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Monsoon Wedding

Tragikomödie um eine Hochzeit, bei der Tradition und Moderne, Hollywood und Bollywood, Gucci und Saris aufeinander treffen.


Monsoon Wedding

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Erhältlich seit:
09.01.2003

Drama/ Komödie

Indien 2001
Laufzeit: 109 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Naseeruddin Shah
Lillete Dubey
Shefali Shetty

Regie: Mira Nair
Universal Pictures Germany

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Monsoon Wedding

Bei der sympathisch-chaotischen Familie Verma geht es drunter und drüber. Schließlich sind gerade die Hochzeitsvorbereitungen für Tochter Aditi in vollem Gange. Und zu diesem freudigen Anlass reisen Verwandte aus allen Ecken der Welt an. Viel zu tun also für den hoffnungslos überforderten Brautvater, aber auch für die Braut, die indes heimlich ihrem verheirateten Chef und Geliebten nachtrauert, und den geschäftstüchtigen Hochzeitsausrichter P.K. Dubey, der sich auch noch in die reizende Alice, Bedienstete der Vermas, verliebt.

Mit ihrer in Neu Delhi angesiedelten Tragikomödie rund um eine Mittelklasse-Hochzeit konnte Mira Nair ("Salaam Bombay!") nicht nur den Goldenen Löwen von Venedig 2001 gewinnen, sondern auch einen Überraschungserfolg im Kino landen. In ihrer Synthese aus indischem und amerikanischen Film treffen Tradition und Moderne, Hollywood und Bollywood, Gucci und Saris mit voller Wucht aufeinander. Die perfekte Ehe von Kunst und Kommerz besitzt Herz, Hirn und Humor und wird nicht nur das Arthouse-Publikum in ihren Bann ziehen.

Monsoon Wedding

Satyajit Ray trifft Robert Altman, so lässt sich Mira Nairs diesjähriger Venedig-Sieger in wenigen Worten recht treffend subsumieren. Nair, hierzulande dem Arthouse-Publikum durch Filme wie "Salaam Bombay!" oder "Mississippi Masala" wohlbekannt, schildert in ihrer in Neu Delhi angesiedelten Tragikomödie die turbulenten Geschehnisse rund um eine Mittelklasse-Hochzeit. Dabei treffen Tradition und Moderne, Hollywood und Bollywood, Gucci und Saris mit geballter Wucht aufeinander, was ebenso spaßige wie ernste Folgen nach sich zieht. Kunst und Kommerz gehen bei diesem "Goldenen Löwen"-Gewinner eine dermaßen wunderbare Ehe ein, dass mit einer lukrativen Kinoauswertung durchaus gerechnet werden darf.

1978 feierte Robert Altman "Eine Hochzeit", die im Ergebnis nichts anderes war als eine satirische Gesellschaftsstudie der gehobenen US-Mittelklasse. 17 Jahre zuvor hatte Satyajit Ray in seinem Episodenfilm "Drei Töchter" einen jungen Mann nach dem Studium in sein Heimatdorf zurückkehren lassen, wo seine Mutter ihn mit einer potentiellen Ehefrau erwartete. Er aber entschied sich, ein anderes Mädchen zu heiraten. Den kritischen Blick auf die Gesellschaft von heute, den hat sich Nair bei Altman "ausgeliehen", den Widerstreit zwischen traditioneller Religion, modernen Lebensformen sowie überkommenen Feudalstrukturen bei ihrem großen Landsmann Ray "abgeguckt". "Monsoon Wedding" erzählt von einer zu Wohlstand gekommenen Punjabi-Sippe im zeitgenössischen Indien und ist gleichzeitig eine Liebeserklärung an Neu Delhi, der Heimatstadt Mira Nairs, die heute in New York City lebt und an der Columbia Film School lehrt.

Vier Tage lang verfolgt die Filmemacherin, nach dem vorzüglichen Drehbuch-Erstling ihrer Assistentin an der Filmschule, Sabrina Dhawan, die Hochzeitsvorbereitungen der sympathisch-chaotischen Familie Verma, deren Verwandte aus allen Ecken der Welt zu diesem (nicht nur) freudigen Anlass anreisen. Dazu verwebt sie geschickt fünf verschiedene Handlungsstränge miteinander. Etwa den der Braut Aditi, die ihrem verheirateten Chef und Geliebten nachtrauert, oder den des geschäftstüchtigen Hochzeitsausrichters P.K. Dubey, der sich hoffnungslos in die reizende Alice, Bedienstete der Vermas, verliebt.

Insgesamt mehr als 60 Sprechrollen hat Nair besetzt, die sie am Ende des Films, wenn der Monsoon - einer Katharsis gleich - aus den Wolken prasselt und jeglichen Schmutz in die Gosse fegt, mit wunderbarer Leichtigkeit alle miteinander in Beziehung gebracht haben wird. Dabei räumt die Regisseurin ihren Darstellern, eine bunte Mischung aus indischen Stars, Laien, Newcomern und Familienmitgliedern, ebensoviel Raum ein wie der Stadt ihrer Jugend. Das Delhi von heute ist zum globalisierten Dorf mutiert, in dem Tradition und Moderne an jeder Ecke zusammenstoßen. Versace und Prada sind selbstverständlich wie Stromausfälle und Verkehrsstaus, der Laptop genauso unvermeidlich wie das Handy und die Sprache ein rasantes Gemisch aus Englisch, Hindi und Punjabi.

Bei allem Spaß und trotz des für eine Komödie nötigen Tempos findet Mira Nair nebenbei auch Zeit, das in Indien noch weit verbreitete "Onkelchen-Phänomen" anzuprangern. Ein riskantes, geradezu unerhörtes Unterfangen, ist sie doch die erste heimische Filmemacherin, die sich mit dem Thema Pädophilie auseinandersetzt und darüber hinaus auch noch eine Lanze für ihre Landsfrauen bricht, die sich allmählich, wenn auch nur unter großen Mühen, vom überkommenen Kastenwesen und dessen Fesseln zu lösen versuchen.

Und schließlich erweist Nair auch dem klassischen Bollywood-Kino, dem ewigen Versuch der in Bombay beheimateten Filmindustrie Hollywood nachzuahmen, eine liebevolle Referenz. So ziehen Wolken unheilschwanger durchs Bild, wird zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit getanzt, verlieren die Verliebten wortwörtlich den Boden unter den Füßen und ist der Soundtrack erfüllt von indischen und westlichen Klängen - von so genannten Ghazals (traditionelle Liebeslieder) über modernen indischen Pop bis hin zu Jazz und Bhangra (Punjabi Folk-Pop). Kurzum: Nair ist hier eine perfekte Synthese aus amerikanischem und indischem Film gelungen, ein grenzüberschreitendes, zutiefst humanes Werk, das ebenso gut unterhält wie zum Nachdenken anregt. So soll Kino sein! geh.

Darsteller:  Naseeruddin Shah   als Lalit Verma
  Lillete Dubey   als Pimmi Verma
  Shefali Shetty   als Ria Verma
  Vijay Raaz   als P.K. Dubey
  Tilotama Shome   als Alice
  Vasundra Das   als Aditi Verma
  Parvin Dabas   als Hemant Rai
  Kulbushan Kharbanda   als C.L. Chadha
  Kamini Khanna   als Shashi Chadha
  Rajat Kapoor   als Tej Puri
  Neha Dubey   als Ayesha Verma
  Ishaan Nair   als Varun Verma
  Randeep Hooda   als Rahul Chadha
  Roshan Seth   als Mohan Rai
  Soni Razdan   als Saroj Rai
  Sameer Arya   als Vikram Mehta
  Rahul Vohra   als Uday Verma
  Natasha Rastogi   als Sona Verma
  Vimla Bhushan   als Veena Verma
  Ira Pandey   als Vijaya Puri
 
Regie:  Mira Nair  
Buch:  Sabrina Dhawan  
Musik:  Mychael Danna  
Kamera:  Declan Quinn  
Produzent:  Caroline Baron  
  Mira Nair  

"11'09"01, September 11" auch in deutschen Kinos

Unter anderem hinter der Kamera: Sean Penn

Unter anderem hinter der Kamera: Sean Penn

Die Idee ist spektakulär: Der französische TV-Produzent Alain Brigand bat 11 internationale Regisseure einen Beitrag zu liefern, der sich mit den Terroranschlägen vom 11. September beschäftigt. Einzige Vorgabe: Er sollte 11 Minuten, 9 Sekunden und einen Frame (Einzelbild) lang sein.

Beteiligt haben sich Regisseure wie Sean Penn, Mira Nair ("Monsoon Wedding") und Ken Loach, der in Cannes mit "Sweet Sixteen" Aufsehen erregte.

Das Ergebnis: Eine außergewöhnliche Kollektion mit dem passenden Titel "11'09"01, September 11". Seine Weltpremiere feiert der Film am 6. September auf der Biennale in Venedig.

In Deutschland wird "11'09"01, September 11" ab Februar nächsten Jahres zu sehen sein. In Frankreich und Italien gibt's den offiziellen Kinostart schon zum Jahrestag der Anschläge, in den USA hat sich dagegen noch kein Verleih gefunden.

 

Monsoon Wedding in der Fotoshow

 

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