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Open Range - Weites Land

Western von Kevin Costner, in dem wurzellose Cowboys in Konflikt mit einem skrupellosen Landbaron und seiner ruchlosen Bande geraten.


Open Range - Weites Land

Leihvideo

Erhältlich seit:
10.08.2004

Originaltitel: Open Range

Western

USA 2003
Laufzeit: 133 Min.
FSK: ab 12

Robert Duvall
Kevin Costner
Annette Bening

Regie: Kevin Costner
Universum Film

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Ein Mann und sein amerikanischer Traum: 13 Jahre nach seinem Welterfolg "Der mit dem Wolf tanzt" sitzt Kevin Costner wieder als Regisseur und Hauptdarsteller eines Westerns im Sattel.

Charlie und Boss sorgen für Gerechtigkeit (Foto: Universum (UIP)) Großansicht

Charlie und Boss sorgen für Gerechtigkeit (Foto: Universum (UIP))

Bretterstädte und Whisky-Saloons, Lagerfeuer, Rinder-Treiber und Trommelrevolver. Die Hardware eines Westerns kennt jeder von uns im Schlaf. Auch seine Geschichten von Viehdiebstahl und Mannesehre.

Ein guter Western aber ist immer mehr als diese sichtbare Oberfläche. Er lässt tiefer blicken in die amerikanische Seele, beschwört die Mythen vom Kampf gegen die Wildnis, vom Sich-Beweisen-Müssen im Fight Mann gegen Mann, vom freien Leben unter einem grenzenlosen Himmel.

In den letzten 15 Jahren gab es nur zwei Regisseure, die sich in diesem Genre mit außergewöhnlich gefühlvollen und tiefsinnigen Filmen Oscar-Sporen verdienten: Clint Eastwood mit "Erbarmungslos" und Kevin Costner mit "Der mit dem Wolf tanzt". Zu diesem Erfolg als gefeierter Regisseur und damit in die Weiten des Westens ist er noch einmal zurückgekehrt...

Die schöne Sue umsorgt den verwundeten Button (Foto: Universum (UIP)) Großansicht

Die schöne Sue umsorgt den verwundeten Button (Foto: Universum (UIP))

Gras für alle

Im Jahr 1882 haben die Zäune der Zivilisation den Westen Amerikas noch nicht ganz erreicht. Der Cowboy Charley Waite (Costner) und der alte "Boss" Spearman (Robert Duvall) treiben ihre Herde über "Open Range", offenes Weideland. Aber auch der letzte Rest des Landes von Freiheit und Abenteuer wird allmählich unter den Geiern des Profits aufgeteilt.

Weitab vom nächsten Marshal hält der Groß-Rancher Baxter (Michael Gambon) nicht nur die Stadt Harmonville fest in seinen Klauen, sondern auch das Gesetz. Und das duldet keine "Freegrazer", die ihre Tiere auf Land weiden lassen, ohne es zu besitzen. Ein unberechenbarer Konflikt bahnt sich an...

Schon lange schwärmte kein Film mehr so zügellos von der majestätischen Weite des Westens (Foto: Universum (UIP)) Großansicht

Schon lange schwärmte kein Film mehr so zügellos von der majestätischen Weite des Westens (Foto: Universum (UIP))

Cowboy Costner

Wie schon in "Der mit dem Wolf tanzt" schlägt sich Costner auf die Seite derer, denen der Wilde Westen seine Faszination zu verdanken hatte. So wie die Indianer werden hier die Cowboys alter Schule von der fragwürdigen Zivilisation, den skrupellosen Machtmenschen und Spekulanten, eingeholt.

Costner wäre nicht Costner, wenn er sich in diesem amerikanischen Drama nicht die vielschichtigste Rolle gegeben hätte. Anfangs glaubt der Bürgerkriegsveteran Charley Waite an nichts mehr, wandelt sich erst allmählich zu einem Kämpfer für den alten amerikanischen Traum.

Flirt zu Pferde: Sue und Charley (Foto: Universum (UIP)) Großansicht

Flirt zu Pferde: Sue und Charley (Foto: Universum (UIP))

Rauhe Schale, weicher Kern

Und durch die Begegnung mit der ledigen Sue (Annette Bening) findet sein Leben eine späte, entscheidende Wende. Denn nach vielen Stunden am Lagerfeuer wärmt das Herz eines Cowboys nichts mehr als der Lichtschein aus einem Holzhaus.

All das erzählt Coster mit dem Gefühl für menschliche Tragik, kleine Gesten und majestätische Bilder, wie wir es von "Der mit dem Wolf tanzt" kennen. Einfach großartig.

Open Range - Weites Land

Bei seiner dritten Regiearbeit - nach dem Oscar-Abräumer "Der mit dem Wolf tanzt" und dem postapokalyptischen Western "The Postman" - widmet sich Kevin Costner einmal mehr dem Leben, Lieben und Sterben im Wilden Westen. Dabei tritt er zudem als Produzent auf und spielt neben dem gewohnt exzellenten Veteranen Robert Duvall die Hauptrolle. Als wurzellose Cowboys reiten sie mit ihrer Viehherde über das weitläufige offene Land und geraten unterwegs mit einem skrupellosen Landbaron und seiner ruchlosen Bande in Konflikt. Dabei werden mit metaphernreichen Bildern klassische Genrethemen von individueller Freiheit, tyrannischer Ungerechtigkeit und couragiertem Kampf für noble Werte aufgegriffen. Ein solider Erfolg dürfte damit für Costner vorprogrammiert sein.

Die Story vom Drehbuchnovizen Craig Storper, die er vom gleichnamigen Roman Lauran Paines adaptierte, ruft bekannte Motive aus Westernklassikern wie "Red River", "Zwölf Uhr mittags", "Zwei rechnen ab" und "Erbarmungslos" (dessen ausführende Produzent hier ebenfalls tätig ist) ab. Costner trachtete bei seiner Inszenierung erklärtermaßen mehr nach Substanz als nach Stilisierung. Dabei zeigt er keine Eile und nimmt sich so gelassen Zeit, seine Figuren mit einiger Detailfreude zu skizzieren. Schweifende Panorama-Aufnahmen pittoresker Graslandschaften bilden den stimmigen Einstieg in das im Ton ernsthaft-ehrliche Epos. Vier Männer, Boss Spearmint (Duvall), Charlie Waite (Costner), Mose (Abraham Benrubi) und der 16-jährige Button (Diego Luna aus "Y Tu Mama Tambien"), leben vogelfrei unter freiem Himmel und ziehen mit ihren Kühen von einer Weide zur nächsten. Als sogenannte "freegrazer" sind sie jedoch so manchem Landbesitzer ein Dorn im Auge. In dem Städtchen Harmonville kommt es zum Eklat, als der Rancher Denton Baxter (Michael Gambon) und seine Männer Moses und Charlies niedlichen Hund (mehrere Großaufnahmen zuvor ließen bereits übles ahnen) erschießen und Button schwer verletzen. Boss und Charlie bringen den Jungen zum örtlichen Arzt, dem seine Schwester Sue (Annette Bening) assistiert. Sie ist eine alte, aber zweifellos attraktive Jungfer, in die sich Charlie verguckt. Dieser romantische Aspekt nimmt viel Zeit in Anspruch, da Charlie sie zunächst für die Frau des Docs hält. Altmodischer Tradition - die hier durchaus ihren Reiz hat - entsprechend, passiert auch nicht mehr als ein Kuss zwischen ihnen und der auch erst gegen Ende des Films. Doch bevor es soweit ist, beschließen Boss und Charlie, das Recht in die eigenen Hand zu nehmen und sich zu rächen. Auf der Hauptstraße kommt es schließlich zum erbitterten Shootout, bei dem sich nach und nach die unterdrückten Bürger auf ihre Seite stellen. Dieser actionreiche Höhepunkt wurde von Costner mit sicherer und routinierter Hand in Szene gesetzt. Anschließend wird das Happy End unnötig hinausgezögert, und es sind Längen wie diese, die die Laufzeit auf 138 Minuten anschwellen lässt.

Viel anschwellende Emotion vermittelt auch der melancholische Orchesterscore von Michael Kamen, ohne allerdings zu aufdringlich zu wirken. Die Darstellungen - allen voran Duvall als knorrig-weiser alter Mann und Bening als unkonventioneller Love Interest - sind durch die Bank ausgezeichnet. Auch Costner macht eine gute Figur als gebrochener Antiheld - seine Hintergrundgeschichte weist ihn während der Bürgerkriegstage als Killer und "nicht besser als Baxters Männer" aus. Insgesamt zwar kaum mit Klassikern von großem Kaliber zu vergleichen, ist "Open Range" dennoch ein erfreulich ambitionierter Versuch, dem Western alter Schule Hommage zu zollen. ara.

Darsteller:  Robert Duvall   als Boss Spearman
  Kevin Costner   als Charley Waite
  Annette Bening   als Sue Barlow
  Michael Gambon   als Denton Baxter
  Michael Jeter   als Percy
  Diego Luna   als Button
  James Russo   als Sheriff Poole
  Abraham Benrubi   als Mose Harrison
  Dean McDermott   als Doc Barlow
  Kim Coates   als Butler
  Herb Kohler   als Mann im Café
  Peter MacNeill   als Mack
 
Regie:  Kevin Costner  
Buch:  Craig Storper  
Musik:  Michael Kamen  
Kamera:  J. Michael Muro  
Produzent:  David Valdes  
  Kevin Costner  
  Jake Eberts  

Pearce und Neeson als "Down Under"-Cowboys

Die Western-Welle rollt ungebrochen weiter - doch nicht nur in den USA wurde einst scharf mit blauen Bohnen geschossen.

Shoot-Out am Fuße von Ayer's Rock: Guy Pearce (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Shoot-Out am Fuße von Ayer's Rock: Guy Pearce (Foto: Kurt Krieger)

Den Anfang machte der klassischen Ranger-Cowboy-Konflikt "Open Range". Es folgten der mystische Indianer-Mystery-Thriller "The Missing" und der in Kürze anlaufende psychedelische Fantasy-Trip "Blueberry". Und nun steht bereits das nächste Revolverhelden-Abenteuer an.

"Memento"-Star Guy Pearce und Liam Neeson ("Schindlers Liste") übernehmen die Hauptrollen in "The Proposition". Regisseur John Hillcoat erzählt darin die Geschichte dreier Outlaws aus den 80er Jahren des 19. Jahrhundert, die ein ebenso skrupelloser Gesetzeshüter aufeinander hetzt.

Buchvorlage von Nick Cave

Soweit, so gut. Doch "The Proposition" spielt nicht etwa in Texas, Kansas oder Arizona sondern im australischen Outback. Folgerichtig werden auch nicht Büffeljäger und Rinderbarone sondern eher Känguru-Schützen und Schafzüchter die Szenerie zieren.

Ganz neu ist die Idee nicht, den Wilden Westen mit Down Under zu verknüpfen. Tom Selleck verkörperte in der auf deutsch dummerweise "Quigley - Der Australier" benannten Action-Komödie den titelgebenden (US-)Cowboy, der im australischen Busch für Recht und Ordnung sorgt.

Bei Hillcoats Story dagegen handelt es sich um eine rein australische Angelegenheit. Und die wurde ausgerechnet auch noch von Australiens Independent-Songwriter Nr. 1 Nick Cave verfasst. Der wiederum hat mit John Hillcoat bereits in "Ghosts... of the Civil Dead" zusammengearbeitet. Die erste Klappe zu "The Proposition" soll noch im August diesen Jahres fallen.

 

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