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Midnight in Paris

Märchenhafte, romantische Komödie und Liebeserklärung an Paris von Woody Allen.


Midnight in Paris

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Erhältlich seit:
19.12.2011

Komödie/ Lovestory

Spanien/USA 2011
Laufzeit: 94 Min.
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)

Owen Wilson
Rachel McAdams
Marion Cotillard

Regie: Woody Allen
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Midnight in Paris

Das amerikanische Paar Gil und Inez macht Urlaub in der französischen Hauptstadt und genießt die gemeinsame Zeit in der Stadt der Liebe. Als sie einen alten Bekannten, den kulturell beflissenen Intellektuellen Paul, treffen, tut sich vor allem Gil mit der unerwarteten Begleitung nicht leicht. Als eines Abends Inez mit Paul tanzen gehen will, Gil aber keine Lust hat, streift er allein durch Paris und erlebt die Nacht seines Lebens - was natürlich Auswirkungen auf die Beziehung hat.

Ein Triumph für Woody Allen: Sein 42. Film als Regisseur ist eine wahre Perle geworden, ein fantastisch-liebevolles Begleitmärchen zu "Purple Rose of Cairo", das eine Liebeserklärung an Paris ebenso geworden ist wie an die kreativ überbordende Zeit links des Seine-Ufers in den Zwanzigerjahren. Der Film ist witzig, spritzig, romantisch und rundum unterhaltsam. Und Owen Wilson an der Seite von Marion Cotillard und Rachel McAdams gut wie lange nicht mehr, wenn er sich mit dem Publikum in eine Märchenwelt à la Allen entführen lässt.

Midnight in Paris

Woody Allens 42. Regiearbeit würde ein perfektes Double-Feature mit "Purple Rose of Cairo" abgeben: Der Eröffnungsfilm des 64. Festival de Cannes ist eine charmante Fantasie mit Verweisen auf klassische Märchen, die ihren Protagonisten immer nach Mitternacht eine Zeitreise in das Paris der Zwanzigerjahre antreten lässt.

Die Frage, was genau es an Paris sein könnte, dass die Stadt Woody Allen seine romantischsten und zauberhaftesten Filme abringt, ist eine rhetorische. Natürlich: 15 Jahre nach "Alle sagen: Ich liebe dich" ist die Stadt der Liebe wieder Kulisse eines der Filme des auf seiner nunmehr sechs Jahre anhaltenden Europatournee nach London und Barcelona wieder in Frankreich angekommenen Filmemachers. Für Allen ein erstrebenswerter Ort, in dem alle Gesetze von Raum und Zeit aufgehoben und seine Schauspieler von einem ganz besonderen Glanz umhüllt werden. So wie es damals selbstverständlich erschien, dass Goldie Hawn und Steve Martin mitten im Tanz den Boden unter den Füßen verlieren und über der Seine schweben, ist es nun einfach nur konsequent, dass die Stadt der Liebe Owen Wilson immer pünktlich nach Mitternacht auf Zeitreise schickt und in eine Märchenwelt eintauchen lässt , die den tiefsten Wünschen seiner Hauptfigur entsprungen scheint.

Hauptfigur Gil jedenfalls, ein unzufriedener Hollywood-Drehbuchautor, der all seiner Erfolge zum Trotz seine Bestimmung als Schriftsteller sieht, träumt bei einer Parisreise mit seiner Verlobten Ines, Tochter reicher Eltern, davon, es seinen Idolen gleichzutun und einen Neuanfang in der Stadt der Liebe zu wagen, womit er auf Unverständnis bei Ines stößt. Als er sich bei einem Spaziergang verirrt, wird er nach Mitternacht von einem Auto abgeholt und in der Zeit zurück katapultiert. Auf einmal steht er inmitten der Großen der Kunstszene in den Zwanzigerjahren. Hemingway, Picasso, Gertrude Stein, Cole Porter, Dali haben Auftritte - und eine bildschöne Muse namens Adriana, hinreißend gespielt von der umwerfenden Marion Cotillard, die auch Gils Sicht aufs Leben verändert und zu einer Entscheidung drängt, welches Leben in welcher Zeit wirklich seines ist.

Owen Wilson bietet als Allens Alter ego mit seinem Westküsten-Surfer-Zen-Stil eine spannende Interpretation des von Unsicherheiten geplagten Stadtneurotikers, was gerade im Zusammentreffen der Großen der Zwanzigerjahre eine interessante und witzige Mischung abgibt. Woody Allen findet indes Zeit für ein paar Seitenhiebe gegen die Tea Party, Eigenzitate (der Einstieg mit einer Reihe von Postkartenmotiven zu den Klängen eines Dixielandstücks - die Tourismusbehörde hätte sie nicht schöner auswählen können - verweist auf die letzten Einstellungen von "Manhattan") und sogar Recycling eigener Gags, vor allem aber lässt er Paris und mit der Stadt seine Schauspieler erstrahlen und hüllt sie in einen unwiderstehlichen Glanz. Dieser Film ist eine Fantasie, ein Märchen, ein "Chroniken von Narnia" für den lesenden Menschen, in dem sich mir nichts dir nichts Türen zu einer anderen Welt öffnen, aber er ist auch sehr klug im Umgang mit Nostalgie und welche Bedeutung sie im Leben hat. Ein Film, auf den der 75-Jährige stolz sein kann und in dem auch der vielpublizierte Auftritt von Carla Bruni als Fremdenführerin kein Ausreißer nach unten darstellt. ts.

Darsteller:  Owen Wilson   als Gil
  Rachel McAdams   als Inez
  Marion Cotillard   als Adriana
  Tom Hiddleston   als Mr. Fitzgerald
  Adrien Brody   als Salvador
  Kathy Bates   als Gert
  Michael Sheen   als Paul
  Kurt Fuller   als John
  Mimi Kennedy   als Helen
  Carla Bruni   als Museumsdirektorin
 
Regie:  Woody Allen  
Buch:  Woody Allen  
Kamera:  Darius Khondji  
Produzent:  Letty Aronson  
  Jaume Roures  
  Stephen Tenenbaum  

"Ich setze die rosa Brille auf und finde Magie"

In "Midnight in Paris" schickt Woody Allen Owen Wilson auf eine Zeitreise ins Paris der Zwanzigerjahre. Am US-Boxoffice war die Liebeserklärung an die Stadt der Liebe Allens bisher größter Erfolg.

Woody Allen findet einmal mehr wundervolle Bilder für seine nächste Städte-Hommage nach London und Barcelona (Foto: Concorde) Großansicht

Woody Allen findet einmal mehr wundervolle Bilder für seine nächste Städte-Hommage nach London und Barcelona (Foto: Concorde)

Wann waren Sie das erste Mal in Paris?
Woody Allen: 1964 verbrachte ich einige Monate wegen "Was gibt's Neues, Pussy?" an der Seine, wie jeder Durchschnittsamerikaner bin ich mit US-Filmen über Paris aufgewachsen und war schon in die Stadt verliebt, bevor ich dort überhaupt einen Fuß auf den Boden setzte. Für mich hieß Paris Romantik, Liebe, Chansons, Vincente Minnellis Musicalfilm "Gigi".

Ihr Held geht auf Zeitreise. Sind Sie ein nostalgischer Mensch?
Ein bisschen. Aber Nostalgie ist auch eine Falle. Wenn ich an meine Kindheit denke, fallen mir immer nur schöne Situationen ein, die Süßigkeiten, die Ferien und spannende Comicbücher. Dabei fand ich das Lernen grässlich und wollte nur weg. Im Spiegel der Erinnerung wird manches schöner. Für uns prüde Amerikaner ist das Paris der Zwanzigerjahre wie in "Midnight in Paris" ein Mythos mit seiner Bohème, den Bars, wo man bis zum Morgen bei Absinth diskutierte, und auf Partys verführerische Mädchen traf und Künstler untereinander die Frauen tauschten. Ob das wirklich alles so wild war, will ich nicht wissen. Ich setze die rosarote Brille auf und entdecke ein Stück Magie.

Sie drehen in Paris, London, Barcelona, Rom. Was würden Sie in Berlin drehen?
Eine Spionagegeschichte. Berlin ist eine sehr vibrierende Stadt, da fallen mir sofort Agenten, Intrigen und Geheimnisse ein. Die Filme, die ich über Berlin gesehen habe, handelten von undurchsichtigen Spionen und ihrem harten Geschäft, nicht von Romantikern.

Und warum haben Sie bisher keinen Film in Berlin realisiert?
Mich hat noch keiner gefragt. Das geht nicht von heute auf morgen. Wenn mich jemand einlädt, muss auch die Förderung stimmen. Stimmt dann alles, überlege ich mir ein Thema. Wer mir einen Film finanzieren will, dem erkläre ich meine Arbeitsweise. Ich bin sehr verwöhnt, lasse mir von niemandem etwas vorschreiben und habe den Final Cut. Er kann einen Rückzieher machen oder zusagen. Bei der ersten zündenden Idee geht's los. Die Stadt, in der ich drehe, muss auch für die Zuschauer attraktiv sein. Eine langweilige Industriestadt würde mich nicht reizen.

Wann können wir mal wieder mit einem Film aus New York rechnen?
Ich hätte große Lust dazu und auch wahnsinnig viele Geschichten in petto. Außerdem könnte ich zu Hause wohnen und alle Baseballspiele sehen. Aber in Amerika ist es schwierig, Gelder zu kriegen, ohne ein fertiges Drehbuch vorzulegen und eine Besetzungsliste. In Europa behandelt man mich gut und großzügig, sperrt man schon mal die Straßen für Dreharbeiten, und sogar die Polizei hilft. Alles geht einfacher ohne dieses starre, nur auf Sicherheit fixierte Studiosystem.

Hätten Sie nicht Lust, sich mal zu entspannen, nur als Klarinettist aufzutreten?
Musik ist mein Hobby, und die Leute kommen auch nur, weil sie meine Filme kennen. Ohne meinen Job im Filmbusiness würde ich wahrscheinlich muttterseelenallein vor mich hinspielen. Die Vorstellung, mich zu entspannen, finde ich nur schrecklich. Soll ich nutzlos zu Hause herumsitzen und meine Familie nerven oder mir den Kopf über den Sinn des Lebens zerbrechen? Da drehe ich doch lieber Filme.

 

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