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23.03.2012
Originaltitel: München 72 - Das Attentat
Deutschland 2012
Laufzeit: 92 Min.
FSK: ab 12
Bernadette Heerwagen
Felix Klare
Heino Ferch
Regie: Dror Zahavi
Universum Film
Filmbewertung
(1 Bewertungen)

Erneut hat Teamworx einen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte dieses Landes geleistet. Wie keine zweite deutsche Produktionsfirma werfen die Produzenten rund um Nico Hofmann gemeinsam mit herausragenden Autoren und Regisseuren immer wieder Schlaglichter auf Persönlichkeiten und Ereignisse, die das Bild vor allem der Bundesrepublik prägten.
Die Geiselnahme während der Olympischen Spiele 1972, als Palästinenser ins Quartier der Israelis eindrangen, hatte erhebliche Folgen. Die Tragödie gilt als Geburtsstunde des internationalen Terrorismus; und der tragische Ausgang des Verbrechens war ein grausamer Beleg dafür, dass konventionelle Polizeimethoden versagen müssen, wenn Verbrecher keine Angst vor dem Tod haben. Diese Erkenntnis markiert den Schluss des Films und sorgt für ein halbwegs versöhnliche Ende: Das Desaster des dilettantischen und daher völlig misslungenen Befreiungsversuch führte zur Gründung der speziell geschulten Einsatztruppe GSG9, die fünf Jahre später in Mogadischu erfolgreich die Entführung einer Lufthansa-Maschine beendete.
1972 aber war weit und breit kein Profi in Sicht. Das amateurhafte Verhalten der Polizei bereitet fast schon körperliche Qualen. Dabei haben Martin Rauhaus (Buch) und Dror Zahavi (Regie) es nicht einmal darauf abgesehen, die Mitglieder des Krisenstabs bloßzustellen; auch wenn der von Heino Ferch als großkotziger Popanz verkörperte Polizeipräsident eine peinliche Fehleinschätzung an die andere reiht. Die Identifikationsfiguren im Zentrum müssen naturgemäß aus anderem Holz geschnitzt sein: Eine als Ordnungskraft eingesetzte Polizistin (Bernadette Heerwagen) und ein polizeilicher Hubschrauberpilot (Felix Klare) repräsentieren ein neues Deutschland, das der Welt beweisen will, wie sehr sich dieses Land 27 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gewandelt hat; ein Versprechen, das in dieser Form erst beim deutschen "Sommermärchen" während der Fußball-WM 2006 eingelöst werden konnte.
Mit den Spielen und den damit verbundenen Hoffnungen hält sich der Film allerdings nur kurz auf. Die heitere Stimmung weicht alsbald blutigem Ernst, als sich zeigt, dass die Polizei nicht einmal theoretisch auf eine Geiselnahme vorbereitet ist. Eventuelle Konflikte sollten vor allem weggelächelt werden. Nonchalant tut der Polizeipräsident im Prolog das Planspiel eines Kriminalpsychologen (Kai Lentrodt), der genau dieses Szenario entwirft, als realitätsfremd ab. Trotz dieser offenkundigen Borniertheit sind der Polizeichef und seine Kollegen eher tragische als lächerliche Figuren. Diese jederzeit spürbare Haltung der Filmemacher, schlichte Schwarzweißmalereien zu vermeiden, führt auch zu einer differenzierten Sicht auf die Terroristen. Anders als etwa in "Mogadischu" (ebenfalls teamWorx) sind die Geiselnehmer keine brutalen Barbaren, woran wiederum die Figur Anna großen Anteil hat: Weil sie sich als Unterhändlerin zur Verfügung stellt, kann Anführer Issa (Shredi Jabarin) ihr die Gründe für den Kampf der Palästinenser gegen die Israelis erläutern.
Der Film konzentriert sich ohnehin auf die handelnden Personen. Trotz eines Etats von rund vier Millionen Euro halten sich die Schauwerte in Grenzen. Umso entscheidender sind die Schauspieler. Natürlich ist "München 72" auch ein Thriller von großer Spannung. Doch neben der Gänsehaut auslösenden biografischen Betroffenheit, die verfilmte Ereignisse der jüngeren Zeitgeschichte automatisch bewirken, sind es vor allem die Darsteller, die die große Qualität dieses Dramas ausmachen. Herausragend in jeder Hinsicht ist dabei der fast zwei Meter große Stephan Grossmann, der für teamWorx schon den jungen Helmut Kohl unnachahmlich verkörpert hat ("Der Mann aus der Pfalz"); hier spielt er Hans-Dietrich Genscher, den damaligen Innenminister. Ähnlich markant: Benjamin Sadler als Ulrich K. Wegener, Chef der späteren GSG9, und Arnd Klawitter als Einsatzleiter. tpg.
Die olympischen Sommerspiele sollten ein freundschafltiches Sport-Highlight für alle Nationen werden. Jedoch endete durch die Geiselnahme der israelischen Sportler alles in einer Tragödie. Das Attentat in München stellt die Stunde Null des internationalen Terrorismus dar.
München 1972: Die Austragung der Olympiade soll der Welt ein neues, ein anderes Deutschland zeigen: den Geist von München - weltoffen, locker und frei. Doch dann geschieht das Unfassbare: In den frühen Morgenstunden des 5. September dringen palästinensische Terroristen in das Olympische Dorf ein und stürmen das Quartier des israelischen Teams. Nur kurz darauf finden Sicherheitskräfte einen toten Israeli. Das restliche Team befindet sich in den Händen von Männern, die offenbar nichts zu verlieren haben. Als der Anführer des Terrorkommandos nach einem Verhandlungspartner verlangt, meldet sich die junge Polizistin Anna Gerbers, die ursprünglich als Ordnerin für die Spiel nach München kam, freiwillig. Die Forderungen der Palästinenser sind ebenso eindeutig wie unerfüllbar: die Befreiung von 200 Kampfgenossen sowie freien Abzug. In einem verzweifelten Wettlauf gegen die Zeit und um das Leben der Geiseln gelingt es Anna mehrmals, die Kidnapper zum Aufschub ihres Ultimatums zu bewegen - während der Befreiungsversuch vorbereitet wird. Alle Beteiligten kommen an ihre Grenzen und müssen erkennen, dass sie es mit Terroristen zu tun haben, die ihre Tat minutiös vorausgeplant haben. Die Ereignisse von München enden tragisch - und werden doch Leben retten: unmittelbar danach wird eine neuen Spezialeinheit gegründet. Es ist die GSG-9, die fünf Jahre später in Mogadischu die Passagiere an Bord der "Landshut" befreien wird.
Quelle: Universum Film
| Darsteller: | Bernadette Heerwagen | als Anna Gerbers | |
|---|---|---|---|
| Felix Klare | als Michael Bruckner | ||
| Heino Ferch | als Polizeipräsident Dieter Waldner | ||
| Benjamin Sadler | als Adjutant Ulrich K. Wegener | ||
| Stephan Grossmann | als Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher | ||
| Christoph Zrenner | als Walter Tröger, Bürgermeister Oly. Dorf | ||
| Rainer Bock | als Bruno Merk, Innenminister Bayern | ||
| Arnd Klawitter | als Hans Struck | ||
| Shredi Jabarin | als Issa-Lutif Affif | ||
| Esther Zimmering | als Ankie Spizer | ||
| Pasquale Aleardi | als André Spizer | ||
| Friedrich von Thun | als Werner Bruckner | ||
| Arnd Schimkat | als Oly | ||
| Barbara Messner | als Meike | ||
| George Lenz | |||
| Regie: | Dror Zahavi | ||
| Buch: | Martin Rauhaus | ||
| Musik: | Ulrich Reuter | ||
| Kamera: | Gero Steffen | ||
| Produzent: | Prof. Nico Hofmann | ||
| Ariane Krampe | |||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Bildformat: 1:1,78/16:9
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