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No Man's Land

Satirisches und tragikomisches Kriegsdrama aus Bosnien, dass den ausweglosen Kampf zweier feindlicher Soldaten in einem Schützengraben ad absurdum führt.


No Man's Land

Leihvideo

Erhältlich seit:
07.08.2003

Kriegsfilm/ Drama

Bosnien und Herzegowina/Frankreich/Belgien/Großbritannien/Italien 2001
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 12

Branko Djuric
René Bitorajac
Filip Sovagovic

Regie: Danis Tanovic
Highlight Communications (Deutschland)

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No Man's Land

Eine Gruppe bosnischer Soldaten gerät im Balkankrieg hinter die feindlichen Linien und wird von den Serben gnadenlos niedergemetzelt. Nur einer - Ciki - überlebt. In einem verlassenen Schützengraben trifft er kurze Zeit später auf den Serben Nino. Im darauffolgenden Kampf lässt zunächst ein Patrouillengenosse von Nino sein Leben. Wenig später müssen sich die beiden dann mit der Tatsache beschäftigen, dass Cikis für tot gehaltener Freund Cera zwar lebt, aber auf einer Mine liegt. Diese wird explodieren, sobald sich der Unglückliche bewegt...

Regiedebütant Danis Tanovic, der auch das Buch und die Musik verantwortete, erarbeitet in seinem packenden Antikriegs-Drama ein makaber-absurdes Szenario, das die Sinnlosigkeiten des Krieges verdeutlicht. In Cannes für das beste Drehbuch, in San Sebastian mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, sowie einem Golden Globe und dem Auslands-Oscar bedacht, zählt dieses schonungslose und kritische Werk zu den herausragendsten Filmen der letzten Jahre. Nicht nur am Weltgeschehen interessierte Cineasten sollten hier zugreifen.

No Man's Land

Der erste bosnische Film im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes wurde lange als Sieger gehandelt und gewann mehr als verdient den Drehbuchpreis. Die politische Satire, eine mit Galgenhumor und bitter grotesken Absurditäten über den Krieg gespickte schwarze Komödie in der Tradition von "Catch-22" und "M*A*S*H", ist ein ohne Pomp und Prätention inszeniertes tragikomisches Drama, das mit bewunderungswürdiger Klarheit und Präzision bittere Wahrheiten über den Balkankrieg und den Wahnsinn von Kriegen allgemein erzählt. Diese Haltung macht den Film, da er keine spezifische Kenntnis über die historischen Hintergründe voraussetzt, über das Festival hinaus enorm publikumsattraktiv.

Eine Gruppe bosnischer Soldaten gerät 1993 zur Musik eines Wiegenliedes in dichten Nebel und wird beim Erwachen vom Kreuzfeuer der serbischen Linien dezimiert. Ciki, der einzige Überlebende, findet sich in einem Schützengraben wieder. Er tötet einen Serben und liefert sich mit dessen verwundetem Patrouillengenossen Nino einen Kleinkrieg um die Vorherrschaft im Graben. Als sich die Feinde der Aussichtslosigkeit ihrer Situation bewusst werden, weil Cikis zunächst für tot gehaltener Freund Zera auf einer Mine liegt, die explodiert, wenn er sich bewegt, entscheiden sie sich, die Aufmerksamkeit ihrer jeweiligen Camps zu erregen.

Von diesem Punkt an weitet sich die Perspektive zur Satire über Militär und Medien, UNO-Blauhelme, Minenräumkommando (mit pünktlichen Deutschen) und internationale Kriegsberichterstatter (Karin Cartlidge als TV-Reporterin), die Druck auf die Eurokraten ausüben, rücken an und müssen unverrichteter Dinge abziehen - ohne den Mann auf der Mine. Wie in einer der meisterhaften Kurzgeschichten, die Ambrose Bierce über den amerikanischen Bürgerkrieg und Soldaten in ausweglosen Situationen schrieb, zerlegt Regiedebütant Danis Tanovic (Buch und Musik) mit analytischer Schärfe die Lage, wobei er pazifistischen Pathos vermeidet: Bis zuletzt sind sich der Bosnier und der Serbe spinnefeind. Noch vor "Welcome to Sarajevo" und "Territorio Comanche" der beste Film zu einem Krieg, der bereits weit weg in der Erinnerung scheint. Seine perfekte Dramaturgie sollte ihm einen deutschen Verleih und mittlere Säle sichern. ger.

Darsteller:  Branko Djuric   als Ciki
  René Bitorajac   als Nino
  Filip Sovagovic   als Cera
  Katrin Cartlidge   als Jane Livingston
  Sir Simon Callow   als Soft
  Georges Siatidis   als Marchand
  Alain Eloy   als Pierre
  Sascha Kremer   als Michel
  Serge-Henri Valcke   als Dubois
 
Regie:  Danis Tanovic  
Buch:  Danis Tanovic  
Musik:  Danis Tanovic  
Kamera:  Walther vanden Ende  
Produzent:  Frédérique Dumas-Zajdela  
  Marc Baschet  
  Cedomir Kolar  
 

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