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Nothing Personal

Mit einem fast archaischen Drama um zwei verwundete Seelen, die in der Einsamkeit Irlands zueinander finden, gibt Urszula Antoniak ein beachtliches Regiedebüt.


Nothing Personal

Leihvideo

Erhältlich seit:
06.09.2010

Drama

Irland/Niederlande 2009
Laufzeit: 81 Min.
FSK: ab 6

Stephen Rea
Lotte Verbeek

Regie: Urszula Antoniak
MFA+ Film Distribution

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Nothing Personal

Eine junge Holländerin verschenkt ihre Habseligkeiten, und bricht alle Wurzeln hinter sich ab. Nur das Nötigste packt sie in ihren Rucksack, dann macht sie sich auf den Weg nach Irland. Dort trifft sie auf den älteren Eigenbrötler Martin, der alleine auf einer entlegenen Halbinsel lebt. Die beiden gehen eine Zweckgemeinschaft ein: Arbeit gegen Essen. Einzige Bedingung: Keine persönlichen Fragen. Doch bald werden sie aufeinander neugierig, und es entwickelt sich eine ganz eigene, höchst ungewöhnliche Liebesbeziehung.

Das Spielfilmdebüt von Urszula Antoniak, eine Studie in Sachen Einsamkeit, wurde vielfach ausgezeichnet, allein sechs Mal auf dem Festival von Locarno. Der Plot erinnert an Eric Rohmer, die Bilder an Neil Jordan, die Minimaldialoge an Mohsen Makhmalbaf - und doch hat das (nur vordergründig) sperrige Drama eine eigene Tonalität, die an ein japanisches Haiku-Gedicht erinnert: kurz, knapp, reflexiv. Als Meisterin des Minimalismus erweist sich dabei auch Hauptdarstellerin Lotte Verbeek, "European Shooting Star 2010".

Nothing Personal

Mit einem fast archaischen Drama um zwei verwundete Seelen, die in der Einsamkeit Irlands zueinander finden, gibt Urszula Antoniak ein beachtliches Regiedebüt.

Eine Frau lässt ihr altes Leben hinter sich. Ihre Habseligkeiten verschenkt sie auf dem improvisierten Flohmarkt vorm Haus. Ein letzter Gang durch die abgewohnten Räume, dann macht sie sich mit geschultertem Rucksack auf den Weg. An Sandrine Bonnaires Vagabundin in Agnes Vardas "Vogelfrei" erinnert Lotte Verbeek, "European Shooting Star 2010", in der Rolle der namenlosen Heldin in "Nothing Personal", dem vielfach ausgezeichneten Regiedebüt von Urszula Antoniak. Abweisend ist ihr Blick, trotzig die Körpersprache. Das neblig nasse Irland ist ihr Ziel, die meiste Zeit geht sie zu Fuß, nur einmal hält sie ein Auto an. Der Fahrer bedrängt sie, kurzentschlossen springt sie aus dem Auto.

Um Einsamkeit und Freiheit geht es, um Einsamkeit aus freier Wahl. Was heißt es, mit sich allein zu sein, keine Freunde und viel Zeit zum Nachdenken zu haben? Als Therapie hat sich die junge, aus Polen stammende Regisseurin ihren Film verordnet, die so den Tod ihres Mannes zu bewältigen versucht. Das Gefühl, auf sich selbst gestellt zu sein, hat sie auf existenzielle Weise durchlebt, kreativ aufgearbeitet und in einprägsame Bilder umgesetzt. Mit einem elementaren Unterschied: Die junge Frau hier wählt bewusst die Einsamkeit - und wird dann allein gelassen. Von dem Eigenbrötler Martin (Stephen Rea), dem sie am Ende der Welt begegnet. In einem fast märchenhaft zugewachsen Haus auf einer abgelegenen Landzunge lebt er, baut Gemüse an und fischt. Er bietet ihr ein Geschäft an: Essen gegen Arbeit. Sie willigt ein, hilft im Garten. Einzige Bedingung: Er darf keine Fragen stellen.

Der Plot erinnert an Eric Rohmer, die Bilder an Neil Jordan und die auf ein Minimum reduzierten Dialoge an Mohsen Makhmalbaf - und doch hat das (nur vordergründig) sperrige Drama seine eigene Sprache, seine eigene Tonalität. Wie Magneten ziehen die beiden Protagonisten sich an, nur um sich im nächsten Augenblick wieder vehement von einander abzustoßen. Das Interesse für einander ist da, liegt aber jenseits allem Körperlichen. Was hier passiert, passiert irgendwie zwischen den Bildern, im Kopf, verlangt vom Zuschauer viel Einfühlungsvermögen und noch mehr Geduld. Fünf Kapitel markieren fünf aufeinander folgende Stadien der Beziehung. Dazwischen werden tableauartig sorgsam arrangierte, von Daniel Bouquet meisterlich fotografierte Stillleben eingeschnitten, die das reduzierte Tempo noch einmal drosseln. Ein Film wie ein japanisches Haiku-Gedicht: kurz, knapp, reflexiv. geh.

Darsteller:  Stephen Rea   als Martin
  Lotte Verbeek   als Anne
 
Regie:  Urszula Antoniak  
Buch:  Urszula Antoniak  
Musik:  Ethan Rose  
Kamera:  Daniel Bouquet  
Produzent:  Reinier Selen  
  Edwin van Meurs  
 

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