski, die kreativen Master der Matrix, die Geschichte des Actionkinos neu schreiben wollen. Eine Verfolgungsjagd auf einem Freeway mit rasenden und kollidierenden Autos, mit realen und digitalen Menschen, die sich in, auf und über den Transportmitteln so noch nie gezeigte Martial-Arts-Duelle liefern.

Jeder von uns darf zusehen, denn im Unterschied zur Matrix ist außerhalb davon jeder auserwählt. Bezahlen allerdings muss man dafür. Erfreulicherweise weder mit dem Verlust des Willens noch mit dem des Lebens. Die Revolution kann kommen, jetzt und im Kinoherbst: im November startet der dritte und letzte Teil der Trilogie, "Matrix Revolutions". Wir sind bereit und warten. Schon jetzt.

Matrix Reloaded

Es ist nachgeladen, die Revolution wird folgen. Wohl wissend, dass es unmöglich sein würde, das Medium Film abermals zu revolutionieren und Sehgewohnheiten in der gleichen Weise auf den Kopf zu stellen wie mit dem Original im Jahr 1999, treten die Brüder Wachowski die Flucht nach vorn an. Das geradlinigere Mittelsegment der Saga um den Kampf der versklavten Menschheit gegen die Maschinen ist vor allem ein Upgrade: spektakulärer, aufwändiger und effektreicher. Philosophisch und/oder spirituell angehauchte Szenen, die die Erlöser- und die Virtuelle-Realität-Thematik des Originals weiter entwickeln, werden balanciert mit vier kolossalen Actionsequenzen, die die Möglichkeiten des Machbaren ausreizen und der gewaltigen Erwartungshaltung standhalten. So müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn sich "Reloaded" nicht als Neo/One des Kinojahres erweisen und retten würde, was ein einzelner Film retten kann.

In der gleichen Weise, wie sich die drei Hauptfiguren von Guerillakämpfern zur einzigen Hoffnung für die Menschheit gewandelt haben, unterscheidet sich auch die Fortsetzung vom Original: Vor vier Jahren im allgemeinen Trubel um "Star Wars: Episode 1" noch ein Außenseiter und daher auch mit dem Vorteil, verblüffen und überraschen zu können, nimmt "Reloaded" nun die Herausforderung an, neue Maßstäbe für Big-Budget-Entertainment anno 2003 zu setzen. Prächtiger und opulenter in der Ausstattung, epischer und sakraler im Ton, noch gestochen schärfer im Look präsentieren Larry und Andy Wachowski ihr fulminantes Konstrukt aus düsterer Zukunftsdystopie, visionärem Manga, furioser Martial-Arts-Action, überragender Effektfiction und Elementen aus buddhistischer Philosophie und christlicher Religion. "Reloaded" beginnt mit einem Traum und schließt mit dessen Erfüllung in der Realität. Dazwischen dauert es zunächst eine Weile, bis der Film seinen Rhythmus und eigenen Ton findet und Fahrt aufnimmt.

Die Eröffnungsszenen in Zion, der Zuflucht der letzten freien Menschen, haben eine irritierende Schwerfälligkeit, als hätten sich die Wachowskis zuviel auf die Schultern geladen. Als würden sie "Keanu Christ Superstar" im Takt eines endlosen Ethno-Raves erzählen, schleppt sich die 150-Mio.-Dollar-Produktion mit Dialogen, wie sie George Lucas nicht hölzerner schreiben kann, bedeutungsschwanger durch den ersten Akt. Mit dem Besuch des als Erlöser gefeierten Ex-Hackers Neo beim wieder von der mittlerweile verstorbenen Gloria Foster gespielten Orakel, das die Helden mit der leitmotivischen Mission betraut, den für den Sieg über die Maschinen unentbehrlichen Schlüsselmacher zu finden, streift "Reloaded" seine Fesseln ab. Unmittelbar darauf folgt die erste große Actionsequenz, in der Neo gegen seine 100-fach geklonte Nemesis Mr. Smith antritt. Höhepunkt um Höhepunkt folgen.

Kernstück ist dabei eine 14-minütige Verfolgungsjagd auf einer Autobahn, die es sich zum Ziel gemacht hat, alle vorangegangen Verfolgungsjagden (speziell die offensichtlichen Vorbilder aus "Mad Max 2" und "Leben und Sterben in L.A.") in den Schatten zu stellen - und Vollzug vermeldet. Dazu kommen eine hinreißend laszive Sequenz mit Lambert Wilson als diabolischer Merovingian, der den Schlüsselmacher gefangen hält, und Monica Bellucci als dessen Frau Persephone, die Neo und Co. im Austausch für ein prickelndes Anliegen unterstützt, und eine faszinierende Sequenz, in der Neo dem Architekten der Matrix gegenübertritt, der die ohnehin komplexe Handlung um eine weitere relevante Ebene erweitert und damit den Grundstein für "Matrix Revolutions" legt, der die Trilogie im November beenden wird.

Alle wiederkehrenden Darsteller - neben Keanu Reeves als Neo vor allem Carrie-Anne Moss als dessen Flamme Trinity, Laurence Fishburne als spiritueller Führer Morpheus, Hugo Weaving als unaufhaltsam erscheinender Mr. Smith - bereichern ihre Figuren um interessante neue Facetten, während von den Neulingen neben den bereits Erwähnten auch Neil und Adrian Rayment als mysteriöses Albino-Rasta-Zwillingspaar und Jada Pinkett-Smith als Morpheus' ehemalige Geliebte Niobe unbedingt Erwähnung verdienen. Technisch spielt "Matrix Reloaded" mit seinen mehr als 1000 Effekten ohnehin in einer eigenen Liga. Wenn es Defizite zu vermelden gibt, dann ist es neben dem mühseligen Intro eine auffällige Schwäche in der Umsetzung emotionaler Momente. Aber schließlich hat es sich der Film zum Ziel gesetzt, nicht das Herz, sondern den Geist zu befreien - und wer wird meckern angesichts dieses Füllhorns an denkwürdigen Szenen, die Magen und Kopf hinlänglich beschäftigen. ts.

Darsteller:  Keanu Reeves   als Neo
  Laurence Fishburne   als Morpheus
  Carrie-Anne Moss   als Trinity
  Hugo Weaving   als Agent Smith
  Jada Pinkett Smith   als Niobe
  Gloria Foster   als Das Orakel
  Monica Bellucci   als Persephone
  Collin Chou   als Seraph
  Nona Gaye   als Zee
  Randall Duk Kim   als Der Schlüsselmacher
  Harry Lennix   als Commander Lock
  Harold Perrineau jr.   als Link
  Neil Rayment   als Zwilling 1
  Adrian Rayment   als Zwilling 2
  Lambert Wilson   als Merovingian
  Anthony Wong   als Ghost
  Anthony Zerbe   als Stadtrat Hamann
  Helmut Bakaitis   als Der Architekt
 
Regie:  Andy Wachowski  
  Lana Wachowski  
Buch:  Andy Wachowski  
  Lana Wachowski  
Musik:  Don Davis  
Kamera:  Bill Pope  
Produzent:  Joel Silver  

Neo auf Rekordjagd

Noch gibt es keine offiziellen Zahlen, doch die ersten Meldungen aus den USA deuten bereits darauf hin: "Matrix Reloaded" wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den Startrekord von "Spider-Man" knacken.

Läuft "Spidey" den Rang ab: Keanu "Neo" Reeves Großansicht

Läuft "Spidey" den Rang ab: Keanu "Neo" Reeves

Das mit der Rekordkopienzahl von 8517 gestern in den US-Kinos gestartete, mit Spannung erwartete "Matrix"-Sequel brach voraussichtlich schon am ersten Tag auf den US-Leinwänden alle Rekorde.

Trotz R-Rating (unter 17 Jahren nur in Begleitung eines Erwachsenen) spielte "Matrix Reloaded" nach ersten Einschätzungen allein in den Previews am Mittwoch Abend mehr als zehn Millionen Dollar ein.

Ein Traumergebnis, das Warner Bros. äußerst optimistisch auf das bevorstehende Wochenende blicken lässt: Beim Verleiher erwartet man bis Montag ein Einspiel zwischen 125-150 Millionen. Dollar. Damit würde der Science Fiction-Hit gleich zwei Rekorde - das höchste US-Starttag- sowie Startwochenendeinspiel - um Längen toppen.

Bisheriger Rekordhalter ist in beiden Kategorien "Spider-Man": Das Superhelden-Spektakel mit Tobey Maguire spülte 39,4 Mio. Dollar am Starttag bzw. 114,8 Mio. Dollar am Startwochenende in die US-Kinokassen.

 

Matrix Reloaded in der Fotoshow

 

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