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Leihvideo
Erhältlich seit:
30.10.2003
Originaltitel: Phone Booth
USA 2002
Laufzeit: 78 Min.
FSK: ab 16
Colin Farrell
Kiefer Sutherland
Forest Whitaker
Regie: Joel Schumacher
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

Der Frage, ob und wie man einen Film an nur einem Handlungsort aufregend und spannend gestalten kann, ging schon Hitchcock nach. Jetzt wagt sich Joel Schumacher im Zuge seiner seit "Tigerland" eingeleiteten Selbstwiedererfindungsmaßnahmen als aufregender, keine Risiken scheuender Filmemacher an diese Vorgabe, via eines denkbar simplen erdachten High-Concept-Thriller, in dem es Colin Farrell mit einem Killer aufnehmen muss, der ihn inmitten von New York an einem winzigen öffentlichen Ort festhält. Ein pfiffiges, immer wieder faszinierend realisiertes Denk- und Kammerspiel, das fesselt, auch wenn ihm zum Schluss hin sichtbar die Luft ausgeht.
Ein Mann wird von einem unsichtbaren Scharfschützen in einer New Yorker Telefonzelle festgehalten - wenn er auflegt oder die Telefonzelle verlässt, muss er sterben. Don Simpson, Erfinder der High-Concept-Idee, ein Film sei nur dann verfilmenswert, wenn sich seine Handlung handschriftlich auf einer Streichholzschachtel zusammenfassen ließe, wäre stolz auf den alten Haudegen Larry Cohen gewesen. Der umtriebige Genre- und Exploitation-Experte - Regisseur von denkwürdigen Filmen wie "Black Caesar" (1973), "Die Wiege des Satans" (1978) oder "Ambulance" (1990) - ging bereits seit Jahren mit seiner konstruierten Idee schwanger, immer wieder stand der Film kurz vor dem Dreh (u. a. mit der Kombination Michael Bay und Will Smith). Doch erst Schumachers unerschrockener Ansatz, die Story guerilla-style aus der Hüfte und vor allem preisgünstig und schnell zu schießen, bewirkte das grüne Licht von Fox.
Und so ist "Nicht auflegen", eine moderne Variation des Stanwyck-Klassikers "Du lebst noch 105 Minuten", in der (Film-)Theorie bisweilen deutlich spannender als in der Praxis auf der Leinwand. Denn natürlich gab sich der einstmalige Oberflächenkönig des aufgeblähten Mainstreamkinos (siehe "Batman & Robin") nicht mit spartanischen Down-and-Dirty-Bildern des Big Apple zufrieden, sondern erzeugt im Zusammenprall von Dogma-Ansatz und High-Tech-Postproduktion (u. a. mit multiplen Splitscreens und mutigen Montagen) ein Spannungsfeld, das dem hektischen Treiben auf den Straßen New Yorks durchaus nahe kommt. So entwickelt sich die Intensität nicht nur aus dem sich zuspitzenden Fortlauf der Story, sondern auch durch das Rätseln über die Frage, ob es Schumacher gelingen wird, genügend filmische Ideen zu entwickeln, um den Thriller trotz einer einzigen Location über die volle Laufzeit hinweg aufregend und frisch wirken zu lassen.
Großes Gewicht ruht dabei auf den Schultern Colin Farrells, der Schumacher seinen Durchbruch (in "Tigerland") zu verdanken hat und sich zuletzt in "Minority Report" und "The Recruit" als Rebell mit Potenzial empfahl. In "Nicht auflegen!" steht er als hyperaktiver, selbstgefälliger Agent Stu, der per Handy immer fünf Deals gleichzeitig am Laufen hat und obendrein seine Frau mit einer Klientin betrügt, stets im Mittelpunkt. Letzteres Vergehen rückt ihn buchstäblich ins Visier eines unsichtbaren Scharfschützen (im Original gesprochen von Kiefer Sutherland), der mit dem Abschaum der Welt aufräumen will. Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen nimmt Stu einen Anruf in einer Telefonzelle entgegen - und steckt in der Falle. Was beginnt wie die Anfangssequenz von "Scream", in der Drew Barrymore mit ihrem Killer telefoniert, entwickelt sich schnell zu einem Katz-und-Mausspiel, in das zunehmend mehr Personen involviert werden und Stu gezwungen wird, Abbitte für seine verkorkste Existenz leisten. Das ist vor allem Dank Farrells Leistung und Schumachers unablässigem Einfallsreichtum immer interessant, aber es bleibt eine etwas leere Fingerübung mit etwas zu deutlich geschwungenem Moralzeigefinger - nur dass man das bei dem vorgelegten Tempo erst nach dem Abspann realisiert. ts.
| Darsteller: | Colin Farrell | als Stu Shepard | |
|---|---|---|---|
| Kiefer Sutherland | als Der Anrufer | ||
| Forest Whitaker | als Captain Ramey | ||
| Radha Mitchell | als Kelly Shepard | ||
| Katie Holmes | als Pamela McFadden | ||
| Paula Jai Parker | als Felicia | ||
| Arian Ash | als Corky | ||
| Tia Texada | als Asia | ||
| John Enos III | als Leon | ||
| Richard T. Jones | als Sergeant Cole | ||
| Keith Nobbs | als Adam | ||
| Dell Yount | als Pizzajunge | ||
| James MacDonald | als Unterhändler | ||
| Josh Pais | als Mario | ||
| Yorgo Constantine | als ESU-Commander | ||
| Colin Patrick Lynch | als ESU-Techniker | ||
| Troy Gilbert | als ESU-Heckenschütze | ||
| Richard Paradise | als ESU-Typ | ||
| Seth William Meier | als Officer McDuff | ||
| Svetlana Efremova | als Erica | ||
| Regie: | Joel Schumacher | ||
| Buch: | Larry Cohen | ||
| Musik: | Harry Gregson-Williams | ||
| Kamera: | Matthew J. Libatique | ||
| Produzent: | Gil Netter | ||
| David Zucker | |||
Nicht auflegen! in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch
Tonformat: Dolby Surround
Bildformat: Vollbild (4:3)
Star
Colin Farrell
Ein starker Typ mit männlicher Ausstrahlung, strahlendem Power-Gestus und sofortiger Präsenz, stahl Colin Farrell auf sensationelle Weise den...
Star
Kiefer Sutherland
Vielseitiger Darsteller, der in Rollen zwielichtiger Charaktere brillierte und in über 70 Filmen seine Bandbreite als Musketier,...
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