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No Country for Old Men

Knochentrockene Verfilmung des Romans von Cormac McCarthy über einen Mann, der auf der Jagd in der texanischen Einöde Leichen und Geld entdeckt und danach Ziel einer erbarmungslosen Hatz wird.


No Country for Old Men

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Erhältlich seit:
06.10.2008

Thriller

USA 2007
Laufzeit: 117 Min.
FSK: ab 16

Tommy Lee Jones
Javier Bardem
Josh Brolin

Regie: Ethan Coen, ...
Paramount Home Entertainment

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Knochentrockene Verfilmung des Romans von Cormac McCarthy über einen Mann, der auf der Jagd in der texanischen Einöde Leichen sowie Geld entdeckt und danach Ziel einer erbarmungslosen Hatz wird.

Moss muss erkennen, dass zwei Millionen das Leben schwer machen können (Foto: Universal) Großansicht

Moss muss erkennen, dass zwei Millionen das Leben schwer machen können (Foto: Universal)

Bei der Jagd im Südwesten von Texas entdeckt Llewelyn Moss (Josh Brolin) die Leichen mehrerer Männer, Beutel voller Heroin und 2,4 Millionen Dollar. Moss schnappt sich das Geld und ist fortan auf der Flucht vor dem ehemaligen Special-Forces-Mann Wells (Woody Harrelson), der im Auftrag eines Kartells handelt, und dem Psychopathen Chigurh (Javier Bardem).

Hilfe kann Moss nur von dem in die Jahre gekommenen Sheriff Bell (Tommy Lee Jones) erwarten.

Nach einer Pause in Anschluss an ein paar weniger gelungene Werke melden sich die Coen-Brüder mit neuer Energie und alter Brillanz zurück. Man fühlt sich an die präzisen und kompromisslosen Moritaten "Miller's Crossing" und "Fargo" erinnert bei dieser rastlosen Menschenhatz im amerikanischen Südwesten.

Gnade ist für Chigurh ein Fremdwort (Foto: Universal) Großansicht

Gnade ist für Chigurh ein Fremdwort (Foto: Universal)

Ein echter Coen

Die typisch lakonische Handschrift der Coens ist deutlich erkennbar, und doch fühlen sie sich stets der trocken erzählten Vorlage von Cormac McCarthy verpflichtet.

No Country for Old Men

Elektrisierend schwarzhumoriges Meisterwerk der Coen-Brüder mit Javier Bardem als todsicherer Killer im Crime-and-Western-Country von Sergio Leone, Sam Peckinpah und John Woo.

Nach den launigen "Ladykillers" und dem verzeihlichen "Härtefall" für George Clooney und Catherine Zeta-Jones, sind die Coen-Brüder wieder auf der Höhe ihrer inszenatorischen Meisterschaft mit dieser so aufregenden wie lakonischen, von schockblutigen Explosionen wie knochentrocken schwarzhumorigem Witz getränkten Expedition ins Crime-and-Western-Country von Sergio Leone, Sam Peckinpah und John Woo, deren Arten, Türen zu öffnen, auf originelle Weise variiert wird. Geerdet mit der Roman-Vorlage von Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy, dessen Neo-Western "All die schönen Pferde" Billy Bob Thornton nicht restlos überzeugend anging, adaptieren die Coens das West-Texas von 1980 als absurde philosophische Landschaft, filmisches Gold wie ihr "Fargo". Spielten dort Loser auf dem Grat zwischen Grauen und blutiger Posse, Gewalt und idyllischen Schneewüsten, so geht in "No Country For Old Men" ein begnadeter Profikiller mit grotesker Mireille-Mathieu-Frisur und Stoneface seinem Handwerk nach und spielt auf cooler Menschenjagd Graf Zaroffs "The Most Dangerous Game".

Wegen seines Muts, einen blutvollen, vollkommen humorlosen und gerade dadurch zu Lachen, das im Hals stecken bleibt, reizenden Killer zu spielen, hätte Bardem den Darstellerpreis in Cannes verdient, aber das ist so fern, als würde Chow Yun-Fat für seine epochalen Woo-Killer den Ehren-Oscar gewinnen. Als Anton Chigurh, der mit Münzwurf über Leben und Tod entscheidet, verfolgt Bardem Vietnam-Veteran Llewelyn Moss. Josh Brolin verkörpert ihn in der Tradition von Nick Nolte aus Karel Reisz' unterschätztem Drogen-Chase-Thriller "Dreckige Hunde" (1978). Moss, in einer überragenden Sequenz eingeführt, die das Jagdmotiv des Films etabliert, stößt mitten in der Wüste auf eine mit Leichen gepflasterte Wagenburg, Drogen und einen Koffer mit zwei Millionen Dollar. Den versuchen ihm erst ein furchterregend verbissener Hund bei einer atemberaubenden Flucht durch einen Fluss und dann der Anton aus Texas, mit Peilsender und einem Bolzenschießer, mit dem er seine Opfer wie Vieh tötet, abzujagen. Die Jagd variiert in der den Coens eigenen Slow-Burn-Dramaturgie berühmte Vorgänger, die Hotelszene mit Clint Eastwood in Leones "Zwei glorreiche Halunken", den Hotel-Showdown von Steve McQueen in Peckinpahs "The Getaway" und den Treppen-Shootout von Chow Yun-Fat in Woos "A Better Tomorrow II" und ist in ihrer originellen Unvorhersehbarkeit purer audiovisueller Genuss.

Dritter im Bund der Coen-Charakterköpfe ist Tommy Lee Jones, der als desillusionierter Sheriff seinen Mitbürger Moss vor Chigurh beschützen will und stets zu spät kommt. Jones wird dem Titel gerecht, wenn er mit Erzählungen à la Ambrose Bierce (der unglaubliche Todeskampf einer Kuh) und moralischen Reflexionen, von denen nichts als Träume bleiben, verlorene Integrität und Würde beklagt und den Film so lakonisch beschließt, wie Brolin und Bardem ihn verlassen. Roger Deakins' makellose Scope-Kameraarbeit, der Schnitt (die Coens unter ihrem Pseudonym Roderick Jaynes), Tonschnitt und die bis auf die Knochen reduzierte Storyline erhöhen die nachwirkende Intensität des fabelhaften Neo-Noir-Crime-Western. Yep! ger.

No Country for Old Men

Die mehrfach ausgezeichneten Filmemacher Joel und Ethan Coen schufen mit diesem fesselnden und spannungsgeladenen Actionthriller
ihr bis jetzt ergreifendstes und ambitioniertestes Werk. Ein Mann stolpert förmlich über einen blutigen Tatort, einen Pick-up-Truck, vollgeladen mit Heroin, und unwiderstehlichen zwei Millionen Dollar in bar.
Seine Entscheidung, das Geld für sich zu behalten, setzt eine gewaltvolle Kettenreaktion in Gang, die noch nicht einmal das Gesetz von West-Texas aufhalten kann. Basierend auf dem Roman von Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy und mit einer herausragenden Besetzung, angeführt von Tommy Lee Jones, fesselt dieses wagemutige Katz-und-Maus-Spiel - weit über das bisher Bekannte hinaus - bis zum Herzschlagfinale!

Quelle: Paramount

Darsteller:  Tommy Lee Jones   als Ed Tom Bell
  Javier Bardem   als Anton Chigurh
  Josh Brolin   als Llewelyn Moss
  Woody Harrelson   als Carson Wells
  Kelly Macdonald   als Carla Jean Moss
  Garret Dillahunt   als Wendell
  Tess Harper   als Loretta Bell
  Barry Corbin   als Ellis
  Stephen Root   als Wells' Auftraggeber
  Rodger Boyce   als Sheriff von El Paso
  Beth Grant   als Carla Jeans Mutter
  Ana Reeder  
  Kit Gwin  
 
Regie:  Ethan Coen  
  Joel Coen  
Buch:  Joel Coen  
  Ethan Coen  
Musik:  Carter Burwell  
Kamera:  Roger Deakins  
Produzent:  Ethan Coen  
  Joel Coen  
  Scott Rudin  

"Wir sind Sklaven amerikanischer Grenzen"

Die Coen-Brüder Joel und Ethan werden persönlich und erzählen in "A Serious Man" (vielleicht) eine Geschichte aus ihrer Kindheit. Aber trauen kann man ihnen und ihren Filmen ohnehin nicht..

Typisch amerikanisch, typisch Coens: die bitterböse Loser-Komödie "A Serious Man" (Foto: Tobis) Großansicht

Typisch amerikanisch, typisch Coens: die bitterböse Loser-Komödie "A Serious Man" (Foto: Tobis)

Analog zu Ihrem Filmtitel - sind Sie auch ernsthafte Herren?
ETHAN COEN: Wir setzen uns nicht in Bezug zu den Personen unserer Filme. Wir erzählen in "A Serious Man" nur eine weitere Geschichte, die keine autobiografischen Züge trägt.

Das ist schwer zu glauben.
JOEL COEN: Na gut, es gibt autobiografische Momente im Bezug zum Milieu, in dem unser Film spielt. Wir sind in einem jüdisch geprägten Vorort aufgewachsen, entsprechend haben wir uns hier von Charakteren, die wir damals kannten inspirieren lassen.

Was hat Sie denn bewogen, gerade jetzt in die Tage ihrer Jugend zurückzukehren?
EC: Das war reiner Zufall. Wir haben dieses Skript schon vor drei Jahren geschrieben, ungefähr zeitgleich mit "No Country for Old Men" und "Burn After Reading". Die Drehfolge hat sich dann zufällig ergeben, hat primär mit der Realisierbarkeit und Finanzierung der einzelnen Projekte zu tun gehabt.

JC: Außerdem ist es ja nicht unser erster Ausflug zurück in unsere Vergangenheit. "Fargo" spielt auch in Minnesota, in den Orten unserer Jugend, und erzählt woher wir kommen - minus dem jüdischen Hintergrund. Aber vielleicht ist es einfach so, dass man sich, wenn man älter wird, eher mit den eigenen Wurzeln auseinandersetzt.

Hat die Art wie Sie aufgewachsen sind, Sie bei ihrer Art Filme zu machen beeinflusst?
EC: Das ist eine gute Frage, darüber müsste ich genauer nachdenken. Aber ich glaube eher nicht. Oder nein, lassen sie es mich so ausdrücken, es hat uns genauso beeinflusst wie die Musik, die wir als Jungs hörten oder die TV-Shows, die wir ansahen, etwa die Serie "F Troop", die wir über alles liebten.

Welche Rolle spielt der jüdische Glaube in Ihrem Leben?
EC: Heute keine mehr. Damals als wir Kinder waren, war das anders. Unsere Mutter war noch der jüdischen Tradition verhaftet, unser Vater weniger. Für die Religion haben wir uns nicht interessiert, wir waren Kinder, haben getan, was man uns gesagt hat, sind zum Tora-Unterricht gegangen, haben Bar Mitzwa gefeiert.

In Ihrem in Jiddisch gehaltenem Vorspann erzählen Sie eine Geschichte von einer resoluten Ehefrau, die dem Dibbuk die Tür weist. Wie verhält sich der zum Film?
EC: Berechtigte Frage, aber wir wissen das auch nicht so genau. Wir hatten nur das Gefühl, dass er passt, dass er Botschafter für den Film ist - eine Fingerübung und Hinweis darauf, in welcher Tradition "A Serious Man" steht. Ohne ihn wäre der Film, glaube ich, einfach nicht so gut.

Ein Leitmotiv also wie der im Soundtrack eingesetzte Jefferson Airplanes Klassiker "Somebody to Love"?
JC: Wenn Sie so wollen. Der Song ist einfacher zu erklären. Er spiegelt die Zeit, in der der Film spielt wider, das Gefühl, das wir als Jugendliche hatten. Diese Musik hat uns geprägt. Aber nicht nur die Musik auch die damalige Mode, das Lebensgefühl, die Aufbruchsstimmung. Außerdem steht er im harten Gegensatz zur kirchlichen Musik mit der wir damals tagtäglich konfrontiert wurden.

Sie haben diesmal auf Stars verzichtet, weitgehend unbekannte Fernseh- und Theaterdarsteller besetzt.
EC: Nochmals, wir wollten das Lebensgefühl von damals sichtbar machen, eine vergangene Epoche beschwören. Stars hätten davon abgelenkt, man bringt diese schließlich immer mit gewissen Arten von Filmen in Zusammenhang. Wenn man gewisse Stars besetzt, hat das Publikum ganz spezielle Erwartungen - von den Produzenten einmal ganz abgesehen.

Na ja, Sie hätten Dustin Hoffman besetzen können.
JC: Zu alt...

Dafür haben Sie bei der Wahl des Kameramannes auf einen altbewährten Veteranen, Roger Deakins, gesetzt. Er hat für Sie hier bereits zum zehnten Mal das Licht gesetzt.
JC: Er ist einfach fantastisch, er weiß genau, was wir wollen. Er ist einer jener Mitarbeiter, auf die wir regelmäßig zurückgreifen. Wir können ihm blind vertrauen. Oft ist er es, der uns sagt, wie wir eine Szene aufnehmen, wie wir sie auflösen sollen. Das macht die Arbeit einfach und angenehm.

Widerspricht er Ihnen manchmal?
JC: Ja, und er hat meistens recht. Ich denke da beispielsweise an den Zaun, der das Haus der Nachbarin, die die nackt sonnenbadet, umgibt. Wir wollten, dass er rot ist. Roger widersprach heftig. Er meinte, er sollte weiß sein. Wir haben uns durchgesetzt. Es sah furchtbar aus. Jetzt ist er weiß. In solchen Dingen, muss man Roger einfach vertrauen.

Das heißt Sie verlassen sich in Sachen Bildgestaltung vollkommen auf ihn?
EC: Absolut. Bei der Bildsprache, der Ausleuchtung, die dann die Stimmung ausmacht, verlassen wir uns vollkommen auf ihn.

Andererseits scheinen Sie aber auch nur dort zu drehen, wo Sie sich auskennen. Haben Sie jemals für ihre Filme die USA verlassen?
JC: Wir haben einmal einen ganz kleinen Film in Paris gedreht.

Die "Tuileries"-Episode in "Paris je t'aime".
JC: Das hat schon Spaß gemacht. Aber wir sind im Prinzip Sklaven unserer eigenen Limitierungen, unseres eigenen engen Horizonts. Wir schreiben nur über Dinge, die wir kennen, über Dinge, über die wir glauben uns auszukennen. Die amerikanische Seele interessiert uns. Da fühlen wir uns zu Hause.
EC: Wir haben aber einmal versucht, einen Film in Japan zu drehen. Aber das hat nicht funktioniert. Das hat auch mit den relativ niedrigen Budgets unserer Filme zu tun, mit den daraus folgenden Drehbedingungen. Wir wollen unsere eigenen Herren bleiben. Das geht nur mit übersichtlichen Budgets, in die niemand hineinredet.
JC: Aber man muss auch dazu sagen, dass der japanische Film von einem Amerikaner gehandelt hat, von einem Maschinengewehrschützen an Bord eines Flugzeugs, das über Japan abgeschossen wird. Und dann gibt's da noch ein Projekt, das in Südamerika angesiedelt ist.

Apropos nächstes Projekt, wird das angekündigte Remake von "Der Marshall" sein?
EC: Man kann nie sagen, ob ein Projekt zustande kommt. Da gibt es zuviel Unsicherheitsfaktoren. Bislang ist erst einmal das Drehbuch fertig. Wir halten uns da näher an die Vorlage, näher an Charles Portis' Roman.

Wenn Sie mit ihren Drehbüchern fertig sind, ändern Sie dann beim Drehen noch viel?
JC: Eigentlich nicht, im Vergleich zu anderen US-Produktionen fast gar nichts. Wenn ja, dann geht es eigentlich nur darum, dass sich der Schauspieler mit seinem Text wohlfühlt, dass es glaubwürdig wirkt, was er macht.
EC: Michael Stuhlbarg, unser Hauptdarsteller in "A Serious Man", kommt vom Theater. Der hat wirklich ewig am Text herumgefeilt. Er wollte, dass jedes Wort stimmt - ja, er ist fast genauso schlimm wie William H. Macy. (lacht)

Sie produzieren ihre Filme, schreiben die Drehbücher, führen Regie... wo wird's da besonders schmerzhaft?
EC, JC: ...

Vielleicht wenn Sie zu den fertigen Filmen Interviews geben müssen?
JC: (lacht) Das haben Sie gesagt.

 

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