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Napola - Elite für den Führer

Historisches Drama, in dem sich ein 16-jähriger Schüler zunächst vom Nazi-Regime verführen lässt und dann an einem Eliteinternat Zweifel am System entwickelt.


Napola - Elite für den Führer

Leihvideo

Erhältlich seit:
14.07.2005

Drama

Deutschland 2004
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12

Max Riemelt
Tom Schilling
Devid Striesow

Regie: Dennis Gansel
Highlight Communications (Deutschland)

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Dennis Gansel erzählt von einer bewegenden Jungenfreundschaft hinter den Mauern von Hitlers Kaderschmieden: bewegend und brisant.

Vom Arbeiter-Sohn zum privilegierten Nazi-Nachwuchs: Friedrich mit Freund Albrecht (Foto: Constantin) Großansicht

Vom Arbeiter-Sohn zum privilegierten Nazi-Nachwuchs: Friedrich mit Freund Albrecht (Foto: Constantin)

In seinen "Nationalpolitischen Erziehungsanstalten" (Napolas) verfolgte Hitler seine Schreckensvision von der Züchtung neuer Herrenmenschen. Bis 1945 sollten dort über 15.000 Jungen mit militärischem Drill zu treu ergebenen Dienern des Regimes geformt werden.

Regisseur Dennis Gansel ("Mädchen, Mädchen") greift dieses brisante, bislang wenig beachtete Thema auf - und stellt die universelle Gewissensfrage: Was hätten wir getan?!

Der 17-jährige Friedrich (Max Riemelt) wächst im schäbigen Arbeiterviertel Berlin Wedding auf. Sein Box-Talent öffnet ihm die Türen zur Napola Allenstein - eine einmalige Gelegenheit!

Der grausame Lehrplan fordert auch die Mutprobe unter dem Eis (Foto: Constantin) Großansicht

Der grausame Lehrplan fordert auch die Mutprobe unter dem Eis (Foto: Constantin)

Blendende Aussichten

Obwohl auf dem Elite-Internat sadistische Lehrmethoden und ideologischer Zwang herrschen, lässt sich Friedrich vom Luxus und der Aussicht auf eine große Karriere blenden.

Erst durch seine Freundschaft mit dem sensiblen Albrecht (Tom Schilling) wird ihm klar, dass er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Ein aufwühlender Stoff um jugendliche Verführung in der NS-Zeit - brillant gespielt, ergreifend und spannend inszeniert.

Napola - Elite für den Führer

Das Warten hat sich gelohnt: Nach der Fingerübung in leichter Komödie "Mädchen, Mädchen" (2000) gelingt Dennis Gansel mit seinem zweiten Kinofilm ein Schwergewicht von Drama. Den rauen Alltag in einer Eliteschule der Nazis um 1942 schildert er in bewegenden, schockierenden auch amüsanten Momenten, die sich ins Gedächtnis graben.

Ihm gelingt dabei die Gratwanderung, das Publikum zu unterhalten, aber auch dem Ernst des Themas und der Psychologie der Figuren gerecht zu werden. Anders als die auf historischen Persönlichkeiten beruhenden, aktuellen Filme über den Nationalsozialismus "Der Untergang", "Der neunte Tag" und "Sophie Scholl - Die letzten Tage" erzählt Gansel die fiktive Geschichte zweier scheinbar gegensätzlicher, befreundeter Schüler. Allerdings ließ er sich dazu von den Erfahrungen seines Großvaters inspirieren, der Ausbilder an einer Reichskriegsschule war. Zwei Jahre tüftelte er mit Koautorin Maggie Peren am Drehbuch, das 2003 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde, und drehte einen Film, der gleich in mehreren Kategorien preiswürdig ist.

Der eine Schüler, der blonde, hochaufgeschossene Friedrich (Max Riemelt wurde für seine Performance in Karlovy Vary ausgezeichnet), stammt aus einer Berliner Arbeiterfamilie und wird vom Sport- und Deutschlehrer (Devid Striesow) der Eliteschule bei einem Boxkampf entdeckt. Friedrich geht gegen den Willen des Vaters nach Burg Allenstein, um der Armut zu entkommen, zur Elite zu gehören. Der andere, der schmächtige, schüchterne Albrecht (Tom Schilling, ebenfalls mit einer hervorragenden Leistung), literarisch begabter Spross eines SS-Hardliners ist nur an der Schule, um den Wünschen des Vaters zu entsprechen. Während Friedrich sich von der Nazi-Ideologie vereinnahmen lässt und beim Boxen sein Mitleid wie befohlen ablegt, regt sich in Albrecht der Widerstand gegen den Vater, das unmenschliche System, das er schließlich in einem Aufsatz anprangert.

Zwei packend inszenierte Schlüsselszenen treiben die Wandlung der Helden voran bis beide auf ihre Art dem unmenschlichen System die Stirn bieten. In der einen Szene wirft sich ein vom Schleifer der Schule (Michael Schenk, macht eindrucksvoll seinem Spitznamen im Film "Peiniger" alle Ehre) gequälter Bettnässer bei einer Übung auf eine Granate, um die Kameraden zu retten; in der anderen werden bei einer nächtlichen Jagd, Flüchtlinge erschossen. Gansel findet passend pathetische Bilder (Kamera: Torsten Breuer) und die entsprechende Musikuntermalung, David Lynchs Leibkomponist Angelo Badalamenti steuerte Motive zum Score bei, um den Zuschauer bei der klassisch erzählten Geschichte emotional mit zu nehmen. Dass dies gelingt, liegt natürlich auch am glaubwürdigen Spiel des Ensembles. Neben den beiden Hauptdarstellern glänzt etwa Justus von Dohnanyi als rheinisches SS-Ekelpaket.

Die Story beginnt ruhig als Internatsgeschichte, in der Naziideologie nur ab und an durchbricht, etwa wenn Friedrich bei der Aufnahme als arischer Typ vermessen wird. Ansonsten gibt es wie in jeder Internatsgeschichte machthungrige, ältere Schüler, die die jüngeren drangsalieren, oder einen Stuben-Clown. Doch Gansel und Peren bauen in ihrem durchstrukturierten Buch mehr und mehr (Tragödien-)Spannung auf. Gansel beweist sein Geschick in der Choreographie von Massen-Szenen beim Frühsport oder beim Essen in der großen Halle, wie in der Inszenierung intimer Szenen zwischen den Freunden oder dynamischer Box-Szenen. Ausstattung und Kostüm tun das ihrige, um die damalige Zeit realistisch wieder zu geben. So ist dem Drama, nachdem es u.a. bei den Filmtagen in Hof gefeiert wurde, ein zahlreiches, auch jüngeres Publikum zu wünschen, das sich für ein nicht so bekanntes Kapitel der Nazigeschichte interessiert, wenn es im gebührenden Abstand zu "Der Untergang" Ende Januar bundesweit in die Kinos kommt. hai.

Darsteller:  Max Riemelt   als Friedrich Weimer
  Tom Schilling   als Albrecht Stein
  Devid Striesow   als Heinrich Vogler
  Joachim Bißmeier   als Dr. Karl Klein
  Justus von Dohnányi   als Gauleiter Heinrich Stein
  Michael Schenk   als Josef Peiner
  Florian Stetter   als Justus von Jaucher
  Alexander Held   als Friedrichs Vater
  Sissy Höfferer   als Friedrichs Mutter
  Jonas Jägermeyr   als Christoph Schneider
  Leon Alexander Kersten   als Tjaden
  Thomas Drechsel   als Hefe
  Martin Goeres   als Siegfried Gladen
  Claudia Michelsen   als Frau Stein/ Albrechts Mutter
  Julie Engelbrecht   als Katharína
  Johannes Zirner   als Torben Send
  Jakob Semotan   als Jungmann 1
  Michael Gerber   als Biologielehrer
  Wolfgang Pregler   als Weltanschauungslehrer
  Michael Lerchenberg   als Lateinlehrer
  Max Dombrowka   als Fritz Weimer
 
Regie:  Dennis Gansel  
Buch:  Dennis Gansel  
  Maggie Peren  
Musik:  Normand Corbeil  
Kamera:  Torsten Breuer  
Produzent:  Molly von Fürstenberg  
  Viola Jäger  
  Harry Kügler  

"Lenin" dominiert Deutschen Filmpreis

Mit insgesamt neun Auszeichnungen war "Good Bye, Lenin!" der große Abräumer beim Deutschen Filmpreis.

Hatte gleich dreifach Grund zur Freude: Daniel Brühl Großansicht

Hatte gleich dreifach Grund zur Freude: Daniel Brühl

Die Ost/West-Dramödie wurde mit dem Filmpreis in Gold und dem Publikumspreis ausgezeichnet. Auch Hauptdarsteller Daniel Brühl erhielt den Publikumspreis. Er wurde außerdem für seinen Leistungen in "Elefantenherz" und "Good Bye, Lenin!" als bester Hauptdarsteller geehrt.

Auch die Preise für die beste Regie und den besten Nebendarsteller gingen an "Good Bye, Lenin!" (Wolfgang Becker, Florian Lukas). Als beste Nebendarstellerin wurde Corinna Harfouch ("Bibi Blocksberg") gefeiert. Eine Lola für die beste Hauptdarstellerin erhielt Hannelore Elsner für ihre Rolle in "Mein letzter Film".

Als bester Dokumentarfilm wurde "Rivers and Tides", als bester Kinder- und Jugendfilm "Das fliegende Klassenzimmer" ausgezeichnet.

In der Kategorie "Drehbuch" gingen die Preise an Almut Getto ("Fickende Fische") sowie Maggie Peren und Dennis Gansel ("Napola").

Zwei Filmpreise in Silber erhielten "Nackt" (Regie: Doris Dörrie) und Hans-Christian Schmids "Lichter", als bester ausländischer Film wurde Stephen Daldrys "The Hours" gewürdigt.

» Alle Preisträger

 

Napola - Elite für den Führer in der Fotoshow

 

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Max Riemelt

Deutscher Schauspieler. Als ein deutscher Jedermann mit zurückhaltender Körpersprache, erstaunt neugierigem Blick und fest entschlossen, die Welt...

 

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