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Montags in der Sonne

Tragikomisches Porträt entlassener Werftarbeiter an der Atlantikküste, das Pedro Almodóvars "Sprich mit ihr" beim Spanischen Filmpreis hinter sich ließ.


Montags in der Sonne

Leihvideo

Erhältlich seit:
16.08.2004

Originaltitel: Los lunes al sol

Drama

Spanien 2002
Laufzeit: 109 Min.
FSK: ab 12

Javier Bardem
Luis Tosar
José Ángel Egido

Regie: Fernando León de Aranoa
absolut MEDIEN

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Tragikomisches Porträt entlassener Werftarbeiter an der Atlantikküste in einer vom Glück verlassenen Region.

Die Chancen auf neue Arbeit stehen schlecht (Foto: Piffl) Großansicht

Die Chancen auf neue Arbeit stehen schlecht (Foto: Piffl)

Nach der Schließung ihrer Werft sind Santa, Lino und José wie viele andere Kollegen arbeitslos. Während sie sich beim Kampf um neue Jobs oder Kredite häufig demütigen lassen müssen, trösten sie sich gemeinsam beim täglichen Besuch in der Kneipe.

Dort diskutieren und streiten sie. Zuhause aber wartet die Einsamkeit oder die Frustration zerrütteter Beziehungen.

"Montags in der Sonne" lebt nicht von der Handlung, sondern von seinen Figuren und dem Statusbericht eines Ausnahmezustands.

Der Haussegen hängt ein wenig schief (Foto: Piffl) Großansicht

Der Haussegen hängt ein wenig schief (Foto: Piffl)

Der Stolz eines Mannes

Arbeitslose, in ihrem Selbstverständnis gebrochene, frustrierte Männer, die schon mal in Tränen ihre Ohnmacht zeigen, stehen im Mittelpunkt. Das ist ungewöhnlich für Spanien, wo die meisten Männer mit dem Stolz von Toreros leben.

Nach seinem eigenen Drehbuch begleitet Regisseur Fernando León de Aranoa seine Hauptfiguren durch die hoffnungslose Lage. Seine Stärken liegen in der sensiblen Beobachtung von Situationen und Figuren, in menschlicher Wärme, in Hauptdarsteller Javier Bardem und auch in der konsequent eingehaltenen Linie, bei aller Tragik nicht den Humor zu verlieren.

Montags in der Sonne

Lieber arbeitslos oder komatös? Diese Frage beschäftigte Spaniens Kulturbetrieb, als 2002 wichtige Entscheidungen getroffen werden mussten. Dabei ging es nicht um das geringere Übel, sondern die größeren Qualitäten im Wettstreit zwischen "Montags in der Sonne" (und seinen arbeitslosen Protagonisten) und "Sprich mit ihr" (und seinen komatösen Opfern). Sowohl bei der Verleihung des Goya, des wichtigsten nationalen Filmpreises, als auch bei der Einreichung für die Oscar-Nominierung zum "Besten fremdsprachigen Film" triumphierte die kleine Tragikomödie über das große Drama. Das können die Freunde dokumentarisch angehauchter Menschen- und Milieustudien in diesem Falle sehr wohl als Empfehlung verstehen.

"Montags in der Sonne" lebt nicht von der Handlung, sondern von seinen Figuren und dem Statusbericht eines Ausnahmezustands. Arbeitslose, in ihrem Selbstverständnis gebrochene, frustrierte Männer, die schon mal in Tränen ihre Ohnmacht zeigen, stehen im Mittelpunkt. Das ist ungewöhnlich für Spanien, wo die meisten Männer mit dem Stolz von Toreros leben, ungewöhnlich aber auch im Ton der Beobachtung, der sensibel und berührend, aber auch auf delikate Weise humorvoll ist. Unzweifelhafter Star des mit fünf Goyas ausgezeichneten Films ist Javier Bardem (demnächst auch in "Before Night Falls"), der mit schütterem Haar, Frustwampe und Vollbart den Gegenentwurf zum Banderas-Beau, zum klassischen Latin Lover, darstellt. Als entlassener Werftarbeiter Santa zeigt Bardem Leidenschaft in der Wut über seine Situation, Charme in seiner Lust an Leben und Frauen, Mitgefühl in der Fürsorge für seinen älteren Ex-Kollegen, der schließlich aus der Tristesse seiner Existenz nur noch einen Ausweg sieht, und schließlich auch Komik, wenn er vor Gericht nach langem Widerstand die hohe Strafe für eine zerstörte Straßenlaterne bezahlt - um im Anschluss daran sein Vergehen bei einer anderen Leuchte trotzig zu wiederholen.

Nach seinem eigenen Drehbuch begleitet Regisseur Fernando León de Aranoa diesen Rebellen, seinen Freund José, der vom Verdienst seiner Frau leben muss, und den älteren Lino, der bei Vorstellungsterminen in purer Verzweiflung mit gefärbten Haaren einen Hauch von Jugend vortäuscht, bei ihren Gesprächen in der Kneipe, beim Bußgang zur Bank und schließlich auch beim finalen Dösen in der Montagssonne. In vielen kleinen Details zeigt der Film Größe in der Beobachtung, ist nie sentimental oder verlogen und findet schließlich auch deshalb keinen Ausweg für das Dilemma der Männer. Ein unspektakulärer, aber sehenswerter Film über eine vom Glück verlassene Region und ihre Bewohner. "Montags in der Sonne" hat keinen unwiderstehlichen erzählerischen Sog, wirkt aber in seiner Menschlichkeit sehr anziehend. kob.

Darsteller:  Javier Bardem   als Santa
  Luis Tosar   als José
  José Ángel Egido   als Lino
  Nieve de Medina   als Ana
  Enrique Villén   als Reina
  Celso Bugallo   als Amador
  Joaquin Climent   als Rico
  Aida Folch   als Nata
  Serge Riaboukine   als Sergej
  Laura Dominguez   als Ángela
  Fernando Tejero   als Lázaro
  Andres Lima   als Anwalt Carreño
  Antonio Mourelos   als Richter
  César Cambeiro   als Staatsanwalt/Bankangestellter
  Chantier Naval   als Buchhalter Werft
  Pepo Oliva   als Samuel
  María Luisa Martínez   als Sachbearbeiterin
  Casilda García   als Pensionswirtin
  Mónica García   als Mónica
  Luisa Merelas   als Linos Frau
  Pablo de la Fuente   als Linos Sohn
  Belén López   als Linos Tochter
  Denis Gómez   als Kassierer Fähre
  Miguel Borines   als Vorarbeiter Fischfabrik
  Lois Seaxe   als Anas Kollege
  Pablo Vázquez   als Kind beim Babysitten
  Talco   als Bizco
 
Regie:  Fernando León de Aranoa  
Buch:  Fernando León de Aranoa  
  Ignacio del Moral  
Musik:  Lucio Godoy  
Kamera:  Alfredo F. Mayo  
Produzent:  Jaume Roures  
 

Fassungen

 

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Features

 

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