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Leihvideo
Erhältlich seit:
03.08.2006
Originaltitel: Munich
USA 2005
Laufzeit: 157 Min.
FSK: ab 16
Eric Bana
Daniel Craig
Geoffrey Rush
Regie: Steven Spielberg
Universal Pictures Germany

Auge um Auge, Zahn um Zahn - kann es beim lange andauernden Rachekonflikt zwischen Israelis und Palästinensern jemals einen Sieger geben? Diese kritische Frage greift Steven Spielberg mit seinem dramatischen Politthriller um die geheimen Vergeltungsmanöver der Israelis nach dem Olympiade-Attentat 1972 nuanciert und packend inszeniert auf.
Der 5. September 1972 war ein dunkler Tag in der Weltgeschichte, als acht Angehörige der Terrorgruppe "Schwarzer September" ins Olympiadorf einfielen, elf israelische Athleten gefangen nahmen und sie innerhalb von 24 Stunden ermordeten. Die Geiselnahme bildet den aufwühlenden Ausgangspunkt für Steven Spielbergs "München", dem mit Hilfe echter Nachrichteneinblendungen und penibler Detailgenauigkeit bezüglich der Ära ein Höchstmaß an Dramatik und Authentizität verliehen wurde. Die Gesamtheit der tragischen Ereignisse wird jedoch erst nach und nach mit Rückblenden-Zwischenschnitten offenbart, die gleichzeitig die zunehmend zerrüttete psychische Verfassung des Protagonisten Avner ("Hulk" Eric Bana stemmt mühelos gewichtige Emotionen) widerspiegeln. Der patriotische Mossad-Agent wird zu Beginn von Premierministerin Golda Meir höchstpersönlich beauftragt, inoffiziell den Tod der Athleten zu rächen und elf Drahtzieher des Attentats auszuschalten. Dafür stehen ihm nahezu unbegrenzte Summen und ein Team von vier Spezialisten (Fahrer, Dokumentefälscher, Bombenexperte und "Aufräumer") zur Verfügung. Ihr erstes Ziel ist ein scheinbar harmloser Schriftsteller in Rom, weitere Attacken, entweder mit Explosionsmaterial oder Schusswaffen ausgetragen, führen quer durch Europa und den Nahen Osten. Die Namen der Abschussliste erkauft sich Avner von einer undurchsichtigen "French Connection", dem "Informationsdealer" Louis, der möglicherweise auch mit der Gegenseite arbeitet. Denn nach mehreren gelungenen Tötungen wird ihr eigenes Team angegriffen und drastisch dezimiert. Alldieweil zweifelt Avner immer mehr am Sinn der Aktionen.
Der moralische Konflikt ist das (blutende) Herzstück des in klassisch europäischer Tradition konstruierten Thrillers. Die Vermittlung dieses Dilemmas fällt Bana zu, da er die einzige mehrdimensionale Figur mit Frau, Kind und erkennbarem Gewissen ist. Humor und Kameradschaftlichkeit innerhalb des Teams (darunter der zukünftige "007" Daniel Craig, der sein beträchtliches Charisma unter Beweis stellt) kreieren eine gewisse Gegenbalance zum zwangsläufig etwas monotonen Zehn-Kleine-Negerlein-Plotprinzip. Dieser Aspekt wird von einem versierter Regisseur wie Spielberg dennoch beeindruckend mit geradezu greifbarer Energie und nervenaufreibender Intensität umgesetzt, die an Suspense-Großmeister Hitchcock erinnert. Die exzellente Kameraarbeit, die sich am geradlinigen Stil von 70er-Jahre-Thrillern à la "French Connection" orientiert, steuerte Spielbergs langjähriger Mitstreiter Janusz Kaminski bei. Erstmals mit der Regieikone arbeiteten hingegen Eric Roth ("Ali") und "Angels in America"-Autor Tony Kushner. Ihre lose Adaption von George Jones' Buch "Vengeance" ist eine komplexe Moralfabel, die mit ihren universellen Themen von Terrorismus und seiner Bekämpfung auch im aktuellen weltpolitischen Kontext relevant ist. Dabei wird nicht eine Seite verherrlicht, sondern auch Raum für eine Stellungsnahme der Gegenseite gelassen. So darf ein PLO-Agent auch seine triftigen Beweggründe für den Kampf um Freiheit und eine Heimat einbringen. Diese gewisse Ambivalenz brachte Spielberg die Kritik jüdischer Hardliner ein, die ihn deshalb als "keinen Freund von Israel" bezeichneten. Dabei ging es dem missverstandenen Filmemacher doch erklärterweise darum, eine Friedensbotschaft zu vermitteln: Wenn man nur den Film sprechen lässt, kommt sie auch an. ara.
| Darsteller: | Eric Bana | als Avner Kauffman | |
|---|---|---|---|
| Daniel Craig | als Anwalt Steve Cake | ||
| Geoffrey Rush | als Ephraim | ||
| Mathieu Kassovitz | als Robert | ||
| Ciarán Hinds | als Carl | ||
| Hanns Zischler | als Hans | ||
| Ayelet Zorer | als Daphna | ||
| Michael Lonsdale | als Papa | ||
| Mathieu Amalric | als Louis | ||
| Gila Almagor | als Avners Mutter | ||
| Moritz Bleibtreu | als Andreas | ||
| Marie-Josée Croze | als Jeanette | ||
| Oded Teomi | als Mossad Mitarbeiter | ||
| Meret Becker | als Yvonne | ||
| Yvan Attal | als Tony | ||
| Lynn Cohen | als Golda Meir | ||
| Sharon Alexander | als General Nadev | ||
| Omar Metwally | als Ali | ||
| Bijan Daneshmand | |||
| Regie: | Steven Spielberg | ||
| Buch: | Tony Kushner | ||
| Eric Roth | |||
| Charles Randolph | |||
| Musik: | John Williams | ||
| Kamera: | Janusz Kaminski | ||
| Produzent: | Kathleen Kennedy | ||
| Steven Spielberg | |||
| Barry Mendel | |||
| Colin Wilson | |||
München in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Einführung, Featurette
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