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Nicht alle waren Mörder

TV-Verfilmung von Michael Degens Autobiografie "Nicht alle waren Mörder - Eine Kindheit in Berlin".


Nicht alle waren Mörder

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Erhältlich seit:
02.11.2006

Drama

Deutschland 2006
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 12

Nadja Uhl
Aaron Altaras
Hannelore Elsner

Regie: Dr. Jo Baier
Warner Home Video Germany

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Nicht alle waren Mörder

Als die Lage im Berlin des Jahres 1943 immer gefährlicher wird, taucht die Jüdin Anna Degen mit ihrem Sohn Michael unter. Während über ihnen immer die Angst entdeckt zu werden schwebt, verbringen sie die Zeit bei bestenfalls entfernten Bekannten, die ihnen helfen. Ein Luftangriff zwingt sie erneut zur Flucht, bis sie schließlich in Kaulsdorf landen. Die einmarschierenden Russen glauben ihnen nicht, dass sie aus Berlin geflohene Juden sind.

Einfühlsame Verfilmung von Michael Degens Autobiografie "Nicht alle waren Mörder - Eine Kindheit in Berlin". Degen (Polizeichef Patta in den "Brunetti"-Verfilmungen, "Diese Drombuschs") veröffentlichte sein Buch bereits 1999 und wurde dafür von Publikum und Kritik hoch gelobt.

Nicht alle waren Mörder

Mit Jo Baiers Verfilmung der Kindheitserinnerungen von Michael Degen setzt die ARD erneut ein zeithistorisches Zeichen.



Degens autobiografische Beschreibung der letzten beiden Kriegsjahre sind ein Denkmal für die vielen "stillen Helfer", die ihm und seiner verwitweten Mutter geholfen haben, sich in Berlin vor den Nazis zu verstecken. Manche taten es, um sich ein bisschen zu bereichern, andere aus Solidarität; aber alle riskierten ihr Leben. Natürlich versteht Baier auch seinen Film als Hommage an diese Zivilcourage, ohnehin ein Motiv, dass sich wie ein roter Faden durch sein Gesamtwerk ("Der Laden", "Schwabenkinder", vor allem aber "Stauffenberg") zieht. Dass sich "Nicht alle waren Mörder" zwar bestens in diese Filmografie einfügt, aber trotzdem nicht so ein großer Film geworden ist wie etwa "Wambo", liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Komplexität der Vorlage nicht umsetzen ließ. Degens Buch wirft einen zutiefst menschlichen Blick auf die Jahre im Untergrund, hat trotz aller Tragik auch seine komischen Seiten und vermischt auf ungeheuer reizvolle Weise die kindliche Perspektive mit der Rück-Sicht des Erwachsenen. Baier aber reduziert die zwei Jahre zwangsläufig auf die wenigen ereignisreichen Tage. Durch die episodische Erzählweise vergehen die 25 Monate wie im Flug. Anders als etwa die Verfilmungen des Tagebuchs von Anne Frank spart Baier die langweilige Zwischenzeit völlig aus. Seine Adaption suggeriert, Mutter und Kind seien permanent auf der Flucht gewesen und hätten quasi täglich ihr Quartier wechseln müssen.

Trotzdem ist "Nicht alle waren Mörder" ein überdurchschnittlich guter Fernsehfilm geworden. Das liegt nicht zuletzt an der Bildgestaltung von Gunnar Fuß, dem Stammkameramann von Stefan Krohmer. Fuß filmt die Kehrseite des "Dritten Reichs" zwar im üblichen satten Sepia, sorgt aber auch dafür, dass die Bilder das Fernsehformat mitunter sprengen. Dabei ist ausgerechnet die Reduktion der Kriegsbilder buchstäblich verblüffend effektvoll: Einen Bomberangriff erspäht man kurz durch eine Dachluke, dann genügen Detonationen, Lichtreflexe und vor allem die Reaktionen der Figuren, um das Ausmaß der Bedrohung darzustellen.

Ohnehin sind schon allein Nadja Uhl und der zur Drehzeit neun Jahre alte Aaron Altaras Grund genug, diesen Film anzuschauen. Degen selbst bescheinigt der Schauspielerin "eine große, frappierende Leistung". Prominent besetzt (Hannelore Elsner, Katharina Thalbach, Richy Müller und Dagmar Manzel) sind auch die wichtigen Nebenrollen. Natürlich verstärkt das noch den episodischen Charakter des Films. Andererseits will Baier ja gerade jenen Menschen, "die sich dem Nazisystem und seinen Schergen verweigert" haben, ein Denkmal setzen; und dafür sind die besten Schauspieler gerade gut genug. tpg.

Nicht alle waren Mörder

Als Anna Degen beobachtet, wie ihre jüdischen Nachbarn von der SS abtransportiert werden, handelt sie schnell. Sie flüchtet mit ihrem 11-jährigen Sohn Michael in den Berliner Untergrund. Es folgt ein Leben in permanenter Angst aufgespürt und deportiert zu werden. Hoffnung und Verzweiflung bestimmen die Tage, aus denen Wochen und Jahre werden. Aber es gibt Menschen, die helfen, die sie verstecken und versorgen. Freunde und Fremde. Menschen, die nicht fragen, sondern beherzt handeln. Ein vielschichtiges Drama in einer verbrecherischen Zeit, sensibel verfilmt von Jo Baier (Stauffenberg).

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Nadja Uhl   als Anna Degen
  Aaron Altaras   als Michael Degen
  Hannelore Elsner   als Ludmilla Dimitrieff
  Dagmar Manzel   als Martchen Schewe
  Katharina Thalbach   als Oma Teuber
  Maria Simon   als Lona Furkert
  Richy Müller   als Karl Hotze
  Axel Prahl   als Redlich
  Martin Stührk   als Rolf Redlich
  Maria Hofstätter   als Erna
  Steffi Kühnert   als Käthe Hotze
  Merab Ninidze   als russischer Offizier
  Michael Schenk   als Gestapomann
  Michael Gerber   als Herr Teuber
  Holger Kunkel   als Nazibonze
  Jewgenij Sitochin   als russischer Soldat
  Manfred Möck   als Friedhofsgärtner
 
Regie:  Dr. Jo Baier  
Buch:  Dr. Jo Baier  
Musik:  Enjott Schneider  
Kamera:  Gunnar Fuß  
Produzent:  Dr. Gabriela Sperl  
  Prof. Nico Hofmann  
  Dr. Jürgen Schuster  
 

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Features

 

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