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Ondine - Das Mädchen aus dem Meer

Märchen und modernen Thriller verquickt Neil Jordan und erzählt von einem Fischer, der eine Meerjungfrau fängt. Christopher Doyle bettet den atmosphärischen Mix in magische Bilder.


Ondine - Das Mädchen aus dem Meer

Leihvideo

Erhältlich seit:
24.02.2011

Originaltitel: Ondine

Drama/ Mystery

Irland 2009
Laufzeit: 99 Min.
FSK: ab 12

Colin Farrell
Alicja Bachleda
Alison Barry

Regie: Neil Jordan
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Ondine - Das Mädchen aus dem Meer

An der Küste von Kork geht dem irischen Fischer Syracuse eines Tages ein zauberhafter Fang ins Netz: Die schöne Frau ohne Vergangenheit, die vor seinen Augen langsam zum Leben erwacht, beflügelt seine Gefühle und Sinne ebenso wie die Fantasie seiner kleinen, an den Rollstuhl gefesselten Tochter. Unter ihrem geheimnisvollen Einfluss nimmt der Alltag im Dorf überraschende Wendungen. Und wie alle Märchen birgt auch dieses dunkle Geheimnisse, hinter denen sich eine andere, düstere Wahrheit verbirgt.

Ein "kleiner" Film von Regisseur Neil Jordan ("Interview mit einem Vampir"), der zu seinen irischen Wurzeln zurückkehrt. Schwerelos und geheimnisvoll bewegt sich die zwischen Märchen und Krimithriller angesiedelte Handlung, die deutlich geprägt ist von der wildromantischen Küstenlandschaft, in der sie spielt. Neblig-mythisch gestaltet Christopher Doyle seine Bilder, schroff und kantig gibt sich Colin Farrell als gebeutelter Fischer, der hier alle Hollywood-Heldenattitüden ablegt und zeigt, was er als Schauspieler alles kann.

Ondine - Das Mädchen aus dem Meer

Klassisches Märchen und moderner Thriller - Neil Jordan verquickt gekonnt die konträren Genres und profitiert dabei von den magischen Bildern Christopher Doyles.

Das Glück hat ihn verlassen, den Fischer Syracuse, der Tag für Tag mit seinem verbeulten Trawler aufs Meer hinausfährt, nur um dann ohne eine einzige Makrele wieder heimzukehren. Dem Alkohol hat er abgeschworen, sich von seiner Frau, die noch an der Flasche hängt, getrennt. Eigentlich hält ihn nur noch seine an den Rollstuhl gefesselte Tochter Annie, die bei der Mutter wohnt, am Leben. Da geht dem Einzelgänger, ideal verkörpert vom traurig blickenden, langhaarigen und leicht schmuddeligen Colin Farrell ("Alexander"), eines Tages ein Frau ins Netz - oder ist es gar eine selkie, eine sagenumwobene Meerjungfrau?

Auf den ersten Blick erkennt man die Handschrift Neil Jordans, der - nachdem ein lang geplantes Hollywood-Projekt wieder einmal an der Finanzierung gescheitert war - enttäuscht in die irische Heimat zurückkehrte. Den Frust hat er sich da mit "Ondine - Das Mädchen aus dem Meer" von der Seele geschrieben, sich bei seiner 16. Spielfilmregie früherer poetischer Arbeiten erinnert - der wunderbaren Gangsterballade "Mona Lisa" etwa oder der Rotkäppchenvariante "Zeit der Wölfe". Wie ein Märchen beginnt er seinen Film, bedächtig im Tempo, sparsam in den Dialogen und mit einem guten Auge fürs Lokalkolorit.

Kaum ist Ondine - nuanciert und geheimnisvoll gespielt von Alicja Bachleda ("Trade - Willkommen in Amerika") - an Bord, geht es für Syracuse aufwärts. Reichlich Lachs und Hummer fischt er und auch seine Stimmung bessert sich - die geheimnisvolle Frau hat es ihm angetan. Derweilen forscht Annie (Alison Barry) nach Erklärungen für deren mysteriöses Auftauchen und ein Fremder beginnt, sich im Dorf nach Ondine umzuhören. Hier kippt der Ton des Films. Das Drama schleicht sich ein, der Thriller. Alles Magische weicht aus der Handlung, plötzlich wird's im Wortsinn handfest und Syracuse greift wieder zum Glas.

Man mag darüber streiten, ob der Film all seine Elemente "richtig" verknüpft, die Tempowechsel passen und ob die "logische" Erklärung der Geschehnisse überhaupt von Nöten ist. Fakt bleibt, dass atmosphärisch alles stimmt: Schroff und kantig wie die Gegend in der er lebt, gibt sich Farrell, nah dran bleibt Jordan an seinen Protagonisten und deren rauem (Arbeits-)Alltag, bestechend wie immer führt Christopher Doyle die Kamera. Neblig-mythisch gestaltet er seine Bilder, in denen Blau-, Grün- und Schwarztöne dominieren. Einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt Jordans Lieblingsschauspieler Stephen Rea als Ortspfarrer und Kjartan Sveinssons irritierender Score kommentiert perfekt die Handlung. geh.

Darsteller:  Colin Farrell   als Syraceuse
  Alicja Bachleda   als Ondine
  Alison Barry   als Annie
  Stephen Rea   als Priester
  Tony Curran   als Alex
  Dervla Kirwan   als Maura
  Emil Hostina   als Vladic
  Don Wycherley   als Kettle, Vladics Killer
  Norma Sheahan   als Bibliothekarin
 
Regie:  Neil Jordan  
Buch:  Neil Jordan  
Musik:  Kjartan Sveinsson  
Kamera:  Christopher Doyle  
Produzent:  Neil Jordan  
  Ben Browning  
  James Flynn  
  Michael Maher  
  Peter Rawlinson  
 

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