
Die 19-jährige Agnes kehrt in das Berliner Sommerhaus zurück, in dem sie aufwuchs. Dort trifft sie den Jungen, in den sie sich damals verliebt hat und den sie insgeheim immer noch liebt. Doch Konstantin ist ein auf sich selbst bezogener Schriftsteller geworden und befindet sich damit in bester Gesellschaft: Seine Mutter ist eine narzisstische Schauspielern, sein Onkel liegt im Sterben und zeigt keinerlei Interesse an seiner Umwelt. Er herrscht Sprachlosigkeit zwischen ihnen. Agnes erkennt, dass sie ihren eigenen Weg gehen muss.
Angela Schanelec, Meisterin des schweren Kunstfilms, adaptiert Tschechows "Die Möwe", ließ von der Vorlage mit Ausnahme der Rahmenhandlung aber nicht viel übrig. Ungewöhnlich konventionell, aber nicht weniger anspruchsvoll und nur eigenen Gesetzen folgend, verdichtete sie die Handlung auf zwei Nachmittage in einer Berliner Villa und verzichtet auf Zeit- und Ortssprünge. Das architektonische Kino eines Antonioni und Godard in seiner humorlosesten Phase standen offenkundig Pate. Harter Tobak für Arthouse-Fans.