
Nach den beiden "Wixxer"-Filmen serviert Produzent Christian Becker die nächste Parodie und baut diesmal auf Regisseur Sebastian Niemann und Top-Comedian Rick Kavanian.
Schon der wunderschöne, im Stil klassischer Blake-Edwards-Filme animierte und mit dem Evergreen "Mambo Italiano" unterlegte Vorspann gibt die Richtung vor, die Produzent Christian Becker ("Neues vom Wixxer") und sein Regisseur Sebastian Niemann ("Hui Buh, das Schlossgespenst") hier einschlagen wollen - eine in letzter Zeit beliebte Mischung aus Hommage und Persiflage. Im Fokus sind diesmal Krimis und Agentenfilme der 1960er Jahre. Vor der Kamera versammeln sich Friends & Family wie etwa Rick Kavanian und Christian Tramitz, und dazu ein paar Ausgrabungen von Urgesteinen, wie zum Beispiel der legendäre Haudrauf-Koloss Bud Spencer oder sein italienischer Landsmann Franco Nero alias "Django". Nach unzähligen Sidekick-Rollen u.a. in "(T)Raumschiff Surprise" oder "1 1/2 Ritter" hat Schauspieler und Comedian Kavanian nun seine erste Kinohauptrolle bekommen: Er mimt den Auftragskiller Toni Ricardelli, der er zu den Besten seiner Zunft zählt. Aber obwohl er diesen Job auch mit Leib und Seele ausübt, fehlt ihm doch noch etwas ganz Entscheidendes zu seinem Glück - eine Frau. Das ändert sich, als Toni bei der Ausübung seiner Pflicht - er soll den Ex-Mafioso Enrico Puzzo erledigen, bevor der seine enthüllenden Memoiren veröffentlichen kann - von der etwas unbeholfenen Verlagsangestellten Julia (Nora Tschirner variiert ihren "Keinohrhasen"-Part) gestört wird. Hals über Kopf verliebt er sich in den süßen Trampel und beschließt spontan, Puzzos Identität anzunehmen, um Julia stets ganz nahe sein zu können. Damit löst er eine Kette kurioser Ereignisse aus, die nicht nur die aufkeimende Beziehung zu seiner Holden, sondern auch Ricardellis Leben extrem gefährden.
Wie bei Becker-Produktionen gewohnt, besticht auch "Mord ist mein Geschäft, Liebling" durch seine detailverliebte Ausstattung, die das Ambiente von den 50ern bis zu den 70ern - frei nach dem Motto "Hauptsache altmodisch" - adäquat widerspiegelt. Nostalgisch auch der Inszenierungsstil, bei dem viel mit Split Screen und Schiebeblenden gearbeitet wurde. Dazu gesellt sich ein fast ein bisschen aufdringlicher Soundtrack mit Dean-Martin-Songs wie "That's Amore" und jede Menge Slapstickspaß und Wortwitz. So hat etwa Tramitz als bajuwarischer Profikiller, der in unpassenden Momenten von seiner Gattin angerufen wird, die Erdinger-Weißbier-Melodie als Klingelton auf seinem Handy, und bleibt eine Leiche makabererweise mit dem Schnürsenkel an einem Fensterladen hängen, während Tschirner alias Julia Steffens in einem vollautomatisierten Apartment mit Wasserbett, Kaminfeuer und romantischer Musik herumblödelt und schließlich ein paar Gangster mit einer Bazooka - sehr spaßig - die Quadriga vom Brandenburger Tor herunterholen. Wie die Cameos von Spencer, Nero oder auch Axel Stein als abenteuerlustigem Hotelpagen sind dies jeder für sich genommen durchaus gelungene Gags. Allerdings fehlt es dem Plot ein wenig an Substanz und Kavanian bleibt den Beweis schuldig, einen Film allein tragen zu können. Zum Glück gibt's Nora Tschirner als schusselige Erotikbombe, traumhaft schöne italienische Locations und die Hoffnung, mit "Mord ist mein Geschäft, Liebling" an Erfolge wie "Der Wixxer" (1,9 Mio. Besucher) oder dessen Fortsetzung (0,9 Mio.) anzuknüpfen. lasso.