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Nicht auflegen!

Fesselnder High-Concept-Thriller, in dem ein Mann von einem unsichtbaren Scharfschützen in einer Telefonzelle festgehalten wird.


Nicht auflegen!

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Erhältlich seit:
30.10.2003

Originaltitel: Phone Booth

Thriller

USA 2002
Laufzeit: 78 Min.
FSK: ab 16

Colin Farrell
Kiefer Sutherland
Forest Whitaker

Regie: Joel Schumacher
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Ein Killer hat eine Telefonzelle im Visier. Sein Opfer soll seine Sünden beichten. Eine Todsünde wäre es, das Gespräch zu beenden.

Colin Farrell: Telefoniere um dein Leben (Foto: Fox) Großansicht

Colin Farrell: Telefoniere um dein Leben (Foto: Fox)

Stu Shepard (Colin Farrell) verkörpert alles, was Großstadtneurotiker an einer Stadt wie New York hassenswert finden. Der eitle PR-Agent trägt Designer-Anzüge und eine 2000-Dollar-Uhr, spielt seine Kunden gegeneinander aus und hintergeht seine Ehefrau Kelly (Radha Mitchell).

Er betritt eine der letzten Telefonzellen der Stadt und versucht, sich mit Pamela (Katie Holmes) auf ein Stündchen Sex in einem Hotel zu verabreden. Plötzlich hat er einen Unbekannten (Kiefer Sutherland) in der Leitung, der erschreckend genau Bescheid weiß über seine Geschäftstricks und das kleine Geheimnis mit Pamela.

Gib das Telefon frei: Streit mit einer Stripperin (Foto: Fox) Großansicht

Gib das Telefon frei: Streit mit einer Stripperin (Foto: Fox)

Der Tod hört mit

Mr. No-Name hört die Zelle ab, beobachtet Stu aus einem nahe gelegenen Gebäude und hat sein Opfer mittels Scharfschützengewehr im Visier. Stu hat die Wahl: Eine schnelle Kugel oder ein demütigendes Strafgericht unter den Augen einer Zuschauermenge, des Polizei-Einsatzleiters Ramey (Forest Whitaker) und der beiden Frauen. Er entscheidet sich dafür, um sein Leben zu kämpfen...

Joel Schumacher ("Falling Down") hat nach einem fantastischen Drehbuch einen Kino-Nervenkrieg inszeniert, der mit Colin Farrell ("Tigerland") perfekt besetzt ist. Ihm nimmt man den arroganten Wichtigtuer ebenso ab wie das mit Komplexen beladene Nervenbündel, das im Laufe des Dramas unter der rauen Schale sichtbar wird. Ein Seelenstriptease mit Action und Tiefgang - spannend bis zum Schluss.

Nicht auflegen!

Der Frage, ob und wie man einen Film an nur einem Handlungsort aufregend und spannend gestalten kann, ging schon Hitchcock nach. Jetzt wagt sich Joel Schumacher im Zuge seiner seit "Tigerland" eingeleiteten Selbstwiedererfindungsmaßnahmen als aufregender, keine Risiken scheuender Filmemacher an diese Vorgabe, via eines denkbar simplen erdachten High-Concept-Thriller, in dem es Colin Farrell mit einem Killer aufnehmen muss, der ihn inmitten von New York an einem winzigen öffentlichen Ort festhält. Ein pfiffiges, immer wieder faszinierend realisiertes Denk- und Kammerspiel, das fesselt, auch wenn ihm zum Schluss hin sichtbar die Luft ausgeht.

Ein Mann wird von einem unsichtbaren Scharfschützen in einer New Yorker Telefonzelle festgehalten - wenn er auflegt oder die Telefonzelle verlässt, muss er sterben. Don Simpson, Erfinder der High-Concept-Idee, ein Film sei nur dann verfilmenswert, wenn sich seine Handlung handschriftlich auf einer Streichholzschachtel zusammenfassen ließe, wäre stolz auf den alten Haudegen Larry Cohen gewesen. Der umtriebige Genre- und Exploitation-Experte - Regisseur von denkwürdigen Filmen wie "Black Caesar" (1973), "Die Wiege des Satans" (1978) oder "Ambulance" (1990) - ging bereits seit Jahren mit seiner konstruierten Idee schwanger, immer wieder stand der Film kurz vor dem Dreh (u. a. mit der Kombination Michael Bay und Will Smith). Doch erst Schumachers unerschrockener Ansatz, die Story guerilla-style aus der Hüfte und vor allem preisgünstig und schnell zu schießen, bewirkte das grüne Licht von Fox.

Und so ist "Nicht auflegen", eine moderne Variation des Stanwyck-Klassikers "Du lebst noch 105 Minuten", in der (Film-)Theorie bisweilen deutlich spannender als in der Praxis auf der Leinwand. Denn natürlich gab sich der einstmalige Oberflächenkönig des aufgeblähten Mainstreamkinos (siehe "Batman & Robin") nicht mit spartanischen Down-and-Dirty-Bildern des Big Apple zufrieden, sondern erzeugt im Zusammenprall von Dogma-Ansatz und High-Tech-Postproduktion (u. a. mit multiplen Splitscreens und mutigen Montagen) ein Spannungsfeld, das dem hektischen Treiben auf den Straßen New Yorks durchaus nahe kommt. So entwickelt sich die Intensität nicht nur aus dem sich zuspitzenden Fortlauf der Story, sondern auch durch das Rätseln über die Frage, ob es Schumacher gelingen wird, genügend filmische Ideen zu entwickeln, um den Thriller trotz einer einzigen Location über die volle Laufzeit hinweg aufregend und frisch wirken zu lassen.

Großes Gewicht ruht dabei auf den Schultern Colin Farrells, der Schumacher seinen Durchbruch (in "Tigerland") zu verdanken hat und sich zuletzt in "Minority Report" und "The Recruit" als Rebell mit Potenzial empfahl. In "Nicht auflegen!" steht er als hyperaktiver, selbstgefälliger Agent Stu, der per Handy immer fünf Deals gleichzeitig am Laufen hat und obendrein seine Frau mit einer Klientin betrügt, stets im Mittelpunkt. Letzteres Vergehen rückt ihn buchstäblich ins Visier eines unsichtbaren Scharfschützen (im Original gesprochen von Kiefer Sutherland), der mit dem Abschaum der Welt aufräumen will. Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen nimmt Stu einen Anruf in einer Telefonzelle entgegen - und steckt in der Falle. Was beginnt wie die Anfangssequenz von "Scream", in der Drew Barrymore mit ihrem Killer telefoniert, entwickelt sich schnell zu einem Katz-und-Mausspiel, in das zunehmend mehr Personen involviert werden und Stu gezwungen wird, Abbitte für seine verkorkste Existenz leisten. Das ist vor allem Dank Farrells Leistung und Schumachers unablässigem Einfallsreichtum immer interessant, aber es bleibt eine etwas leere Fingerübung mit etwas zu deutlich geschwungenem Moralzeigefinger - nur dass man das bei dem vorgelegten Tempo erst nach dem Abspann realisiert. ts.

Darsteller:  Colin Farrell   als Stu Shepard
  Kiefer Sutherland   als Der Anrufer
  Forest Whitaker   als Captain Ramey
  Radha Mitchell   als Kelly Shepard
  Katie Holmes   als Pamela McFadden
  Paula Jai Parker   als Felicia
  Arian Ash   als Corky
  Tia Texada   als Asia
  John Enos III   als Leon
  Richard T. Jones   als Sergeant Cole
  Keith Nobbs   als Adam
  Dell Yount   als Pizzajunge
  James MacDonald   als Unterhändler
  Josh Pais   als Mario
  Yorgo Constantine   als ESU-Commander
  Colin Patrick Lynch   als ESU-Techniker
  Troy Gilbert   als ESU-Heckenschütze
  Richard Paradise   als ESU-Typ
  Seth William Meier   als Officer McDuff
  Svetlana Efremova   als Erica
 
Regie:  Joel Schumacher  
Buch:  Larry Cohen  
Musik:  Harry Gregson-Williams  
Kamera:  Matthew J. Libatique  
Produzent:  Gil Netter  
  David Zucker  

"Phone Booth" wird verschoben

Vorerst nicht im Visier des Killers: Colin Farrell

Vorerst nicht im Visier des Killers: Colin Farrell

Hollywood zieht erneut Konsequenzen aus aktuellen Geschehnissen: Der Kinostart des mit Spannung erwarteten Thrillers "Phone Booth" wird wegen seines brisanten Themas in den USA verschoben.

Denn: Der Film weist Parallelen zu der Mordserie auf, die derzeit Washington und Umgebung in Angst und Schrecken versetzt.

Hauptdarsteller Colin Farrell ("Minority Report") wird in Joel Schumachers Film in einer Telefonzelle von einem mysteriösen Killer überrascht, der ihm per Anruf mitteilt, dass er ihn mit einem Snipergewehr erschießen wird, sollte er die Telefonzelle verlassen.

Wie der Verleiher Twentieth Century Fox mitteilte, wird "Phone Booth" definitiv nicht am 15. November und auch nicht vor Anfang nächsten Jahres in den US-Kinos anlaufen.

Der Start in Deutschland sollte jedoch nicht in Gefahr sein - bis zum 3. April ist es schließlich noch ein Weilchen hin...

 

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Colin Farrell

Ein starker Typ mit männlicher Ausstrahlung, strahlendem Power-Gestus und sofortiger Präsenz, stahl Colin Farrell auf sensationelle Weise den...

 

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Kiefer Sutherland

Vielseitiger Darsteller, der in Rollen zwielichtiger Charaktere brillierte und in über 70 Filmen seine Bandbreite als Musketier,...