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Meine Schwester Das Biest

Turbulente Romantikkomödie um Zwillingsschwestern, die Stars werden wollen.


Meine Schwester Das Biest

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Erhältlich seit:
05.07.2004

Originaltitel: She, me & Her

Komödie

Österreich/Deutschland/Luxemburg/USA 2002
FSK: unbekannt

Sandra Pires
Ben Cross
Elfi Eschke

Regie: Reinhard Schwabenitzky
ZYX Music

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A Star is born: Sängerin Sandra Pires macht in dieser turbulenten Hollywood-Verwechslungs-Komödie auch vor der Kamera eine gute Figur und serviert lächelnd die Konkurrenz ab.

Sandra Pires in einer Doppelrolle

Sandra Pires in einer Doppelrolle

Äußerlich gleichen sie sich wie ein Ei dem andern, aber im Charakter könnten sie nicht unterschiedlicher sein: Maggie und Lisa sind bildhübsche Zwillinge - wie im Märchen die Böse und die Gute.

Während Maggie sich Lisa nennt, um ihrer talentierten Schwester die Karriere-Chancen zu versauen, hält die sich als Kellnerin über Wasser. Dabei kann Maggie nicht singen, sondern nur trällern, hat dafür aber einen in sie verknallten Manager, der sie ganz nach oben bringen will.

Als das Biest hört, dass Lisa mit Lover und Komponist Tony nach Europa reisen will, um dort die Hauptrolle in seinem Musical zu ergattern, tüftelt sie eine Intrige aus und düst selbst mit Tony nach Österreich. Der findet ihr schrilles Outfit und Benehmen zwar etwas merkwürdig und verliert im Bett die Manneskraft, kommt aber nicht auf die Idee, ein Double der Geliebten unter sich zu haben.

Lisa rächt sich derweil in Los Angeles am Schwesterherz - sie kündigt Maggies Wohnung und mietet auf ihren Namen eine teure Villa an, tritt in der Show eines berühmten Produzenten (Ron Williams) auf. Und auch Kathi Blümlein (Elfi Eschke), Maggies deutsche "Assistentin" mit schrecklichem Akzent, darf drall im Dirndl auf der Bühne ihre Show abziehen.

In dieser deftigen Verwechslungskomödie aus der Welt des Showbiz tobt das pralle Leben, gleichzeitig entlarvt der Österreicher Reinhard Schwabenitzky Hollywood als Hort der Verlogenheit. Sandra Pires (wird als neue Celine Dion gehandelt) macht sich gut in der Doppelrolle, egal ob als sanfte Sängerin oder zickender Zwilling, da muss sogar Vollweib Elfi Eschke, wie immer souverän mit ihren Pfunden wuchernd, einen Zahn zulegen.

Was Sie schon immer über Hollywood wissen wollten - hier wird es knallhart serviert. In einer gelungenen Persiflage mit Pep und Power. Schön fies und hinterhältig, aber auch richtig romantisch.

Meine Schwester Das Biest

Ein Österreicher nimmt Hollywood aufs Korn: Reinhard Schwabenitzky lässt es in dieser Verwechslungskomödie mit bildhübschen Zwillingsschwestern krachen. Auch wenn es vor Schleimern und Opportunisten nur so wimmelt, das Ende ist beruhigend: Karriere durch Ellbogentechnik geht den Bach runter.

Die gute und die böse Schwester, das kennen wir aus Grimm's Märchen. Hier sind die beiden Mädels Zwillinge, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen: Maggie, die berechnende, untalentierte Zicke - Lisa, das liebe, talentierte Wesen. Um ihrer Schwester die Karriere wegzuschnappen, nennt sich Maggie Lisa und tanzt ihrem in sie verknallten Manager auf der Nase herum, während die wahre Lisa ehrlich als Kellnerin ihre Moneten verdient. Als Maggie hört, dass Lisa mit ihrem Lover, einem Komponisten, nach Europa fliegt, um sich dort für die Hauptrolle in einem Musical zu bewerben, spinnt sie eine Intrige, täuscht den unbedarften Typen, fliegt mit nach Österreich. Da nimmt das Desaster seinen Lauf. In Los Angeles rächt sich Lisa derweil auf ihre Weise, mietet auf Maggies Namen eine sündteure Luxusvilla, tritt erfolgreich in einer bekannten Show auf und freundet sich mit Maggies deutscher "Assistentin" Kathi Blümlein an, die auf der Bühne durch "Hamlet"-Zitate und Purzelbäume sogar abgebrühte Produzenten verblüfft. Die Inszenierung strahlt einen bodenständigen Charme aus, ein Glücksgriff gelang Schwabenitzky (Ernst Lubitsch-Preis für "Ilona & Kurti") mit der Hauptdarstellerin Sandra Pires in einer Doppelrolle, Elfi Eschke als Persiflage auf den "german trampel" überzeugt im drallen Dirndl und jongliert mit bewusst grauenvollen Akzent. Der österreichische Humor ist zwar nicht immer kompatibel, dennoch kommt bei den bis zur Karikatur überzeichneten Figuren unfreiwillige Komik ins Spiel, wenn das all american girl beim Anblick von Salzburger Feste und Dom schwärmt, "das ist Europa, wo man hinguckt alles tolle Antiquitäten" oder der liebeshungrige Mann in der Drehpause lockt "Wollen wir uns ein Stündchen hinlegen?". Aus Kostengründen wurden die Dreharbeiten in Hollywood auf ein Minimum reduziert, die Innenaufnahmen fanden in Luxemburg statt. Schwabenitzky vermeidet konsequent die Mittel der filigranen Satire, zeigt keine Scheu vor der Klamotte und präsentiert das Tohuwabohu lustvoll wie populäres Boulevardtheater. Die schonungslose Entlarvung des Showbiz als Haifischbecken zählt nicht zu den neuesten filmischen Errungenschaften und gab sie auch schon um Klassen besser in Robert Altmans "The Player" oder Barry Primus' "Mistress", aber zu bewundern ist alpenländische Mut zur Einfachheit immerhin. mk.

Darsteller:  Sandra Pires   als Maggie/Lisa Thompson
  Ben Cross   als David Greenbaum
  Elfi Eschke   als Kathi Blümlein
  Nicholas Newman   als Tony Kosminski
  Ron Williams   als Jerry Silver
  Marco Rima   als Eddy
  Herb Andress   als Rudi
  Shannon Lee   als Paula Jamison
  Jed Curtis   als Cliff Borrow
  Marina de Tiews   als Gloria
  Vincent Scarito   als Rosario
  George Arrendell   als Security Guard
  Arlena Nys   als Dialekt-Coach
  Diana Frank   als Filmstar
  Arnita Swanson   als Talkmasterin
  Pieter Riemens   als Immobilienmakler
  Deborah Anderson   als Davids Sekretärin
  Rudy Ruggiero   als Restaurantbesitzer
  Derek Kueter   als TV-Show-Direktor
  Michael Smulik   als Haar-Stylist
  Chris Bearne   als Produzent
  Julian Nest   als Oscar-Mann
 
Regie:  Reinhard Schwabenitzky  
Buch:  Alfred Schiller  
  Reinhard Schwabenitzky  
Musik:  Hannes Michael Schalle  
  Georg Friedrich von Händel  
  Friedemann Katt  
Kamera:  Martin Stingl  
Produzent:  Reinhard Schwabenitzky  
 

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