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Leihvideo
Erhältlich seit:
14.09.2007
Deutschland 2006
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 12
Helge Schneider
Ulrich Mühe
Sylvester Groth
Regie: Dani Levy
Warner Home Video Germany

Schluss mit political correctness! Dani Levy geht in der Nachfolge-Komödie zu seinem Überraschungshit "Alles auf Zucker!" dem "GröFaz" an den Kragen.
In Berlin wird ein Maibaum umgesägt. Ein Passant bleibt stehen, fragt einen der Arbeiter, warum dies geschieht. "Daraus mach'n wir 'ne Mundharmonika für Goebbels..." Im Dritten Reich ein für den ertappten Erzähler tödlicher Spaß und selbst heute noch ist es verpönt, Witze über das Dritte Reich und seine(n) Führer zu machen. Dass dies geht, intelligent und entlarvend, beweist Harald Schmidt in seiner Show immer wieder. Nicht zu vergessen natürlich die brillanten Politsatiren "Sein oder Nichtsein" oder "Der große Diktator". Besonders an Chaplins Meisterwerk erinnert "Mein Führer - die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" von Dani Levy, der als Drehbuchautor gekonnt "geborgt" hat und auf optischer Ebene dem berühmten Kollegen Referenz erweist - jonglierte Chaplin als Diktator etwa noch virtuos mit der Weltkugel, zweckentfremdet Levys Tyrann den Globus als mobile Minibar.
Im Gerüst der Story finden sich ebenfalls gewisse Parallelen. Tauschte bei Chaplin ein kleiner Friseur namens Hynkel mit dem Wüterich Napaloni die Rolle, soll bei Levy ein gewisser Adolf Grünbaum (zurückgenommen und nuanciert: Ulrich Mühe) dem desillusionierten, längst öffentlichkeitsscheuen Größten Feldherren aller Zeiten wieder zu alter Form verhelfen. Denn es steht schlecht ums Reich Ende 1944. Die Alliierten stehen vor Berlin und der totale Krieg droht total in die Hose zu gehen. Doch Propagandaminister Goebbels (lustvoll, lüstern und verschlagen: Sylvester Groth) weiß Rat: Hitler muss am Neujahrstag eine mitreißende Rede halten, die Massen so noch einmal mobilisieren. Hier kommt Professor Adolf Grünbaum ins Spiel. Frisch aus dem KZ - "das Lagerleben ist besser als sein Ruf" -, soll er, der ehemals bekannte Schauspiellehrer, den Führer "heilen", in punkto Ansprachen im Crashkurs wieder auf Vordermann bringen.
"Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft!" Kurt Tucholskys berühmtes Zitat setzt Levy seiner ätzenden Komödie vor, ehe er die Nationalsozialisten zunächst in Dokumentarbildern aufmarschieren lässt. Lässig hebt der Führer im Führermobil die Hand zum Hitlergruß und begeistert grüßt das Jubelvolk am Straßenrand zurück. Erschreckend - und erschreckend blöd. Was sich der Regisseur gekonnt zu eigen macht, wenn im weiteren Verlauf dauernd "geheilt" wird, Hände gehoben und Hacken geknallt werden. Levy hat genau hingeschaut, sich zunutze gemacht, dass Komödie subversiver ist als Tragödie, Dinge behauptet werden können, die ernst nicht vermittelbar sind. Und - vor allem - hat er in Helge Schneider einen idealen Hauptdarsteller gefunden, der zur Unkenntlichkeit geschminkt, erstaunlich zurückgenommen die Banalität des Bösen (be)greifbar macht: Wenn er im gelben Trainingsanzug die Vorzüge des Boxsports preist, in der Badewanne mit einem Schlachtschiff spielt oder abstruse Tiefgründigkeiten wie "Der Jud' tut gut!" vor sich hin murmelt.
In Brauntönen haben die Kameramänner Carl-Friedrich Koschnick und Carsten Thiele - er war für die zahlreichen Modellaufnahmen verantwortlich - ihre sorgfältig komponierten Bilder gehalten, schwülstig-pompös donnert Niki Reisers Soundtrack und des Führers Schäferhund Blondie trägt ein SS-Cape. Die Attribute stimmen. Die plötzlichen Gewalteruptionen erschrecken, derweil man an anderer Stelle herzhaft losprusten muss. Etwa beim Beischlaf des Führers mit seiner Eva B., die Katja Riemann gekonnt als holde NS-Maid anlegt. Mutig ist Dani Levy seine verzwickte Aufgabe angegangen, die er souverän und mit Chuzpe gelöst hat. Wobei er manchmal vielleicht noch etwas zu brav, zu wenig anarchisch vorgegangen ist. Aber er hat sich immerhin getraut, gewonnen und die ultimativ komisch-subversive Antwort auf "Der Untergang" gegeben. geh.
| Darsteller: | Helge Schneider | als Adolf Hitler | |
|---|---|---|---|
| Ulrich Mühe | als Prof. Adolf Grünbaum | ||
| Sylvester Groth | als Dr. Josef Goebbels | ||
| Adriana Altaras | als Elsa Grünbaum | ||
| Stefan Kurt | als Albert Speer | ||
| Ulrich Noethen | als Heinrich Himmler | ||
| Lambert Hamel | als Obergruppenführer Rattenhuber | ||
| Udo Kroschwald | als Martin Bormann | ||
| Torsten Michaelis | als SS-Wachmann Moltke | ||
| Axel Werner | als Erich Kempka | ||
| Victor Schefé | als Rottenführer Puffke | ||
| Lars Rudolph | als Kammerdiener Heinz Linge | ||
| Bernd Stegemann | als Dr. Morell | ||
| Regie: | Dani Levy | ||
| Buch: | Dani Levy | ||
| Musik: | Niki Reiser | ||
| Kamera: | Carl-Friedrich Koschnick | ||
| Carsten Thiele | |||
| Produzent: | Stefan Arndt | ||
Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: Entfallene und alternative Szenen, Audiokommentar, Featurettes
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