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Nirgendwo in Afrika

Nach dem autobiografischen Roman von Stefanie Zweig entstandenes Afrika-Epos über eine deutsche Familie, die sich 1938 in einer fremden Welt zurecht finden muss.


Nirgendwo in Afrika (Einzel-DVD)

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Erhältlich seit:
01.12.2005

Drama

Deutschland 2001
Laufzeit: 136 Min.
FSK: ab 6

Juliane Köhler
Merab Ninidze
Matthias Habich

Regie: Caroline Link
Ascot Elite Home Entertainment

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Nach dem autobiografischen Roman von Stefanie Zweig entstandenes Afrika-Epos über eine deutsche Familie, die sich 1938 in einer fremden Welt zurecht finden muss.

Jettel und Walter müssen sich in Afrika neu zusammenraufen (Foto: Constantin) Großansicht

Jettel und Walter müssen sich in Afrika neu zusammenraufen (Foto: Constantin)

1938 gelingt es dem jungen jüdischen Anwalt Walter Redlich (Merab Ninidze), sich von Deutschland nach Kenia abzusetzen.

Gemeinsam mit seiner Frau Jettel (Juliane Köhler) und Töchterchen Regina (Lea Kurka) will er sich dort als Verwalter einer Farm eine bescheidene Existenz aufbauen.

Während Regina schnell Anschluss und Freunde findet, kann ihre verwöhnte Mutter in der neuen Heimat, in der ein Kanister Wasser mehr Wert besitzt als Meißener Porzellan, nur schwer Fuß fassen.

So wird die ohnehin angeschlagene Beziehung zwischen Walter und Jettel auf eine harte Probe gestellt.

Regina findet schnell neue Freunde (Foto: Constantin) Großansicht

Regina findet schnell neue Freunde (Foto: Constantin)

Adaption auf Siegeszug

Autorin und Regisseurin Caroline Link hat nach dem Oscar-nominierten "Jenseits der Stille" und der Kästner-Verfilmung "Pünktchen und Anton" mit ihrem dritten Film die bislang reifste Arbeit vorgelegt und dafür sogar den Academy Award nach Hause getragen.

In der Hauptrolle zeigt die Adaption von Stefanie Zweigs autobiografischem Bestseller Juliane Köhler, die in ihrer spröden Schönheit äußerst überzeugend wirkt. Die guten Nebendarsteller, der tolle Soundtrack sowie versiert umgesetzte Trickszenen machen das Drama zu einem zuverlässigen Tipp für Fans aufwändig inszenierter Literaturverfilmungen.

Nirgendwo in Afrika (Einzel-DVD)

Mit ihrem dritten Spielfilm vollzieht Caroline Link den faszinierenden Schritt von der Geschichtenerzählerin zur Filmemacherin: Ihre Verfilmung des autobiografischen Romans von Stefanie Zweig über eine jüdische Familie, die 1938 von Deutschland nach Afrika auswandert und lernen muss, die neue Heimat und interne Spannungen zu bewältigen, atmet die gleiche Wärme und Empathie wie ihre Vorgänger "Jenseits der Stille" und "Pünktchen und Anton", teilt sich aber vor allem mit prächtigen, unter schwierigen Umständen vor Ort in Afrika entstandenen Bildern mit und verfügt über einen in deutschen Filmen selten gewagten epischen Atem.

Natürlich drängt sich "Jenseits von Afrika" als Referenzpunkt auf, ebenfalls ein Film nach authentischen Begebenheiten über eine europäische Frau, die ihr Leben in der afrikanischen Wildnis, fern der Heimat, neu ordnen muss (gleiches gilt übrigens auch für Hugh Hudsons misslungenen "Ich träumte von Afrika" mit Kim Basinger). Damit enden die Parallelen jedoch: Während Sydney Pollack seinen zeitlich während des Ersten Weltkriegs angesiedelten Film als mondänes Liebesepos - verheiratete Baroness verliebt sich in Großwildjäger - spielen lässt, beobachtet Caroline Link mit großem Einfühlungsvermögen die Szenen einer Ehe, die eigentlich schon vorbei ist, aber aufgrund globaler politischer Entwicklungen in eine Verlängerung gezwungen wird. Das ist eine emotional komplexe Thematik. Entsprechend viel Zeit nimmt sich die Filmemacherin, ihre nicht auf Anhieb sympathischen (und deshalb umso menschlicheren und spannenderen) Hauptfiguren vorzustellen, vielleicht sogar selbst kennen zu lernen. Der Zugang wird erleichtert, indem Link, wie schon in ihren vorangegangenen Filmen, immer wieder die Perspektive des Kindes wählt. Es ist ein ebenso unschuldiger wie wertfreier Blickwinkel, der aber gerade in diesem Film angesichts der angespannten Situation zwischen den Eheleuten Jettel und Walter Redlich durchaus auch schwerwiegende Implikationen hat. Nachdem die Jüdin Jettel und ihre Tochter Deutschland 1938 verlassen und nach Afrika fliehen, wo Walter mehr schlecht als recht eine Existenz aufzubauen versucht, fällt es gerade der kleinen Regina leicht, sich in der neuen Welt zurecht zu finden. Spielerisch lernt sie Sitten und Gebräuche kennen und schließt Freundschaft mit dem eingeborenen Koch Owuor. Ganz anders Jettel, die Walter Vorwürfe macht und sich gegen Afrika sperrt. Ihren Öffnungsprozess verfolgt Caroline Link, über manche Höhe und noch mehr Tiefen hinweg, bis sie ihr Leben und sich selbst zu akzeptieren und entdecken beginnt. All das gelingt der Filmemacherin, ohne melodramatische Klischees zu bemühen. Niemand wird hier von hungrigen Löwen, giftigen Schlangen, Amok laufenden Herden, Blut rünstigen Eingeborenen oder anderen gängigen Schicksalsschlägen bedroht. Der Feind ist bestenfalls das Leben selbst, das Wege einschlägt, die man nicht kontrollieren kann. Wie man sich dennoch arrangieren kann, erzählt "Nirgendwo in Afrika" auf sehr eindringliche und spannende Weise. Jettel wird von Juliane Köhler gespielt, wie der "Jenseits von Afrika"-Star keine klassische Schönheit, dafür aber mit einer vielschichtigen Intelligenz und faszinierenden Zähigkeit ausgestattet. Ihre Sympathien im Publikum muss sie sich hart erspielen, denn anfangs ist die ewig nörgelnde, leicht hysterische Jettel eine hart zu ertragende Nervensäge, speziell verglichen mit dem von Merab Ninidze besonnen gespielten Walter (Ninidze wurde von Herbert Knaup sehr gut synchronisiert). Umso verblüffender ist es, wie Köhler das Blatt nahezu unmerklich wendet, bis Jettel schließlich an Walters Seite gegen eine eindrucksvoll gefilmte Heuschreckenplage all das verteidigt, was man sich mühselig aufgebaut hat. Unübertroffenes Highlight ist allerdings die Szene, in der Jettel ihre Tochter im Ballkleid erstmals zu einer nächtlichen Stammeszeremonie begleitet. All die Lyrik, Melancholie, Schönheit und angenehme Schwere des beeindruckenden Films wird in diesem Moment auf den Punkt gebracht.

ts.

Darsteller:  Juliane Köhler   als Jettel Redlich
  Merab Ninidze   als Walter Redlich
  Matthias Habich   als Süßkind
  Sidede Onyulo   als Owuor
  Lea Kurka   als Regina Redlich (Kind)
  Karoline Eckertz   als Regina Redlich
  Gerd Heinz   als Max
  Hildegard Schmahl   als Ina
  Maritta Horwarth   als Liesel
  Regine Zimmermann   als Käthe
  Gabrielle Odinis   als Dienstmädchen
  Bettina Redlich   als Frau Sadler
  Julia Leidl   als Inge
  Mechthild Großmann   als Elsa Konrad
  Peter Lenaeku   als Jogona (Kind)
  Silas Kerati   als Jogona
  Kanya Man   als Kimani
  Andrew Rashleigh   als Captain Caruther
  Anthony Bate   als Mr. Brindley
  David Michaels   als Robert Green
  Andrew Sachs   als Mr. Rubens
  Diane Keen  
 
Regie:  Caroline Link  
Buch:  Caroline Link  
Musik:  Niki Reiser  
Kamera:  Gernot Roll  
Produzent:  Peter Herrmann  

"Chicago" räumt ab, Oscar für Caroline Link

"All that Jazz" im Kodak Theatre: Die Geburtstags-Ausgabe der Oscars brachte viele Überraschungen, einen handfesten Skandal und tränenreiche Dankesreden.

Der große Sieger: "Chicago" - Catherine Zeta-Jones wurde als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet Großansicht

Der große Sieger: "Chicago" - Catherine Zeta-Jones wurde als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet

Der beste Film des Jahres ist nach Meinung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences das Musical-Feuerwerk "Chicago". Mit insgesamt 6 Oscars ist die jazzige Milieustudie auch insgesamt der Gewinner der diesjährigen Verleihung.

Aus deutscher Sicht gibt es großen Grunde zur Freude, denn Caroline Links "Nirgendwo in Afrika" gewann den Oscar als Bester nicht-englischsprachiger Film - 24 Jahre nach "Die Blechtrommel" von Volker Schlöndorff das erste Mal, dass ein deutscher Beitrag in dieser Kategorie mit einem Goldjungen ausgezeichnet wurde. Für Link war es ein Erfolg im zweiten Anlauf, denn sie war 1997 bereits für "Jenseits der Stille" nominiert gewesen.

Die Überraschung: Drei Oscars für "Der Pianist", darunter in den wichtigen Kategorien Beste Regie und Bester Hauptdarsteller: Adrien Brody setzte sich gegen die favorisierten Daniel Day-Lewis und Jack Nicholson durch. Brody hielt die begeisterndste Dankesrede des Abends und fand leise, aber tief bewegende Worte der Kritik am Krieg im Irak.

Michael Moore, für seine Doku "Bowling for Columbine" mit dem Oscar für den Besten Doukumentarfilm ausgezeichnet, hatte zuvor für einen Eklat gesorgt, als er George W. Bush unter Buh-Rufen des Publikums als unrechtmäßigen Präsidenten bezeichnet und seine Rede mit dem Ausruf "Schande über Sie, Mr. Bush!" geendet hatte.

Viele Preisträger fanden etwas moderatere Worte des Protestes gegen den Irak-Krieg. So auch Nicole Kidman, die für "The Hours" als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Chris Cooper erhielt für "Adaption" den Oscar als Bester Nebendarsteller und der verstorbene Conrad Hall wurde für "Road to Perdition" in der Kategorie Beste Kamera geehrt. Peter O'Toole wurde mit einem Ehrenoscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Die größte Enttäuschung des Abends hatte Martin Scorsese zu verdauen. Sein patriotisches Epos "Gangs of New York" schickte die Academy trotz sage und schreibe zehn Nominierungen ohne eine einzige Goldstatuette nach Hause.

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Juliane Köhler

Deutsche Schauspielerin. Sie arbeitet gern mit Regisseurinnen, weil die sie verstehen, und die Frauen, so sie den Stoff in- und auswendig...

 

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Merab Ninidze

Der georgische Schauspieler Merab Ninidze wurde 2001 als Walter Redlich in Caroline Links Oscar prämiertem Spielfilm "Nirgendwo in Afrika"...