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Nanny Diaries

Milieukritische Dramedy um ein Kindermädchen in Manhattans High Society.


Nanny Diaries

Leihvideo

Erhältlich seit:
11.03.2009

Originaltitel: The Nanny Diaries

Komödie/ Drama

USA 2006
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)

Scarlett Johansson
Laura Linney
Paul Giamatti

Regie: Shari Springer Berman, ...
Senator Home Entertainment

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Eigentlich sucht sie nur einen Job, doch dann findet Nanny Scarlett Johansson ausgerechnet an Manhattans Upper East Side Mr. Right.

Annie und Grayer haben keinen Bock auf die Society (Foto: Central) Großansicht

Annie und Grayer haben keinen Bock auf die Society (Foto: Central)

In Afrika gibt es ein Sprichwort, das sagt: "Man braucht ein ganzes Dorf um ein Kind groß zu ziehen." Beim überzüchteten Stamm der Millionärsgattinen an New Yorks Upper East Side reicht dazu eine einzige Person: die Nanny! Dieses Schicksal ereilt Annie Braddock (Scarlett Johansson), die nach ihrem College-Abschluss in New Jersey einfach nicht weiß, was sie machen soll, und ihr erstes Bewerbungsgespräch in Manhattan gründlich in den Sand setzt.

Den zufälligen Zusammenprall mit dem fünfjährigen Grayer im Central Park nimmt sie als Wink des Schicksals: Seine gestresste, hochkultivierte Mom sucht händeringend ein neues Kindermädchen, und so wird aus Annie: Nanny.

Ihr neuer Lebensinhalt: erstens den verzogenen Sprössling der High-Society-Familie unter Kontrolle halten, zweitens sich gegen die versnobte Mrs. X (großartig: Laura Linney) behaupten, die Annie wie ihre Dienstmagd behandelt und mit der Aufrechterhaltung des schönen Scheins ihrer Ehe vollauf beschäftigt ist, und drittens Mr. X aus dem Weg gehen, der sich nur für Business und Geliebte interessiert.

Mrs. X hält ihre Scheinwelt am Leben (Foto: Central) Großansicht

Mrs. X hält ihre Scheinwelt am Leben (Foto: Central)

Chaos statt Charity

Als sich Annie und Grayer gegen ein Leben mit Lunchverabredungen, Charity-Dinnern, Yoga-Stunden und Tofu-Gerichten verbünden und auch noch der schnuckelige Nachbar mitmischt, ist das Chaos perfekt.

Das "American Splendor"-Team Robert Pulcini und Shari Springer Berman adaptierten den Bestseller "Die Tagebücher einer Nanny" mit viel Humor, satirischen Seitenhieben auf die Glamour-Society à la "Der Teufel trägt Prada" und einem kräftigen Schuss Romantik. Das blendend aufgelegte Spitzen-Ensemble dankt es ihnen - Fun pur.

Nanny Diaries

Milieukritische Dramedy, die dem sarkastischen High-Society-Exposé "Der Teufel trägt Prada" hinterher stöckelnd, vom sklavischen Leben eines Kindermädchens in Manhattan erzählt.

Als Vorlage diente gleichfalls ein zum Bestseller avancierter Chick-Lit-Schlüsselroman (von Emma McLaughlin und Nicola Kraus), der nun vom "American Splendor"-Team Robert Pulcini und Shari Springer Berman mit kinotauglichen Änderungen adaptiert und inszeniert wurde.

Statt (wie im Buch) Erfahrung als Babysitterin, hat Protagonistin Annie Braddock (Scarlett Johansson) ein abgeschlossenes Anthropologiestudium, was witzig-clevere Analogien ermöglicht. So sitzt Annie im Naturkundemuseum vor (imaginären) Dioramen und sinniert im Voiceover (ihr zumeist drolliger Kommentar führt durch den gesamten Film) über die ausgestellten Spezies, wie die der Manhattaner Fashionista oder der Power-Anwältin. Unsicher, welche Bahn sie selbst einschlagen soll, wird ihr ein Job als Kindermädchen angeboten, als der fünfjährige Grayer (Nicholas Reese Art) im Central Park mit ihr zusammenprallt. Ihre neue Arbeitgeberin Mrs. X (Laura Linney) erweist sich alsbald als snobistischer Kontrollfreak, die Annie mit freundlich lächelnder Herablassung wie ihre persönliche Dienstmagd behandelt. Mr. X (Paul Giamatti aus "Sideways" hervorragend gegen den Strich besetzt) wird als arroganter Wall-Street-Macher skizziert, der nur Interesse fürs Geschäft und die Geliebte hat. Der kleine Grayer, der von seiner Mutter wie ein Accessoire behandelt wird, leidet unter der Vernachlässigung seiner Eltern. Daher schließt er nach anfänglichem Trotzgebaren seine Nanny Annie ins Herz. Sie erwidert seine Zuneigung und behält aus Mitgefühl zum Kleinen den unerträglichen Job, auch als ihr neuer Freund mit dem Spitznamen Harvard Hottie (Chris Evans aus "Fantastic Four") sie deswegen nicht versteht. Beim Sommerurlaub der Familie X auf Nantucket kommt es schließlich zum emotionalen Eklat, der Annie um einige Lebenserfahrung reicher macht.

Johannsson wird mit braunem Haar auf unscheinbares Mäuschen gestylt und fungiert t als Identifikationsfigur. Linney glänzt in ihrer Rolle der unerträglich selbstsüchtigen Millionärsgattin, hinter deren kühlen Fassade sich eine tiefe Verletzlichkeit verbirgt. Damit wird sie menschlicher als im Buch porträtiert. Erhalten geblieben sind die ätzenden Beschreibungen vom ebenso selbstgefälligen wie sinnentleerten Alltag der Societydamen, denen alles wichtiger scheint als die eigenen Kinder. Somit bieten die Filmemacher in wohl bemessenen Dosen Humor, Herzschmerz, Satire, ein wenig Romantik und selbst ein paar Fantasymomente. Denn sie weben hübsche Referenzen zur klassischen Übernanny "Mary Poppins" ein, an deren zeitlosem Charme sie nicht heranreichen. ara.

Darsteller:  Scarlett Johansson   als Annie Braddock
  Laura Linney   als Mrs. X
  Paul Giamatti   als Mr. X
  Donna Murphy   als Judy Braddock
  Alicia Keys   als Lynette
  Chris Evans   als Harvard Hottie
  Nathan Corddry   als Calvin
  Cady Huffman   als Scheidungs-Mutter
  Brande Roderick   als Tanya
  Judith Roberts   als Milicent
  Sakina Jaffrey   als Sima
  Heather Alicia Simms   als Murnel
  Julie White   als Jane Gould
  James Urbaniak   als Erziehungsberater
  Nina Garbiras   als Miss Chicago
  Alison Wright   als Bridget
 
Regie:  Shari Springer Berman  
  Robert Pulcini  
Buch:  Robert Pulcini  
  Shari Springer Berman  
Musik:  Mark Suozzo  
Kamera:  Terry Stacey  
Produzent:  Richard N. Gladstein  
 

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