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Mortal Transfer

Mit schwarzem Humor und grotesker Situationskomik gespickter, düsterer, erotischer Psycho-Thriller.


Mortal Transfer

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Erhältlich seit:
13.03.2003

Originaltitel: Mortel transfert

Thriller/ Komödie

Frankreich/Deutschland 2000
Laufzeit: 117 Min.
FSK: nicht unter 18

Jean-Hugues Anglade
Hélène de Fougerolles
Miki Manojlovic

Regie: Jean-Jacques Beineix
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Mortal Transfer

Psychoanalytiker Michel Durand leidet unter Überdruss, immer öfter fallen ihm während der Beichten seiner Patienten die müden Äuglein zu. Selbst bei der attraktiven Olga passiert ihm das, obwohl deren lebhafte Erzählungen von ehelicher Züchtigung längst zu Michels erotischem Traumrepertoire gehören. Als er diesmal wieder aufwacht, liegt Olga erwürgt auf der Couch, und Michel hat drei Probleme mehr. Erstens weiß er nicht, ob er selbst der Mörder ist, zweitens hat ihn/sie jemand beobachtet, und drittens ist nun Olgas Mann hinter ihm her.

"Killing Zoe"-Ballermann Jean-Hugues Anglade auf fallstrickreicher Odyssee durch einen bizarren Irrgarten der erotischen Obsessionen und tödlichen Absichten. Jean-Jacques Beineix, französischer New-Wave-Bilderzauberer der ersten Stunde ("Betty Blue", "Diva"), vernachlässigt Action und Spannung zwar des öfteren zugunsten minutenlanger Patientenmonologe, serviert ansonsten aber eine recht unterhaltsame und wendungsreiche Mischung aus Erotikthriller und Horrorkomödie. Tip für Genre-Fans.

Mortal Transfer

Eigentlich wollte er keine Filme mehr machen. Doch nach achtjähriger schöpferischer Pause meldet sich Frankreichs einstiges Regie-Wunderkind Jean-Jacques Beineix vehement zurück: mit dem erotischen Psycho-Thriller "Mortal Transfer". Die Irrwege eines Psychoanalytikers führen in düstere Seelenabgründe mit kleinen Fluchten in einen herrlich beißenden und befreienden Humor.

Wer glaubt, der "Shrink" gehöre nur zum amerikanischen Kino und zu New Yorks Intellektuellen, sollte sich schleunigst von dieser Vorstellung verabschieden. Auch beim Franzosen Jean-Jacques Beineix lässt der Psychoanalytiker seine Patienten auf der Couch parlieren und geht dabei so seinen eigenen Gedanken nach. Michel Durand nimmt seinen Job ernst, auch wenn ihn die immer gleichen Stories von Liebesentzug und Kindheitstraumata oft langweilen. Eine Ausnahme macht da die äußerst verführerische Kleptomanin Olga Kubler. Nicht nur, dass die reiche Lady in Luxusgeschäften klaut wie ein Rabe, um dem ekligen Ehemann eins auszuwischen, viel interessanter sind ihre sado-masochistischen Gewaltphantasien. Wenn sie provozierend die High Heels abwirft und sich lasziv vor dem Freud-Schüler herumräkelt, muss der schon an kalte Duschen denken. Wie in seinem Beruf üblich, fallen ihm trotzdem mal kurz die Augen zu und als er dieselbigen wieder öffnet, liegt die Dame erwürgt da. Im ersten Impuls ruft er die Polizei an, aber als er in der musikalischen Warteschleife hängt, überlegt er es sich anders, stopft die Leiche kurzerhand unter die Liege und hört sich - als wenn nichts gewesen wäre - die Klagen der nächsten Patientin an. Das Leben des bürgerlichen Durand gerät aus den Fugen. Nicht nur die Entsorgung der mausetoten Madame bereitet Schwierigkeiten, auch die Polizei steht bald auf der Matte, ganz zu schweigen von Olgas zwielichtigem Gatten, dem eine Menge Geld abhanden gekommen ist. Da hilft nur die Flucht nach vorn. Dieses an sich düstere Drama spickt Beineix mit schwarzem Humor und grotesker Situationskomik - wenn beispielsweise immer der Arm der Toten unter der Couch hervorschnellt, auf der eine abgehärmte Lehrerin ihr Schicksal erzählt, oder ein eigenartiger selbsternannter Parkwächter den Arzt mit Andeutungen fast zur Verzweiflung bringt und am Ende auch therapiert werden will. Ein Panoptikum an skurrilen Gestalten bevölkert die Szene - angefangen von Jean-Hugues Anglade als verwirrten Seelenklempner bis zu Denis Podalydes als freundlicher Kommissar, der seinen Pappenheimer kennt. Beineix, der sich nach "IP5 - die Insel der Dickhäuter" der Malerei, dem Klavierspiel und ausgiebigen Reisen widmete, hat nichts von seiner fulminanten Bild-Kraft verloren, wohl auch dank der außergewöhnlichen Kamera von Benoît Delhomme. Die künstlerische Manieriertheit von "Diva" und die schwüle Erotik von "Betty Blue" verknüpfen sich in "Mortal Transfer" zu einer narrativen Rafinesse mit makabrem Witz manchmal hart an der Grenze des sogenannten guten Geschmacks. Bei dieser Mischung aus surrealistischem film noir und Comedy sollten sich Freunde eines gepflegten Zynismus und einer leisen Ironie bestens amüsieren. mk.

Darsteller:  Jean-Hugues Anglade   als Michel Durand
  Hélène de Fougerolles   als Olga Kubler
  Miki Manojlovic   als Erostratus
  Valentina Sauca   als Helene Maier
  Robert Hirsch   als Dr. Armand Zlibovic
  Yves Rénier   als Max Kubler
  Catherine Mouchet   als Mathematiklehrerin
  Denis Podalydès   als Superintendent Chapireau
  Jean-Pierre Becker   als Jacques Preco
  Riton Liebman   als Disc Jockey
  Ovidie   als Pornodarstellerin
  Vantha Talisman   als Mai Li
  Cyril Raffaelli   als Dieb
  Gérard Sandoz   als Polizeiinspektor
  Reinhardt Wagner   als Blinder Mann
  Laurent Bateau  
 
Regie:  Jean-Jacques Beineix  
Buch:  Jean-Jacques Beineix  
Musik:  Reinhardt Wagner  
  dEUS  
Kamera:  Benoît Delhomme  
Produzent:  Jean-Jacques Beineix  
  Reinhard Klooss  
 

Mortal Transfer in der Fotoshow

 

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Features

 

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Jean-Hugues Anglade

Mit Béatrice Dalle spielte er gleich zu Beginn von "Betty Blue" die damals freizügigste Liebesszene der französischen...

 

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Miki Manojlovic

Serbischer Schauspieler. Einer der vitalsten und einprägsamsten Charakterköpfe des Films, hat der Serbe Miki Manojlovic, seit er in Emir...