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Mein Leben ohne mich

Sensibles und wahrhaftiges Drama über eine todkranke 24-Jährige, die sich in den letzten Monate ihres Lebens alle Wünsche erfüllen will.


Mein Leben ohne mich

Leihvideo

Erhältlich seit:
21.09.2004

Originaltitel: My Life Without Me

Drama

Spanien/Kanada 2002
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 6

Sarah Polley
Amanda Plummer
Scott Speedman

Regie: Isabel Coixet
Universum Film

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Lebe hier und heute: Im Angesicht des Todes genießt Sarah Polley Lust und Liebe.

Ann hat nicht mehr lange zu leben (Foto: Tobis) Großansicht

Ann hat nicht mehr lange zu leben (Foto: Tobis)

Was tun, wenn man nur noch wenige Monate zu leben hat? Die 23-jährige Ann ist geschockt, als ihr der Arzt die tödliche Diagnose stellt: Sie hat Gebärmutterkrebs und keine Hoffnung auf Heilung.

Doch statt in ein tiefes Loch zu fallen, macht sie eine Liste von Wünschen, die sie sich noch erfüllen will, und Dingen, die noch zu regeln sind. Ihr Todesurteil behält sie jedoch für sich.

Die Ehefrau und Mutter zweier Kinder will ein Stück Leben auskosten, bis zur Neige. Sie will ihren Vater im Gefängnis besuchen, eine neue Frau für ihren arbeitslosen Ehemann finden und selbst mit einem wildfremden Mann wahre Leidenschaft genießen. Und wie das Schicksal es will, trifft sie den Mann ihrer Träume.

Es gibt noch einiges zu organisieren (Foto: Tobis) Großansicht

Es gibt noch einiges zu organisieren (Foto: Tobis)

Leises Ende

Wenn ein Film an die Nieren geht, dann dieses stille Meisterwerk von Isabel Coixet. Sarah Polley spielt mehr als 100%ig die Frau, die leise Abschied nimmt vom Leben, die sich noch einmal Gefühlen hingibt, die aufwacht, bevor es zu spät ist.

Und dann einfach geht. Und einen kleinen Stachel in unserem Herzen hinterlässt.

Mein Leben ohne mich

Der Arzt gibt einer an Krebs erkrankten 24Jährigen nur noch zwei bis drei Monate. In der verbleibenden Zeit will sie sich Wünsche erfüllen, noch einmal das Leben in aller Intensität spüren. Mit leiser Wucht erzählt die Spanierin Isabel Coixet vom Abschiednehmen. Sarah Polleys oscarreife Darstellung als traurige Heldin macht "My Life Without Me" zur anrührenden, aber nie sentimentalen Tragödie.

Wer denkt schon mit jungen Jahren an den Tod? Als der Arzt Ann eröffnet, sie habe Gebärmutterkrebs und nur noch einige Monate zu leben, nimmt die Hausfrau und Mutter die schockierende Nachricht fast mit unnatürlicher Ruhe entgegen - kein Entsetzen, keine Panik, die ersten Tränen wischt sie sich tapfer weg. Sie teilt das tödliche Geheimnis mit niemandem, erstellt eine Liste mit Wünschen, die sie sich noch erfüllen, von Dingen, die sie noch erledigen will: Der Besuch des Vaters im Gefängnis, Botschaften für die beiden Kinder auf Kassette zu deren 18. Geburtstag, die diese ohne ihre Mutter feiern werden, eine Ersatzfrau für den arbeitslosen Gatten finden und einmal mit einem anderen als dem eigenen Ehemann Sex haben. Langsam schält sie sich schlafwandlerisch aus ihrem Kokon, traut sich in eine Bar, spricht mit Fremden und trifft wirklich auf einen Mann (ganz trivial im Waschsalon), empfindet noch einmal, was es heißt, leidenschaftlich zu lieben und geliebt zu werden.

Die Geschichte eines kurzen Abschieds, des fast beiläufigen Verschwindens von Leben inszeniert Isabel Coixet in formaler Strenge - nicht als larmoyantes Melodram zum Taschentücherzücken, sondern als letzten kleinen Ausflug in eine Freiheit, die sich diese fürsorgliche Frau sonst nicht gönnt. Sie begibt sich bewusst in eine elendige Einsamkeit, die sie schmerzhaft wie schneidendes Glas von anderen trennt.

Es sind zutiefst menschliche Situationen, die eine herzzerreißende Tragik vermitteln - der Arzt, der aus Hilflosigkeit der Todgeweihten ein Bonbon anbietet, der ihrem Blick ausweicht und aus seiner Verzweiflung als Mediziner keinen Hehl macht und Ann verspricht, die besprochenen Kassetten für ihre Töchter aufzubewahren, die Kranke selbst, die ein letztes Glück erfährt, einen letzten Kuss genießt, eine letzte Umarmung und die sich dann einfach zum Sterben niederlegt, so unauffällig wie sie gelebt hat.

Wenn die wunderbare Sarah Polley den Regen auf sich prasseln lässt, die Augen schließt, um die einzelnen Tropfen besser fühlen zu können, wird diese Szene zu einem unvergesslichen Moment der Hingabe und Zärtlichkeit. "My Life Without Me" gehörte zu den stärksten Filmen im Berlinale-Wettbewerb und sollte an der Kinokasse von einem intelligenten, vor allem weiblichen Publikum, honoriert werden. mk.

Darsteller:  Sarah Polley   als Ann
  Amanda Plummer   als Laurie
  Scott Speedman   als Don
  Leonor Watling   als Ann, die Nachbarin
  Deborah Harry   als Anns Mutter
  Maria de Medeiros   als Die Friseuse
  Mark Ruffalo   als Lee
  Julian Richings   als Dr. Thompson
  Alfred Molina   als Anns Vater
  Jessica Amlee   als Penny
  Kanya Jo Kennedy   als Patsy
  Sonja Bennett   als Sarah
  Tyron Leitso   als Mann in Bar
 
Regie:  Isabel Coixet  
Buch:  Isabel Coixet  
Musik:  Alfonso de Villalonga  
Kamera:  Jean-Claude Larrieu  
Produzent:  Esther Garcia  
  Gordon McLennan  
 

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