- Service:
- Newsletter
- RSS
- kino.de mobil
- Sitemap
- Kontakt
Kaufvideo
Erhältlich seit:
01.12.2005
Deutschland 2001
Laufzeit: 136 Min.
FSK: ab 6
Juliane Köhler
Merab Ninidze
Matthias Habich
Regie: Caroline Link
Ascot Elite Home Entertainment
Filmbewertung
(1 Bewertungen)

Mit ihrem dritten Spielfilm vollzieht Caroline Link den faszinierenden Schritt von der Geschichtenerzählerin zur Filmemacherin: Ihre Verfilmung des autobiografischen Romans von Stefanie Zweig über eine jüdische Familie, die 1938 von Deutschland nach Afrika auswandert und lernen muss, die neue Heimat und interne Spannungen zu bewältigen, atmet die gleiche Wärme und Empathie wie ihre Vorgänger "Jenseits der Stille" und "Pünktchen und Anton", teilt sich aber vor allem mit prächtigen, unter schwierigen Umständen vor Ort in Afrika entstandenen Bildern mit und verfügt über einen in deutschen Filmen selten gewagten epischen Atem.
Natürlich drängt sich "Jenseits von Afrika" als Referenzpunkt auf, ebenfalls ein Film nach authentischen Begebenheiten über eine europäische Frau, die ihr Leben in der afrikanischen Wildnis, fern der Heimat, neu ordnen muss (gleiches gilt übrigens auch für Hugh Hudsons misslungenen "Ich träumte von Afrika" mit Kim Basinger). Damit enden die Parallelen jedoch: Während Sydney Pollack seinen zeitlich während des Ersten Weltkriegs angesiedelten Film als mondänes Liebesepos - verheiratete Baroness verliebt sich in Großwildjäger - spielen lässt, beobachtet Caroline Link mit großem Einfühlungsvermögen die Szenen einer Ehe, die eigentlich schon vorbei ist, aber aufgrund globaler politischer Entwicklungen in eine Verlängerung gezwungen wird. Das ist eine emotional komplexe Thematik. Entsprechend viel Zeit nimmt sich die Filmemacherin, ihre nicht auf Anhieb sympathischen (und deshalb umso menschlicheren und spannenderen) Hauptfiguren vorzustellen, vielleicht sogar selbst kennen zu lernen. Der Zugang wird erleichtert, indem Link, wie schon in ihren vorangegangenen Filmen, immer wieder die Perspektive des Kindes wählt. Es ist ein ebenso unschuldiger wie wertfreier Blickwinkel, der aber gerade in diesem Film angesichts der angespannten Situation zwischen den Eheleuten Jettel und Walter Redlich durchaus auch schwerwiegende Implikationen hat. Nachdem die Jüdin Jettel und ihre Tochter Deutschland 1938 verlassen und nach Afrika fliehen, wo Walter mehr schlecht als recht eine Existenz aufzubauen versucht, fällt es gerade der kleinen Regina leicht, sich in der neuen Welt zurecht zu finden. Spielerisch lernt sie Sitten und Gebräuche kennen und schließt Freundschaft mit dem eingeborenen Koch Owuor. Ganz anders Jettel, die Walter Vorwürfe macht und sich gegen Afrika sperrt. Ihren Öffnungsprozess verfolgt Caroline Link, über manche Höhe und noch mehr Tiefen hinweg, bis sie ihr Leben und sich selbst zu akzeptieren und entdecken beginnt. All das gelingt der Filmemacherin, ohne melodramatische Klischees zu bemühen. Niemand wird hier von hungrigen Löwen, giftigen Schlangen, Amok laufenden Herden, Blut rünstigen Eingeborenen oder anderen gängigen Schicksalsschlägen bedroht. Der Feind ist bestenfalls das Leben selbst, das Wege einschlägt, die man nicht kontrollieren kann. Wie man sich dennoch arrangieren kann, erzählt "Nirgendwo in Afrika" auf sehr eindringliche und spannende Weise. Jettel wird von Juliane Köhler gespielt, wie der "Jenseits von Afrika"-Star keine klassische Schönheit, dafür aber mit einer vielschichtigen Intelligenz und faszinierenden Zähigkeit ausgestattet. Ihre Sympathien im Publikum muss sie sich hart erspielen, denn anfangs ist die ewig nörgelnde, leicht hysterische Jettel eine hart zu ertragende Nervensäge, speziell verglichen mit dem von Merab Ninidze besonnen gespielten Walter (Ninidze wurde von Herbert Knaup sehr gut synchronisiert). Umso verblüffender ist es, wie Köhler das Blatt nahezu unmerklich wendet, bis Jettel schließlich an Walters Seite gegen eine eindrucksvoll gefilmte Heuschreckenplage all das verteidigt, was man sich mühselig aufgebaut hat. Unübertroffenes Highlight ist allerdings die Szene, in der Jettel ihre Tochter im Ballkleid erstmals zu einer nächtlichen Stammeszeremonie begleitet. All die Lyrik, Melancholie, Schönheit und angenehme Schwere des beeindruckenden Films wird in diesem Moment auf den Punkt gebracht.
ts.
| Darsteller: | Juliane Köhler | als Jettel Redlich | |
|---|---|---|---|
| Merab Ninidze | als Walter Redlich | ||
| Matthias Habich | als Süßkind | ||
| Sidede Onyulo | als Owuor | ||
| Lea Kurka | als Regina Redlich (Kind) | ||
| Karoline Eckertz | als Regina Redlich | ||
| Gerd Heinz | als Max | ||
| Hildegard Schmahl | als Ina | ||
| Maritta Horwarth | als Liesel | ||
| Regine Zimmermann | als Käthe | ||
| Gabrielle Odinis | als Dienstmädchen | ||
| Bettina Redlich | als Frau Sadler | ||
| Julia Leidl | als Inge | ||
| Mechthild Großmann | als Elsa Konrad | ||
| Peter Lenaeku | als Jogona (Kind) | ||
| Silas Kerati | als Jogona | ||
| Kanya Man | als Kimani | ||
| Andrew Rashleigh | als Captain Caruther | ||
| Anthony Bate | als Mr. Brindley | ||
| David Michaels | als Robert Green | ||
| Andrew Sachs | als Mr. Rubens | ||
| Diane Keen | |||
| Regie: | Caroline Link | ||
| Buch: | Caroline Link | ||
| Musik: | Niki Reiser | ||
| Kamera: | Gernot Roll | ||
| Produzent: | Peter Herrmann | ||
Nirgendwo in Afrika (Einzel-DVD) in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
Star
Juliane Köhler
Deutsche Schauspielerin. Sie arbeitet gern mit Regisseurinnen, weil die sie verstehen, und die Frauen, so sie den Stoff in- und auswendig...
Star
Merab Ninidze
Der georgische Schauspieler Merab Ninidze wurde 2001 als Walter Redlich in Caroline Links Oscar prämiertem Spielfilm "Nirgendwo in Afrika"...
Registrieren




