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Monster's Ball

Bewegendes Drama über einen ehemaligen Todeszellenwärter, der sich in die farbige Witwe eines Exekutierten verliebt.


Monster's Ball

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Erhältlich seit:
24.03.2003

Drama

USA 2001
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 16

Billy Bob Thornton
Halle Berry
Peter Boyle

Regie: Marc Forster
Universum Film

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Oscar-Preisträgerin Halle Berry brilliert in Marc Forsters Südstaatendrama.

Gemeinsam suchen Hank und Leticia über die schrecklichen Ereignisse hinwegzukommen

Gemeinsam suchen Hank und Leticia über die schrecklichen Ereignisse hinwegzukommen

Der Süden der USA. Der Begriff symbolisiert Aspekte wie Armut, Rassismus und Todesstrafe. Für sein atemberaubendes Drama um diese kontroversen Themen zog es den erst 31-jährigen Regisseur Marc Forster aus der Schweizer Heimat in die Hitze von Georgia: Im Todestrakt des dortigen Staatsgefängnisses versieht der Rassist Hank Grotowski (Billy Bob Thornton) zusammen mit seinem Sohn Sonny (Heath Ledger) den Dienst.

Als Sonny nach der ersten gemeinsamen Exekution Selbstmord begeht, quittiert Hank den Job. Kurz darauf lernt Hank die farbige Kellnerin Leticia (Halle Berry) kennen, die Witwe seines letzten Hinrichtungsopfers Lawrence Musgrove (Sean Combs). Die beiden kommen sich näher. Beginn einer unmöglichen, obsessiven Liebe...

Ohne plakativen Pathos lässt der Filmemacher seine Liebenden zueinander finden und ihren Schmerz teilen. Für ihre grandiose Leistung wurde Halle Berry folgerichtig mit einem Oscar ausgezeichnet, Billy Bob Thornton ("Banditen!") erhielt ebenfalls zahlreiche Auszeichnungen. Doch Forster lässt in seinem anrührenden Werk vor allem wunderbare Bilder sprechen. Clever umschifft der Schweizer Ausnahmeregisseur jede Klischeefalle und konzentriert sich auf die Nöte seiner Protagonisten.

Monster's Ball

Weißer Todeszellenwärter verliebt sich in die schwarze Witwe eines Hingerichteten. Der zweite Spielfilm des in Deutschland geborenen und in der Schweiz aufgewachsenen Marc Forster birgt per definitionem jede Menge Zündstoff, überrascht aber vor allem damit, dass er seine beiden Hauptfiguren nie das machen lässt, was man von ihnen erwarten würde. So entwickelt sich aus einem deprimierenden Südstaatendrama ein ungewöhnlicher Liebesfilm, der an den ungewöhnlichsten Stellen Hoffnung findet. Die starken Leistungen von Billy Bob Thornton und Halle Berry tragen ihr Übriges zum Gelingen des Films bei, der zum gegenwärtigen Zeitpunkt - unverständlich - noch immer keinen deutschen Verleih gefunden hat.

Mit endlos geduldigen Bildern, stoisch und unaufgeregt wie das Leben in den amerikanischen Südstaaten selbst, verankert Forster seinen Film zunächst auf wohlbekanntem "Dead Man Walking"-Terrain. Ohne dass sie es ahnen, überschneidet sich im Todestrakt des Gefängnisses von Angola, Louisiana, das Schicksal der zwei Hauptfiguren, deren Lebensumstände unterschiedlicher nicht sein könnten. Hank Grotowski ist der weiße Chefaufseher der Death-Row-Wächter, die gerade den Monster's Ball, den Abend vor der Hinrichtung eines Gefangenen, begangen haben und nun den Ritus der Hinrichtung vorbereiten. Tatsächlich ist das ganze Leben von Hank geprägt von den immer gleichen Ritualen. Hineingeboren in eine Dynastie von Gefängnisaufsehern, pflegt er seinen bettlägrigen Vater, einen chauvinistischen Südstaaten-Rassisten reinsten Wassers, und muss resigniert erkennen, dass er den eigenen Sohn Sonny, einen orientierungslosen Tunichtgut, der die gleiche Prostituierte wie sein Vater frequentiert, mehr und mehr hasst. Auf die Hinrichtung wartet indes der schwarze Copkiller Musgrove, dessen Ehefrau Leticia verzweifelt um ein bisschen Würde im Leben kämpft. Um den stetig wachsenden Druck und ihren zunehmend fetter werdenden Sohn zu ertragen, sagt sie nicht nein zum Alkohol oder schlägt auch schon einmal zu (eine unglaublich intensive Szene), obwohl sie weiß, dass ihre Probleme damit nicht gelöst werden. Beide - Hank und Leticia - stecken in der Sackgasse. Marc Forster hat die Chuzpe, die unerträglich direkt gezeigte Hinrichtung von Musgrove auf dem elektrischen Stuhl als Katalysator für Hank und Leticia zu nutzen, um sie aus ihrer Lethargie zu schocken. In unmittelbarer Abfolge spult "Monster's Ball" eine ganze Reihe tragischer und in ihrer Häufung fast schon grotesken Zufälle ab - Sonny begeht Selbstmord, Hank wirft seinen Job hin, er wird Zeuge, wie Leticias Sohn überfahren wird und später im Krankenhaus stirbt - ganz als wollte "Monster's Ball" sagen, dass schon ein echtes Wunder nötig ist, um diese beiden disparaten und desperaten Figuren zusammenzuführen und den ewigen Kreislauf der Gewalt durchbrechen zu lassen. Als die beiden nach zögernder Annäherung schließlich zusammenkommen, brechen ihre aufgestauten Gefühle in einer absurden Sexszene wie Sturzbäche los. Ein Happyend ist dennoch nicht in Sicht, zu viele Stolpersteine liegen noch im Weg für eine gemischtrassige Beziehung. Und tatsächlich ist es die allerletzte Szene, ein einziger entscheidender Blick von Halle Berry und der darauffolgende Kameraschwenk, der diese bittere und doch sehr zärtliche Ballade zu einem bewegenden Erlebnis werden lässt, das sich genauso entschieden gegen die Konventionen sträubt wie seine Protagonisten. Billy Bob Thornton macht sich hervorragend mit einer gütigen, sympathischen Variation seines Schweigers aus "The Man Who Wasn't There", während Glamour-Beauty Halle Berry, zuletzt Schlagzeilenfutter wegen ihres medienwirksamen Nacktauftritts in "Passwort: Swordfish", mit dem Porträt einer nicht allzu strahlenden Frau am Ende ihrer Kraft ungeahnte darstellerische Tiefe offenbart: Grenzenlosen Mut beweist sie nicht nur bei der vielpublizierten und für die US-Kinoauswertung abgeschwächten Sexszene, sondern in einer ganzen Reihe von Momenten, inklusive ihres wunderbaren Blicks ganz am Ende des Films. Wunderbar ist auch, wie sich "Monster's Ball" aus der harten Schale des Todesstrafen-Melos herauswindet und den eigenen Glauben an den Humanismus Oberhand gewinnen lässt. Ein ungewöhnlicher Film, der nie bereit ist, den Status quo anzuerkennen und allein, aber nicht nur, für sein Engagement Applaus ernten sollte. ts.

Darsteller:  Billy Bob Thornton   als Hank Grotowski
  Halle Berry   als Leticia Musgrove
  Peter Boyle   als Buck Grotowski
  Heath Ledger   als Sonny Grotowski
  Sean "P. Diddy" Combs   als Lawrence Musgrove
  Mos Def   als Ryrus Cooper
  Coronji Calhoun   als Tyrell Musgrove
  Taylor Simpson   als Lucille
  Gabrielle Witcher   als Betty
  Amber Rules   als Vera
  Charles Cowan jr.   als Willie Cooper
  Taylor LaGrange   als Darryl Cooper
  Anthony Bean   als Dappa Smith
  Francine Segal   als Georgia Ann Paynes
  John McConnell   als Harvey Shoonmaker
  Marcus Lyle Brown   als Phil Huggins
  Milo Addica   als Tommy Roulaine
  Leah Loftin   als Booter
  Will Rokos   als Warden Velasco
  Anthony Michael Frederick   als Billy
  Clara Daniels   als Maggie Cooper
  Carol Sutton   als Mrs. Guillermo
  Bernard Johnson   als Deputy Jones
 
Regie:  Marc Forster  
Buch:  Milo Addica  
  Will Rokos  
Musik:  Asche and Spencer  
Kamera:  Roberto Schaefer  
Produzent:  Lee Daniels  

Paltrow schlechteste Oscar-Gewinnerin

Mal räumt oberflächliches Popcorn-Kino reihenweise Goldjungs ab, mal werden unausgegorene Nischenfilme mit Oscars bedacht.

Liebling der Juroren, aber nicht der Fans: Gwyneth Paltrow (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Liebling der Juroren, aber nicht der Fans: Gwyneth Paltrow (Foto: Kurt Krieger)

Keine Frage, die Entscheidungen der Academy haben bei Kinofreunden schon oft für Stirnrunzeln und Kopfschütteln gesorgt. Über die nach Fanmeinung krassesten Fehlentscheidungen hat nun eine amerikanische Internetseite abstimmen lassen - und die Ergebnisse sind zum Teil verblüffend.

Dass Gwyneth Paltrow die Liste der zu Unrecht Geehrten anführt, leuchtet noch ein. Sie gewann einen Oscar als beste Hauptdarstellerin für "Shakespeare in Love", ein belangloses, pseudo-historisches Gefühlsgedusel um die Romanze zwischen dem großen englischen Dichter und der schönen Viola (Paltrow). Außer in wallenden Gewändern hübsch auszusehen und ab und zu einen Schmollmund zu ziehen, hatte Gwyneth wenig geleistet. Ihre legendäre Tränensintflut bei der hochpeinlichen Dankesrede dürfte sie bei den Fans kaum beliebter gemacht haben.

Über die Fähigkeiten von Halle Berry, die Zweiplatzierte der Anti-Liste, kann man geteilter Meinung sein. In ihrem Oscar-Film "Monster's Ball" war sie als Witwe, die sich in den Henker ihres hingerichteten Mannes verliebt, zumindest guter Durchschnitt. Doch der anschließende Megaflop "Catwoman" hat sie zur Lachnummer gemacht, zudem heulte sie auf der Oscar-Bühne ebenfalls hemmungslos.

Ohrfeige für Leinwandikonen

Unverständlich ist allerdings, dass auch Helen Hunt für "Besser geht's nicht" und Nicole Kidman für "The Hours" abgestraft wurden. Wie Hunt mit ironischem Charme das Super-Ekel Jack Nicholson umgarnte, war absolut reizvoll und Kidman verkörperte die große Literatin Virginia Woolf sehr überzeugend.

Hunts Partner Nicholson findet sich übrigens für "Besser geht's nicht" auf der Liste der unverdienten männlichen Oscar-Gewinner - ebenso wie Russell Crowe in der Rolle des tragischen Mathe-Genies John Nash im ergreifenden Drama "A Beautiful Mind". Unangefochten Platz eins bei den Männern belegt dabei völlig zurecht Jack Palance: Warum der Veteran für seine Rolle als kauziger Viehtreiber im unsäglichen Klamauk "City Slickers" 1992 einen Goldjungen verdient haben soll, weiß wirklich nur die Academy selbst.

Da die Geschmäcker nun mal verschieden sind, wird sicher auch bei der diesjährigen Oscar-Verleihung in der Nacht zum Montag über manche Jury-Entscheidung die Nase gerümpft werden.

 

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Billy Bob Thornton

Als sanfter Killer mit schwerer Zunge war er in "Sling Blade" für den Oscar nominiert, wurde dann aber für sein Drehbuch zu dem von...

 

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Halle Berry

Als sie im geblümten, teils transparenten Chiffon-Kleid 2002 den Oscar als Beste Weibliche Hauptdarstellerin in Empfang nahm, überzog sie...