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Kaufvideo
Erhältlich seit:
19.05.2006
Originaltitel: Te doy mis ojos
Spanien 2003
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 12
Laia Marull
Luis Tosar
Candela Peña
Regie: Icíar Bollaín
good!movies

Ehe als Gewalt-Spirale ohne Ausweg. Für eine junge spanische Mutter ist dieser Schrecken Wirklichkeit, dennoch kehrt sie nach einer kurzen Auszeit zu ihrem Mann zurück und hofft auf eine "normale" Beziehung. Als sie einen Job annimmt und er vor Eifersucht wieder mal ausrastet, steht sie vor einer existenziellen Entscheidung. Die mit sieben Goyas ausgezeichnete psychologisch spannende Studie über Gewalt, Abhängigkeit und falsche Liebe sollte nicht nur Frauen ansprechen.
Szenen einer Ehe. Während bei Ingmar Bergman die Auseinandersetzung vor allem auf der Dialogebene stattfindet, läuft die Konfliktlösung in Iciar Bollains drittem Spielfilm über physische Gewalt und psychische Einschüchterung. Zehn Jahre hat Pilar Schläge und Krankenhausaufenthalte über sich ergehen lassen und geschwiegen. Jetzt will sie nur noch weg. Mit Hausschuhen an den Füßen und dem Sohn an der Hand versucht sie hektisch, ein Taxi zu finden. Sie verlässt - wieder einmal - die eheliche Wohnung nach einem handfesten Krach, findet Unterschlupf bei ihrer jüngeren Schwester, die sie zur Scheidung drängt und ihr einen interessanten Job im Museum besorgt. Die Atempause währt nicht lange, die junge Frau glaubt den Schwüren ihres Mannes und kehrt nach Hause zurück. Sie schöpft Hoffnung, als er eine Therapie beginnt und relativ gefasst zur Kenntnis nimmt, dass sie mit zwei Freundinnen als feste Museums- und Fremdenführerin arbeiten will. Die Ruhe trügt. Das "Battered Wife Symdrom", das Syndrom der geprügelten Ehefrauen ist international, in Spanien wird es noch verschärft durch den Machismo. Fast bilderbuchhaft erzählt die Regisseurin, wie der beruflich erfolglose Verkäufer unter mangelndem Selbstbewusstsein leidet und mit seiner Frau jemanden hat, an dem er sein Mütchen kühlen und sein Ego aufrichten kann. Zwischendurch glaubt Pilar immer wieder an die Liebe, schwankt zwischen ihren Emotionen und seiner Unberechenbarkeit. Manchmal erinnert die Ästhetik an dänische Dogma-Filme. Es sind die Schauspieler, die überzeugen. Laila Marull, die zusammenzuckt, wenn ihr Peiniger die Faust ballt und vor ihrem Gesicht herunterdonnern lässt, die als zitterndes Angstbündel sich selbst verliert. Und Luis Tosar, der seine Wut nicht zähmen kann, auf die anderen Schläger in der Männergruppe verachtend herabguckt, aber keinen Deut besser ist. Der Film entgeht der leichten Verführung, dem Täter die Schuld zuzuschieben und nur Mitleid für das Opfer zu wecken. Auch der Mann ist ein armer Hund, der nicht aus seiner Haut kann, nicht nur das Leben der Partnerin, sondern auch das eigene zerstört. Zu Beginn sind beide hilflos, am Ende gewinnt Pilar an Stärke und Entscheidungskraft, aus Demütigung entwickelt sich Widerstand. Gewalt definiert sich hier nicht als individuelles, sondern als gesellschaftliches Problem. Es schmerzt zutiefst, zwei Menschen beim Niedergang der Gefühle zuzuschauen, bei der systematischen Zersetzung einer Utopie, die sich Liebe nennt. Dieses harte Ehedrama vermeidet Gefälligkeit und erweist in seiner Wahrhaftigkeit dem Zuschauer dadurch einen Gefallen. mk.
| Darsteller: | Laia Marull | als Pilar | |
|---|---|---|---|
| Luis Tosar | als Antonio | ||
| Candela Peña | als Ana | ||
| Rosa Maria Sardà | als Aurora | ||
| Kiti Manver | als Rosa | ||
| Sergi Calleja | als Therapeut | ||
| Elisabet Gelabert | als Lola | ||
| Nicolas Fernandez Luna | als Juan | ||
| Dave Mooney | als John | ||
| Chus Gutierrez | als Raquel | ||
| Elena Irureta | als Carmen | ||
| Regie: | Icíar Bollaín | ||
| Buch: | Icíar Bollaín | ||
| Alicia Luna | |||
| Musik: | Alberto Iglesias | ||
| Kamera: | Carles Gusi | ||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Deutsch DD 2.0, Spanisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9
Extras: Interview
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