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Mephisto

István Szabós Meisterwerk, in dem Klaus Maria Brandauer als Preis für den Erfolg seine Seele verkauft.


Mephisto

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Erhältlich seit:
11.01.2006

Drama

Ungarn/BRD/Österreich 1981
Laufzeit: 139 Min.
FSK: ab 12

Klaus Maria Brandauer
Rolf Hoppe
Krystyna Janda

Regie: István Szabó
Concorde Home Entertainment

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Mephisto

Ende der zwanziger Jahre gelingt dem Provinzschauspieler Hendrik Höfgen dank der Kombination von Talent, Zielstrebigkeit und richtiger Heirat der Aufstieg ins Berliner Staatstheater, wo er mit einer "Faust"-Inszenierung für Furore sorgt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten denkt er nicht daran, seine Frau ins Exil zu begleiten. Er bleibt in Berlin, um seine Karriere voran zu treiben, arrangiert sich mit den Nazis und wird sogar zum Intendanten des Staatstheaters ernannt. Zu spät erkennt er, dass er von den Nazis für ihre Zwecke genutzt wird.

Basierend auf der Romanvorlage von Klaus Mann bildete das Meisterwerk über die Verknüpfung von Kunst und Politik den Auftakt zur "deutschen Trilogie" des ungarischen Regisseurs István Szabó. Klaus Maria Brandauer verkörpert auf unvergessliche Weise den an Gustav Gründgens angelehnten Künstler, der von allen geliebt werden will und glaubt, in seiner Kunst politisch neutral sein zu können. In den beiden folgenden Filmen der Trilogie spielte Brandauer auch "Oberst Redl" und den Hellseher "Hanussen". "Mephisto" wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Oscar als bester fremdsprachiger Film.

Mephisto

Kann sich die Kunst über die politischen Umständen hinwegsetzen? Darf ein Künstler sich einem menschenverachtenden politischen System kritiklos unterwerfen, um seine Kunst weiterhin ausüben zu können? Ist Kunst unpolitisch, kann und darf sie unpolitisch sein? Vor dem Hintergrund der Erfahrungen des Dritten Reichs wird die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Politik in Deutschland vor allem in Künstler- und Intellektuellenkreisen immer wieder diskutiert, aber auch filmisch aufgearbeitet.

Der ungarische Meisterregisseur István Szabó hat sich mit "Mephisto" eine literarische Vorlage Klaus Manns vorgenommen, die Ende der 30er Jahre im Exil entstanden ist. Klaus Mann, der älteste Sohn von Thomas Mann, hatte sehr früh gegen das nationalsozialistische Regime Stellung bezogen, ehe er (wie auch der Rest seiner Familie) Deutschland den Rücken kehrte.

Klaus Maria Brandauer gibt in Szabós Verfilmung die Rolle des vom Ehrgeiz getriebenen Schauspielers Hendrik Höfgen, der seiner Karriere zuliebe einen Pakt mit dem Bösen eingeht. Bereits der Titel "Mephisto - Roman einer Karriere" spielt auf den Schauspieler Gustav Gründgens, einen der bekanntesten deutschen Theatermimen des Dritten Reichs und dessen Paraderolle an. Obwohl Klaus Mann immer wieder betonte, dass sein Werk frei erfunden sei, lassen sich gewisse Parallelen zwischen Höfgen und Gründgens, Klaus Manns ehemaligen Schwager und Geliebten, erkennen.

Seit er in den 20er Jahren erstmals die Bretter, die die Welt bedeuten bestieg, hat der Schauspieler Hendrik Höfgen nur ein Ziel vor Augen: den großen Erfolg. Dem Traum von der großen Karriere unterwirft er alles in seinem Leben, auf dem Weg zum Ruhm er lässt sich von nichts und niemand aufhalten.

Am Hamburger Künstlertheater lernt er zu Beginn seiner Karriere den Kommunisten Otto Ulrichs kennen, zusammen träumen sie von einem politischen, revolutionären Theater. Gleichzeitig freundet er sich auch mit seinem Kollegen Hans Miklas an, einem überzeugten Nationalsozialisten. Höfgen liebäugelt mit beiden politischen Weltsichten, ohne sich jedoch festzulegen zu wollen.

Durch die Heirat mit Barbara Bruckner, der Tochter eines angesehenen Professors und Intellektuellen, erhält Hendrik Höfgen Zugang zur besseren Gesellschaft. Bald schon spielt er im Ensemble des Berliner Staatstheaters, tritt aber auch im politischen Kabarett auf. Als sich ihm die Möglichkeit bietet, den Mephisto in Goethes "Faust" zu spielen, ist er am Ziel seiner Träume angelangt. Doch dann kommen die Nationalsozialisten an die Macht und Höfgen muss sich entscheiden: entweder er folgt seiner Frau und deren Familie ins Exil oder er bleibt in Berlin. Er entschließt sich, in Deutschland zu bleiben und seine Karriere auch unter den geänderten politischen Vorzeichen weiter zu verfolgen - auf gar keinen Fall möchte er aufgeben, was er bereits erreicht hat. Und schließlich ist er doch nur ein Künstler.

Als Protegé des Luftwaffengenerals Lindenthal und dessen Frau Lotte, einer mäßig begabten Schauspielerin, muss er nichts befürchten. Er wird schließlich sogar zum Intendanten des Staatstheaters ernannt, der Höhepunkt seiner Karriere. Dennoch muss er bald erkennen, wer die Macht im Staat hat und dass seine Möglichkeit, politisch und rassisch verfolgte Künstler zu schützen, äußerst begrenzt sind und seine Vorstellung vom politisch neutralen Künstler eine Illusion war.

István Szabós "Mephisto" wurde von der Filmbewertungsstelle (FBW) mit dem Prädikat wertvoll ausgezeichnet, 1981 erhielt seine Reflexion über das Verhältnis von Kunst, Moral, Macht und Politik den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film.

Quelle: Concorde

Darsteller:  Klaus Maria Brandauer  
  Rolf Hoppe  
  Krystyna Janda  
  Karin Boyd  
  Ildikó Bánsági  
  Christine Harbort  
 
Regie:  István Szabó  
Buch:  István Szabó  
  Péter Dobai  
Musik:  Zdenko Tamássy  
Kamera:  Lajos Koltai  
Produzent:  Manfred Durniok  
  Lajos Óvári  
 

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