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Oscar Wilde

Drama über das facettenreiche kurze Leben und Wirken des irischen Dichters und Dandys Oscar Wilde.


Oscar Wilde

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Erhältlich seit:
06.07.2004

Originaltitel: Wilde

Drama

Großbritannien 1997
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 12

Stephen Fry
Jude Law
Vanessa Redgrave

Regie: Brian Gilbert
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Oscar Wilde

1883. Der Dichter und Dandy Oscar Wilde kehrt nach einer triumphalen Vortragstournee durch Nordamerika nach London zurück. Die Salons haben ihren strahlenden Mittelpunkt wieder, und die feine Gesellschaft fiebert der Hochzeit des 29jährigen mit Constance Lloyd entgegen. Auf dem Höhepunkt seines Ruhms bringt ihn dann aber seine Liebe zum jungen Lord Alfred "Bosie" Douglas zum Fall. Zuchthaus und Zwangsarbeit sind die Antwort auf sein "Verbrechen". Verarmt und verfemt, stirbt der einstige Dichterfürst im Jahre 1900 in Paris.

Basierend auf der ungeschminkten Biographie des amerikanischen Literaturwissenschaftlers Richard Ellmann hat Regisseur Briam Gilbert ("Tom & Viv") hier ein gleichermaßen überzeugendes wie packendes Bio-Pic in Szene gesetzt. Getragen wird das Werk vom bekannten britischen Allroundtalent Stephen Fry, der als Titelheld die Rolle seines Lebens spielt. Präzise in Sprache und Wortwitz, bis ins letzte Detail stimmig ausgestattet und vorzüglich fotografiert, ist "Oscar Wilde" das Paradebeispiel für einen Film, in dem Kunst und Kommerz die perfekte Symbiose eingehen. Zumindest für Literaturfreunde ein Muß!

Oscar Wilde

Filmbiografien haben immer etwas Prickelndes. Die Verbindung von Fiktion und Authentizität aktiviert die Fantasie des Autors ebenso wie die des Publikums, vor allem wenn es um historische Persönlichkeiten geht. Der irische Dichter und Dandy Oscar Wilde, zeit seines nicht sehr langen Lebens (1854-1900) erst Liebling, dann Außenseiter der feinen viktorianischen Gesellschaft, ist die geeignete, schillernde Figur für eine interessante, saftige Kinostory. Brite Brian Gilbert, der schon mit "Tom & Viv" die Ehe von Poet T.S. Eliot mit Vivienne Haigh-Wood subtil und stilsicher darstellte, findet auch für "Oscar Wilde" die genau richtige Eleganz und das vitale, kritische Engagement.

Gilbert verzichtet glücklicherweise auf jede Nachhilfe-Belehrung in Literatur, sondern setzt diese Kenntnisse voraus, im Bewußtsein, daß sich ein ahnungsloses Publikum ohnehin nicht für eine Geschichte von Dekadenz und Doppelmoral gegen Individualismus, Toleranz und Intellektualität interessieren könnte. Vielmehr steht die Person Oscar Wilde im Mittelpunkt, ein widersprüchlicher Mensch mit großen Gefühlen, einem scharfen Verstand, ehrlicher bürgerlicher Liebe zu Frau und Kindern sowie unbürgerlicher Leidenschaft für das gleiche Geschlecht. An seiner Homosexualität, auf die Gesellschaft und Presse mit intoleranter, bösartiger Hetze reagieren, zerbricht der Dichter, Mann, Vater Wilde schließlich. Er wird nur 46 Jahre alt.

"Oscar Wilde" beginnt mit einer Szene, die - noch dazu im opulenten Scope-Format - aus einem Western stammen könnte: 1883 war der Dichter auf einer erfolgreichen Vortragsreihe quer durch Nordamerika gereist - Landschaften, die wir im 20. Jahrhundert aus John-Ford-Filmen kennen. Statt John Wayne dort plötzlich Stephen Fry mit seinem witzigen, weichen, großflächig unproportionierten Gesicht auftauchen zu sehen, hat einen schönen, schlitzohrigen Verblüffungs-Effekt. Die visuelle Ästhetik der sinnlichen Bilder (Kamera: Martin Fuhrer) behält der Film in den folgenden, britischen Szenerien bei. So scheint die viktorianische Welt noch bestens in Ordnung, als der 29jährige Dichterfürst und strahlende Mittelpunkt der feinen Salons die schöne, gebildete Constance Lloyd heiratet, die ihm bald darauf zwei Söhne gebiert.

Drehbuchautor Julian Mitchell ("Vincent und Theo"), der Richard Ellmanns Biografie "Oscar Wilde" für den Film adaptierte, erzählt kompakt und im klassischen, dramatischen Wechselbad von der Spirale der Höhen und Tiefen eines Dichterlebens. Zum literarischen Erfolg gesellt sich immer auch eine private Komplikation. Gefeiert für "Das Bildnis des Dorian Gray", wird er zum ersten homosexuellen Abenteuer verführt. Ein Selbstfindungsprozeß beginnt und beflügelt seine dichterische Kreativität, bringt ihn aber gleichzeitig gesellschaftlich in die ständige Nähe zum öffentlichen Skandal. Der enthusiastische Premieren-Applaus für "Lady Windermeres Fächer" klingt dem Dichter noch in den Ohren, als er sich unsterblich in den Oxfordstudenten Bosie (Jude Law spielt ihn mit dem eiskalten Flair des gefallenen Engels) verliebt und durch ihn auch Strichjungen kennenlernt. Kurz nach der triumphalen Uraufführung der Komödie"Bunbury" denunziert Bosies spießig aggressiver Vater ihn auf infamste Weise. Homosexualität steht unter Strafe, zu deren Höchstmaß Oscar verurteilt wird.

Überzeugend geht Regisseur Brian Gilbert mit der Mischung aus meldodramatischen, komödiantischen und zeitkritischen Elementen um. Sein Film ist ein moderner Blick zurück ins letzte Jahrhundert, von dem sich unser Heute in manchem gar nicht so grundlegend unterscheidet. Toleranz ist nicht gerade ein Charakteristikum der Jahrtausendwende, und Doppelmoral ist keineswegs ausgestorben. "Oscar Wilde" dürfte deshalb auch hier ein interessiertes sympathisierendes Publikum finden. fh.

Darsteller:  Stephen Fry   als Oscar Wilde
  Jude Law   als Lord Alfred "Bosie" Douglas
  Vanessa Redgrave   als Lady Wilde
  Jennifer Ehle   als Constance Lloyd
  Gemma Jones   als Lady Queensberry
  Judy Parfitt   als Lady Mount-Temple
  Michael Sheen   als Robbie Ross
  Zoë Wanamaker   als Ada Leverson
  Tom Wilkinson   als Marquess of Queensberry
  Ioan Gruffudd   als John Gray
  Matthew Mills   als Lionel Johnson
  Jason Morell   als Ernest Dowson
  Peter Barkworth   als Charles Gill
  Robert Lang   als C.O. Humphreys
  Philip Locke   als Richter
  David Westhead   als Edward Carson
 
Regie:  Brian Gilbert  
Buch:  Julian Mitchell  
Musik:  Debbie Wiseman  
Kamera:  Martin Fuhrer  
Produzent:  Marc Samuelson  
  Peter Samuelson  
 

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