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Nachtgestalten

Melancholische Großstadt-Odyssee in einer Nacht in Berlin von einer Handvoll Menschen am Rande der Gesellschaft.


Nachtgestalten

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Erhältlich seit:
08.02.2005

Drama

Deutschland 1998
Laufzeit: 99 Min.
FSK: ab 12

Meriam Abbas
Dominique Horwitz
Oliver Bäßler

Regie: Andreas Dresen
Kinowelt Home Entertainment

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Nachtgestalten

Im nächtlichen Großstadtdschungel Berlins erlebt das Obdachlosenpaar Hanna und Victor ein Glücksgefühl, als es einen Hundert-Mark-Schein findet und sich daraufhin eine Nacht in einer Pension mit Bad leistet. Der naive Bauer Jochen dagegen trifft auf die Prostituierte Patty, die ihm erst das Nachtleben zeigt, um ihn dann um seinen Geldbeutel zu erleichtern. Und schließlich ist da noch der gestresste Angestellte Peschke, der sich als Mann der Tat erweist, als es gilt, einen am Flughafen nicht abgeholten, afrikanischen Jungen zu Hause abzuliefern.

Teils höchst vergnüglicher, teils nachdenklich stimmender Großstadtreigen, in dem der talentierte Autor und Regisseur Andreas Dresen verschiedendste Episoden virtuos zu einem Ganzen zusammenführt. Dabei entsteht ein authentisches, ungeschminktes, ehrliches Bild über Berlin und seine Bewohner - aus der Untersicht betrachtet. Vorzügliche Schauspieler - Michael Gwisdek gewann auf der Berlinale '99 den Darstellerpreis - runden die ungewöhnliche Mixtur aus Drama und Komödie ab. Das aufgeschlossenere Publikum wird bei "Nachtgestalten", einem der besten deutschen Filmen der letzten Jahre, begeistert zugreifen.

Nachtgestalten

Filme der Nacht haben oft ein narkotisierendes Flair. Nicht so der zweite Film von Andreas Dresen ("Stilles Land", 1992), der während seiner nächtlichen Drehs mit kleinem Team und Handkamera in und um Berlin eine authentische Wirkung erzielte, die die des ähnlich gelagerten "Fette Welt" übertrifft. Dresens Ansatz ist rauher, direkter und ohne falsche Versprechungen und bleibt bewußt konzentriert auf drei große Reisen in jener Nacht, als der Papst nach Berlin kam. Der bittere Ton der ungeschminkten Realität ist zugleich die ehrliche Attraktion von Dresens kleinen Fluchten durch die Metropole.

Drei Geschichten um drei Paare verbinden sich ohne gewollte Modellhaftigkeit zu Variationen einer Großstadt-Odyssee. Die Pennerin Hanna (Meriam Abbas) findet hundert Mark und will mit Lover Victor (Dominique Horwitz als Clochard mit Gutmütigkeitsbonus) wenigstens eine Nacht in einem Hotelzimmer mit Bad verbringen, was auf groteske Weise erst scheitert und sich dann anders als erwartet erfüllt. Bauer Jochen (Oliver Bäßler als Kuhhirt mit romantischen Träumen von der großen Welt) trifft, nachdem ihm bereits auf dem Bahnhof seine Tasche gestohlen wurde, auf dem Straßenstrich auf Patty (Susanne Bormann), die ihm für 500 Mark das Nachtleben zeigen soll und die ihn bis zum Abschied mehrfach um Geld und Illusionen erleichtert.

Während diese Geschichte gelegentlich zu deutlich ihre Sicht der kalten, verregneten und scheußlichen Sackgassennacht entwickeln, besitzt die dritte gewissermaßen "Licht am Ende des Tunnels". Der verdient als Bester Darsteller auf der Berlinale ausgezeichnete Michael Gwisdek ("Der Tangospieler") spielt ohne Larmoyanz und mit trockenem Humor den Altyuppie Hendrik Peschke, der sich bereits auf dem absteigenden Ast seiner Karriere befindet. Er erweist sich unter seiner rauhen Schale als Mann der Tat, als es gilt, einen am Flughafen nicht abgeholten schwarzen Racker zuhause abzuliefern. Gwisdek macht mit seiner Leistung sein verkorkstes "Mambospiel" des letzten Jahres vergessen. ger.

Darsteller:  Meriam Abbas   als Hanna
  Dominique Horwitz   als Victor
  Oliver Bäßler   als Jochen
  Susanne Bormann   als Patty
  Michael Gwisdek   als Peschke
  Ricardo Valentim   als Feliz
  Ade Sapara   als Ricardo
  Imogen Kogge   als Rita
  Horst Krause   als Taxifahrer
  Axel Prahl   als Polizist
 
Regie:  Andreas Dresen  
Buch:  Andreas Dresen  
Musik:  Cathrin Pfeifer  
  Rainer Rohloff  
Kamera:  Andreas Höfer  
Produzent:  Peter Rommel  
 

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