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Neues vom Wixxer

Das Kreativ-Team um Oliver Kalkofe zündet mit seiner zweiten Edgar-Wallace-Persiflage ein Gag-Feuerwerk mit erstaunlich hoher Trefferquote.


Neues vom Wixxer

Leihvideo

Erhältlich seit:
19.09.2007

Komödie

Deutschland 2007
Laufzeit: 94 Min.
FSK: ab 6

Oliver Kalkofe
Bastian Pastewka
Joachim Fuchsberger

Regie: Cyrill Boss, ...
Universum Film

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Wild, abgedreht, sexy: Auf Friedhöfen, in Londons nebligen Straßen und hinter dunklen Klostermauern blasen Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka zur Jagd auf den WiXXer.

Chiefinspector Even Longer und seine rechte Hand Very Long sind bei der Verbrecherjagd selten am richtigen Platz (Foto: Constantin) Großansicht

Chiefinspector Even Longer und seine rechte Hand Very Long sind bei der Verbrecherjagd selten am richtigen Platz (Foto: Constantin)

Vor drei Jahren machten zwei brave Scotland-Yard-Polizisten ihm den Garaus. Jetzt schlägt ein neuer, nicht weniger unheimlicher und nicht weniger gefährlicher WiXXer zu, der so gar nicht mit sich spaßen lässt. So muss das bewährte Spaßduo Bastian Pastewka als Inspector Very Long und Oliver Kalkofe als Chiefinspector Even Longer wieder in die Puschen und sich auf die Fährte des Bösewichts setzen.

Erst einmal erleben die beiden eine Pleite. Auf dem gruseligen Friedhof wird der Informant vor ihren Augen gemeuchelt, ihnen fliegen Pfeile wie im Wilden Westen um die Ohren, der sich hinter einer Totenkopfmaske versteckende WiXXer entkommt und Longs Name findet sich auf einer ominösen Todesliste. Schlimm genug.

Lord Dickham muss seine Gattin nach einem Unfall runderneuern (Foto: Constantin) Großansicht

Lord Dickham muss seine Gattin nach einem Unfall runderneuern (Foto: Constantin)

Blaues Wunder hinter Klostermauern

Aber noch schlimmer ist es, dass die schöne Victoria Dickham (Christiane Paul), Tochter von Lord Dickham, Ex-Chef von Scotland Yard, auch zu den ausgewählten Opfern gehört. Ausgerechnet in diese süße Maus hat sich Even verguckt und lässt sich im Liebestaumel gar seine Rückenstoppeln schmerzhaft entfernen.

Gegen seinen Rat fährt die blaublütige Lady ganz unbekümmert mit Papa und Stiefmama ins Kloster Vokuhila, wo sie ihr blaues Wunder erlebt. Wie gut, dass Long und Longer die Schutzengel spielen, auch wenn sie sich meistens im Weg stehen. Wer sich am Ende im alten Gemäuer als der WiXXer entpuppt, sei nicht verraten. Nur so viel: die Überraschung ist perfekt.

Wer sich hinter der Totenkopfmaske verbirgt, weiß weder Irrenarzt Alfons Hatler noch Inspector Very Long (Foto: Constantin) Großansicht

Wer sich hinter der Totenkopfmaske verbirgt, weiß weder Irrenarzt Alfons Hatler noch Inspector Very Long (Foto: Constantin)

Durchgeknallt und komisch

Bis dahin tobt eine verrückte Meute über die Leinwand, darunter Christian Tramitz als Evens Bruder Much, der mit einer rasanten Tanzszene sogar "Drei Engel für Charlie" aus der Fassung bringt, Christoph Maria Herbst als Irrenarzt Alfons Hatler, der mit schnarrender Stimme die Weltherrschaft anstrebt, oder Oliver Welke als durchgeknallter Pathologe. Und dass Joachim Blacky Fuchsberger, geübter Darsteller in Edgar-Wallace-Filmen, mitspielt, ist auch eine Referenz an die kultigen Krimis.

Denn die Macher schwelgen im tollsten Schwarz-Weiß, bis der Hebel im Kloster mal umgelegt und alles in Farbe getaucht wird. Populäre Gags, urkomische Szenen und Blödeleien am laufenden Band machen "Neues vom WiXXer" zum ultimativen Samstagabendfilm. In dieser Persiflage darf heftig gelacht werden!

Neues vom Wixxer

Das Kreativ-Team um Oliver Kalkofe zündet mit seiner zweiten Edgar-Wallace-Persiflage ein Gag-Feuerwerk mit erstaunlich hoher Trefferquote.

Jeder Filmemacher träumt davon, mit einem Sequel erfolgreicher zu sein als mit dem Original. Doch nur wenigen ist dieses Glück beschieden. Positives Beispiel aus deutschen Landen: "Die wilden Kerle", die sich von Folge zu Folge steigern konnten und nun bereits mit Teil vier in der Warteschleife stehen. Nicht ganz so optimal lief es bei den "7 Zwergen". Die hatten mit knapp 6,8 Millionen Besuchern beim Original die Latte enorm hoch gelegt. Alle Weichen auf Erfolg hat nun das "Wixxer"-Team um Produzent Christian Becker und das schauspielernde Autoren-Trio Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka und Oliver Welke gestellt. Für "Neues vom Wixxer" konnte man mit der Constantin den Marktführer in Sachen Verleih von deutschen Kinofilmen gewinnen. Gleichzeitig wurde Tobi Baumann, der inzwischen Tommy Jauds Roman "Vollidiot" verfilmte, von dem "Märchenstunde"-erprobten Duo Cyrill Boss und Philipp Stennert auf dem Regiestuhl abgelöst. Und vor der Kamera engagierte man neben "Wixxer"-Veteranen wie Lars Rudolph oder Wolfgang Völz und Neu-"Wixxern" wie Christiane Paul oder Christian Tramitz mit dem legendären Joachim "Blacky" Fuchsberger einen Schauspieler, der einst maßgeblich mit zur Popularität der Edgar-Wallace-Krimis beigetragen hatte. Keine Frage, die Voraussetzungen, die 1,9 Millionen Besucher des ersten Teil zu toppen, sind gegeben.

Und schon der Vorspann mit auf sechziger Jahre getrimmten Constantin- und Rat Pack-Logos macht Lust auf mehr Klamauk im nebligen London. Eingepackt ist dieser in eine einfach strukturierte Kriminalgeschichte: Eigentlich haben Chief Inspector Even Longer (Kalkofe) und seine rechte Hand Inspector Very Long (Pastewka) dem Wixxer vor drei Jahren das Handwerk gelegt. Doch nun taucht eine Liste mit Todeskandidaten auf, auf der nicht nur Very Long, sondern auch die schöne Victoria Dickham (Paul) steht, Geliebte von Even Longer und Tochter des berühmten Ex-Chefs von Scotland Yard, Lord David Dickham (Fuchsberger). Das heißt: es muss einen neuen Wixxer geben, und wieder könnte sich jeder, wirklich jeder hinter der hässlichen Totenkopfmaske verbergen.

Dieser Plot reicht den kreativen Köpfen um Kalkofe aus, um nun im Minutentakt ein Feuerwerk an Gags zu zünden. Zwar sind Rohrkrepierer darunter - so ist etwa Oliver Welke als Pathologe Dr. Brinkman (die "Schwarzwaldklinik" lässt grüßen) nur bedingt witzig - und auch Pastewka und Kalkofe haben sich ein paar intime Szenen zuviel auf den eigenen Leib geschrieben. Aber unter dem Strich bleiben immer noch eine Menge Highlights zu vermelden. Zum Beispiel Christoph Maria Herbst, der inzwischen vom Butler Alfons Hatler zum Irrenarzt aufgestiegen ist und den Gröfaz genau so beinhart persifliert wie man es sich von Helge Schneider in "Mein Führer" erhofft hätte. Oder die großartige Tanzeinlage von Christian Tramitz, der als Humphrey-Bogart-Verulkung "Drei Engel für Charlie"-Klone mit perfekter Körperbeherrschung zur Strecke bringt. Und schließlich wäre da neben Sprachwitz auf Hinweistafeln (Moor/more Moor) auch noch ein Break mit Werbespots, die sich auf höchst amüsante Weise über Handy-Klingeltöne-Downloads oder - von Roger Willemsen angepriesene - Musik-CDs, die die Welt nicht braucht, lustig macht. Dass das Ganze mit dem Film nicht wirklich etwas zu tun hat, ist egal. Denn zuweilen ist man dann wieder verdammt nah dran am Universum des Edgar Wallace - sogar ganz in milchigem Schwarz-weiß. Schließlich gibt's im unheimlichen Kloster Vokuhila einen Hebel, mit dem man zeitweise die Farbe aus dem Film nehmen kann. lasso.

Darsteller:  Oliver Kalkofe   als Even Longer
  Bastian Pastewka   als Very Long
  Joachim Fuchsberger   als Lord Dickham
  Christiane Paul   als Victoria Dickham
  Sonja Kirchberger   als Lady Dickham
  Judy Winter   als Schwester Lucipha
  Hella von Sinnen   als Schwester Stefanie
  Christian Tramitz   als Much Longer
  Oliver Welke   als Dr. Brinkmann
  Christoph Maria Herbst   als Alfons Hatler
  Chris Howland   als Butler Hudson
  Wolfgang Völz   als Sir John
  Lars Rudolph   als Lars Rudolph
 
Regie:  Cyrill Boss  
  Philipp Stennert  
Buch:  Oliver Kalkofe  
  Bastian Pastewka  
  Oliver Welke  
Musik:  Helmut Zerlett  
  Christoph Zirngibl  
Kamera:  Jochen Stäblein  
Produzent:  Christian Becker  

"Nicht jeder muss jeden Gag kapieren"

Die SOKO "Wixxer" ermittelt wieder und steht vorher Rede und Antwort.

Neues vom Wixxer: Bastian Pastewka, Oliver Kalkofe und Joachim Fuchsberger (Foto: Constantin) Großansicht

Neues vom Wixxer: Bastian Pastewka, Oliver Kalkofe und Joachim Fuchsberger (Foto: Constantin)

» Herr Kalkofe, Sie sind nicht nur Darsteller, sondern auch Autor und Produzent. Macht so eine Dreifachbelastung nicht schizophren?

OLIVER KALKOFE: Das ist tatsächlich ein Problem. Vor allem der Schauspieler Kalkofe ist ein sehr eitler Mensch und nicht besonders nett. Der Autor wird dagegen überschätzt. Der Produzent Kalkofe versucht, alles in den Griff zu kriegen. Deshalb habe ich auch oft mit mir selbst gestritten, mich verklagt und mir bei "Neues vom Wixxer" sogar das Gehalt gestrichen.

» Herr Welke, Sie haben zusammen mit Bastian Pastewka und Oliver Kalkofe das Drehbuch verfasst. Wie hat das funktioniert?

OLIVER WELKE: Unter Schmerzen. Wie wir schreiben, bleibt natürlich unser Geheimnis. Eines kann ich aber verraten: Da Oli als gelernter Fremdsprachenkorrespondent als einziger das Zehnfingersystem beherrscht, musste er in den Laptop hacken, was Bastian und ich uns ausdachten. Aber auch er hatte natürlich zwischendurch Ideen.

Der Dreh war ein fesselndes Erlebnis für Bastian Pastewka (Foto: Constantin) Großansicht

Der Dreh war ein fesselndes Erlebnis für Bastian Pastewka (Foto: Constantin)

» Haben Sie drei den gleichen Humor?

OLIVER KALKOFE: Wir haben eine große Schnittmenge. Aber natürlich gab es Momente, wo ich gedacht habe, ich hätte den Riesenlacher, und dann guckten mich die anderen an, als sei ich bescheuert.

» Was haben Sie im Vergleich zum ersten Teil dazugelernt?

OLIVER KALKOFE: Im ersten Teil von "Der Wixxer" haben wir noch viele Fehler gemacht. Jeder von uns ist darin mit einzelnen Details nicht zufrieden. Aber es war ja auch der erste Film, den wir gemacht haben. Und wir sind trotzdem stolz, was daraus geworden ist. Das ist, als würde man ein Kind jahrelang aufziehen und hoffen, dass es einmal das Mittel gegen Krebs entdeckt. Und dann geht es zur FDP.

BASTIAN PASTEWKA: Beim ersten Mal haben wir versucht, es jedem recht zu machen. Wir haben sogar diskutiert, ob man dem 15-jährigen Kinogänger von heute überhaupt mit Edgar-Wallace-Zitaten kommen darf. Jetzt wissen wir: Nicht jeder muss jeden Gag sofort kapieren. Das nennt man Überraschung.

 

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