
Actionhelden mit übernatürlichen Fähigkeiten haben es "Ghost Rider" Nicolas Cage jüngst angetan, wie seine neueste Rolle als hellseherischer Terroristenbekämpfer belegt.
Unter der actionbetonten Regie von Lee Tamahori ("Stirb an einem anderen Tag") mimt Nationalschatz Cage den Bühnenmagier Cris Johnson, der zwei Minuten in die Zukunft blicken kann. Damit erregt er nicht nur die Aufmerksamkeit unfaire Verluste befürchtender Spielcasinos in Las Vegas, sondern auch die von FBI-Agentin Callie Ferris (Julianne Moore in geringer Abwandlung ihrer Rolle als Clarice Sterling in "Hannibal"). Sie hofft, einen geplanten Nuklearanschlag auf Los Angeles mit seiner hellsichtigen Hilfe verhindern zu können. Davon will Johnson jedoch nichts wissen, da er zuerst mit Liz (Jessica Biel zeigte sich bereits in "The Illusionist" für magischen Charme empfänglich), seiner künftigen Frau fürs Leben, anbandeln will. Nach einem romantischen (Plot-)Umweg zum Grand Canyon überschlagen sich die Ereignisse, sodass nicht nur ein Stapel Baumstämme, sondern auch jeglicher Anflug von Plausibilität eine unkontrollierte Talfahrt antritt. Die von Thomas Kretschmann angeführte Eurotrash-Terroristengang hat nun nichts Besseres zu tun, als aus L.A. anzureisen, um Liz zu entführen, da sie spitzbekommen haben, dass Johnson ihnen womöglich die Suppe versalzen könnte. Der bleihaltige Showdown findet schließlich in der allzeit beliebten Location eines verlassenen Fabrikgebäudes statt, wo Johnsons Fähigkeiten angenehme lebensrettende Nebenwirkungen für die FBI-Agenten vor Ort haben.
Das Drehbuch basiert auf der Kurzgeschichte "The Golden Man" von Science-Fiction-Legende Philip K. Dick, von dem auch die Vorlage zu dem inhaltlich ähnlich gelagerten "Minority Report" stammt. Die jüngste Adaption einer seiner beklemmenden Zukunftsvisionen geht auf das Konto von Gary Goldman ("Total Recall", nochmals Dick) und Jonathan Hensleigh ("Jumanji"). Letzterer trat außerdem als einer der ausführenden Produzenten und Drehbuchdoktor der Cage-Filme "Con Air" und "Nur noch 60 Sekunden" auf. Wie gehabt, gehört die Show hier Mr. Cage und den Effekten. Somit wird Julianne Moore als ebenso maskuline wie humorlose Randfigur unterbeschäftigt, während Biel sich als aparter Augenfang mit dramatischer Note zum Dienst meldet und Columbo Peter Falk kurz mit einem Cameo als väterlicher Freund vorbeischaut. Eine Hommage findet sich an "Uhrwerk Orange", ohne von besonderer Konsequenz zu sein, da dieser Actionthriller ohnehin nach strikt genretypischen Vorgaben tickt. So kommen hier vor allem die Anhänger von Oscar-Preisträger Cage (der wirklich jede seiner Rollen bierernst zu nehmen scheint) auf ihre Kosten. ara.