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Michael Clayton

Justizthriller mit George Clooney, der in der Titelrolle die Drecksarbeit für eine renommierte New Yorker Anwaltskanzlei übernimmt und auf einmal zwischen die Fronten gerät.


Michael Clayton

Leihvideo

Erhältlich seit:
01.07.2008

Drama/ Thriller

USA 2007
Laufzeit: 115 Min.
FSK: ab 12

George Clooney
Tom Wilkinson
Tilda Swinton

Regie: Tony Gilroy
Highlight Communications (Deutschland)

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Als Anwalt ohne Illusionen deckt George Clooney die dunklen Machenschaften eines Multi-Konzerns auf und gerät dabei in Lebensgefahr. Ein Meisterwerk.

Claytons Chef will die Sache unter den Teppich kehren (Foto: Constantin) Großansicht

Claytons Chef will die Sache unter den Teppich kehren (Foto: Constantin)

Es gibt verschiedenste Wege auf den Kino-Regiestuhl: Etliche Kandidaten drehen vorher Videoclips, andere stehen vor der Kamera. Eine dritte Gruppe indes bringt ihrerseits glänzende Voraussetzungen mit: Drehbuchautoren verstehen von filmischer Dramaturgie soviel wie kaum eine andere Berufsgruppe der Branche.

Bei Tony Gilroy durfte man besonders viel erwarten. Immerhin war er an sämtlichen Drehbüchern der "Bourne"-Trilogie beteiligt, der derzeit wohl innovativsten Action-Reihe. Und "Michael Clayton" wird diesen Vorschuss-Lorbeeren gerecht. Denn der frisch gebackene Filmemacher entwickelt einen beklemmenden Verschwörungsthriller in Tradition von 70er-Jahre-Klassikern wie "Die drei Tage des Condor".

Michael Clayton verfolgt eine heiße Spur (Foto: Constantin) Großansicht

Michael Clayton verfolgt eine heiße Spur (Foto: Constantin)

Kampf gegen die Macht der Multis

Auch bei Gilroy geht es um Korruption und Amoral der obersten Hierarchie-Ebenen. Und wie bei diesem Szenario erforderlich steckt er einen zweifelnden Protagonisten zwischen alle Fronten: George Clooney spielt den Problemlöser einer Anwaltskanzlei, in der ein Top-Jurist nach einem psychischen Zusammenbruch die schmutzigen Geheimnisse eines großen Klienten lüften will.

Als der Antiheld die Berechtigung seines eigenen Auftrags immer stärker zu hinterfragen beginnt, gerät auch er ins Fadenkreuz der Drahtzieher.

Gilroy gelingt es dabei, das authentisch wirkende Bild einer skrupellosen Konzern-Welt zu vermitteln, die er aber nicht dämonisiert, sondern auch in ihren menschlichen Zügen darstellt - was sie letztlich noch erschreckender macht. Und er filmt sein eigenes Drehbuch nicht einfach ab, sondern findet eine einfallsreiche visuelle Umsetzung, die mit ihren Zeitsprüngen vom Zuschauer Aufmerksamkeit verlangt, aber dadurch viel spannender und befriedigender wirkt - wie ein Puzzle, das sich Stück für Stück zu einem eindrucksvollen Gesamtbild zusammensetzt.

Karen Crowder schreckt vor nichts zurück, um ihr Ziel zu erreichen (Foto: Constantin) Großansicht

Karen Crowder schreckt vor nichts zurück, um ihr Ziel zu erreichen (Foto: Constantin)

Virtuose Charakter-Mimen

Oscargewinner George Clooney, der seit "Syriana" für die Rolle des Systemrebellen wie prädestiniert wirkt, erweist sich dafür als idealer Partner. Charakter-Mime Tom Wilkinson ("In the Bedroom") zeigt, wie zu erwarten, seine ganze Virtuosität in der Rolle des über die Stränge schlagenden Anwalts.

Aber vielleicht noch außergewöhnlicher ist die Leistung von Tilda Swinton ("Der König von Narnia"), die in nur wenigen Szenen das komplexe Porträt einer überforderten Karrieristin schafft. So besteht Gilroy auch seinen Test in Sachen Schauspielerarbeit - und das eindeutige Fazit lautet: Weiter so!

Michael Clayton

Tony Gilroy, einer von Hollywoods profiliertesten Drehbuchautoren, debütiert mit einem ebenso spannenden wie ätzenden Justiz-Thriller als Regisseur.

Als das New Hollywood in den 70er Jahren politisch dachte, mit Werken über und gegen das System Erfolge feierte, da war die herrschende Paranoia auf der Leinwand greifbar. Warren Beatty wurde beispielsweise "Zeuge einer Verschwörung", Dustin Hoffman und Robert Redford recherchierten als "Die Unbestechlichen". Vietnam warf lange Schatten - so wie dies heute der Irak-Krieg tut. Was das US-Kino bislang geflissentlich ignorierte und fröhlich dem Blockbuster-Eskapismus frönte. Nur einer stand da und mahnte, bezog gegen die Machenschaften des Präsidenten und seiner Clique Stellung: George Clooney. So hat es durchaus System, dass er, der smarte Unbequeme, nun den Titelhelden in Tony Gilroys Regiedebüt "Michael Clayton" gibt. Der Oscar-Preisträger spielt einen "Fixer", einen hochbezahlten Angestellten einer New Yorker Anwaltskanzlei, der reichen, "gestrauchelten" Kunden aus der Patsche hilft. Rund um die Uhr steht er seinem Boss - ein aalglatter Sydney Pollack besticht als Schauspieler wie sonst als Regisseur - zur Verfügung, denn Spielschulden drücken und eine teure Scheidung steht ins Haus. Routinemäßig rennt er mit wehender Krawatte gegen die Zeit an - und bei seinem aktuellen Fall fast ins eigene Verderben.

Der Einzelne im Kampf mit dem System, das ist Gilroys Thema. Als Autor aller drei "Bourne"-Abenteuer hat er diese Ausgangssituation virtuos durchgespielt und bei "Im Auftrag des Teufels" schon einmal Gerichtsluft geschnuppert. Tempo und Suspense der Robert-Ludlum-Adaptionen paart er hier mit juristischen Winkelzügen, als Clayton plötzlich gegen seinen Mentor und Kollegen Arthur Edens (Tom Wilkinson) ins Feld ziehen soll. Der hat sein Gewissen entdeckt, will nun gegen den von ihrer "Firma" vertreten Chemie-Konzern und deren Chef-Anklägerin (aalglatt-eisiges Karriere-Biest: Tilda Swinton) Aussagen. Bald darauf liegt Edens tot im Badezimmer und steht Claytons Limousine in Flammen. Ein Thriller also... ja - und überaus clever und vertrackt konstruiert obendrein. Doch da ist mehr, so etwas wie Gewissen, geht es doch auch um die Umwelt, wie wir heute mit ihr umgehen und wie wir sie zukünftigen Generationen überlassen werden. Da kommt der Einzelne wieder ins Spiel, der seinen Beitrag leisten muss, wie der gewohnt scheinbar schwerelos aufspielende George Clooney und eben auch der von ihm brillant interpretierte Advokat des Teufels. geh.

Darsteller:  George Clooney   als Michael Clayton
  Tom Wilkinson   als Arthur Edens
  Tilda Swinton   als Karen Crowder
  Sydney Pollack   als Marty Bach
  Michael O'Keefe   als Barry Grissom
  Robert Prescott   als Mr. Verne
  Sean Cullen   als Gene Clayton
  Ken Howard   als Don Jefferies
 
Regie:  Tony Gilroy  
Buch:  Tony Gilroy  
Musik:  James Newton Howard  
Kamera:  Robert Elswit  
Produzent:  Kerry Orent  
  Steven Samuels  
  Sydney Pollack  
  Jennifer Fox  

Clooney nennt sich Hilary Clinton

Die Nacht der Nächte steht vor der Tür und ganz Hollywood giert nach den Goldjungs. Doch einer zeigt sich stattdessen bescheiden und nutzt seine Nominierung lieber für einen gewitzten politischen Seitenhieb.

Donnerwetter, was diesem hübschen Mund so alles entfleucht! (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Donnerwetter, was diesem hübschen Mund so alles entfleucht! (Foto: Kurt Krieger)

So etwas kann nur George Clooney. Der charmante Superstar ist für seinen Auftritt als gerissener Anwalt im Gerichts-Thriller "Michael Clayton" oscar-nominiert. Seine Siegchancen sind allerdings minimal, denn laut Filmkritikern und Buchmachern kann Konkurrent Daniel Day-Lewis schon mal seine Siegerrede üben: Der Ausnahme-Mime ist für seinen schockierend gewissenlosen Öl-Baron im wuchtigen Drama "There Will Be Blood" der absolute Favorit für den Goldjungen als Bester Hauptdarsteller. Clooney bläst aber deswegen nicht etwa Trübsal, sondern nutzt seine wahrscheinliche Niederlage um den Mann zu unterstützen, den er gerne im Weißen Haus sehen würde: Barack Obama.

"Ich fühle mich wie Hilary Clinton", sagt Clooney spitzbübisch. "Wenn Obama nicht wäre, hätte sie sicher gute Chancen. Bei mir ist es ähnlich. Daniel Day-Lewis hat meiner Meinung nach einfach die beste Leistung des Jahres abgeliefert."

Spannung im Weißen Haus, Langeweile im Kodak Theatre?

Clooney ist für sein leidenschaftliches politisches Engagement bekannt. Er kritisiert seit Jahren die Bush-Regierung aufs Härteste, setzt sich für die Krisenregion Darfur ein und steht im Meinungsspektrum weit links. Daher hält er es mit der Partei der Demokraten und würde den fortschrittlicheren Obama deutlich lieber als deren Präsidentschaftskandidaten sehen als Hilary Clinton. Die beiden liefern sich in den Vorwahlen seit Monaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, zuletzt konnte Obama aber einen Vorsprung herausarbeiten.

Das Rennen um die Oscars ist dagegen schon entschieden, denn die Stimmzettel der wahlberechtigten Academy-Mitglieder sind längst ausgezählt. Die Ergebnisse werden in der Nacht zum Montag ab 2:30 Uhr deutscher Zeit bekannt gegeben. Die Oscar-Verleihung im Kodak Theatre ist dann der absolute Höhepunkt im Kalender der Traumfabrik, die in der pompösen Galanacht ihre Stars, ihre Filme und vor allem sich selbst feiert.

 

Michael Clayton in der Fotoshow

 

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