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Not One Less - Keiner weniger

Anrührende Geschichte einer jungen Lehrerin, die das harte, Landleben im Kontrast mit dem modernen in der Stadt in China beschreibt.


Not One Less - Keiner weniger

Leihvideo

Erhältlich seit:
08.05.2001

Originaltitel: Yi ge dou bu neng shao

Drama

China 1999
Laufzeit: 102 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Wei Minzhi
Zhang Huike
Tian Zhenda

Regie: Zhang Yimou
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Not One Less - Keiner weniger

Lehrer Gao muss seine verarmte Dorfschule in der chinesischen Provinz für einen Monat verlassen, um die schwerkranke Mutter zu pflegen. Als Aushilfe findet sich nur die 13-jährige, unqualifizierte Wei Minzhi. Gao aber hat keine Wahl und verspricht dem Mädchen eine Belohung, wenn sie wenigstens keinen weiteren Schüler verliert, da diese immer häufiger abgehen. So kümmert sich Wei Minzhi nicht um den Unterricht sondern darum, dass ihr keiner entwischt. Als Zhang Huike zum Arbeiten in die Stadt fährt, will sie ihn partout zurückholen...

Vor dem Hintergrund der drückenden Armut, die in China jährlich rund eine Million Kinder dazu zwingt, ihre Schulausbildung abzubrechen, inszenierte Chinas renommiertester Regisseur Zhang Yimou ("Rote Laterne") einen bestechend authentischen Film. Dafür besetzte er durchgängig Laiendarsteller, die sich selbst spielen, und verzichtete obendrein auf ein festes Drehbuch. So entstand eine natürliche Atmosphäre, die berührt und Yimou 1999 einen Goldenen Löwen in Venedig einbrachte. Ein guter Tipp für's Arthouse-Publikum!

Not One Less - Keiner weniger

Zum vierten Mal präsentierte sich Zhang Yimou im Wettbewerb am Lido und gewann den "Goldenen Löwen" für sein Drama um eine junge Landlehrerin, die alles daran setzt, einen in der Stadt verloren gegangenen Schüler, wieder zurückzuholen.

Die Jury-Entscheidung, den Chinesen - nach einem "Silbernen Löwen" 1991 für "Die rote Laterne" und einem "Goldenen" 1992 für "Die Geschichte der Qui Ju" - erneut auszuzeichnen, stieß nicht nur auf Zustimmung. Der Film, den Cannes wegen "Propaganda" abgelehnt haben soll, ist gleichwohl bieder und bewegend inszeniert, für die chinesischen Machthaber sicherlich "political correct". Denn staatskonform erzählt der Venedig-Veteran vom einfachen und mühsamen Leben auf dem Land, wo die erst 13-Jährige Wei Minzhi den Lehrer vertritt und Mühe hat, sich gegenüber den fast gleichaltrigen Schülern durchzusetzen. Sie interessiert sich nicht sonderlich für Wissensvermittlung, sondern hauptsächlich dafür, daß ihr keiner entwischt, wurden ihr doch zehn Yuan extra versprochen, wenn sie alle Eleven bei der Stange hält. Als der zehnjährige Zhang Huike nicht zum Unterricht erscheint, weil er in der Stadt Geld für seine verschuldete Familie verdienen muß, macht sich das couragierte Mädchen auf die Suche nach dem Jungen.

Bei dieser Odyssee läßt Zhang Yimou rückständiges Land- und modernes Stadtleben aufeinanderprallen, zeigt zwei gegensätzlich erscheinende Kulturen eines Landes im Aufbruch. Laiendarsteller spielen sich quasi selbst, was dem Film zusätzliche Authentizität verleiht. Aus tausenden von jungen Mädchen wurde Wai Minzhi ausgesucht, die erst nur als "zweite Wahl" galt, dann aber im Screen Test überzeugte und inzwischen schon weitere Schauspielangebote erhält. Um Naturalismus zu erzeugen, gab Zhang Yimou den Mitwirkenden kein Buch, sondern erklärte ihnen Szenen und Reaktionen, die sie dann aus ihrer Alltagserfahrung heraus nachahmten. Die Kamera und das technische Equipment hielt man bei den Dreharbeiten möglichst im Hintergrund, um die natürliche Atmosphäre nicht zu stören. Die Geschichte des Provinzmädchens, das gegen jede Vernunft und mit großer Zähigkeit sein Ziel verfolgt, berührt, ahnt man doch seine Verzweiflung. Etwas übertrieben hilfsbereit wirken dagegen die Stadtmenschen. Zwar gibt es auch Bürokratie und Betonköpfe in diesem Film-China, doch im Prinzip ist der Durchschnittschinese hart aber gut, auch wenn er sich gerne an starre Regeln hält. Wenn am Ende Wai Minzhi gar in einer TV Talk-Show ihr Anliegen verkünden und die Tränen rollen lassen darf, wähnt man sich im ersten chinesischen "Feel Good Movie". mk.

Darsteller:  Wei Minzhi   als Wei Minzhi
  Zhang Huike   als Zhang Huike
  Tian Zhenda   als Bürgermeister Tian
  Gao Enman   als Lehrer Gao
  Sun Zhimei   als Sun Zhimei
  Feng Yuying   als Empfang bei Fernsehstation
  Li Fanfan   als Fernsehmoderator
  Zhang Yichang   als Herr Zhang
  Xu Zhanqin   als Besitzer einer Ziegelfabrik
  Liu Hanzhi   als Zhang Huikes Mutter
  Ma Guolin   als Mann in Busstation
  Wu Wanlu   als Chef vom Fernsehsender
  Liu Ru   als Bahnhofsansager
  Wang Shulan   als Ladenbesitzer
  Fu Xinmin   als TV-Programmchef
  Bai Mei   als Restaurantbesitzer
 
Regie:  Zhang Yimou  
Buch:  Shi Xiangsheng  
Musik:  San Bao  
Kamera:  Hou Yong  
Produzent:  Zhao Yu  
 

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