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One Hour Photo

Psychothriller mit Robin Williams als Einzelgänger, der sich als guter Onkel wahnhaft in eine Durchschnittsfamilie träumt.


One Hour Photo

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Erhältlich seit:
07.06.2003

Thriller/ Drama

USA 2002
Laufzeit: 92 Min.
FSK: ab 12

Robin Williams
Connie Nielsen
Michael Vartan

Regie: Mark Romanek
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Robin Williams sucht als merkwürdiger Außenseiter wahnhaft Anschluss und wird zur gefährlichen Psycho-Klette einer Familie.

<br />Ein Mann mit zwei Gesichtern: R. Williams

<br />Ein Mann mit zwei Gesichtern: R. Williams

Williams' Verwandlung in einen Spießer, dessen aufgesetzte Fassade des Lächelns alle Symptome einer tickenden menschlichen Zeitbombe verbirgt, lässt gruseln in Mark Romaneks faszinierendem Mix aus Psychostudie und Psychothriller.

Immer nett, immer freundlich ist Williams als Angestellter eines Fotolabors in einem großen Supermarkt. Doch niemand ahnt, dass er von den bestellten Prints eigene Abzüge macht, in die Privatsphäre seiner Kunden eintaucht.

Auch die attraktive Nina (Connie Nielsen) nicht, deren Familie der einsame Mann mit krankhafter Besessenheit beobachtet, als wäre er längst ein Teil von ihr. Als sein lebenslanger Traum von der intakten Zuflucht durch einen Seitensprung von Ninas vermeintlich besserer Hälfte zerplatzt, explodiert der Mann im Schatten und nimmt Rache.

An dem, der alles hatte und nichts zu schätzen wusste. Keiner ist wahnsinniger als Williams...

One Hour Photo

Die seelischen Grabenkämpfe hinter der Fassade des Lächelns und die Entzauberung des Traums von der Familie als Zuflucht beleuchtet der zweite Kinofilm von Clip-Spezialist Mark Romanek. Vordergründig als Psychothriller angelegt, spielt diese internationale Premiere des Fantasy Filmfests mit den Erwartungen an das Genre, zeigt seine wahren Absichten aber im Psychogramm der Hauptfigur. In der Verkörperung dieses einsamen Außenseiters wird Robin Williams, wie ihn die Filmwelt bisher kannte, nahezu unsichtbar. Tauglich für ein Millionenpublikum ist das nicht, aber im Zusammenwirken von Darstellung, Design, Musik und Inszenierung unbedingt sehenswert.

Trotz eines dramatischen Finales mit Spannung forcierender Parallelmontage, stürmenden Cops und der Möglichkeit einer blutigen Gewalttat, ist "One Hour Photo" im Schwerpunkt das leise Porträt eines transparenten Mannes, der von niemanden wirklich wahrgenommen wird. Im ultimativen Biedermann-Outfit, komplett mit Spießerblouson und Elastikbund-Hose, spielt Williams mit sanfter Stimme den Leiter des Fotolabors eines riesigen Supermarkts, der über die Prints, die durch seine Hände gehen, am Leben seiner Kunden teilnimmt, weil er selbst nicht wirklich eines hat. Sy ist eine bemitleidenswerte Kreatur, dem das Enblem "Perspektive: Amokläufer" auf die Stirn tätowiert zu sein scheint. Die Inszenierung baut ihn als implodierenden Einzelgänger auf, der irgendwann Rache für die kleinen Demütigungen nehmen wird, die Autor-Regisseur Romanek ihn mit präziser Beobachtungsgabe erleben lässt. Zu dieser Strategie gehört auch der Prolog, der Sy im Verhör mit einem Cop zeigt, aus dem dann per Rückblick die Entwicklung einer Tat geschildert wird, deren Geheimnis am Ende gelüftet wird. Steriles Weiß, pedantische Sauberkeit und ein Überwachungsklima prägen den Film atmosphärisch und deuten Sys Zukunft an, in der weiße Kittel eine zentrale Rolle spielen werden. Das zwangsverordnete Dauerlächeln im Supermarkt ist dabei ein ironischer Kontrast zur herzlosen Realität, die Sy dort erlebt. Spannung entwickelt sich aus der Frage, wie weit der Stalker gehen wird, um am bisher nur beobachteten Familienleben von Will und Nina (Michael Vartan, Connie Nielsen) aktiv teilnehmen zu können. Die Chance der Annäherung von Wahn und Realität bietet sich, als Will sich mit einer Affäre als Ehemann und Vater diskreditiert und Sy eine Strafaktion plant, die ihn an Nielsens Seite führen könnte. Angesichts des Erscheinungsbilds des Ex-Models ist Sys asexuelle Attraktion natürlich selbst eine Illusion, passt aber zum am Ende eingeführten biografischen Motiv, mit dem überflüssigerweise versucht wird, die psychologische Landschaft in Williams zu erklären. Dieser Beantwortungszwang ist der einzige wirkliche Fehler in einem stilistisch klug durchkomponierten Film, der es sich leisten kann die meisten seiner Figuren zur Oberfläche zu reduzieren, weil seine Hauptperson immer spannend bleibt. kob.

Darsteller:  Robin Williams   als Seymour Parrish
  Connie Nielsen   als Nina Yorkin
  Michael Vartan   als Will Yorkin
  Dylan Smith   als Jakob Yorkin
  Erin Daniels   als Maya Burson
  Paul Hansen Kim   als Yoshi Araki
  Lee Garlington   als Kellnerin
  Gary Cole   als Bill Owens
  Marion Calvert   als Mrs. Von Unwerth
  David Moreland   als Mr. Siskind
  Shaun P. O'Hagan   als junger Vater
  Jim Rash   als Amateur-Porno-Typ
  Nick Searcy   als Handwerker
  Dave Engfer   als Save-Mart- Angestellter
  Jimmy Shubert   als Fußballtrainer
  Eriq La Salle   als Det. James Van Der Zee
  Clark Gregg   als Det. Paul Outerbridge
  Andrew A. Rolfes   als Officer Lyon
  Carmen Mormino   als Officer Bravo
  Izrel Katz   als Aufsicht
  Peter MacKenzie   als Empfangschef
  Andy Comeau   als Duane
  Robert Clotworthy   als Augenarzt
  Wayne Wilderson   als Verkartenverkäufer
  Jeana Wilson   als Krankenschwester
  Megan Corletto   als Risa Owens
 
Regie:  Mark Romanek  
Buch:  Mark Romanek  
Musik:  Reinhold Heil  
  Johnny Klimek  
Kamera:  Jeff Cronenweth  
Produzent:  Christine Vachon  
  Pamela Koffler  
  Stan Wlodkowski  

Rolle vorwärts

Mork vom Ork ist lange her. Flubber auch. Robin Williams hat sich den Clown abgeschminkt und ist ins Charakterfach gereift. Der Superstar über dunkle Rollen, schräge Fans und große Pläne.

Startum hat für Robin Williams' Rollen keine Bedeutung mehr Großansicht

Startum hat für Robin Williams' Rollen keine Bedeutung mehr

» Mit "One Hour Photo" zeigen Sie eine neue, dunkle Seite von sich...

ROBIN WILLIAMS: Dieser Part hat mich sehr interessiert. Ich dachte: "So einen Menschen in so einem bizarren Film habe ich noch nie gespielt - warum soll ich das nicht einfach mal ausprobieren!?"

» War mit diesem Spurwechsel nicht auch ein Risiko verbunden?

Nein, nicht wirklich. Das Budget von "One Hour Photo" war relativ bescheiden, und daher war auch das finanzielle Risiko für die Produzenten nicht sonderlich groß.

Für mich persönlich habe ich auch kein Risiko gesehen, denn was hatte ich schon zu verlieren? Es ging mir darum, das Image, das die Öffentlichkeit von mir hat, zu verändern. Ich konnte nur gewinnen, denn wenn der Film erfolgreich werden würde - und das ist er ja mittlerweile-, könnte ich meine Bandbreite als Schauspieler erheblich erweitern.

Williams glänzt im Dramenfach: "One Hour Photo"

Williams glänzt im Dramenfach: "One Hour Photo"

» Was genau hat Sie an der Figur von Sy interessiert?

Seine Einsamkeit verbunden mit seiner Besessenheit von Fotos. Mir wurde durch diese Rolle erst bewusst, dass Fotos und insbesondere Familienfotos eine aneinandergekettete Reihe von intimen Momenten sind.

Ich finde den Gedanken sehr interessant, dass sich ein Mensch an Stelle eines eigenen Privatlebens über die Fotos einer anderen Familie ein Familienleben schafft. Das ist oft bei Prominenten so: Die Leute sehen einen in Zeitschriften oder im Kino und haben das Gefühl, einen persönlich zu kennen.

<br />Im Fotolabor träumt sich Sy in die Familien seiner Kunden

<br />Im Fotolabor träumt sich Sy in die Familien seiner Kunden

» Macht Ihnen das nicht manchmal Angst? Kommt es vor, dass Fans oder gar Menschen wie Sy in Ihr Privatleben eindringen?

Manchmal kommen Leute zu meinem Haus in San Francisco und fragen mich, ob ich mich mit ihnen fotografieren lasse. Denen muss ich dann leider eine Absage erteilen. Wenn es an einem öffentlichen Ort oder auf der Straße ist, habe ich nichts dagegen. Aber nicht vor meiner eigenen Haustür. Diese Grenze bewahre ich mir, denn mein Haus hat nichts mit meiner öffentlichen Person zu tun.

» Sie spielen Sy so überzeugend, man vergisst beinahe, dass man hier Robin Williams vor sich hat...

Genau das war meine Absicht. Durch die Frisur und seine Kleidung wollte ich eine Person schaffen, die überhaupt nichts mit mir gemeinsam hat. Solche Rollen will ich in Zukunft vermehrt spielen: Figuren, bei denen mein Star-Image in den Hintergrund tritt, und in denen man sich ganz verlieren kann.

Bei Sy handelt es sich beispielsweise um einen Typen ohne jegliches Charisma, jemanden, der einfach nur funktioniert und nie auffällt. Mit der Ausnahme seiner Bildersammlung. Und genau das macht den Menschen Angst: dass jemand sie überwacht, ohne dass sie davon etwas mitbekommen.

Williams als Therapeut in "Good Will Hunting"

Williams als Therapeut in "Good Will Hunting"

» Und wer zusieht, hat auch die Macht zur Kontrolle.

Absolut. Im heutigen Amerika wird man ständig von Kameras überwacht, ohne dass man es merkt. Im Grunde genommen ist der Film "Truman Show" schon jetzt bittere Realität geworden.

» An welchem Punkt Ihrer Karriere befinden Sie sich derzeit?

Ungefähr in der Mitte. Ich habe noch sehr viel vor mir. Lassen Sie mich das an einem Beispiel erklären: Ein Freund von mir ist Maler. Jahrelang hat er verkrampft versucht, Kunst zu produzieren und damit Anerkennung zu finden. Irgendwann hat er das aufgegeben und hat einfach nur gemalt. Interessanterweise war das Resultat besser als alles, was er in den Jahren davor gemalt hat. Plötzlich kam dabei echte Kunst heraus, denn seine Bilder waren viel persönlicher, und der eigentliche Prozess des Malens trat in den Vordergrund.

Ich befinde mich an einem ähnlichen Punkt - mir geht es nicht mehr darum, "Kunst" zu schaffen, sondern einfach nur zu schauspielern, mich in Figuren einzuarbeiten und in Filmen mitzuspielen, die faszinieren können. Filme, bei denen es um die Geschichte und die Figuren geht, und bei denen ich als Person oder Filmstar vollkommen verschwinde.

 

One Hour Photo in der Fotoshow

 

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Robin Williams

Einer der populärsten internationalen Darsteller, dem es gelungen ist, sein außergewöhnliches komödiantisches Talent mit dramatischer Tiefe...