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Millions

Danny Boyle erzählt eine märchenhafte, schräge Geschichte über zwei Kinder, die versuchen, einen Sack voll Geld auszugeben.


Millions

Leihvideo

Erhältlich seit:
24.11.2005

Komödie

Großbritannien 2004
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 12

Alex Etel
Lewis McGibbon
James Nesbitt

Regie: Danny Boyle
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Danny Boyle erzählt eine märchenhafte, schräge Geschichte über zwei Kinder, die versuchen, einen Sack voll Geld auszugeben.

Wie viele Schokoriegel könnte man sich wohl kaufen? (Foto: Fox) Großansicht

Wie viele Schokoriegel könnte man sich wohl kaufen? (Foto: Fox)

In einer fernen Zeit, in der in Großbritannien der Euro eingeführt wird: Kurz vor dem großen Währungswechsel fällt dem 7-jährigen Halbwaisen Damian (Alex Etel) eine Tasche voll Geld vom Himmel direkt vor die Füße. Der ruhige Junge, der hin und wieder sogar Heiligenerscheinungen hat, glaubt natürlich sofort an ein Geschenk des Himmels.

Sein praktisch denkender 9-jähriger Bruder Anthony (Lewis McGibbon) vermutet jedoch einen Schatz, der schnell ausgegeben werden sollte, bevor der rechtmäßige Eigentümer ihnen auf die Schliche kommt. Und der ist auch schon auf der Suche.

Die beiden Gangster vermissen ihre Beute (Foto: Fox) Großansicht

Die beiden Gangster vermissen ihre Beute (Foto: Fox)

Schön verspielt

Danny Boyles erster Kinderfilm ist so hinreißend und verblüffend schräg wie "Trainspotting" und "Lebe lieber ungewöhnlich", gleichwohl jedoch verspielter und sehnsuchtsvoller - eine ernste Komödie, die Boyle nicht unbedingt nur für, aber mit Kindern und fabelhaften Darstellern inszeniert hat, in die er sich mühelos einfühlt.

Millions

Millionen wird er nicht einspielen, Millionen hat er nicht gekostet und nicht um Millionen, sondern "nur" um ein paar hunderttausend gefundene englische Pfund dreht sich Danny Boyles erster Familienfilm. "Millions", die Geschichte zweier Halbwaisen, die zufällig in den Besitz der Beute aus einem Raubüberfall kommen, besticht durch Herzenswärme, Skurrilität und sorgfältig ausgearbeitete Charaktere. Boyle, sonst eher der Mann für harte Stoffe - siehe "Trainspotting" oder "28 Days Later" -, kann also auch anders. Vielleicht mit Blick auf eine neue, jüngere Zielgruppe...



...die Kinder. Die sind auch seine "neuen Helden". Der siebenjährige Damian und dessen zwei Jahre älterer Bruder Anthony, deren Mutter gerade gestorben ist. Was den Umzug in ein neues Haus, den Besuch einer neuen Schule zur Folge hat. Anthony kommt mit den veränderten Gegebenheiten recht gut klar, passt sich an, schaut tapfer in die Zukunft. Nicht so Damian, der sich in Traumwelten flüchtet, mit katholischen Heiligen Zwiesprache hält und sich nichts sehnlicher wünscht als dass auch seine Mama heilig gesprochen wird.

Boyle bleibt sich trotz ungewohnten Genres treu. Gewohnt schräg geht's zu, unerwartet und diesmal auch magisch - was viel mit dem liebenswerten Drehbuch von Frank Cottrell Boyce, einem regelmäßigen Mitarbeiter Michael Winterbottoms, zu tun hat. Der, selbst Vater von sieben Kindern, kann sich hervorragend in die Geisteswelt seiner Protagonisten hineinversetzen, kennt deren Sorgen und Nöte, weiß um ihre Freuden, Ängste und Geheimnisse.

Furios gleich der Beginn, wenn im Zeitraffer das neue Heim der Brüder in den Himmel wächst. Wo sich zunächst grüne Wiesen erstrecken, steht Sekunden später eine uniforme Reihenhaussiedlung. Im Garten, gleich neben dem Bahngleis, baut sich Damian aus Umzugskartons eine verwinkelte Burg, seine Einsiedelei, seine Rückzugmöglichkeit. Bis ein Sack voll Geld vom Himmel fällt, mitten hinein in den ohnehin schon reichlich komplizieren Alltag der Geschwister. Ein Geschenk des Himmels - rechtzeitig zum Weihnachtsfest - glaubt Damian, ein mysteriöser Schatz sein Bruder. Egal, das Geld muss gewechselt oder ausgegeben werden. England steht kurz vor der Währungsreform, auch auf den britischen Inseln soll der Euro endlich Einzug halten.

Danny Boyle schert sich nicht um Konventionen, mischt elegant das Banale mit dem Märchenhaften. Unterläuft den Feelgood-Feiertagsfilm mit einem kurzen, virtuos gestalteten Krimiplot, zollt Federico Fellinis "Amarcord" Tribut, findet für den überforderten Vater - sympathisch: James Nesbitt aus "Lang lebe Ned Devine!" - eine neue Frau und führt gar trefflich vor Augen, dass auch Mormonen den Verlockungen der Konsumwelt anheim fallen. Wie Alice im Wunderland kommt man sich vor, beginnt mit den Augen der groß aufspielenden Kinder (Alex Etel & Lewis McGibbon) zu sehen - was einen anderen Blick auf scheinbar bekannte Dinge ermöglicht. Die Fantasie wird angeregt, der Geist Frank Capras beschworen, der Spülstein-Realismus des British Free Cinema zu Grabe getragen. Die Erdanziehungskraft scheint aufgehoben und steht doch im harten Gegensatz zu Anthony Dodd Mantles ("Dogville") schnörkelloser, funktionaler Kameraarbeit. Das Ergebnis: Eine ernste, sehnsuchtsvolle Komödie für jung und alt, verspielt und dann wieder ganz real. Oder vielleicht einfach der Traum von einer besseren Welt. geh.

Darsteller:  Alex Etel   als Damian Cunningham
  Lewis McGibbon   als Anthony Cunningham
  James Nesbitt   als Ronnie Cunningham
  Daisy Donovan   als Dorothy
  Christopher Fulford   als Armer Mann
  Pearce Quigley   als Polizist
  Jane Hogarth   als Mutter
  Alun Armstrong   als St. Peter
  Enzo Cilenti   als St. Francis
  Nasser Memarzia   als St. Joseph
  Kathryn Pogson   als St. Clare
  Harry Kirkham   als St. Nicholas
  Cornelius Macarthy   als Gonzaga
  Kolade Agboke   als Ambrosius
  Leslie Phillips   als Leslie Philips
  James Quinn   als Makler
  Mark Chatterton   als Schulleiter
  Toby Walton   als Damians Lehrer
  Gunnar Winbergh   als Eli
  Christian Pedersen   als Jerome
  Philippa Howarth   als Tricia
  Billy Hyland   als Keegan
  John Nugent   als Graham
  Steve Garti   als Terri
  Alice Grice   als Maria
 
Regie:  Danny Boyle  
Buch:  Frank Cottrell Boyce  
Musik:  John Murphy  
Kamera:  Anthony Dodd Mantle  
Produzent:  Andrew Hauptman  
  Graham Broadbent  
  Damian Jones  
 

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James Nesbitt

Irischer Schauspieler und Serienstar. Charismatischer, vielseitiger und sich durch Energie, Dynamik und Hingabe an Rollen auszeichnender...