VHS Leihvideo

Null Uhr 12

Variation von "Die üblichen Verdächtigen", die aber auch die Lebenshintergründe von fünf Verdächtigen eines Überfalls nicht aus den Augen lässt.


Null Uhr 12

Leihvideo

Erhältlich seit:
18.12.2003

Thriller/ Drama

Deutschland 2001
Laufzeit: 89 Min.
FSK: ab 12

Meret Becker
Mario Irrek
Bernd Michael Lade

Regie: Bernd Michael Lade
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Null Uhr 12

Bei einem Überfall auf einen Geldtransport erbeuten die Gangster 30 Millionen Mark. Nur, wer sind die Gangster? Ist es einer der fünf Verdächtigen, die Kommissar Ben um Null Uhr 12 auf einem U-Bahnsteig festnehmen lässt? Etwa der aufbrausende Zocker Frank oder die Programmiererin Marie, die gerade erst ihre Sexualität entdeckt? Der antriebslose Vertreter Martin oder der ehemalige Kriegsberichterstatter und jetzige Taxler Jonas? Und da ist auch noch die alleinerziehende Kellnerin Kathrin... War es einer von ihnen, sie alle, oder keiner?

Bernd Michael Lades Regiedebüt erweist sich als geschickt montiertes Ensemblestück mit zahlreichen verzwickten Plotwendungen. In den Hauptrollen glänzen neben Lade ("Komm, süßer Tod") die trefflich besetzte Meret Becker ("Kleine Haie") sowie Dieter Landuris ("Verschwende deine Jugend"), Mario Irrek ("Die Stille nach dem Schuss") und Isabella Parkinson ("Die Apothekerin"). Die atmosphärisch stimmige, wenn auch zeitweilig etwas verworrene Gangsterballade dürfte vor allem Freunde des deutschen Films ansprechen.

Null Uhr 12

Mutig geht Bernd Michael Lade das Genre Gangsterfilm an und scheut sich auch nicht vor Film-Zitaten. Weit weg von eindimensionalen Fernseh-Krimis entwickelt er die verzwickte Geschichte eines Banküberfalls mit hochkarätiger Besetzung. Am Ende fragt man sich: Was ist Wahrheit, was ist Lüge?

Wohl selten rätselte das Publikum an einem Eröffnungsfilm so lange herum wie in diesem Jahr bei den Internationalen Hofer Filmtagen. War der Anfang das Ende, oder das Ende der Anfang? Die Frage war müßig, eine Antwort nicht in Sicht. Es geht Schauspieler Bernd Michael Lade, Tatort-Kommissar "Kain", in seinem ersten Kinospielfilm nicht um eine der üblichen Stories von Tätern und Polizisten, sondern um ganz normale Menschen, deren Schicksal sich durch einen Zufall verknüpft. Drei Männer, zwei Frauen, fünf Taschen auf einem U-Bahnsteig um Null Uhr 12. Festnehmen, sagt der Kommissar, denn kurz vorher wurde ein Geldtransporter überfallen. Nach den Einzelverhören, ist die Polizei so klug wie zuvor, außer dass das Quintett die gleiche U-Bahn benutzte, kommt nicht viel heraus. Also heißt es, die Verdächtigen beschatten und die wirken durch ihre Unauffälligkeit bald auffällig. Sie alle werfen Ballast ab - der phlegmatische Vertreter für Swimmingpool-Reinigungsgeräte hängt seinen Job an den Nagel und lässt seine keifende Frau ziehen, zwischen dem desillusionierten Taxifahrer, einem ehemaligen Kriegsfotografen, und der alleinerziehenden Mutter, die sich als Kellnerin durchschlägt, bricht peu à peu die Liebe aus, eine junge Programmiererin genießt ihre neu entdeckte Lust an der Sexualität, und ein Zocker zahlt Lehrgeld. Sie wollen nicht mehr zusehen, wie das Leben an ihnen vorbeizieht, sondern ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen, die Zukunft selbst bestimmen. Bei der Suche nach der verlorenen Zeit werfen die üblichen Verdächtigen ihr Leben ab wie eine alte Haut, folgen ihre Sehnsüchten. Die Hauptfiguren, darunter Meret Becker und Dieter Landuris sind hervorragend besetzt, auch atmosphärisch stimmt diese Großstadtballade. Nur beim Plot hapert's gewaltig. Durch die verschachtelte Handlung bleibt die Schlüssigkeit und irgendwann leider damit auch das Interesse an den sympathischen Losern, die zu Gewinnern werden, auf der Strecke. Drehbuchautor Stefan Kolditz serviert zu viele, manchmal abstruse Wendungen, die auch Bernd Michael Lade filmisch nicht vereinfachen oder verständlich machen kann. Vielleicht sollte man sich den Film wirklich zweimal anschauen, wie Lade den Ratlosen rät. Aber das werden wohl die wenigsten Zuschauer tun. mk.

Darsteller:  Meret Becker   als Kathrin
  Mario Irrek   als Frank
  Bernd Michael Lade   als Jonas
  Dieter Landuris   als Martin
  Isabella Parkinson   als Maria
  Reiner Schöne   als Kommissar
  Uwe Kockisch   als Marias Vater
  Esther Esche   als Martins Ehefrau
  Sylvia Leifheit   als Franks Ex
  Zsolt Bács   als Kathrins Chef
  Andreas Mannkopff   als Kneipier
  Joachim Paul Assböck   als 1. Polizist
  Dirk Nocker   als 2. Polizist
  Ole Puppe   als 3. Polizist
  Baki Davrak   als 4. Polizist
  Michael Pan   als Mann am Pool
  Dirk Wäger   als Mann am Pool
  Robert Gallinowski   als Schläger
  Frank Kessler   als Schläger
  Luca Maric   als Freund von Franks Ex
  Dieter Jäger   als Fahrer Geldtransporter
  Armin Dillenberger   als Beifahrer
  Daniel Lommatzsch   als Callboy
  Torsten Stoll   als Callboy
  Christian Blietz   als Callboy
  Torsten Spohn   als Fotograf
  Torsten Buchsteiner   als Kneipengast
  Darja Lewin   als Kathrins Tochter
  Anna Greunig   als Martins Kind
 
Regie:  Bernd Michael Lade  
Buch:  Stefan Kolditz  
Musik:  Michael Kobs  
Kamera:  Michael Heiter  
Produzent:  Olivier Deflou  
  Peter Lohner  
 

Null Uhr 12 in der Fotoshow

 

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Features

 

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Bernd Michael Lade

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