DVD Leihvideo

Oktoberfest

Episoden-Ensemble-Film, der in einer Art Sittengemälde die Schicksale von 24 Figuren am letzten Tag des Oktoberfests entwirft.


Oktoberfest

Leihvideo

Erhältlich seit:
03.08.2006

Drama/ Episodenfilm

Deutschland 2004
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 12

August Schmölzer
Barbara Rudnik
Peter Lohmeyer

Regie: Johannes Brunner
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In Johannes Brunners Wiesn-Spektakel schlagen frustrierte Ehemänner, abenteuerlustige Teenager und flirthungrige Mädchen über die Stränge.

Ausgelassene Stimmung im Bierzelt (Foto: Movienet) Großansicht

Ausgelassene Stimmung im Bierzelt (Foto: Movienet)

Alljährlich fiebern nicht nur die Bayern ihrem größten Volksfest entgegen. Das Oktoberfest ist ein Phänomen, Schmelztiegel unterschiedlichster Nationalitäten, Treffpunkt einsamer Herzen, die in euphorischer Bierlaune an ihre Grenzen gehen.

Für den Münchner Regisseur Johannes Brunner die perfekte Kulisse für Episoden rund um Liebe, Herzschmerz und die Suche nach dem kleinen Glück - Geschichten von Menschen, die sich alle am letzten Tag der Wiesn begegnen, verlieren und wiederfinden.

Während Max (August Schmölzer), Chef der Kapelle "Die Dirnsinger Musikanten", seit zehn Jahren auf der Bühne im Hofbräuzelt die Menge anheizt und die Stimmung genießt, kämpft sich seine Frau Birgit (Barbara Rudnik) müde durch die Bankreihen und ertappt zu allem Überfluss auch noch ihren Ehemann beim Seitensprung.

August Schmölzer heizt als Musiker Max die Menge an (Foto: Movienet) Großansicht

August Schmölzer heizt als Musiker Max die Menge an (Foto: Movienet)

Unerwartete Zwischenfälle

Ähnlich verfänglich entwickelt sich für Richard (Peter Lohmeyer) der Familienausflug mit seinen Kindern, als ihm zufällig seine junge Geliebte Sophie (Philippine Pachl) über den Weg läuft. Die Freundinnen Katrin (Mina Tander) und Lisa (Julia Dietze) werden auf der Suche nach einem schnellen Flirt zu erbitterten Feindinnen, und die zurückhaltende Japanerin Tamiko (Nahoko Fort-Nishigami) verguckt sich ausgerechnet auf ihrer Hochzeitsreise in einen glutäugigen Italiener.

Und während am Ende langsam der Schein der bunten Lichter erlischt, ist das Leben der Protagonisten komplett aus den Fugen geraten.

Familienvater Richard mit Tochter beim Wiesn-Bummel (Foto: Movienet) Großansicht

Familienvater Richard mit Tochter beim Wiesn-Bummel (Foto: Movienet)

Echte Herausforderung

Wie schon Herbert Achternbuschs legendäres 70er-Jahre-Werk "Bierkampf" wurde auch "Oktoberfest" am Originalschauplatz gedreht. Von den insgesamt 31 Drehtagen verbrachte das Team 13 Tage auf der Wiesn, fünf davon im Zelt und vier in der Geisterbahn.

Schauspielerin Barbara Rudnik über ihre Erfahrungen als Bedienung: "Ein Typ mit Gamsbart am Hut hat es einfach nicht geschnallt, dass man bei mir kein Bier bestellen konnte. Eine echte Herausforderung, bei der man starke Nerven und Kampfgeist bewahren musste!"

Oktoberfest

Alle Jahre trinken, tanzen und singen Millionen auf dem Oktoberfest. Johannes Brunner interessiert sich in seinem ersten langen Spielfilm nicht für die Schluckspechte, die eine Maß nach der anderen in sich hineinschütten, sondern für kleine persönliche Geschichten und Dramen am Rande des Hexenkessels. Am letzten Tag des größten Volksfestes verlieben und verlieren sich Menschen aus aller Herren Länder, erleben ihr emotionales Waterloo, ziehen Konsequenzen und fällen tiefgreifende Entscheidungen. Wenn nachts die Lichter erlöschen, ist nichts, wie es einmal war. "Short Cuts" auf bayerisch.

Wer mit falscher Wiesn-Folklore oder den Klischees von "Ruckizucki" oder "oans, zwoa, gsuffa" rechnet, ist hier (Gott sei Dank) falsch. Das Tohuwabohu im Hofbräuzelt bildet nur den Hintergrund für eine mal heitere, mal traurige Schicksalssymphonie, die völlig unterschiedliche Individuen zusammen- und wieder auseinanderbringt. Noch ist der Tag jung, liegt prickelnde Spannung in der Luft - ein Reinigungswagen fährt durchs Gelände, der Radio-Moderator plappert vor sich hin, die Polizisten der Wiesnwache trudeln langsam ein, drei Italiener träumen auf der Fahrt zum Fest von drallen Blondinen, im Schaustellerwohnwagen werden bürgerlich Blumen gegossen, eine Kellnerin freut sich darauf, dass der Spuk bald vorbei ist, der Kapellmeister begrüßt die jubelnde Masse mit einem "herzlichen Grüß Gott". Mit Herzlichkeit ist dann aber schnell Schluss. Da zweifelt die Wiesnbedienung Birgit an ihrem untreuen Gatten, dem Wiesnmusiker Max, der willigen Australierinnen nur zu gerne zeigt, was ein bayerischer Mann so kann, gerät ein Vater in Konflikt zwischen junger Geliebter und Verantwortung für die Kinder, verguckt sich der hübsche Italiener in eine sanfte Japanerin auf Hochzeitsreise, deren Mann zu tief ins Glas geschaut hat, verliert sein Kumpel die sexuelle Kontrolle, nervt ein Rollstuhlfahrer die Polizei mit dubiosen Telefonaten und Anspielungen auf das Wiesn-Attentat von 1980, kämpft eine Schaustellerfamilie vergebens für ihr Traditionsunternehmen. Wie die Gondeln des Riesenrads drehen sich die einzelnen Geschichten um eine Achse, werden von ihr in Bewegung gehalten. Brunner verknüpft die mehr oder minder feingesponnenen Episoden vom Suchen, Finden und Verlieren der Liebe, auch wenn er mit dem richtigen Schlusspunkt etwas zu lange wartet.

Das Oktoberfest als Bühne für Selbst-, Haupt- und Nebendarsteller, glückliche wie unglückliche, hemmungslose und gehemmte. Trotz Krach im lärmenden Bierzelte und Hektik in den Budenstraßen bleibt Platz für leise Sehnsucht und romantische Träume, auch wenn so manche Illusion an der Wirklichkeit zerplatzt, hohe Erwartungen in tiefe Enttäuschungen umschlagen - ein Panoptikum der Gefühle. Und wenn die stilsichere Kamera von Thomas Riedelsheimer noch einmal über das funkelnde Lichtermeer schwenkt, das nostalgische Riesenrad die letzte Runde dreht, die Musik ein letztes Lied intoniert und die Wunderkerzen verlöschen, ist Melancholie und leichtes Bedauern zu spüren über die Vergänglichkeit von Zeit, Liebe und Glück. Aber auch Aufbruch in ein neues Leben. Der Start im September sollte Oktoberfestfans und Oktoberfesthasser vor der Leinwand vereinen. mk.

Darsteller:  August Schmölzer   als Max
  Barbara Rudnik   als Birgit
  Peter Lohmeyer   als Richard
  Branko Samarovski   als Kraitmair
  Gunnar Möller   als Edmund
  Hildegard Kuhlenberg   als Maria
  Arndt Schwering-Sohnrey   als Karl
  Christoph Luser   als Frank
  Anna Brüggemann   als Rena
  Philippine Pachl   als Sophie
  Samira Badewitz   als Jenny
  Rick Nadler   als Marc
  Antonio Prisco   als Gianni
  Alessandro Riceci   als Fabrizio
  Marco Basile   als Alessandro
  Mina Tander   als Katrin
  Julia Dietze   als Lisa
  Rudolf Waldemar Brem   als Bäumler
  Nahoko Fort-Nishigami   als Tamiko
  Gen Seto   als Takeshi
  Sitchet Louis   als Talla
  Oliver Stritzel   als Voight
  Lukas Miko  
  Olivia Pascal  
 
Regie:  Johannes Brunner  
Buch:  Johannes Brunner  
Musik:  Raimund Ritz  
  Rainer Kühn  
Kamera:  Thomas Riedelsheimer  
Produzent:  Kirsten Hager  
  Eric Moss  
 

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Features

 

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