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Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat

Perfekter und kühler Hollywood-Thriller über das gescheiterte Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944.


Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat

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Erhältlich seit:
20.07.2009

Originaltitel: Valkyrie

Drama/ Thriller

USA 2008
Laufzeit: 121 Min.
FSK: ab 12

Tom Cruise
Kenneth Branagh
Bill Nighy

Regie: Bryan Singer
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Bryan Singers Thriller über eines der wichtigsten Kapitel des Hitler-Widerstands beeindruckt mit Spannung, Sensibilität und einem starken Tom Cruise.

Oberst von Stauffenberg hat genug vom Krieg (Foto: Fox) Großansicht

Oberst von Stauffenberg hat genug vom Krieg (Foto: Fox)

Der Tag, der Deutschland hätte retten sollen, war der 20. Juli 1944. Ein Tag voller dramatischer Ereignisse, unglücklicher Fügungen und verzweifelter Bemühungen, dem zerstörten Land wieder Hoffnung zu geben und Hitler in die Hölle zu schicken. Jeder glaubt, diesen Tag zu kennen, doch die Details und die Emotionen hinter dem Datum bleiben den meisten verborgen.

Der neue Film von Bryan Singer ("Die üblichen Verdächtigen") schließt hier eine Lücke mit einem spannenden Thriller, der die Handelnden, die Hintergründe, die Risiken und die tragischen Konsequenzen zeigt. Alles beginnt 1943, bei Rommels Feldzug in Afrika. "Es muss sich etwas verändern", schreibt Oberst Claus von Stauffenberg (Tom Cruise) in sein Tagebuch, angewidert von der Grausamkeit und dem militärischen Wahnsinn des Naziregimes. Verändern wird sich vor allem sein Leben.

Von Stauffenberg hat Großes vor (Foto: Fox) Großansicht

Von Stauffenberg hat Großes vor (Foto: Fox)

Der richtige Mann

Nach einer Fliegerattacke verliert er eine Hand, ein Auge, aber nicht seine Entschlossenheit. Zurück in Deutschland knüpft er Kontakt zu Oberst von Tresckow (Kenneth Branagh), der mit anderen hochrangigen Offizieren der Diktatur ein Ende setzen will. Gerade ist Tresckows Versuch, Hitler mit einer präparierten Cognac-Flasche in die Luft zu jagen, unbemerkt gescheitert. Doch in Stauffenberg sieht er den Mann, der die Aufgabe erfüllen kann.

Als neuer Stabschef kann er Hitler auf Atemnähe kommen und "Operation Walküre" verwirklichen. Zum riskanten Plan gehört nicht nur das Attentat, das Stauffenberg im Führerhauptquartier mit einer explosiven Aktentasche selbst in die Hand nimmt. Sondern auch die Stunden danach, die Entmachtung der SS, die Besetzung der Schaltstellen der Nazis.

Die Widerstandsgruppe tarnt sich geschickt bis zur letzten Sekunde (Foto: Fox) Großansicht

Die Widerstandsgruppe tarnt sich geschickt bis zur letzten Sekunde (Foto: Fox)

Lektion in Geschichte

Akribisch recherchiert ist Singers Chronik der Ereignisse, die den Widerstand aus militärischer Sicht zeigt. Von Kurzeinblicken in Stauffenbergs Familienglück abgesehen, taucht man in die Welt der Befehlsketten, der Machthaber, der mutigen Widerständler ab. Es gibt Helden, aber auch Opportunisten, Entschlossenheit, aber auch Zögern, Erfolge, aber auch Zufälle und Fehler, die schließlich das Urteil über den Staatsstreich fällen.

Tom Cruise zeigt als deutscher Volksheld Autorität und überzeugt mit Intensität als Frontfigur einer Besetzung, in der internationale Charakterstars wie Kenneth Branagh und Bill Nighy mit deutscher Prominenz wie Thomas Kretschmann und Christian Berkel Seite an Seite stehen.

"Operation Walküre" ersetzt Filme wie "Sophie Scholl - Die letzten Tage" nicht, sondern bietet eine wichtige, ergänzende Perspektive. Keine trockene Lektion in Geschichte, sondern eine packende Lektion in Dramatik, in jeder Minute selbst eine Zeitbombe. Und wenn sie explodiert, ist man unweigerlich berührt.

Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat

Von wegen Desaster: Bryan Singers Thriller über die Ereignisse vom 22. Juli 1944 mit Tom Cruise in der Stauffenberg-Rolle bietet bestes erwachsenes Hollywood-Entertainment.

Es ist alles ein großes Missverständnis. Als FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher noch während der Berliner Dreharbeiten von Bryan Singers Stauffenberg-Film per Leitartikel deklarierte, "Walküre" werde das Bild Deutschlands im Ausland auf Jahrzehnte verändern, wurden seine Prophezeiungen von Filmkritikern als Ausführungen eines von den Zuwendungen des Hauptdarstellers Verblendeten abgetan. Dieselben Herrschaften sind es aber nun, die sich dem Film nähern, als habe er tatsächlich vorgehabt, einen bleibenden politischen Beitrag zur Außenwirkung Deutschlands in der Welt zu leisten. Sie irren wie Schirrmacher. Natürlich nimmt Singers minuziöse Chronik eines versuchten Tyrannenmords ihr Sujet ernst und gibt sich alle Mühe um historische Korrektheit. Aber gleichzeitig ist "Operation Walküre" kein übermäßig politisches Werk - sieht man davon ab, dass hiermit ausgerechnet ein jüdischer Regisseur dem deutschen Widerstand ein Denkmal setzt. Ein Politikum, das vermutlich an der Zielgruppe junger Männer vorbeigeht, die sich vor allem Unterhaltung und einen spannenden Thriller im historischen Kostüm erhofft, wie schon "Last Samurai" weniger ein Film über den Untergang japanischer Traditionen, sondern ein effektives säbelrasselndes Epos war.

Tatsächlich bedient sich Singer bei der Umsetzung des Drehbuchs von Christopher McQuarrie und Nathan Alexander bei Versatzstücken des Verschwörungsthriller, mehr noch aber dient das klassische Heist Movie als Blaupause, nur dass es hier nicht um einen Diebstahl, sondern das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 geht. Insofern ist der Plot der eigentliche Star des Films, dem sich selbst Tom Cruise in einer spürbar zurückgenommenen Performance als Oberst Graf von Stauffenberg unterordnet. Seine Motivation für den Anschluss an den Widerstand wird in einem Monate nach den eigentlichen Dreharbeiten im Sommer 2008 gefilmten (aber immer schon im Drehbuch enthaltenen) und doch sehr wichtigen Prolog während des Afrika-Feldzugs abgehakt, in dem der zuvor überzeugte Nationalsozialist Zweifel an Hitlers Geisteszustand äußert und wenig später bei einem Angriff schwer versehrt wird. So beginnt der Film mit einem Paukenschlag und erhält das nötige Gewicht, der langwierigen Entwicklung der Anschlagspläne den nötigen Antrieb zu verleihen. Es reicht zu wissen, dass Stauffenberg ein zu allem entschlossener Mann mit einer Mission ist wie seine zahlreichen Mitstreiter aus Militär und Politik, die allesamt Schlüsselfiguren sind, ohne dass ihre Charaktere, Ansichten oder Ziele übermäßig vertieft werden müssten. Es geht darum, Hitler zu töten. Darum geht es in dem Film. Das reicht allemal, dass man dem mit der Präzision eines Uhrwerks ablaufenden Plan gebannt folgt. Dass es sich um tatsächliche Ereignisse handelt, gedreht großteils an Originalschauplätzen, steigert den Nervenkitzel, ohne allerdings eine geschichtliche Dimension beizusteuern.

Wie schon vor einigen Jahren bei "Thirteen Days", Roger Donaldsons brillanter Krimi über die Kubakrise, spielt es keine Rolle, dass der Ausgang der Ereignisse bereits bekannt ist. Seine Spannung bezieht der kühl inszenierte Film, der emotional von John Ottmans Score aufgemotzt wird, letztlich aus dem weniger bekannten Umstand, wie knapp die Dissidenten scheiterten, wie kurz ihr Vorhaben davor stand, tatsächlich zu gelingen, obwohl Hitler gar nicht tot war. Nie ist Operation Walküre ein greller, prahlerischer Film. Die Stimmung ist karg, die Bilder sind funktional gewählt, die Farben gedeckt. Wenn Stauffenberg in einem trotzigen Akt der Subversion auf Befehl seinen Armstumpf zum Hitlergruß hochreißt, dann ist das schon das größte Zugeständnis an einen mitreißenden publikumsträchtigen Moment. Was den Film so fesselnd und zudem unheimlich macht, ist das ständige Gefühl der Angst, das seine Protagonisten verspüren: Bei jeder neuen Zusammenkunft mit systemtreuen Nazis ist die Panik regelrecht greifbar, man könne aufgeflogen sein und werde entlarvt. Da ist es hiflreich, dass die Nebenrollen von britischen Theaterassen wie Tom Wilkinson, Bill Nighy oder Kenneth Branagh gespielt werden, die mit kleinen Gesten Großes leisten. An ihrer Seite fallen aber weder Tom Cruise ab, noch die zahlreichen deutschen Schauspieler, die besetzt wurden. Vor allem Christian Berkel und Thomas Kretschmann haben starke Auftritte in diesem faszinierenden Film, der lange als endgültiger Genickbruch des Cruise-Studios United Artists gehandelt wurde, tatsächlich aber das Zeug hat, als Phönix aus der Asche zu steigen, weil er die Bedürfnisse eines großen Publikum perfekt bedient, ohne sein Thema zu verraten. ts.

Darsteller:  Tom Cruise   als Claus Schenk von Stauffenberg
  Kenneth Branagh   als Henning von Tresckow
  Bill Nighy   als Friedrich Olbricht
  Tom Wilkinson   als Friedrich Fromm
  Carice van Houten   als Nina Von Stauffenberg
  Thomas Kretschmann   als Otto Ernst Remer
  Terence Stamp   als Ludwig Beck
  Eddie Izzard   als Erich Fellgiebel
  Jamie Parker   als Werner von Haeften
  Christian Berkel   als Mertz von Quirnheim
  Philipp von Schulthess   als Fabian von Schlabrendorff
  Florian Panzner   als Hans Wilhelm Hagen
  Matthias Schweighöfer   als Leutnant Herber
 
Regie:  Bryan Singer  
Buch:  Christopher McQuarrie  
  Nathan Alexander  
Musik:  John Ottman  
Kamera:  Newton Thomas Sigel  
Produzent:  Christopher McQuarrie  
  Bryan Singer  
  Gilbert Adler  

George Clooney geht auf Monsterjagd

Der oder die Schlächter von Florenz wurden nie gefasst.

George Clooney will Italiens berühmtesten Mörder stellen (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

George Clooney will Italiens berühmtesten Mörder stellen (Foto: Kurt Krieger)

George Clooney geht auf Monsterjagd - auf eine echte. Der Freund von Elisabetta Canalis hat für die Rolle in "Das Monster von Florenz" zugesagt, einer Romanverfilmung, die auf einer realen Mordserie in Italien beruht. George Clooney wird als Journalist Douglas Preston auftreten, der das Buch "Die Bestie von Florenz" schrieb und sich intensiv mit den Fällen beschäftigte. Das Drehbuch kommt von Christopher McQuarrie und Nathan Alexander, die schon das Skript für "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat" verfassten. Wer Regie führen wird, ist noch nicht bekannt.

Das "Monster von Florenz" ist der Oberbegriff für eine Mordserie in Florenz, die 1968 begann und bis in die Achtziger Jahre andauerte. Die äußerst grausamen Taten gelten als spektakulärster Fall der italienischen Kriminalgeschichte, denn die Mörder wurden nie gefasst. Ob tatsächlich mehrere Täter beteiligt waren oder die Blutbäder doch auf das Konto eines einzelnen Irren gehen, ist allerdings gar nicht sicher.

Fängt George Clooney den Killer?

Bis ins Jahr 2004 wurde immer wieder an dem Fall herumgedoktert. Verdächtige wurden eingesperrt und wieder entlassen, Durchsuchungen durchgeführt und Verschwörungstheorien aufgestellt. Klar ist bis heute nur, dass die Opfer - es handelte sich stets um Doppelmorde - einen grausamen Tod starben: Sie wurden in ihren Autos erschossen, erstochen und, was die Frauen betraf, verstümmelt. Letzteres brachte den Verdacht von satanischen Praktiken auf. Der Teufel, der dahinter steckte, läuft wahrscheinlich heute noch frei herum.

Ob George Clooney Licht in die Sache bringen wird, ist fraglich. Einen höchst spannenden, wenn auch nicht wirklich angenehmen, Kinostoff gibt das florentinische Monster aber in jedem Fall ab.

 

Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat in der Fotoshow

 

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