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Mona Lisas Lächeln

Julia Roberts tritt in die Fußstapfen von Robin Williams und den Traditionen an einem Mädchen-College in einem einfühlsamen Drama à la "Der Club der toten Dichter" mutig entgegen.


Mona Lisas Lächeln

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Erhältlich seit:
09.10.2008

Originaltitel: Mona Lisa Smile

Drama

USA 2003
Laufzeit: 119 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Julia Roberts
Kirsten Dunst
Julia Stiles

Regie: Mike Newell
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Einmal mehr Julia Roberts in einer romantischen Komödie. An ihrer Seite glänzen Hollywoods Newcomer Kirsten Dunst, Julia Stiles und Maggie Gyllenhaal.

Katherine Watson ermutigt ihre Studentinnen zur Selbständigkeit (Foto: Columbia TriStar) Großansicht

Katherine Watson ermutigt ihre Studentinnen zur Selbständigkeit (Foto: Columbia TriStar)

Was die Gesellschaft von ihnen erwartet, war klar: für die jungen Mädchen in den prüden "Fifties" war die Rolle der Hausfrau und Mutter vorgesehen, auch wenn sie noch so begabt waren und exzellente Schulabschlüsse hinlegten.

Keine Ausnahme machten da die Absolventinnen des berühmten Wellesley College in Massachusetts, auf dem auch Hillary Clinton oder Madeleine Albright ein Jahrzehnt später fürs Leben büffelten.

Als die junge, freigeistige Lehrerin Katherine Watson (Julia Roberts) aus Kalifornien dort ihre Stelle antritt, sieht sie sich auf dem Höhepunkt der McCarthy-Ära mit der engstirnigen Moral jener Zeit konfrontiert. Sie will ihren Schülerinnen nicht nur Kunstgeschichte beibringen, sondern vielmehr das Streben nach Eigenständigkeit und Unabhängigkeit.

Kunstgeschichte, einmal anders: Katherine versucht, Toleranz zu wecken (Foto: Columbia TriStar) Großansicht

Kunstgeschichte, einmal anders: Katherine versucht, Toleranz zu wecken (Foto: Columbia TriStar)

Aus Feind mach Freund

Erst einmal stößt sie damit auf Ablehnung und macht sich die frisch verheiratete Betty (Kirsten Dunst als hinterhältiges Biest) zur Feindin, die gegen jede Vernunft mit ihrem untreuen Mann glücklich sein will.

Trotzdem kämpft die mutige Lehrerin weiter gegen erstickende Konventionen, scheinheilige Moral und erzkonservative Sitten und versucht die Mauern aus Verschlossenheit und Arroganz zu durchbrechen.

Nach und nach gewinnt sie die Zuneigung und das Vertrauen der Mädchen, die ihre Vorstellung von unabhängigem Denken und intellektueller Freiheit bald nicht mehr ganz so abwegig finden.

Heißer Flirt: Kollege Bill Dunbar (Foto: Columbia TriStar) Großansicht

Heißer Flirt: Kollege Bill Dunbar (Foto: Columbia TriStar)

Alles gut?

Die sexuell neugierige Giselle (die verführische "Secretary" Maggie Gyllenhaal) fühlt sich in ihrem Lebenswandel bestätigt, aber vor allem bei der aufgeweckten Joan (Julia Stiles) fallen Katherines Worte auf fruchtbaren Boden, bewirbt die sich doch trotz bevorstehender Hochzeit für ein Jura-Studium an der renommierten Yale-Universität.

Und als der Lehrerin dann noch der Kollege das Herz auf dem Tablett serviert, scheint alles paletti. Aber nur fast, denn auch für sie folgt die Einsicht, dass sie selbst vielleicht doch nicht so unabhängig ist, wie sie geglaubt hat.

Joan schwankt: Familie oder Karriere? (Foto: Columbia TriStar) Großansicht

Joan schwankt: Familie oder Karriere? (Foto: Columbia TriStar)

Julias Lächeln

Mike Newell ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall") rührt einen prickelnden Gefühls-Cocktail an und lässt neben Oscar-Peisträgerin Julia Roberts die junge Stargarde Hollywoods aufmarschieren.

Die Roberts, schöner denn je, strahlt Verletzbarkeit und Sensibilität aus in dieser mutigen Mixtur aus naiver "pretty woman" und taffer "Erin Brockovich". Sie ist keine strahlende Heldin, sondern eine empfindsame Frau, die Höhen und Tiefen durchlebt, aber nie aufgibt. Und mit ihrem unnachahmlichen Lächeln Mona Lisa fast die Schau stiehlt.

Mona Lisas Lächeln

Die crème de la crème der weiblichen Gesellschaft studierte Jahrzehnte am berühmten und behüteten Wellesley-College in Massachusetts, unter ihnen Hillary Rodham Clinton, Diane Sawyer, Ali McGraw und sogar Madame Chiang Kai-Shek. Wenn auf dieser Insel der scheinbar Seligen fernab der harten Außenwelt in den prüden "Fifties" Julia Roberts als aufgeschlossene Kunstgeschichts-Lehrerin Katherine Watson landet, prallen Tradition und Moderne aufeinander. Ein Konflikt, der in Kopf, Herz und Bauch trifft.

Als es 1994 in der Dokumentation "Hillarys Jahrgang" über das Nobelinternat Wellesley hieß, "die Reise dieser Frauen unterscheidet sich von der aller vorhergehenden Generationen, denn sie durchlebten eine Zeit tiefgreifender und aufwühlender Veränderungen, vor allem hinsichtlich ihrer Rolle als Frau", erinnerte sich sicherlich nicht nur die damalige First Lady, Wellesley Jahrgang 1969, gerne an die Zeit, als sie mit Träumen im Gepäck das College verließ. Auch die frühere Außenministerin Madeleine Albright, die zehn Jahre vorher dort studierte und noch die volle Dosis strenger Erziehung abkriegte, amüsiert sich im Nachhinein über den hohen Stellenwert der Suche nach einem Ehemann.

Noch früher, Anfang der 50er Jahre siedelt Mike Newell die Handlung an - in einer Epoche, da ein Verlobungsring am Finger als Statussymbol galt und nicht selten wissenschaftlichen Karrieren in der Sackgasse Küche, Kinder, Kirche endeten. Dieses konventionelle Denken hat die junge, freigeistige Lehrerin Katherine Watson aus Kalifornien schon längst ad acta gelegt. Die Berkeley-Absolventin will ihren Schülerinnen nicht nur Kenntnisse über Kunst beibringen, sondern auch die Kunst selbstständigen Lebens. "Mona Lisas Lächeln" löst im Unterricht die Frage aus, ob die berühmte Louvre-Dame wirklich glücklich war oder mit der rätselhaften Mimik nur gesellschaftliche Forderungen erfüllte. Soviel Skepsis gepaart mit neuen Lehrmethoden stößt bei der stockkonservativen Internatsleitung auf wenig Gegenliebe, der Ruf nach intellektueller Freiheit irritiert auch an Disziplin gewöhnte Schülerinnen. Vor allem die frisch verheiratete Betty (Kirsten Dunst als hinterhältiges Biest) fühlt sich persönlich angegriffen, glaubt sie doch, das Glück an der Seite des Gatten gepachtet zu haben (bis zum bösen Aufwachen). Anonyme Briefe, Anfeindungen, böse Blicke - trotz aller Widrigkeiten kämpft die Dozentin mutig gegen Engstirnigkeit und scheinheilige Moral, warnt ihre Schützlinge vor dem direkten Weg vom Buch zum Babybauch. Und hat Erfolg. Sie gewinnt das Vertrauen und die Zuneigung der Mädchen, von denen vor allem die unbezähmbare Giselle (Maggie Gyllenhaal verführerisch wie in "Secretary") oder die aufgeweckte Joan, die sich trotz Verlobung für ein Jura-Studium an der Yale-Universität bewirbt, gebannt ihren rebellischen Worten lauschen. Und auch die Liebe kommt mit dem netten Kollegen nicht zu kurz.

Manchmal glaubt man ihn zu riechen, den moralischen Mief der 50er Jahren, wenn die Möbel in hellem Chintz passend zu den Tapeten glänzen und das ordentlich fest gezurrte Bett jeglicher Lust einen Dämpfer versetzt, lange Schulkorridore die Luft zum Atmen nehmen. Aber das Fehlen männlicher Kommilitonen schaffte auch eine Sicherheitszone, die den Studentinnen Freiraum zur Entfaltung erlaubt - bis auf die Wochenenden, wo es geschminkt auf die Pirsch geht.

Mike Newell inszeniert den hochkarätig besetzten Reigen mit Oscar-Preisträgerin Julia Roberts als verletzbarer und sensibler Idealistin mit Charisma, an ihrer Seite profiliert sich Hollywoods junge Stargarde - weiblich, wild, wagemutig. Nicht nur wer bei Peter Weirs "Club der toten Dichter" weinte, sollte in dieser sanfteren und charmanten Variante gut aufgehoben sein. mk.

Mona Lisas Lächeln

Julia Roberts ist Katherine Watson, eine frische UCLA Absolventin, die 1953 am renommierten Mädchen-College Wellesley eine Anstellung als Lehrerin für Kunstgeschichte übernimmt. Entschlossen tritt Katherine der altmodischen Gesellschafts-Moral und der Institution, die an dieser festhält, entgegen. Sie inspiriert ihre traditionsbewussten Studentinnen, Betty (Kirsten Dunst) und Joan (Julia Stiles), sich dem Leben, das sie eigentlich erwartet, mit allen seinen Herausforderungen zu stellen.

Kurzbewertung:
Mike Newell (Donnie Brasco, Vier Hochzeiten und ein Todesfall) inszenierte diese sensible Geschichte in der Tradition von "Der Club der toten Dichter". In weiteren Rollen brillieren Marcia Gay Harden (Pollock), Maggie Gyllenhaal (Adaption), Dominic West (Chicago) und Topher Grace (Ocean's Eleven).

Quelle: Sony Pictures

Dokumentationen: Kunsterziehung, College damals und heute, Die Rolle der Frau 1953
Musikvideo: Elton Johns "The Heart Of Every Girl"
Trailer
BD-Live

Quelle: Sony Pictures

Darsteller:  Julia Roberts   als Katherine Watson
  Kirsten Dunst   als Betty Warren
  Julia Stiles   als Joan Brandwyn
  Maggie Gyllenhaal   als Giselle Levy
  Ginnifer Goodwin   als Connie Baker
  Dominic West   als Bill Dunbar
  Juliet Stevenson   als Amanda Armstrong
  Marcia Gay Harden   als Nancy Abbey
  John Slattery   als Paul Moore
  Marian Seldes   als Direktorin Jocelyn Carr
  Topher Grace   als Tommy Donegal
  Laura Allen   als Susan Delacorte
  Jordan Bridges   als Spencer Jones
  Donna Mitchell   als Mrs. Warren
  Terence Rigby   als Dr. Edward Staunton
 
Regie:  Mike Newell  
Buch:  Lawrence Konner  
  Mark Rosenthal  
Musik:  Rachel Portman  
Kamera:  Anastas Michos  
Produzent:  Elaine Goldsmith-Thomas  
  Deborah Schindler  
  Paul Schiff  

Dunst in Bobbeles Wohnzimmer

Boris B. macht Bumbum in der Wäschekammer und Anna K. Werbemillionen ohne einen Sieg - Tennisstars waren schon immer für filmreife Stoffe gut. Voilá: Der Film wird "Wimbledon" heissen, ohne Wäschekammer zwar, aber dafür mit Kirsten Dunst.

Spiel, Satz und Sieg heißt es bald für Kirsten Dunst

Spiel, Satz und Sieg heißt es bald für Kirsten Dunst

"Ich treibe keinen Sport. Ich esse was ich will!" Was Kirsten Dunst da über Kirsten Dunst sagt, klingt nicht nach viel Lust auf einen Spitzen-Platz in der Tennis-Weltrangliste.

Immerhin: "Viele Mädchen sind viel zu dünn. Beängstigend. Ich habe zum Glück genug Fleisch auf den Knochen." Das sollte eine gute Basis sein für einen überzeugenden Auftritt auf dem Center Court, denn genau da schickt sie Regisseur Richard Loncraine ("Richard III") hin.

In "Wimbledon", einst das Wohnzimmer von Boris Becker, soll sie Ruhm, Ehre und Preisgeld einspielen - mit Hindernisssen allerdings, denn es wird eine Liebes-Komödie. Der Glückliche an Kirstens Seite ist übrigens Paul Bettany ("A Beautiful Mind").

Regisseur und Filmpartner dürfen sich trotz der jugendlichen 21 Lenze der Schauspielerin auf eine reife Leistung freuen: Kirsten Dunst hatte mit sieben Jahren bereits mehr als 100 Werbespots gedreht und mit 12 als faszinierende Jung-Vampyrette Brad Pitt in "Interview mit einem Vampir" verzaubert.

Es folgten 22 weitere Filme, darunter "Jumanji", "Verrückt/Schön" und eben "Spider-Man". In "Mona Lisa Smile" grinst sie demnächst mit Julia Roberts um die Wette - dieser Film befindet sich derzeit in Postproduktion.

Kleine Eitelkeit: Kirsten Dunst liebt es, wenn ihr süßer Bauchnabel gut im Bild ist. In der "Wimbledon"-Rolle kann sie den so lange genüsslich präsentieren, bis ihn jemand als beste Nebenrolle für den Oscar vorschlägt...

 

Mona Lisas Lächeln in der Fotoshow

 

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