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Michael Collins

Beeindruckendes historisches Epos um den Kampf der IRA ab den zwanziger Jahren vom "The Crying Game"-Regisseur.


Michael Collins

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Erhältlich seit:
25.09.1998

Drama

USA/Irland 1996
Laufzeit: 127 Min.
FSK: ab 16

Liam Neeson
Aidan Quinn
Stephen Rea

Regie: Neil Jordan
Warner Home Video Germany

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Michael Collins

Nachdem der Osteraufstand der Iren 1916 von den Engländern blutig niedergeschlagen wurde, nimmt Michael Collins, der umstrittene Gründer der IRA, den Kampf gegen die englischen Besatzer mit Guerilla-Methoden auf. Unterstützt wird er maßgeblich von seinem Freund Harry und dem englischen Spitzel Ned Broy, doch macht er sich durch seine pragmatische Art auch viele Feinde. Als er jedoch Verhandlungen mit den Engländern aufnimmt und sich in Harrys Freundin Kitty verliebt, nimmt das Schicksal seinen Lauf...

Neil Jordans ("The Crying Game") Löwen-prämiertes Historienepos zeichnet, im Stil eines Gangsterfilms inszeniert, den Weg zur irischen Unabhängigkeit nach. Jordan setzt jedoch vielmehr auf Spannung und die tragische Liebesgeschichte, denn auf geschichtliche Faktentreue. Ein brillant agierendes Schauspielerensemble, neben Liam Neeson in der Titelrolle glänzen Alan Rickman und Julia Roberts, sorgt zudem für intelligente Unterhaltung auf höchstem Niveau.

Michael Collins

Historische Helden haben Konjunktur: Nach dem Oscar-Erfolg von "Braveheart" gewann Neil Jordan jetzt mit seinem Freiheitsepos "Michael Collins" den Goldenen Löwen der 53. Filmfestspiele von Venedig. In der Titelrolle brilliert Liam Neeson. Jordan ist bei der Umsetzung seines Wunschprojekts das Kunststück gelungen, die jüngste Geschichte Irlands auf der Leinwand einzufangen, ohne dabei die für die Vermarktung wichtigen Unterhaltungsaspekte zu vergessen.

"Michael Collins" beginnt im Jahre 1916, als der Osteraufstand der irischen Freiheitsbewegung von den britischen Truppen mit brutaler Gewalt niedergeschlagen wird. Schon in dieser blutigen Eröffnungsszene wird klar, daß der Filmemacher keine behäbige Geschichtsstunde abzuhalten gedenkt, sondern sein gut zweistündiges Werk eher mit den Mitteln eines Gangsterfilms erzählen wird. So ist auch der charismatische Michael Collins kein zaudernder, taktierender Politiker, sondern eher ein moderner Stadtguerrilla, ein Bauchmensch, der schnell erkennt, daß den britischen Truppen weder mit schönen Worten noch mit konventioneller Kriegsführung beizukommen ist. Er organisiert unter seinen Landsleuten kleine schlagkräftige Trupps, die die Engländer aus dem Hinterhalt überfallen und ihnen Schaden zufügen, wo sie nur können. Maßgebliche Unterstützung im Freiheitskampf findet er bei seinem Freund Harry Boland und dem Spitzel Ned Broy, den Stephen Rea mit geradezu erschreckender Eindringlichkeit spielt. Eine weitere Schlüsselrolle der Geschichte kommt Collins' Vorgesetztem, dem irischen Präsidenten Eamon De Valera zu, den Alan Rickman ähnlich verschlagen anlegt wie seinen Sheriff von Nottingham in "Robin Hood". De Valera ist es auch, der letzendlich Collins' Tod verursacht.

Es ist müßig zu spekulieren, ob Jordan sich an die geschichtlichen Fakten gehalten hat. Als dramatisches Freiheitsepos funktioniert "Michael Collins" vorzüglich. Die Schwächen des Werks liegen eher in der eingebauten Dreiecksgeschichte, die die blasse Julia Roberts als Objekt der Begierde von Collins und Boland sieht. Die recht spärlichen "Jules und Jim"-Szenen hemmen den Lauf des Films und wirken eher störend - helfen sie doch nicht einmal, die Charaktere ihrer Verehrer entscheidend zu vertiefen. Der Filmemacher selbst muß aber gerade an dem Liebesaspekt interessiert gewesen sein, unterschneidet er doch den Hinterhalt, bei dem Collins sein Leben verliert, mit der Szene, in der Roberts sich ihr Hochzeitskleid aussucht: Ein deutlicher Verweis auf die Schlußsequenz von "Der Pate".

Auf technischer Ebene ist die irische Produktion "Michael Collins", die so wohl nur mit Hilfe amerikanischer Gelder zustande kam, in jeglicher Hinsicht makellos, wobei es vor allem die Kameraarbeit hervorzuheben gilt. Nach rund zehnjähriger Pause hat Regisseur Chris Menges ("Zwei Welten") hier wieder einmal das Licht gesetzt und dabei Brillantes geleistet. Seine erdigen Farben, das Vorherrschen von Blau und Grün, geben dem Film erst den richtigen Look und saugen den Zuschauer förmlich ins Geschehen. Dank der guten Besetzungsliste, des stets aktuellen Themas und des Gewinns des Goldenen Löwen darf Warner auf ein lohnendes Geschäft hoffen. geh.

Darsteller:  Liam Neeson   als Michael Collins
  Aidan Quinn   als Harry Boland
  Stephen Rea   als Ned Broy
  Alan Rickman   als Eamon De Valera
  Julia Roberts   als Kitty Kiernan
  Ian Hart   als Joe O'Reilly
  Brendan Gleeson  
  Stuart Graham  
  Sean McGinley  
  Gerard McSorley  
  Jonathan Rhys Meyers  
  Charles Dance  
  Richard Ingram  
  Jon Kenny  
  Michael Dwyer  
  Gary Whelan  
 
Regie:  Neil Jordan  
Buch:  Neil Jordan  
Musik:  Elliot Goldenthal  
Kamera:  Chris Menges  
Produzent:  Stephen Woolley  

Höchste Ehre für den Jedi

Welch nobles Antlitz: Liam Neeson

Welch nobles Antlitz: Liam Neeson

In "Rob Roy" kämpfte er für Schottland. In "Michael Collins" setzte er sein Leben für Irland auf's Spiel, in "Star Wars" sogar für das ganze Universum. Wer für sein Vaterland solche Heldentaten vollbringt, muss einfach belohnt werden.

So wurde Liam Neeson nun mit dem königlichen Orden "Order of the British Empire" versehen. Am Dienstag hat Queen Elizabeth II. höchstpersönlich den Leinwand-Freiheitskämpfer ausgezeichnet.

Die Ehre hat sich der Ire durch sein langjähriges Engagement in Film und Theater verdient. Obwohl er an Lampenfieber gewöhnt sein sollte, hatte Liam Neeson vor der Zeremonie ganz schön weiche Knie. Danach verkündete er sichtlich erleichtert: "Das letzte Mal war ich so nervös, als ich Muhammad Ali getroffen habe". Und das ist immerhin schon über 20 Jahre her.

Wenn Liam Neeson so weiter macht, wird er vielleicht noch zum Ritter geschlagen. Dann darf er sich neben Größen wie Sir Anthony Hopkins und Sir Sean Connery einreihen.

 

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