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München

Dramatischer Politthriller um die geheimen Vergeltungsmanöver der Israelis nach dem Olympiade-Attentat 1972.


München

Leihvideo

Erhältlich seit:
03.08.2006

Originaltitel: Munich

Drama/ Thriller

USA 2005
Laufzeit: 157 Min.
FSK: ab 16

Eric Bana
Daniel Craig
Geoffrey Rush

Regie: Steven Spielberg
Universal Pictures Germany

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Hollywoods größter Erfolgsregisseur widmet sich dem Thema Terrorismus. Das Ergebnis ist meisterlich - wie zu erwarten.

Der israelische Geheimagent Avner wird vom Mossad-Polizisten Ephraim informiert (Foto: UIP) Großansicht

Der israelische Geheimagent Avner wird vom Mossad-Polizisten Ephraim informiert (Foto: UIP)

Manchmal scheint es, als sei Steven Spielberg einfach faul. Zwar beherrscht der erfolgreichste Regisseur in der Geschichte Hollywoods die Mittel seines Handwerks virtuos, doch in den Filmen der letzten Jahren setzte er nur noch Teile seines Arsenals ein. Mit "München" ändert sich das endlich wieder.

Mit einer Intensität und Nuanciertheit, wie sie seit "Schindlers Liste" nicht mehr in seinem Oeuvre zu finden war, entfaltet Spielberg ein beklemmendes, vielschichtiges Thriller-Szenario, das weit über die Klischees des Genres hinausgeht.

Die Geschehnisse des Olympia-Anschlags 1972, bei dem palästinensische Terroristen elf Israelis ermordeten, bilden die Triebfeder der Geschichte.

Der israelische Geheimdienst ist gut unterrichtet (Foto: UIP) Großansicht

Der israelische Geheimdienst ist gut unterrichtet (Foto: UIP)

Fragen über Gewalt

Die eigentliche Handlung konzentriert sich auf die Racheaktion der israelischen Regierung, die ein Killerkommando auf die Hintermänner des Attentats ansetzt.

Dabei zeigt Spielberg aber nicht nur wirkungsvolle Spannungseffekte, er stellt auch den Sinn von Vergeltung in Frage. So gelingt ihm ein moderner Suspense-Klassiker, der zugleich packt und provoziert.

München

Auge um Auge, Zahn um Zahn - kann es beim lange andauernden Rachekonflikt zwischen Israelis und Palästinensern jemals einen Sieger geben? Diese kritische Frage greift Steven Spielberg mit seinem dramatischen Politthriller um die geheimen Vergeltungsmanöver der Israelis nach dem Olympiade-Attentat 1972 nuanciert und packend inszeniert auf.

Der 5. September 1972 war ein dunkler Tag in der Weltgeschichte, als acht Angehörige der Terrorgruppe "Schwarzer September" ins Olympiadorf einfielen, elf israelische Athleten gefangen nahmen und sie innerhalb von 24 Stunden ermordeten. Die Geiselnahme bildet den aufwühlenden Ausgangspunkt für Steven Spielbergs "München", dem mit Hilfe echter Nachrichteneinblendungen und penibler Detailgenauigkeit bezüglich der Ära ein Höchstmaß an Dramatik und Authentizität verliehen wurde. Die Gesamtheit der tragischen Ereignisse wird jedoch erst nach und nach mit Rückblenden-Zwischenschnitten offenbart, die gleichzeitig die zunehmend zerrüttete psychische Verfassung des Protagonisten Avner ("Hulk" Eric Bana stemmt mühelos gewichtige Emotionen) widerspiegeln. Der patriotische Mossad-Agent wird zu Beginn von Premierministerin Golda Meir höchstpersönlich beauftragt, inoffiziell den Tod der Athleten zu rächen und elf Drahtzieher des Attentats auszuschalten. Dafür stehen ihm nahezu unbegrenzte Summen und ein Team von vier Spezialisten (Fahrer, Dokumentefälscher, Bombenexperte und "Aufräumer") zur Verfügung. Ihr erstes Ziel ist ein scheinbar harmloser Schriftsteller in Rom, weitere Attacken, entweder mit Explosionsmaterial oder Schusswaffen ausgetragen, führen quer durch Europa und den Nahen Osten. Die Namen der Abschussliste erkauft sich Avner von einer undurchsichtigen "French Connection", dem "Informationsdealer" Louis, der möglicherweise auch mit der Gegenseite arbeitet. Denn nach mehreren gelungenen Tötungen wird ihr eigenes Team angegriffen und drastisch dezimiert. Alldieweil zweifelt Avner immer mehr am Sinn der Aktionen.

Der moralische Konflikt ist das (blutende) Herzstück des in klassisch europäischer Tradition konstruierten Thrillers. Die Vermittlung dieses Dilemmas fällt Bana zu, da er die einzige mehrdimensionale Figur mit Frau, Kind und erkennbarem Gewissen ist. Humor und Kameradschaftlichkeit innerhalb des Teams (darunter der zukünftige "007" Daniel Craig, der sein beträchtliches Charisma unter Beweis stellt) kreieren eine gewisse Gegenbalance zum zwangsläufig etwas monotonen Zehn-Kleine-Negerlein-Plotprinzip. Dieser Aspekt wird von einem versierter Regisseur wie Spielberg dennoch beeindruckend mit geradezu greifbarer Energie und nervenaufreibender Intensität umgesetzt, die an Suspense-Großmeister Hitchcock erinnert. Die exzellente Kameraarbeit, die sich am geradlinigen Stil von 70er-Jahre-Thrillern à la "French Connection" orientiert, steuerte Spielbergs langjähriger Mitstreiter Janusz Kaminski bei. Erstmals mit der Regieikone arbeiteten hingegen Eric Roth ("Ali") und "Angels in America"-Autor Tony Kushner. Ihre lose Adaption von George Jones' Buch "Vengeance" ist eine komplexe Moralfabel, die mit ihren universellen Themen von Terrorismus und seiner Bekämpfung auch im aktuellen weltpolitischen Kontext relevant ist. Dabei wird nicht eine Seite verherrlicht, sondern auch Raum für eine Stellungsnahme der Gegenseite gelassen. So darf ein PLO-Agent auch seine triftigen Beweggründe für den Kampf um Freiheit und eine Heimat einbringen. Diese gewisse Ambivalenz brachte Spielberg die Kritik jüdischer Hardliner ein, die ihn deshalb als "keinen Freund von Israel" bezeichneten. Dabei ging es dem missverstandenen Filmemacher doch erklärterweise darum, eine Friedensbotschaft zu vermitteln: Wenn man nur den Film sprechen lässt, kommt sie auch an. ara.

Darsteller:  Eric Bana   als Avner Kauffman
  Daniel Craig   als Anwalt Steve Cake
  Geoffrey Rush   als Ephraim
  Mathieu Kassovitz   als Robert
  Ciarán Hinds   als Carl
  Hanns Zischler   als Hans
  Ayelet Zorer   als Daphna
  Michael Lonsdale   als Papa
  Mathieu Amalric   als Louis
  Gila Almagor   als Avners Mutter
  Moritz Bleibtreu   als Andreas
  Marie-Josée Croze   als Jeanette
  Oded Teomi   als Mossad Mitarbeiter
  Meret Becker   als Yvonne
  Yvan Attal   als Tony
  Lynn Cohen   als Golda Meir
  Sharon Alexander   als General Nadev
  Omar Metwally   als Ali
  Bijan Daneshmand  
 
Regie:  Steven Spielberg  
Buch:  Tony Kushner  
  Eric Roth  
  Charles Randolph  
Musik:  John Williams  
Kamera:  Janusz Kaminski  
Produzent:  Kathleen Kennedy  
  Steven Spielberg  
  Barry Mendel  
  Colin Wilson  

Craig ohne Schneidezähne

Ein echter Bond kennt keinen Schmerz.

Das Aus kam in der ersten Runde: Daniel Craig (Foto: Sony Pictures) Großansicht

Das Aus kam in der ersten Runde: Daniel Craig (Foto: Sony Pictures)

Armer Daniel Craig - nachdem sich vor allem britische Medien schon des Öfteren über ihn lustig gemacht haben, sorgt er nun erneut für schadenfrohe Schlagzeilen: Bereits beim Dreh der ersten Actionszene des neuen Bond-Films "Casino Royale" in Prag musste der Schauspieler schwere Prügel einstecken.

Nach Informationen einer britischen Zeitung wurden dem blonden Darsteller aus "München" von einem Stuntman aus Versehen zwei Zähne ausgeschlagen. "Der Hieb war so heftig, dass Daniel benommen zurücktaumelte", so ein Augenzeuge. "Er presste eine Hand gegen den Mund, aber das Blut quoll zwischen seinen Fingern hervor. Es war furchtbar!"

007 beim Zahnarzt

Die Verletzung stellte sich als so schwer heraus, dass Craigs persönlicher Zahnarzt Rod McNeil aus London eingeflogen wurde. Dieser verpasste dem benommenen Star zwei Kronen und ordnete an, dass er künftige Kampfszenen nur noch mit einem Mundschutz drehen dürfe.

Zwar hatten die Drehbuchschreiber von "Casino Royale" geplant, den neuen James Bond verletzlicher wirken zu lassen als seine Vorgänger - so wörtlich aber haben sie es dann wohl doch nicht gemeint...

 

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