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Kaufvideo
Erhältlich seit:
25.03.2010
Originaltitel: When a Man Falls in the Forest
USA/Kanada/Deutschland 2007
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 16
Timothy Hutton
Dylan Baker
Pruitt Taylor Vince
Regie: Ryan Eslinger
Delta Music & Entertainment

Drei Männer, eine Frau und eine einfache Geschichte. Ryan Eslinger holt in seinem realistischen Drama den Grauen des (US-)Alltags ins Kino.
Rote Tulpen, gelbe Rosen, blauer Samt. Weiß gestrichene Gartenzäune, penibel gemähte Rasenflächen und träge rotierende Rasensprinkler vor schmucken Einfamilienhäusern. Spätestens seit David Lynchs "Blue Velvet" wissen wir, dass in Suburbia das Grauen zu Hause ist. Und so haben auch die Mittvierziger aus Ryan Eslingers Berlinale-Wettbewerbsbeitrag "When a Man Falls in the Forest" mit dem Leben längst abgeschlossen. Wie Zombies bewegen sie sich. Bill (Dylan Baker), der seitenscheiteltragende Nachthausmeister mit der übergroßen Hornbrille, der nach Sonnenuntergang Großraumbüros putzt und über Kopfhörer "Tosca"-Arien hört. Dabei trifft er eines Nachts auf den Baseball-Kappe bewehrten Gary (Timothy Hutton), der am Schreibtisch eingeschlafen ist. Alles, nur nicht nach Hause ins eigene Bett, wo Gattin Karen (Sharon Stone) mit Leichenbittermiene Jugend und Schönheit hinterher trauert. Und dann ist da noch Travis (Pruitt Taylor Vince), ein melancholisches Riesenbaby, den eine schreckliche Tragödie in der Vergangenheit gefangen hält.
Drei Männer, eine Frau und eine einfache Geschichte, die aus der Feder des Regisseurs stammt. Ein realistisches Drama um Entfremdung und Sprachlosigkeit. Die Welt ist nicht mehr heil und ihre Bewohner haben sich nichts mehr zu sagen. Kommunikation findet in leeren Worthülsen statt, was bisweilen auch in absurde Komik gipfelt: "Was ist mit dir los?" - "Wie?" - "Was ist mit dir los?" - "Ich weiß es nicht. Was ist mit dir los?" - "Nichts. Mit mir ist alles okay." Schulfreunde wie die Gattin wünschen sich Veränderung, nehmen ihr Schicksal aber nicht in die Hand. Flucht ist angesagt, in den Traum etwa, wo Bill als Samurai-Kämpfer den seine Familie terrorisierenden Nachbarn niederstreckt. Oder man geht auf Ladendiebstahl-Tour, wie die souveräne Sharon Stone, die ungeschminkt mit zerzaustem Haar gegen ihr Beauty-Image anspielt. Heimlich liebkost sie Lederhandschuhe, vergeblich versucht sie Spitzenunterwäsche zu stehlen. Überleben, den nächsten Tag erleben, darum geht's nur noch, erklärt Gary seinem Kumpel Travis. Und so bleibt er, der hoch hinaus wollte, unsichtbar und klein. Bis er bei einem Supermarkt-Überfall Stellung bezieht, dagegen hält. Aber da ist ohnehin alles längst zu spät.
Nüchtern, funktional, gradlinig gestaltet Eslinger seine streng durchstrukturierte, kühl kalkulierte zweite Kino-Arbeit, bei der Stone als ausführende Produzentin firmiert. Kalt und blau präsentieren sich die Bilder des vorzüglichen Kameramanns Lawrence Sher ("Garden State"), die in ihren Kompositionen an die Gemälde Edward Hoppers erinnern. Entsprechend melancholisch die Musik von "Smashing Pumpkins"-Sänger Billy Corgan, Paul Michael Thomas und John Sereda. Hollywood-Glamour war gestern, heute regiert der Independent-Alltag. Bonjour tristesse! geh.
Im Mittelpunkt des Films stehen eine Frau und drei Männer, deren Leben miteinander lose verbunden sind, die aber alle auf die eine oder
andere Weise von der Welt abgeschnitten sind.
Bill ist diesbezüglich das offensichtlichste Beispiel. Er meidet den Kontakt zu anderen, spricht nicht viel und scheint fast eine Form von
Homophobie ausgebildet zu haben. Weil er nachts arbeitet, schläft er tagsüber in seinem anonymen kleinen Appartement, und die Traumwelt ist
seine einzige Möglichkeit, seinem Wachgefängnis zu entrinnen. Seinen Job als Hausmeister übt er seit Jahren in der Firma seines ehemaligen
Schulkameraden Gary aus. Als letzterer immer öfter des Abends am Schreibtisch einschläft, laufen sich die beiden zum ersten Mal über den
Weg, obwohl sie seit Jahren denselben Arbeitgeber haben.
Gary zieht nichts mehr nach Hause. Er wirkt apathisch, übernächtigt; die Beziehung zu seiner Frau Karen ist von Kälte und Entfremdung
geprägt, genau wie das ländlich gelegene dekadente Haus des Paares. Karen scheint ebenfalls resigniert zu haben. Die wenigen Worte, die ihr
über die Lippen kommen, sind geprägt von Zynismus und Anschuldigungen. Ihren Tag verbringt sie mit Ladendiebstählen und anderen kleinen
Kicks, die Aufmerksamkeit und Abwechslung verschaffen. Nach seinem einsilbigen Treffen mit Bill in der Firma fühlt sich Gary an seine
Schulzeit erinnert und ruft daraufhin einen anderen Freund, Travis, an. Auch Travis wird von einem Dämon aus der Vergangenheit gejagt und
lebt ein mechanisches Leben ohne jede Erfüllung.
Für Fans von "Home of the Brave", "Vermisst" und "American Beauty".
Quelle: Delta Music
| Darsteller: | Timothy Hutton | als Gary | |
|---|---|---|---|
| Dylan Baker | als Bill | ||
| Pruitt Taylor Vince | als Travis | ||
| Michael Eklund | als Kassierer | ||
| Sharon Stone | als Karen | ||
| Link Baker | als Adam | ||
| Stacie Bono | als Sadie | ||
| Monique Ganderton | |||
| Regie: | Ryan Eslinger | ||
| Buch: | Ryan Eslinger | ||
| Kamera: | Lawrence Sher | ||
| Produzent: | Mary L. Aloe | ||
| Christian Arnold-Beutel | |||
| Kirk Shaw | |||
| Alain de la Mata | |||
Menschen am Abgrund in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9
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Dylan Baker
In Todd Solondz' Film "Happiness" über die Zwänge in amerikanischen Vorortfamilien und deren Zwangsbindungen, spielte Dylan Baker den Ehemann...
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Sharon Stone
Als ehemaliges Fotomodell für Eileen Ford, Clairol, Revlon u.a. sowie Gewinnerin diverser lokaler Schönheitswettbewerbe gelang Sharon Stone...
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