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Mein blühendes Geheimnis

Bitterböses Drama über eine Madrider Hausfrau in der Lebenskrise.


Mein blühendes Geheimnis

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Erhältlich seit:
12.10.2007

Originaltitel: La flor de mi secreto

Drama

Spanien 1995
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 12

Marisa Paredes
Juan Echanove
Imanol Arias

Regie: Pedro Almodóvar
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Mein blühendes Geheimnis

Die Bestsellerautorin Leocadia Macias, die unter dem Pseudonym Amanda Gris schwülstige Liebesromane schreibt, ist todunglücklich. Ihr Mann Paco, ein hochdekorierter UNO-Soldat, liebt sie nicht mehr. Von seinen unaufhörlichen Demütigungen zutiefst verletzt, nimmt Leocadia eine vermeintlich tödliche Dosis Beruhigungstabletten. Doch der Selbstmordversuch scheitert. Daraufhin beschließt die Schriftstellerin, im Dorf ihrer Kindheit neuen Lebensmut zu suchen.

Pedro Almodovar ("Fessle mich!") hat ein reifes, ungewöhnlich ernstes Drama über die tiefe menschliche Sehnsucht nach der großen Liebe in Szene gesetzt, bei dem Marisa Paredes ("High Heels") eine Glanzvorstellung als zurückgewiesene Ehefrau abliefert. Ihr charismatisches Spiel sowie Almodovars untypisch zurückhaltende Regie dürften die meisterliche Midlife crisis-Studie auch jenen Cineasten zugänglich machen, denen der visuelle Stil des Spaniers bisher zu bizarr erschien.

Mein blühendes Geheimnis

Pedro Almodóvar at his best - diesmal mit einem Drama, weniger Melo und viel charakteristisch schwarzem Humor, der nicht nur schräg, sondern fast realistisch schmerzhaft ist. Er kehrt wieder zu seinen Wurzeln zurück, etwa zu dem erbarmungslosen Realismus von "Womit habe ich das verdient?" mit Carmen Maura in der Rolle einer frustrierten Madrider Hausfrau. Im Mittelpunkt steht auch diesmal wieder eine Frau, bereits mittleren Alters und verheiratet mit einem NATO-Offizier, der bei der spanischen Friedenstruppe in Bosnien ist. Diese Ehe ist dabei, zuende zu gehen, worunter die Frau, die Schriftstellerin Leo (Marisa Paredes in ihrer bisher wunderbarsten Rolle), verzweifelt leidet. Leo schreibt Bestseller-Liebesromane, Trivialliteratur unter dem Pseudonym Amanda Gris, und ihre privaten Probleme behindern sie beim Schreiben. Sie kann ihren Vertrag, nach dem sie drei Romane pro Jahr abliefern muß, nicht erfüllen. Alls, was ihr unter die Feder kommt, gerät nicht sentimental rosa, sondern bösartig schwarz. Sie beginnt immer mehr zu trinken und schlägt die Zeit tot mit Zeitunglesen und dem Warten auf einen Anruf ihres Mannes, der gerade in Brüssel ist. Almodóvar inszeniert mit Liebe zum Detail und nachdenklicher Melancholie die sich ständig verstärkende Einsamkeit der Frau, die hilflos ist und desorientiert. Auf einmal weicht das Pathos, mit dem er ja so wunderbar umgehen kann, einer realistischen Beobachtung und einem Ernst, der große Zärtlichkeit verrät. Und doch ist Almodóvars Gusto des schwarzen Humors nicht verschwunden. So schreibt Leo in ihrer Depression eine düstere Geschichte über den Tod, die keine Chance zur Veröffentlichung hat. Das Manuskript wird aus Leos Müll gestohlen - und von Bigas Luna demnächst verfilmt. Seine Story erzählt Almodóvar in einem quasi autobiographischen Ambiente - Alltagsleben und Film, Presse, Publikumsromane. Das gibt ihm Gelegenheit zu schönen kleinen Hieben und Stichen gegen das, was er kennt. Leo soll für die Kulturbeilage der spanischen Tageszeitung "El Pais" eine Kritik der populären Amanda-Gris-Romane schreiben - ihr Pseudonym ist ein gutgehütetes Geheimnis -, und daraus wird ein großer Verriß. Veröffentlicht wird er natürlich unter einem neuen Pseudonym. Die Flucht in andere Identitäten auf der Suche nach der einzig wahren eigenen Identität, Rollenverhalten, Rollenspiele sind klassische Almodóvar-Themen. Diesmal hat er den Schmerz der Einsamkeit und die Sehnsucht nach Liebe so explizit personalisiert, daß er den Weg zurück in die eigene Kindheit geht. In der Region La Mancha, wo er als Kind gelebt hat, wurde ebenfalls gedreht: Szenen zwischen Leo und ihrer Mutter, die sie als "Kuh ohne Kuhglocke" bezeichnet. Tragik, Komik, Alltag und Absurditäten, die offenen Sinne für das Geschehen des Lebens: Almodóvar erzählt von ihnen mit ungrellem Ernst, tiefgehendem Witz und sehr spanischem Flair. "The Flower of my Secret" nennt Pedro Almodóvar selbst einen Film der "guten Gefühle, wie bei Capra". Doch was Almodóvar mit diesen "guten Gefühlen" anstellt, das geht ziemlich weit weg von Capra - in die surreale Kraft des schwarzen Humors und der nicht viel helleren Realität. fh.

Mein blühendes Geheimnis

Unter dem streng gehüteten Pseudonym "Amanda Gris" ist Leo zur Queen der Liebesroman-Autorinnen avanciert. Während ihren Heldinnen jedoch ein Happy-End vom Verlag garantiert wird, steckt die Autorin selbst in einer tiefen Lebenskrise. Ihr Mann weilt lieber bei der NATO-Friedenstruppe in Bosnien als in der heimatlichen, pastellfarbenen Luxuswohnung und betrügt sie außerdem mit ihrer besten Freundin. Um ihrem Frust zu entkommen, bewirbt sie sich bei der renommierten Tageszeitung "El País". Der Ressortleiter der Kulturbeilage ist ein glühender Amanda-Gris-Fan. Nichtsahnend, wen er vor sich hat, beauftragt er Leo damit, die gerade erschienene Anthologie der Autorin zu besprechen. Leo bekommt die Chance auf künstlerischen Selbstmord und plant eine vernichtende Kritik ihres eigenen Werkes ...

Quelle: Studiocanal

Interviews mit Pedro Almodóvar, Marisa Paredes, Rossy de Palma

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Marisa Paredes  
  Juan Echanove  
  Imanol Arias  
  Carmen Elias  
  Rossy de Palma  
  Chus Lampreave  
  Joaquín Cortés  
  Manuela Vargas  
 
Regie:  Pedro Almodóvar  
Buch:  Pedro Almodóvar  
Musik:  Alberto Iglesias  
Kamera:  Affonso Beato  
 

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