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Nowhere

Grell überzeichnete Trashstudio über verrückte 24 Stunden im Leben einer Teenagerclique, das von Drogen und Sex bestimmt wird.


Nowhere

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Erhältlich seit:
19.05.2011

Komödie/ Drama

USA 1996
Laufzeit: 78 Min.
FSK: ab 16

James Duval
Rachel True
Nathan Bexton

Regie: Gregg Araki
PRO-FUN MEDIA

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Nowhere

Der Punker Dark Smith sucht die große Liebe. Von seiner Freundin Mel regelmäßig betrogen läßt er sich verzweifelt durch den Tag treiben, trifft sich mit den aufreizenden Girlies Kriss und Kozy, bespricht die letzten Vorbereitungen für die nächtliche Riesen-Party bei Jujyfruit und kümmert sich um den Drogen-Nachschub. Schon halb im Delirium geht er auf das Fest und findet sich dort in einem Universum vergnügungssüchtiger Egozentriker wieder, die alles dafür tun, um endlich den ultimativen Kick zu erleben. Doch da beginnt die Party zu kippen...

Grelle Farben, eine assoziative Erzählweise und die wütenden, verzweifelten Songs von Kult-Indie-Gruppen wie Marilyn Manson, Radiohead oder Nine Inch Nails bestimmen Gregg Arakis Abschlußfilm seiner Trilogie über die orientierungslose Generation der Neunziger. Als wüste Parodie auf die Lügenwelt von TV-Serien wie "Beverly Hills 90210" inszeniert, zeigt dieses tabubrechende Teenager-Porträt die Schattenseiten des Lebens auf der Überholspur. Seriendarsteller wie Christina Applegate oder Shannen Doherty persiflieren ihre TV-Rollen und verstärken dadurch den authentischen Charakter dieser kompromißlosen Popkultur-Studie.

Nowhere

Mit "Nowhere" beschließt Gregg Araki seine "Teen Apocalypse Trilogy". Visuell, stilistisch und inhaltlich schließt er nahtlos an den direkten Vorgänger "The Doom Generation" an. Anders allerdings als jener gallige Roadtrip über die Highways eines bis ins Knochenmark verfaulten, gewalttätigen Amerika, macht diese halluzinatorische, grell überzeichnete Trash-Studie über 24 Stunden im Leben einer Gruppe von tödlich gelangweilten Teenagern im sonnigen Südkalifornien ihrem Titel alle Ehre. Wie seine Protagonisten ist auch der Film ohne erkennbares Ziel: ein kunterbuntes Update von "Denn sie wissen nicht, was sie tun" im Stil einer Aaron-Spelling-Fernsehserie.

Subtilität kann man Araki bei seiner exaltierten Abrechnung mit der Scheinheiligkeit des American way of life nicht vorwerfen. Wie der uneheliche Sohn einer Vereinigung von Jean-Luc Godard und Sid Vicious haut das selbsterklärte Enfant terrible des amerikanischen Underground-Kinos dem Zuschauer dieses filmgewordene Stück Punk-Rock-Attitüde als omnisexuelle Hommage an TV-Serien wie "Beverly Hills, 90210" oder "Melrose Place" um die Ohren - ein filmischer Terroranschlag, der mit seinen plakativen Dekors, überdrehter Mode und einem unflätigen, selbst erfundenen Jugendslang, der fast Körperverletzung gleichkommt, da Volltreffer landet, wo es weh tut.

Sofern man bei Arakis bewußtseinsstromartiger Szenenkollage von einer Handlung sprechen kann, erzählt er hier von dem Punk Dark (Arakis Hausdarsteller und Alter ego James Duval aus "ID4"), der sich Sorgen über ein bevorstehendes Armageddon und die Untreue seiner attraktiven Freundin macht. In bester Seifenoper-Manier streift "Nowhere" eigentlich alle Themen, die das Teenage Wasteland zur apokalyptischen Hölle machen: Nihilismus, Narzißmus, Selbstmordgedanken, Todessehnsucht, gewalttätiger Sex, Drogenmißbrauch, unverständige Eltern - am besten alles gleichzeitig. Daß auch noch ein Alien durch die Straßen streift und eliminiert, was ihm im Weg steht, nimmt man bei der konstanten Reizüberflutung aus dem Niemandsland gerne als weitere Vignette hin. Zahlreiche Cameo-Auftritte - die besten von den ehemaligen "Brady Bunch"-Darstellern Christopher Knight und Eve Plumb als schwedisch sprechendes Elternpaar, "Baywatch"-Muskelmann Jaason Simmons als gewaltgeiler Mädchenliebling und Traci Lords, Rose MacGowan und Shannen Doherty als arrogante Beach-Schnepfen - erhöhen den Absurditätsquotienten. Während die zahllosen Miniplots in alle Richtungen zu explodieren scheinen, entpuppt sich Darks Sehnsucht nach Liebe und Vertrauen als rettender Anker in diesem lautstarken Amoklauf, der in einer bizarren Referenz an Kafkas "Metamorphose" kulminiert. Die Frage ist nur, ob das deutsche Publikum schon bereit ist für das wilde, witzige und wahnsinnige Kamikaze-Kino des Gregg Araki, eine Art Hardcore-Ausgabe von David Lynch. Wünschenswert wäre es allemal. ts.

Darsteller:  James Duval   als Dark
  Rachel True   als Mel
  Nathan Bexton   als Montgomery
  Chiara Mastroianni   als Kriss
  Debi Mazar   als Kozy
  Kathleen Robertson   als Lucifer
  Joshua Gibran Mayweather  
  Jordan Ladd  
  Christina Applegate  
  Sarah Lassez  
  Guillermo Diaz  
  Jeremy Jordan  
  Alan Boyce  
  Jaason Simmons  
  Ryan Phillippe  
  Heather Graham  
  Scott Caan  
  Thyme Lewis  
  Mena Suvari  
  John Ritter  
 
Regie:  Gregg Araki  
Buch:  Gregg Araki  
Kamera:  Arturo Smith  
Produzent:  Gregg Araki  
  Andrea Sperling  
 

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Features

 

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