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Million Dollar Baby

Clint Eastwoods meisterhaftes Boxerdrama, in dem sich Hilary Swank als Boxtalent unter Eastwoods Regie an die Spitze kämpft.


Million Dollar Baby

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Erhältlich seit:
01.10.2007

Drama

USA 2004
Laufzeit: 127 Min.
FSK: ab 12

Clint Eastwood
Hilary Swank
Morgan Freeman

Regie: Clint Eastwood
Focus Magazin Verlag

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Seid umschlungen Millionen: Nach seinem Triumph bei den Oscars tritt Clint Eastwoods Geniestreich zum Siegeszug in Deutschland an.

Boxerin Maggie klopft nicht nur ihren störrischen Coach Frankie weich (Foto: Warner) Großansicht

Boxerin Maggie klopft nicht nur ihren störrischen Coach Frankie weich (Foto: Warner)

Für Oscars gibt es keine Begründung. Keiner weiß, warum die Mitglieder der Film Academy "Million Dollar Baby" die höchsten Ehren zuerkannten. Doch jeder kann es sich denken. Denn packende Dramen, die die Höhen und Tiefen der menschlichen Existenz ausloten, sind rar geworden in Hollywood.

Clint Eastwoods Film gelingt es, die physische Dynamik von Boxfights mit einer psychologisch bewegenden Geschichte zu verbinden - ganz in der Tradition von "Rocky" oder "Wie ein wilder Stier". Anders als bei diesen Klassikern steht eine weibliche Kämpferin im Mittelpunkt, die aus bitterer Armut stammende Maggie Fitzgerald (Hilary Swank), die im Boxen die einzige Chance zu einer lebenswerten Existenz sieht.

Ringveteran Scrap ist der gute Geist der Boxschule (Foto: Warner) Großansicht

Ringveteran Scrap ist der gute Geist der Boxschule (Foto: Warner)

Makellos und edel

Aber vorher muss sie den verbitterten Trainer Frankie Dunn (Clint Eastwood) überzeugen, sie als Schülerin anzunehmen. Aus der gegensätzlichen Paarung entsteht eine innige Beziehung, die zunächst zu sportlichen Höhepunkten führt, um dann eine erschütternde Wendung zu nehmen.

Filmemacher Eastwood entfaltet diese Geschichte mit einer erzählerischen Präzision und Klarheit, die an die legendären Regisseure Hollywoods erinnert. Stilsicher, ohne selbstzweckhafte Effekte bringt er die Qualitäten von Paul Haggis' Drehbuch zur Geltung und treibt seine Darsteller einschließlich sich selbst zu Glanzleistungen. Und als Regisseur gelingt ihm die beste Arbeit seiner Karriere.

Million Dollar Baby

Mit dem Alter kommt die Weisheit, heißt es. Im Fall von Clint Eastwood belegt dies sein an die Nieren gehendes Boxerdrama, das auf allen Ebenen ein Knockout ist. Zu Recht bereits mehrfach ausgezeichnet und für sieben Oscars nominiert, erzählt Eastwood gewohnt schnörkellos und gerade deshalb mitten ins Herz treffend die facettenreiche Story vom Werdegang einer eisern entschlossenen Boxerin, gespielt von der zu "Boys Don't Cry"-Höchstform auflaufenden Oscar-Gewinnerin Hilary Swank. Ihre hochkarätigen schauspielerischen Sparring-Partner sind Eastwood selbst in der Rolle ihres Trainers und Morgan Freeman als dessen Angestellter, der zudem als Voiceover-Erzähler fungiert.

Für seine mittlerweile 25. Inszenierung diente dem 74-jährigen Eastwood das Drehbuch von Paul Haggis als Vorlage. Dieser adaptierte zwei Kurzgeschichten aus der Sammlung "Rope Burns: Stories From The Corner" des ehemaligen Boxmanagers Jerry Boyd. Haggis begeistert mit natürlich-fließenden Dialoge, die aus dem Leben gegriffen, gleichzeitig über tiefe Aussagekraft verfügen. Aufgegriffen werden Themen, die für Leinwandlegende Eastwood, der sich schon länger nicht mehr an kommerzielle Auflagen gebunden fühlt, persönlich reizvoll waren. Wie in seinen Meisterwerken "Erbarmungslos" und "Mystic River" handelt es sich um eine amerikanische Tragödie, in der eine gebrochene Figur Vergebung und Sühne für die Sünden der Vergangenheit sucht. Gleichzeitig wird aber nicht nur von zerstörten Täumen, sondern auch von deren (teilweisen) Erfüllung sowie einer platonischen Liebesgeschichte voller Zärtlichkeit erzählt.

Der erste Akt spielt fast ausschließlich in der etwas heruntergekommenen Boxhalle von Trainer Frankie Dunn. Er ist ebenfalls nicht mehr taufrisch. Jahrelange Einsamkeit und Enttäuschungen haben tiefe Furchen in sein Gesicht geschlagen. Seine treue rechte Hand ist der ehemalige Preisboxer Eddie "Scrap-Iron" Dupris, der in seinem 109. und letzten Kampf ein Auge verloren hat. Beide verbindet eine tiefe Freundschaft - und die Enttäuschung, niemals einen Triumph im Leben (sprich: eine Boxmeisterschaft) erreicht zu haben. In dieses alt eingespielte Arrangement platzt eines Tages die 31-jährige White-Trash-Bedienung Maggie Fitzgerald, die Frankie zunächst vergeblich piesackt, sie zu coachen. In der Machowelt der Boxhalle wird sie verlacht, doch Maggie trainiert mit unbeirrbaren Willen Tag für Tag. Schließlich ist es Eddie, der Frankie überredet, ihr eine Chance zu geben. Unerwartet erweist sich Maggie trotz ihres für den Sport bereits hohen Alters als Naturtalent, die à la "Rocky" einen kometenhaften Aufstieg absolviert. Dies wird mit einer unbeschwert-unterhaltsamen Montage ihrer in der ersten Runde per KO gewonnen Kämpfe gezeigt. Ein emotionaler Wehrmutstropfen ist für Maggie der Besuch bei ihrer asozialen Familie, die nur an ihrem Geld interessiert ist. Dadurch vertieft sich die aufkeimende Vater-Tochter-Beziehung zwischen dem Trainer, der sich von seiner eigenen Tochter entfremdet hat, und seinem Protegé. Beide schwören einander, sich niemals im Stich zu lassen, was im überraschenden dritten und letzten Akt eine entscheidende Rolle spielen wird.

Im finalen Abschnitt nimmt der Filme eine abrupte Wendung, die sich aller Genrelimitierungen entzieht. Doch in Eastwoods meisterlicher Hand wirkt dies niemals aufgesetzt oder anderweitig störend. Tatsächlich wird dieser Film nicht ganz zu Unrecht als Eastwoods größtes Meisterwerk gehandelt, für das er auch den dezent-elegischen Score komponierte. Darüber hinaus glänzt er als rauer Antiheld mit harter Schale und weichem Kern. Eindeutig einer der cineastischen Championship-Titel seiner langjährigen Karriere, für die man sich noch viele weitere Einträge erhofft. ara.

Darsteller:  Clint Eastwood   als Frankie Dunn
  Hilary Swank   als Maggie Fitzgerald
  Morgan Freeman   als Eddie
  Jay Baruchel   als Danger Barch
  Mike Colter   als Willie Little
  Lucia Rijker   als Billie
  Brian F. O'Byrne   als Horvak
  Anthony Mackie   als Shawrelle Berry
  Margo Martindale   als Earline Fitzgerald
  Riki Lindhome   als Mardell Fitzgerald
  Michael Peña   als Omar
  Benito Martinez   als Billies Manager
  Bruce MacVittie   als Mickey Mack
  David Powledge   als Mann am Tresen
  Marcus Chait   als J.D. Fitzgerald
 
Regie:  Clint Eastwood  
Buch:  Paul Haggis  
Musik:  Clint Eastwood  
Kamera:  Tom Stern  
Produzent:  Clint Eastwood  
  Albert S. Ruddy  
  Tom Rosenberg  
  Paul Haggis  

Hilary Swank als Actionamazone im Comic "Shrapnel"

Diese Rolle enthalte nicht nur Actionradau, sondern laut Swank auch eine tiefgründigen Figur.

Will bald ihre Kampfkünste zeigen: Hilary Swank (Foto: Crdedit) Großansicht

Will bald ihre Kampfkünste zeigen: Hilary Swank (Foto: Crdedit)

Hilary Swank will in ihrem nächsten Film mehr Körpereinsatz zeigen und hat sich dazu einen Actionrolle geschnappt. Richtig angetan ist das "Million Dollar Baby" vom Comic "Shrapnel" um eine schicke Action-Amazone. Produzieren werden neben Hilary Barry Levine und "Die Mumie"-Produzent Sean Daniel.

"Shrapnel" spielt in der Zukunft in einer Zeit, in der die Menschen fast das ganze Sonnensystem bevölkert haben. Angeführt und unterdrückt werden sie von einer brutalen Armee, der "Solar Alliance", die sich nun auch noch den letzten Planeten, die Venus, untertan machen will. Dies versucht das ehemalige Armee-Mitglied Samantha "Sam" Vijaya, gespielt von Swank, mit vollem Kampfeinsatz zu verhindern.

Hilary auf der Venus

Auf diesen Auftritt freut sich Hilary Swank schon ungemein: "Ich bin ein Fan von Barry Levines Arbeiten", so der Star. "Die Rolle der Sam bietet mir die Möglichkeit, in eine spannende Figur abzutauchen mit vielen Höhen und Tiefen. Und die sind in diesem Genre selten."

In welche Richtung die Verfilmung gehen soll, verrät derweil Sean Daniel: "'Shrapnel' enthält Kernelemente des klassischen Westerns und bringt diese auf eine futuristische Ebene. Wir sind gespannt auf die Zusammenarbeit mit Hilary, mit der wir eine scharfkantige Heldin einer neuen Generation erschaffen werden."

 

Million Dollar Baby in der Fotoshow

 

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