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Leihvideo
Erhältlich seit:
28.10.2003
USA 2002
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 12
Jake Gyllenhaal
Dustin Hoffman
Susan Sarandon
Regie: Brad Silberling
Universum Film

Unverkennbar von Herzen kommt Brad Silberlings dritter Spielfilm, ein gewagter und fast durchgehend hinreißender Balanceakt zwischen absurd komischer Coming-of-Age-Komödie und bittersüßer Trauerarbeit auf Zelluloid. In der Tradition an irreverentem Kino à la "Die Reifeprüfung" aber auch mit spürbaren Anklängen an "Almost Famous" erzählt Silberling nach autobiografischen Motiven von einem jungen Mann, der im Haus seiner Schwiegereltern in Spe den gewaltsamen Tod seiner Verlobten drei Tage vor der Hochzeit verkraften muss. Nicht zuletzt dank des fulminant aufspielenden Darstellerteams - Jake Gyllenhaal sowie Dustin Hoffman und Susan Sarandon als Ehepaar - ein kleines Juwel, das in den USA aufgrund seiner unbequemen Thematik bedauerlicherweise unentdeckt blieb.
Der Tod steht Brad Silberling gut: In seinen bisherigen Arbeiten als Spielfilmregisseur - den Blockbuster-Erfolgen "Casper" und "Stadt der Engel" - ließ sich die Sterblichkeit des Menschen und die Beschäftigung mit dem Danach thematisch als roter Faden entdecken. Genauso wie Cameron Crowe erst einmal eine Reihe von Filmen benötigte, die ihm das nötige Selbstvertrauen für sein großes autobiografisches Werk, "Almost Famous", gab, musste sich eben auch Silberling erst einmal an das Thema herantasten, das ihn antreibt: Ende der achtziger Jahre war seine damalige Verlobte kurz vor der Hochzeit Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Dieses traumatische Erlebnis bildet den Kern für Silberlings sehr zärtlichen, unverkennbar persönlichen Film, den er in den frühen siebziger Jahren ansiedelte. Die einzelnen Konflikte spitzte er allerdings noch einmal zu, und so gelingt ihm das scheinbar Unmögliche: eine Komödie über Tod und Trauer, in der dennoch keine falschen oder aufgesetzten Töne anklingen.
Anders als in den thematisch zumindest verwandten Filmen "In the Bedroom" und "Das Zimmer des Sohnes" wird in "Moonlight Mile" nicht die Normalität vor der Tragödie gezeigt. Wenn der Zuschauer den zurückhaltenden Heroen Joe und seine schrulligen Schwiegereltern in Spe - den fahrigen Immobilienmakler Ben Floss und die resolut-schlagfertige Schriftstellerin JoJo - kennenlernt, stecken sie in ihrem kleinen Städtchen in Massachusetts mitten in den Vorbereitungen für Trauerfeierlichkeiten: Deren Tochter Diana wurde von tödlichen Kugeln getroffen, als ein Streit am Nebentisch eines Restaurants außer Kontrolle geraten war. Nun stehen die drei Protagonisten vor dem Trümmerhaufen ihres Lebens. Wie kann das Leben weitergehen? Wie geht man mit der Leere um? Was kann die Zukunft bringen? Schnell rücken aber auch ganz pragmatische Probleme in den Mittelpunkt. Soll die Anwältin der Familie floss die Todesstrafe für den Todesschützen fordern? Joe muss sich entscheiden, ob er tatsächlich in das Geschäft von Ben einsteigen soll. Erschwert werden seine Entscheidungen von dem Wissen, dass Diana ihren Eltern an besagtem Tag gestehen wollte, dass das junge Paar die Absage der Hochzeit und die einvernehmliche Trennung beschlossen hatte. Und dann klopft auch noch die Liebe an der Tür, in Gestalt der quirligen Barbesitzerin Bertie (Entdeckung:Ellen Pompeo), die selbst an einem Schicksalsschlag zu knapsen hat.
Wunderbar ruhig und schlau folgt Brad Silberling seinen Figuren, dass man sich als Zuschauer schnell in ihrem Leben zurechtfindet. Wie sie ihre Beziehungen meistern und sich miteinander arrangieren, das hat der Filmemacher in ganz wunderbare Szenen mit gewitzten, schlagfertigen Dialogen gepackt. Nicht nur der liebevolle gewählte Soundtrack mit Pretiosen der frühen Siebziger trägt dazu bei, dass immer wieder das Kino des New Hollywood evoziert wird, wie es Hal Ashby oder Mike Nichols in ihren leichtesten Momenten pflegten. Ein bisschen glatt lösen sich die Dilemmas, ein bisschen zu sehr verlässt sich Silberling auf den Sound der Zeit - und dennoch ist es unmöglich, keine Gänsehaut zu bekommen, wenn der sympathische Tobey-Maguire-Lookalike beim Prozess gegen den Mörder seiner Verlobten endlich Farbe bekennen muss. Und dass Susan Sarandon und Dustin Hoffman mit all ihren Macken ein Filmpaar für die Ewigkeit sind, muss nicht länger betont werden. Denn "Moonlight Mile" ist die Art von Film, die es einfach versteht, immer wieder Sonnenstrahlen durch eine noch so dichte Wolkendecke zu zaubern - und zu verzaubern. cm.
| Darsteller: | Jake Gyllenhaal | als Joe Nast | |
|---|---|---|---|
| Dustin Hoffman | als Ben Floss | ||
| Susan Sarandon | als Jojo Floss | ||
| Holly Hunter | als Mona Camp | ||
| Ellen Pompeo | als Bertie Knox | ||
| Richard T. Jones | als Ty | ||
| Allan Corduner | als Stan Michaels | ||
| Dabney Coleman | als Mike Mulcahey | ||
| Aleksia Landeau | als Cheryl | ||
| Careena Melia | als Diana Floss | ||
| Regie: | Brad Silberling | ||
| Buch: | Brad Silberling | ||
| Musik: | Mark Isham | ||
| Kamera: | Phedon Papamichael | ||
| Produzent: | Mark Johnson | ||
| Brad Silberling | |||
Moonlight Mile in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
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Jake Gyllenhaal
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Dustin Hoffman
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