DVD Leihvideo

Nicht dran denken

Witzige italienische Familienkomödie über die Leichtigkeit und Schwere des Seins und die Lust an der Unwahrheit.


Nicht dran denken

Leihvideo

Erhältlich seit:
20.03.2009

Originaltitel: Non pensarci

Komödie/ Drama

Italien 2007
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)

Valerio Mastandrea
Anita Caprioli
Giuseppe Battiston

Regie: Gianni Zanasi
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Von Rom nach Rimini: Die "Auszeit" eines Punk-Rockers endet im familiären Chaos.

Stefano will einfach mal abhängen (Foto: Kool) Großansicht

Stefano will einfach mal abhängen (Foto: Kool)

Was tun mit 36 Jahren, wenn der Traum von der eigenen CD als Punk-Rocker platzt, die Freundin mit einem anderen im Bett liegt und das Stage Diving statt in den Armen der Fans auf dem harten Clubboden endet?

Für Stefano gibt's nur eins, heim zur Familie nach Rimini und eine gemütliche Auszeit nehmen, sich trösten und fit machen lassen für das Leben im stressigen Rom. Reine Illusion. Neffen und Nichten finden den Onkel super-cool, der Papa spielt nur noch Golf, die Mama geht auf Esoterik-Trip, die Schwester arbeitet statt am Diplom mit Delphinen, der Bruder fährt in der Ehekrise die Kirschkonservenfabrik an die Wand.

Die ganze Chaos-Familie auf einem Haufen (Foto: Kool) Großansicht

Die ganze Chaos-Familie auf einem Haufen (Foto: Kool)

Schwung in die Bude

Jeder lügt, wie er kann. Und als der große Junge, der nicht erwachsen werden will, auf Wahrheit pocht, kommt das verrückte Familienkarussell so richtig in Schwung. Herzerwärmend, die unschlagbar witzige Chaostruppe versprüht beste Laune.

Nicht dran denken

Witzige italienische Familienkomödie über einen in die Jahre gekommenen Punkrocker über die Leichtigkeit und Schwere des Seins und die Lust an der Unwahrheit.

Mit zeitweilig über 30 Prozent Marktanteil boomt der einst tot gesagte italienische Film im eigenen Land, nicht zuletzt wegen Komödien, auch wenn derzeit Polit-Filme wie "Il Divo" und "Gomorrha" die Kassen klingeln lassen. So begeisterte "Nicht dran denken" die Zuschauer im vergangenen Jahr durch die mitreißende Art, Schwächen und Stärken einer italienischen Großfamilie zu feiern, gleichzeitig an ihren Grundfesten zu kratzen und ihre Klischees liebevoll-kritisch aufs Korn zu nehmen.

Da ist Stefano, ein Punkrocker in Rom, dessen Bandkollege beim Stagediving nicht von Fans aufgefangen wird, sondern hart auf dem Boden landet, auch auf dem Boden der Tatsachen. Mit der CD ("Wir arbeiten dran") klappt es nicht so recht, die Freundin ertappt er in flagranti mit einem anderen, seine Bleibe ist also auch perdu. Beim Einkauf in der Tanke bringt ein Glas Kirschen aus der kleinen Familienfabrik den 36-Jährigen auf die nostalgische Idee, eine Auszeit bei Eltern und Geschwistern in Rimini zu nehmen, sich emotional aufpäppeln lassen. Doch die heimelige und harmonische Atmosphäre täuscht, der Vater spielt nach dem Rückzug aus der Firma nur noch Golf, die Mutter flüchtet in schamanische Kurse, um das Glücklichsein zu lernen, die Schwester arbeitet statt am Diplom mit Delphinen, der Bruder fährt mit Karacho die Fabrik an die Wand und verliebt sich mitten in der Ehekrise in eine Prostituierte. Nur die beiden Kids finden den Onkel cool, trotz verlaustem Hund und verrücktem "Karussellfahren" mit dem Auto (worauf ihre Mama 50 Meter Sicherheitsabstand zum Nachwuchs fordert). Nach und nach entdeckt Stefano, was alles so untern Teppich gekehrt wird und versucht, die widerspenstige Sippe zur Wahrheit zu bekehren. Von der will aber niemand etwas wissen, Lügen sind so viel sanfter. Die Dinge regeln sich von selbst, wie der Vater sagt.

Den Zusammenprall der provinziell bürgerlich-konservativen und links-lockeren städtischen Welt zeichnet Gianni Zanasi als absurdes Panoptikum, in dem sich die einzelnen Figuren in ihrem ganz persönlichen Universum einigeln, und als familiäres Versuchslabor mit dem Ergebnis, dass es allen mit der Flunkerei besser geht. Den kleinen Seitenhieb auf die Berlusconi-Jahre als Sedativum lässt sich Zanasi nicht nehmen. "Nicht dran denken" gibt Valerio Mastandrea, der sich als Stefano gegen das Erwachsenwerden wehrt, die Möglichkeit kongenial aufzuspielen mit Dackelblick, nonchalanter Heiterkeit, innerer Tragik und giftiger Selbstironie. Die Situationskomik ist in diesem doppelbödigen Feelgood-Movie vom Feinsten. mk.

Darsteller:  Valerio Mastandrea   als Stefano Nardini
  Anita Caprioli   als Michela Nardini
  Giuseppe Battiston   als Alberto Nardini
  Teco Celio   als Walter Nardini
  Gisella Burinato   als Mutter
  Dino Abbrescia   als Carlo
  Paolo Briguglia   als Paolo Guidi
  Caterina Murino   als Nadine
  Luciano Scarpa   als Luciano/ Matrix
  Chiara Bucchi   als Eleonora
  Riccardo Bucchi   als Luca
  Paolo Sassanelli   als Francesco
  Natalino Balasso   als Riccardo
 
Regie:  Gianni Zanasi  
Buch:  Gianni Zanasi  
  Michele Pellegrini  
Musik:  Matt Messina  
Produzent:  Beppe Caschetto  
  Rita Rognoni  
 

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