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Öffne meine Augen - Te doy mis ojos

Ausgezeichnetes spanisches Beziehungsdrama, das einfühlsam den Fluchtversuch einer Frau vor ihrem gewalttätigen Ehemann schildert.


Öffne meine Augen - Te doy mis ojos

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Erhältlich seit:
19.05.2006

Originaltitel: Te doy mis ojos

Drama

Spanien 2003
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 12

Laia Marull
Luis Tosar
Candela Peña

Regie: Icíar Bollaín
good!movies

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Ausgezeichnetes spanisches Beziehungsdrama, das einfühlsam den Fluchtversuch einer Frau vor ihrem gewalttätigen Ehemann schildert.

Pilar und ihr Sohn halten es nicht mehr aus (Foto: timebandits films) Großansicht

Pilar und ihr Sohn halten es nicht mehr aus (Foto: timebandits films)

Pilars (Laia Marull) Mann Antonio (Luis Tosar) hat ein Problem mit seiner Selbstbeherrschung, was nach zehn langen und schmerzhaften Jahren der Duldung dazu führt, dass Pilar schließlich doch ihre Koffer packt. Mit ihrem Sohn flüchtet sie sich zu ihrer Schwester.

Doch schon bald lässt sie sich von den Versprechen ihres Mannes erweichen und kehrt zu ihm zurück. Antonio beginnt endlich eine Therapie, Pilar nimmt einen neuen Job an und scheint einen Lebenstraum verwirklichen zu können. Doch das Glück ist nicht von langer Dauer.

Antonio verliert schnell die Geduld (Foto: timebandits films) Großansicht

Antonio verliert schnell die Geduld (Foto: timebandits films)

Kinokost mit Relevanz

Regisseurin Icíar Bollaín entfaltet ganz unaufdringlich und mit erheblichem psychologischen Wissen die inneren Konflikte ihrer Protagonisten, die sie nach und nach freilegt, und den Zuschauer so auf die Seite der Frau zieht, ohne den Ehemann zu verteufeln. Schwere Kinokost - aber gleichzeitig ein spannender und fesselnder Film von zeitloser Relevanz.

Öffne meine Augen - Te doy mis ojos

Ehe als Gewalt-Spirale ohne Ausweg. Für eine junge spanische Mutter ist dieser Schrecken Wirklichkeit, dennoch kehrt sie nach einer kurzen Auszeit zu ihrem Mann zurück und hofft auf eine "normale" Beziehung. Als sie einen Job annimmt und er vor Eifersucht wieder mal ausrastet, steht sie vor einer existenziellen Entscheidung. Die mit sieben Goyas ausgezeichnete psychologisch spannende Studie über Gewalt, Abhängigkeit und falsche Liebe sollte nicht nur Frauen ansprechen.

Szenen einer Ehe. Während bei Ingmar Bergman die Auseinandersetzung vor allem auf der Dialogebene stattfindet, läuft die Konfliktlösung in Iciar Bollains drittem Spielfilm über physische Gewalt und psychische Einschüchterung. Zehn Jahre hat Pilar Schläge und Krankenhausaufenthalte über sich ergehen lassen und geschwiegen. Jetzt will sie nur noch weg. Mit Hausschuhen an den Füßen und dem Sohn an der Hand versucht sie hektisch, ein Taxi zu finden. Sie verlässt - wieder einmal - die eheliche Wohnung nach einem handfesten Krach, findet Unterschlupf bei ihrer jüngeren Schwester, die sie zur Scheidung drängt und ihr einen interessanten Job im Museum besorgt. Die Atempause währt nicht lange, die junge Frau glaubt den Schwüren ihres Mannes und kehrt nach Hause zurück. Sie schöpft Hoffnung, als er eine Therapie beginnt und relativ gefasst zur Kenntnis nimmt, dass sie mit zwei Freundinnen als feste Museums- und Fremdenführerin arbeiten will. Die Ruhe trügt. Das "Battered Wife Symdrom", das Syndrom der geprügelten Ehefrauen ist international, in Spanien wird es noch verschärft durch den Machismo. Fast bilderbuchhaft erzählt die Regisseurin, wie der beruflich erfolglose Verkäufer unter mangelndem Selbstbewusstsein leidet und mit seiner Frau jemanden hat, an dem er sein Mütchen kühlen und sein Ego aufrichten kann. Zwischendurch glaubt Pilar immer wieder an die Liebe, schwankt zwischen ihren Emotionen und seiner Unberechenbarkeit. Manchmal erinnert die Ästhetik an dänische Dogma-Filme. Es sind die Schauspieler, die überzeugen. Laila Marull, die zusammenzuckt, wenn ihr Peiniger die Faust ballt und vor ihrem Gesicht herunterdonnern lässt, die als zitterndes Angstbündel sich selbst verliert. Und Luis Tosar, der seine Wut nicht zähmen kann, auf die anderen Schläger in der Männergruppe verachtend herabguckt, aber keinen Deut besser ist. Der Film entgeht der leichten Verführung, dem Täter die Schuld zuzuschieben und nur Mitleid für das Opfer zu wecken. Auch der Mann ist ein armer Hund, der nicht aus seiner Haut kann, nicht nur das Leben der Partnerin, sondern auch das eigene zerstört. Zu Beginn sind beide hilflos, am Ende gewinnt Pilar an Stärke und Entscheidungskraft, aus Demütigung entwickelt sich Widerstand. Gewalt definiert sich hier nicht als individuelles, sondern als gesellschaftliches Problem. Es schmerzt zutiefst, zwei Menschen beim Niedergang der Gefühle zuzuschauen, bei der systematischen Zersetzung einer Utopie, die sich Liebe nennt. Dieses harte Ehedrama vermeidet Gefälligkeit und erweist in seiner Wahrhaftigkeit dem Zuschauer dadurch einen Gefallen. mk.

Darsteller:  Laia Marull   als Pilar
  Luis Tosar   als Antonio
  Candela Peña   als Ana
  Rosa Maria Sardà   als Aurora
  Kiti Manver   als Rosa
  Sergi Calleja   als Therapeut
  Elisabet Gelabert   als Lola
  Nicolas Fernandez Luna   als Juan
  Dave Mooney   als John
  Chus Gutierrez   als Raquel
  Elena Irureta   als Carmen
 
Regie:  Icíar Bollaín  
Buch:  Icíar Bollaín  
  Alicia Luna  
Musik:  Alberto Iglesias  
Kamera:  Carles Gusi  
 

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