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Miami Rhapsody


Miami Rhapsody

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Erhältlich seit:
11.07.2002

Komödie

USA 1995
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 6

Sarah Jessica Parker
Gil Bellows
Antonio Banderas

Regie: David Frankel
Buena Vista Home Entertainment

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Kurz vor der Eheschließung kommen Gwyn Marcus Bedenken. In schockierend schneller Folge erfährt sie, daß alle ihre bisher so bewunderten Verwandten deren Ehen mit Seitensprüngen "beleben". Gwyn droht an dieser Erkenntnis beinahe zu zerbrechen. Sogar ihre vormals unerschütterliche Liebe zu ihrem Verlobten Matt verliert in ihrer Verwirrung so weit an Kraft, daß sie sich in die Arme des feurigen Antonio wirft. Was sie nicht weiß: Er ist der Ex-Lover ihrer Mutter!

Der renommierte Fernsehserien-Regisseur David Frankel erreicht in seinem Leinwanddebüt mühelos das Niveau besserer Woody-Allen-Komödien, ja, an manchen Stellen übertrifft er es sogar. Wo sein Vorbild manchmal etwas geschwätzig wirkt, glänzt Frankel durch geschliffen-aggressive Dialoge, die seiner Story enormes Tempo verleihen. Sarah Jessica Parker ("Ed Wood") und "Desperado" Antonio Banderas sind genauso glaubhaft wie Allens Ex-Frau Mia Farrow als spät erblühte Liebhaberin.

Die romantische Komödie "Miami Rhapsody" befaßt sich in heiter-pessimistischer Manier mit Liebe, Untreue und den unumgänglichen Kompromissen der Ehe. Für Regie und Drehbuch zeichnet der im TV-Bereich bewanderte David Frankel verantwortlich, der für sein Leinwanddebüt unverkennbar und ungeniert Anleihen bei Filmen von Woody Allen nimmt. Vor allem mit "Hannah und ihre Schwestern" verbindet den wortgewandten, turbulenten Liebesreigen Frankels eine enge Verwandtschaft. Die Mitwirkung von Allen Ex- Lebensgefährtin Mia Farrow als Mutter der jüdischen und neurotischen Protagonistin Gwyn (Sarah Jessica Parker) unterstreicht diesen Eindruck nachdrücklich. In Rückblenden erzählt die ebenso smarte wie sarkastische Gwyn, wie die urspünglich so harmonische Beziehung zu ihrem märchenprinzartigen Verlobten Matt (Gil Bellows) aufgrund der von ihrer Familie heraufbeschworenen Bindungsangst in die Brüche ging. Denn nur kurz nach dem Heiratsantrag von Matt beichten Gwyn nacheinander der Vater (Paul Mazursky), die Mutter, der Bruder (Kevin Pollak) und die Schwester (Barbara Carrick) ihre außerehelichen Affären. Zunehmend vom Sinn der Institution Ehe ernüchtert, entfernt sich Gwyn immer mehr von Matt. Dafür bahnt sich eine Romanze mit dem feurigen und sensiblen Latin Lover Antonio (Antonio Banderas) an. Pikanterweise ist dieser der Krankenpfleger von Gwyns Großmutter und der Ex-Liebhaber ihrer Mutter. Das Fazit sind zwei Versöhnungen, eine Scheidung, ein Neubeginn und zwei Singles. Wie in "Hannah und ihre Schwestern" verfolgt die Handlung die emotionalen Verwicklungen und Verstrickungen der einzelnen Charaktere, während Frankel eifrig damit beschäftigt ist, die verschiedenen Elemente auf immer neue Weise miteinander zu verknüpfen. Sarah Jessica Parker werden im Verlauf der mitunter tragikomischen Ereignisse eine Unzahl von beißend- ironischen Pointen in den Mund gelegt, die man so auch in Sitcoms hören könnte. Gerade Mia Farrow zeigt sich auf heimischem Gebiet in blendender Spiellaune: Die Liebesszenen der sonst so spröden Schauspielerin mit Antonio Banderas und, nach der Aussöhnung, mit ihrem Gatten gehören zu den anrührendsten des gesamten Films. Die verspielte Schwerelosigkeit der Komödie wird durch das in fröhlich warme Farben gehaltene Produktionsdesign und die tropisch bunte Umgebung Miamis untermalt. Mit einem Soundtrack ausgesuchter Oldies, darunter Louis Armstrongs "Just One of those Things" wird der gängigen Pflichtbeschallung für sogenannte Romantik Genüge getan. Aber Vorsicht: "Miami Rhapsody" wirkt nur auf den ersten Blick so sonnendurchflutet und beschwingt. Bei genauem Hinsehen offenbart sich Frankels ausgesprochen bodenständiger Sinn für die ganz und gar nicht lustige Realität von Beziehungen in den 90ern. Dabei kann der Newcomer die Prägnanz und Intellektualität der Vorbilder von Woody Allen nicht ganz erreichen: Seine Figuren scheinen mehr von spontanen Impulsen, denn vom Streben nach emotionaler Transzendenz motiviert zu sein. Immerhin gelingt "Miami Rhapsody" der Kunstgriff, ein eher deprimierendes Thema unterhaltsam und leicht zu betrachten. Ein Umstand, der in den USA derzeit für volle Kinos sorgt und auch hierzulande ankommen sollte. ara.

Darsteller:  Sarah Jessica Parker  
  Gil Bellows  
  Antonio Banderas  
  Mia Farrow  
  Paul Mazursky  
  Kevin Pollak  
  Barbara Garrick  
  Carla Gugino  
  Bo Eason  
  Naomi Campbell  
  Jeremy Piven  
  Kelly Bishop  
 
Regie:  David Frankel  
Buch:  David Frankel  
Musik:  Mark Isham  
Kamera:  Jack Wallner  
Produzent:  Barry Jossen  
  David Frankel  
 

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