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Kaufvideo
Erhältlich seit:
24.03.2003
USA 2001
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 16
Billy Bob Thornton
Halle Berry
Peter Boyle
Regie: Marc Forster
Universum Film

Weißer Todeszellenwärter verliebt sich in die schwarze Witwe eines Hingerichteten. Der zweite Spielfilm des in Deutschland geborenen und in der Schweiz aufgewachsenen Marc Forster birgt per definitionem jede Menge Zündstoff, überrascht aber vor allem damit, dass er seine beiden Hauptfiguren nie das machen lässt, was man von ihnen erwarten würde. So entwickelt sich aus einem deprimierenden Südstaatendrama ein ungewöhnlicher Liebesfilm, der an den ungewöhnlichsten Stellen Hoffnung findet. Die starken Leistungen von Billy Bob Thornton und Halle Berry tragen ihr Übriges zum Gelingen des Films bei, der zum gegenwärtigen Zeitpunkt - unverständlich - noch immer keinen deutschen Verleih gefunden hat.
Mit endlos geduldigen Bildern, stoisch und unaufgeregt wie das Leben in den amerikanischen Südstaaten selbst, verankert Forster seinen Film zunächst auf wohlbekanntem "Dead Man Walking"-Terrain. Ohne dass sie es ahnen, überschneidet sich im Todestrakt des Gefängnisses von Angola, Louisiana, das Schicksal der zwei Hauptfiguren, deren Lebensumstände unterschiedlicher nicht sein könnten. Hank Grotowski ist der weiße Chefaufseher der Death-Row-Wächter, die gerade den Monster's Ball, den Abend vor der Hinrichtung eines Gefangenen, begangen haben und nun den Ritus der Hinrichtung vorbereiten. Tatsächlich ist das ganze Leben von Hank geprägt von den immer gleichen Ritualen. Hineingeboren in eine Dynastie von Gefängnisaufsehern, pflegt er seinen bettlägrigen Vater, einen chauvinistischen Südstaaten-Rassisten reinsten Wassers, und muss resigniert erkennen, dass er den eigenen Sohn Sonny, einen orientierungslosen Tunichtgut, der die gleiche Prostituierte wie sein Vater frequentiert, mehr und mehr hasst. Auf die Hinrichtung wartet indes der schwarze Copkiller Musgrove, dessen Ehefrau Leticia verzweifelt um ein bisschen Würde im Leben kämpft. Um den stetig wachsenden Druck und ihren zunehmend fetter werdenden Sohn zu ertragen, sagt sie nicht nein zum Alkohol oder schlägt auch schon einmal zu (eine unglaublich intensive Szene), obwohl sie weiß, dass ihre Probleme damit nicht gelöst werden. Beide - Hank und Leticia - stecken in der Sackgasse. Marc Forster hat die Chuzpe, die unerträglich direkt gezeigte Hinrichtung von Musgrove auf dem elektrischen Stuhl als Katalysator für Hank und Leticia zu nutzen, um sie aus ihrer Lethargie zu schocken. In unmittelbarer Abfolge spult "Monster's Ball" eine ganze Reihe tragischer und in ihrer Häufung fast schon grotesken Zufälle ab - Sonny begeht Selbstmord, Hank wirft seinen Job hin, er wird Zeuge, wie Leticias Sohn überfahren wird und später im Krankenhaus stirbt - ganz als wollte "Monster's Ball" sagen, dass schon ein echtes Wunder nötig ist, um diese beiden disparaten und desperaten Figuren zusammenzuführen und den ewigen Kreislauf der Gewalt durchbrechen zu lassen. Als die beiden nach zögernder Annäherung schließlich zusammenkommen, brechen ihre aufgestauten Gefühle in einer absurden Sexszene wie Sturzbäche los. Ein Happyend ist dennoch nicht in Sicht, zu viele Stolpersteine liegen noch im Weg für eine gemischtrassige Beziehung. Und tatsächlich ist es die allerletzte Szene, ein einziger entscheidender Blick von Halle Berry und der darauffolgende Kameraschwenk, der diese bittere und doch sehr zärtliche Ballade zu einem bewegenden Erlebnis werden lässt, das sich genauso entschieden gegen die Konventionen sträubt wie seine Protagonisten. Billy Bob Thornton macht sich hervorragend mit einer gütigen, sympathischen Variation seines Schweigers aus "The Man Who Wasn't There", während Glamour-Beauty Halle Berry, zuletzt Schlagzeilenfutter wegen ihres medienwirksamen Nacktauftritts in "Passwort: Swordfish", mit dem Porträt einer nicht allzu strahlenden Frau am Ende ihrer Kraft ungeahnte darstellerische Tiefe offenbart: Grenzenlosen Mut beweist sie nicht nur bei der vielpublizierten und für die US-Kinoauswertung abgeschwächten Sexszene, sondern in einer ganzen Reihe von Momenten, inklusive ihres wunderbaren Blicks ganz am Ende des Films. Wunderbar ist auch, wie sich "Monster's Ball" aus der harten Schale des Todesstrafen-Melos herauswindet und den eigenen Glauben an den Humanismus Oberhand gewinnen lässt. Ein ungewöhnlicher Film, der nie bereit ist, den Status quo anzuerkennen und allein, aber nicht nur, für sein Engagement Applaus ernten sollte. ts.
| Darsteller: | Billy Bob Thornton | als Hank Grotowski | |
|---|---|---|---|
| Halle Berry | als Leticia Musgrove | ||
| Peter Boyle | als Buck Grotowski | ||
| Heath Ledger | als Sonny Grotowski | ||
| Sean "P. Diddy" Combs | als Lawrence Musgrove | ||
| Mos Def | als Ryrus Cooper | ||
| Coronji Calhoun | als Tyrell Musgrove | ||
| Taylor Simpson | als Lucille | ||
| Gabrielle Witcher | als Betty | ||
| Amber Rules | als Vera | ||
| Charles Cowan jr. | als Willie Cooper | ||
| Taylor LaGrange | als Darryl Cooper | ||
| Anthony Bean | als Dappa Smith | ||
| Francine Segal | als Georgia Ann Paynes | ||
| John McConnell | als Harvey Shoonmaker | ||
| Marcus Lyle Brown | als Phil Huggins | ||
| Milo Addica | als Tommy Roulaine | ||
| Leah Loftin | als Booter | ||
| Will Rokos | als Warden Velasco | ||
| Anthony Michael Frederick | als Billy | ||
| Clara Daniels | als Maggie Cooper | ||
| Carol Sutton | als Mrs. Guillermo | ||
| Bernard Johnson | als Deputy Jones | ||
| Regie: | Marc Forster | ||
| Buch: | Milo Addica | ||
| Will Rokos | |||
| Musik: | Asche and Spencer | ||
| Kamera: | Roberto Schaefer | ||
| Produzent: | Lee Daniels | ||
Monster's Ball in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
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Billy Bob Thornton
Als sanfter Killer mit schwerer Zunge war er in "Sling Blade" für den Oscar nominiert, wurde dann aber für sein Drehbuch zu dem von...
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Halle Berry
Als sie im geblümten, teils transparenten Chiffon-Kleid 2002 den Oscar als Beste Weibliche Hauptdarstellerin in Empfang nahm, überzog sie...
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