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Nobody's Fool - Auf Dauer unwiderstehlich

Verliererkomödie von Robert Benton über einen 60-Jährigen, der versucht versäumte Vaterpflichten nachzuholen.


Nobody's Fool - Auf Dauer unwiderstehlich

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Erhältlich seit:
04.11.2002

Originaltitel: Nobody's Fool

Komödie

USA 1994
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 6

Paul Newman
Jessica Tandy
Bruce Willis

Regie: Robert Benton
Universum Film

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Nobody's Fool - Auf Dauer unwiderstehlich

In dem kleinen Städtchen North Bath sind die Menschen ein wenig anders: kauzig, etwas mürrisch und vor allem eigensinnig. Sully etwa lehnt seit Jahren die Einladung seiner Vermieterin Miss Berry auf eine Tasse Tee ab. Wegen seiner Sturheit hat er schon vor Jahren seine Familie verloren. Miss Berry ist jedoch überzeugt, daß Sully eigentlich ein ganz umgänglicher Mensch ist. Und tatsächlich: Die Dinge ändern sich, als Sullys erwachsener Sohn Peter in North Bath auftaucht.

Regisseur Robert Benton ("Kramer gegen Kramer") hat viel zu erzählen über seine Protagonisten, und er tut das in einer Weise, die einen völlig einnimmt. Paul Newman als der vom Leben gezeichnete Sully liefert einmal mehr eine Glanzleistung ab und Jessica Tandy als Miss Berry ist eine warmherzige alte Dame, die man sich eigentlich nur erträumen kann. Ein brillanter Bruce Willis und eine sympathische Melanie Griffith runden das Star-Aufgebot ab. Eine wunderschöne Komödie mit Herz, famos erzählt und umgesetzt.

Nobody's Fool - Auf Dauer unwiderstehlich

In einem Leinwandjahr, das von Jim Carreys turboschnellen Slapstickkapriolen und Speed in jeder nur erdenklichen Form geprägt war, wartet Robert Bentons "Nobody's Fool" mit einer fast schon vergessen geglaubten Tugend auf: Ohne Schnörkel, aber stets am Puls von Menschen aus Fleisch und Blut erzählt der Regisseur eine richtige Geschichte aus einer tief verschneiten Kleinstadt im Staate New York. Sie bewegt, weil sie echtes Interesse an ihren schrullig-sympathischen Figuren zeigt, und Benton ohne oberflächliche Charakterisierungen auskommt. Da, wo andere Hollywood-Produktionen ihr inhaltliches Vakuum mit Lautstärke und reger Geschäftigkeit füllen, gönnt sich "Nobody's Fool" immer wieder stille Momente, um die zum Teil aberwitzigen Situationen auf den Zuschauer wirken zu lassen. Dreh- und Angelpunkt der Geschehnisse ist der grumpy old man Paul Newman in der Rolle des leicht erzürnbaren Gelegenheitsarbeiters Sully, der es trotz seiner 60 Jahre zu nichts im Leben gebracht hat. Sein ungezügeltes Temperament und sein Hang zur Verantwortungslosigkeit haben ihn von seiner Familie entfremdet. Also lebt das alte Rauhbein in Untermiete bei der reizenden Witwe Miss Beryl (Jessica Tandy in ihrer vorletzten Rolle) und erledigt seine wenigen Jobs mit Hilfe des Dorfidioten Rub. Sullys zumeist fruchtlose Grabenkämpfe mit dem jüngeren Baufirmen-Manager Carl (Bruce Willis mit seinem stärksten Leinwandauftritt des Jahres) um kleine Jobs, einen Schneeräumer und dessen unglückliche Ehefrau Toby (Melanie Griffith) werden unterbrochen von der Ankunft seines Sohnes (Dylan Walsh), der, von seiner Frau getrennt, einen Neuanfang in seinem Heimatdorf sucht. Für Sully bietet sich die Chance, seine versäumten Vaterplichten wenigstens als Großvater nachzuholen. Aber wer sechs Jahrzehnte mit dem eigenen Leben gehadert hat, kommt über Nacht nicht so leicht auf einen grünen Zweig. Die Rolle des alten Haudegens, der sich trotz seiner täglichen Scharmützel mit den eigenen Dämonen nicht als Verlierer abstempeln lassen will, ist dem brillanten Paul Newman auf den knorrigen Leib geschrieben. Aber selbst ohne seine grandiose Vorstellung steckt dieses leidenschaftlich beobachtete und erzählte Stück Americana voller großartig erfrischender Momente. Ein ähnliches Juwel wäre wohl herausgekommen, hätte Norman Rockwell seine Vision eines idyllischen Amerikas auf Zelluloid gebannt. Und auch wenn dieser Film nicht mit den Blockbustern mithalten können wird, so ist ihm doch hoch anzurechnen, daß einem trotz seiner Bilder von sibirischer Kälte unweigerlich warm ums Herz wird. ts.

Darsteller:  Paul Newman  
  Jessica Tandy  
  Bruce Willis  
  Melanie Griffith  
  Dylan Walsh  
  Pruitt Taylor Vince  
  Gene Saks  
  Josef Sommer  
  Philip Seymour Hoffman  
  Philip Bosco  
  Margo Martindale  
  Jay Patterson  
 
Regie:  Robert Benton  
Buch:  Robert Benton  
Musik:  Howard Shore  
Kamera:  John Bailey  
Produzent:  Scott Rudin  
  Arlene Donovan  

Tom Hanks als diebischer Rabenvater

Die Mutter im Irrenhaus, der Vater ein streunender Gauner, die Heimat eine langweilige Kleinstadt mitten im Nirgendwo zwischen New York und Toronto.

Nach "Ladykillers" bald erneut als Gauner: Tom Hanks (Foto: Buena Vista) Großansicht

Nach "Ladykillers" bald erneut als Gauner: Tom Hanks (Foto: Buena Vista)

Unter diesen wenig erfreulichen Umständen wächst der junge Ned Hall aus Richard Russos Roman "Der Sohn eines Diebes" auf. Die Geschichte um eine Familie, die so gar nicht ins Traumbild der amerikanischen Hinterlandsidylle passen will, geriet erwartungsgemäß zum Bestseller - und wird nun mit Tom Hanks als Rabenvater verfilmt.

Der Superstar spielt Ned Halls Erzeuger Sam, der den Filius schon kurz nach der Geburt im Stich lässt, um sich seinen kleinen Gaunereien und Diebeszügen zu widmen. Sam ist der typische Loser, ein Trunkenbold und Tunichtgut. Wann immer er sich bei seinem Sohn blicken lässt - und das passiert wahrlich nicht häufig - stiftet er nur Unheil.

Der Clou bei Russos Roman: Die Familienstory wird aus der Perspektive des Sohnes geschildert, der seinem verantwortunglosen Vater allen Verfehlungen zum Trotz sympathische Züge verleiht. Im Thema "Nobody's Fool" ähnlich, besticht "Der Sohn eines Diebes" - wie zuvor schon Russos zweite Filmvorlage "Im Zwielicht" - durch feine Charakterzeichnung und brillante Dialoge.

Einmal Ganove, immer Ganove

In Szene gesetzt wird das literarische Kleinod von Lawrence Kasdan, der auch die Drehbuchadaption übernimmt. Kasdan skriptete Top-Erfolge wie "Star Wars 2" & "3", "Indiana Jones" oder "Bodyguard" und war als Regisseur zuletzt mit der Stephen-King-Verfilmung "Dreamcatcher" im Kino.

Für Tom Hanks ist "Der Sohn eines Diebes" nach "Ladykillers", der im Juli ins Kino kommt, die zweite Gaunerrolle innerhalb kurzer Zeit. Die Parts seines Sohnes und seiner geisteskranken Frau sind noch zu besetzen.

 

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Paul Newman

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Eine der ganz großen Damen des Theaters, war die in England geborene Jessica Tandy (1909-1994) über Jahrzehnte nur sporadisch für den Film...