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Nurse Betty

Schwarzhumoriges Roadmovie, in dem sich clever, witzig und manchmal ganz schön gewalttätig Realität und Fiktion durchdringen.


Nurse Betty

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Erhältlich seit:
07.08.2001

Komödie

USA 2000
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 16

Renée Zellweger
Morgan Freeman
Chris Rock

Regie: Neil LaBute
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Nurse Betty

Für Betty, Kellnerin in einem kleinen Kaff in Kansas, ist die TV-Soap "A Reason to Love" mit dem anbetungswürdigen Helden Dr. Ravell der einzige Lichtblick im Leben. Denn jenseits dieser Traumwelt lebt ihr Scheusal von Ehemann. Als dieser sich mit dem Syndikat anlegt und vor Bettys Augen getötet wird, erleidet sie einen schweren Schock. Von nun an hält sich Betty für eine Krankenschwester und Dr. Ravells Ex-Verlobte. Kurzentschlossen fährt sie nach L.A., um Ravell zurückzuerobern - verfolgt von Killern, wovon einer in ihr seine Traumfrau sieht...

Nach Medien-Schelten wie "Truman Show", "EdTV" und "Pleasantville" wartet nun Regisseur Neil LaBute ("Your Friends and Neighbors") mit seiner originellen Variante zum Thema auf. Dabei gelingt ihm ein Road Movie voller Witz und Absurdität, in dem sich reale und fiktive Elemente in schöner Regelmäßigkeit abwechseln. Eine liebenswerte Komödie, angesiedelt zwischen Satire und Romanze, die vor allem dank der bezaubernden Renée Zellweger ("Ich beide & sie") etliche Anhänger finden dürfte.

Nurse Betty

Eine liebenswürdige Komödie war vermutlich das letzte, was man von Regisseur Neil LaBute erwartet hatte, dem nach seinen beiden vorangegangenen Filmen "In the Company of Men" und "Your Friends & Neighbors" ein Ruf als brutaler Zyniker anhing. Doch "Nurse Betty" gleitet als smartes, hippes Road Movie dahin, nicht ganz frei von Abgründen, doch dank seiner warmherzigen Hauptdarstellerin trifft der Film stets einen heiteren Ton.

Renee Zellweger spielt die kleine Kellnerin Betty, die in ihrer Kleinstadt in Kansas ein eher tristes Leben an der Seite ihres widerwärtigen Macho-Ehemanns Del (LaBute-regular Aaron Eckhart) führt und sich täglich in die romantische Welt ihrer Lieblings-Soap Opera "A Reason to Love" flüchtet. Aus purer Dummheit legt sich Del mit einem Gangstersyndikat an, dem er eine Ladung Drogen geklaut hat, und bekommt Besuch von einem Killerduo, dem älteren Charlie (Morgan Freeman) und dessen reizbaren Partner Wesley (Chris Rock). Eher versehentlich bringen die beiden ihn um, ohne erfahren zu haben, wo die Drogen versteckt sind. Betty, die sich unbemerkt im Nebenzimmer ihre Soap ansieht, wird Zeugin des Mordes - eine jener extrem blutigen Szenen, wie sie seit "Pulp Fiction" (dem der Film auch sonst einiges zu verdanken hat) den komisch-ironischen Umgang des Kinos mit der Gewalt markieren. Der Schock stößt Betty in einer Art Fluchtreflex endgültig aus der hässlichen Realität in die Welt der Illusion: Sie hält sich fortan für eine Figur aus "A Reason to Love", und macht sich auf den Weg, um zu "ihrem" Ex-Verlobten, den Fernseharzt Dr. Ravell in Kalifornien zurückzukehren. Die Killer, die von der Zeugin aus der Zeitung erfahren und nichts von Bettys Persönlichkeitsspaltung wissen, suchen ihrerseits quer durchs Land nach ihr und ihrem Wagen, in dessen Kofferraum Del die Drogen versteckt hatte.

Als eine Art heilige Närrin, deren hilfsbereite, liebenswerte Art ihr stets den Weg ebnet, wandert Betty durch die Geschichte, und LaBute - der hier erstmals nicht nach einem eigenem Drehbuch arbeitete - entfaltet sein Thema, wie sich Fiktion und Wirklichkeit durchdringen und ununterscheidbar werden, ebenso witzig wie durchdacht. Jeder, auf den Betty trifft, kennt natürlich die Serie und ihre Hauptfiguren, und obwohl sie durchaus als Phantastin erkannt wird, helfen ihr die Menschen (und der Zufall), einen Job als Krankenschwester in einem echten Hospital zu bekommen und schließlich zu Dr. Ravell, bzw. dem Schauspieler George McCord (Greg Kinnear) zu gelangen. Der ist von ihrem "Improvisationstalent" so beeindruckt, dass er sie schließlich in die Serie holt. Erst als die Kameras sich auf dem Set in ihr Blickfeld schieben, wird Betty wieder aus ihrem Zustand gerissen.

"Nurse Betty" ist quasi eine Variation der "Truman Show", nur in seinen Bezügen zu Starkult und Medienwelt weniger paranoid und deshalb näher an der Wirklichkeit. Wie sich Betty in einer Daily Soap wähnt, ist auch McCord längst durch seine Einschaltquoten und Fans zur Identifikation mit seiner Rolle gezwungen worden, so dass er ohne weiteres "mitspielen" kann, ohne mehr als nur eine hochgezogene Augenbraue bei seiner Umgebung zu bewirken. Gleichzeitig beginnt Killer Charlie sein Opfer während der Suche zu einer Phantasiegestalt, einer Art Doris Day, zu verklären - eine hübsche Umkehrung des Themas von "Natural Born Killers". Zum Grande Finale treffen schließlich alle, auch die meist nur eines Gags wegen aufgetauchten Nebenfiguren, in einem Raum zusammen, was der logische Abschluss eines an Tempo und Überraschungen reichen Drehbuchs ist, das selbstbewusst über gelegentliche Ungereimtheiten und Zeitsprünge hinweghuscht und alles in allem deutlich der Screwball-Comedy verpflichtet ist. Der Preis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes für das Beste Drehbuch (von John C. Richards und James Flamberg) geht deshalb völlig in Ordnung. evo.

Darsteller:  Renée Zellweger   als Betty Sizemore
  Morgan Freeman   als Charlie
  Chris Rock   als Wesley
  Greg Kinnear   als Dr. David Ravell
  Aaron Eckhart   als Del
  Tia Texada   als Rosa
  Crispin Glover   als Roy
  Pruitt Taylor Vince   als Ballard
 
Regie:  Neil LaBute  
Buch:  John C. Richards  
  James Flamberg  
Musik:  Rolfe Kent  
Kamera:  Jean-Yves Escoffier  
Produzent:  Gail Mutrux  
  Steve Golin  

Besessen vom Co-Star

Gwyneth Paltrow schnappt sich einmal mehr ihren Filmpartner.

Die küssen halt wie Profis!

Die küssen halt wie Profis!

Wenn sich's am Set schon so wunderbar knutscht, warum dann nicht auch im wirklichen Leben?

Spezialistin in dieser Frage ist die schöne Gwyneth Paltrow: Erst fing sie am Set von "Sieben" Traummann Brad Pitt ein, dann nutzte sie beim Dreh von "Bounce" mit Ben Affleck "Eine Chance für die Liebe".

Jetzt musste auch Aaron Eckhart dran glauben. Die letzte Klappe zu "Besessen" war kaum gefallen, da wurden die beiden neckisch turtelnd im Speisetempel Moomba in L.A. gesehen. Dabei war Gwyneth eigentlich schon auf dem Sprung zum Flughafen um in London Theater zu spielen.

Kein Wunder, dass sich Paltrow nicht losreißen konnte, denn schon die Romanvorlage zu "Besessen" von A S Byatt trägt den Untertitel "A Romance" - entsprechend hinreißend ist auch die Liebesgeschichte des Schmachtfetzens:

Zwei Literaturwissenschaftler (Eckhart und Paltrow) finden heraus, dass ihre beiden Studienobjekte, zwei Dichter aus der viktorianischen Zeit, eine ehebrecherische Liebelei hatten - und das obwohl einer der Schreiberlinge sich als Held der Keuschheit zu inszenieren pflegte. Der Streit um die philologische Wahrheit wird zum Vorspiel einer wunderbaren Liebschaft.

Eckhart hatte bis dahin eher durch Nebenrollen auf sich aufmerksam gemacht: "Nurse Betty", "Erin Brockovich", "An jedem verdammten Sonntag"). Aber kaum, dass das erste Angebot für eine Hauptrolle ins Haus flattert, knutscht er schon eine echte Hollywood-Größe: Doppelter Volltreffer!

 

Nurse Betty in der Fotoshow

 

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