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Othello

Frisches Blut für Shakespeares berühmte Eifersuchtstragödie, in der ein imposanter Laurence Fishburne als Othello von einem intriganten Kenneth Branagh als Iago um das Glück seines Lebens gebracht wird.


Othello

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Erhältlich seit:
24.08.2007

Drama

Großbritannien/USA 1995
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 12

Laurence Fishburne
Irène Jacob
Kenneth Branagh

Regie: Oliver Parker
Warner Home Video Germany

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Othello

Venedig 1570. Desdemona, die Tochter des Edelmannes Brabantio, liebt den Kriegshelden und Mohren Othello und bricht damit sämtliche Konventionen. Als sich die beiden heimlich in einer kleinen Kapelle treffen, um zu heiraten, werden sie von dem eifersüchtigen Jago beobachtet. Dieser beschließt die Vernichtung des Paares, nicht zuletzt weil Othello Cassio als dessen rechte Hand ausgewählt hat und nicht ihn. Geschickt beginnt Jago im Hintergrund die Fäden zu ziehen. Seine raffiniert eingefädelten Manöver führen zu Gewalt, Tragödie und Tod.

Nach Verfilmungen von Orson Welles, Stuart Burge und Franco Zeffirelli nimmt sich nun Bühnendarsteller Oliver Parker in seinem Regie-Debüt des klassischen Shakespeare-Stoffes an. Er darf für sich in Anspruch nehmen, der erste zu sein, der die Titelrolle mit einem Schwarzen - dem großartig aufspielenden Laurence Fishburne - besetzt. Überhaupt liegt die Qualität dieser Othello-Adaption vor allem bei dem exquisiten Schauspielensemble, dem auch Kenneth Branagh angehört. Tip der Woche für den klassischen Cineasten.

Othello

Nach den Interpretationen von Orson Welles (1952), Stuart Burge (1965) und Franco Zeffirelli (1986) nun also eine weitere Filmversion von William Shakespeares Tragödie "Othello". Im Unterschied zu Kenneth Branaghs angekündigtem, erstmals ungekürzten "Hamlet"-Projekt oder Richard Loncraines Zeit und Schauplatz verändernder "Richard III"-Verfilmung hat Oliver Parkers "Othello" lediglich in der Besetzung Neues anzubieten. Mit Laurence Fishburne (Ike Turner in "Tina - What's Love Got to do With it") ist erstmals im Film ein Afro-Amerikaner in der Titelrolle zu sehen als einer, " der nicht klug, doch zu sehr liebte." Trotz dieser längst überfälligen Besetzungskorrektur tut man sich anfangs schwer mit diesem Othello, weil Fishburne - im Unterschied zu Welles oder Laurence Olivier - filmisch stark mit der Gegenwart verbunden scheint. Diese Diskrepanz verflüchtigt sich aber nach der Hälfte des Films, weil Othello dank starker emotionaler Momente Fishburnes dessen Image vergessen läßt. Allerdings hat diese im Feld starke, aber sonst schwache, leicht zu manipulierende, von Eifersucht zerfressene Figur 393 Jahre nach ihrer Schöpfung doch an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Der smarte Intrigant Iago, der im Kriegshelden Zweifel an der Treue seiner geliebten Frau Desdemona schürt, hat die Jahrhunderte dagegen unbeschadet überstanden und wirkt in einer Zeit zunehmender Ichbezogenheit und Mobbing-Mentalität durchaus nicht antiquiert. Von seiner verschlagenen Gefährlichkeit allerdings hat er in Parkers Film einiges eingebüßt, da ihn Kenneth Branagh zwischen verspieltem Manipulator und manischem Kobold angelegt hat. Irenè Jacob dagegen ist eine werkgetreue Desdemona: eine gutherzige Unschuld, hier eher von natürlicher denn ätherischer Schönheit. Eine Frau, die als einzige ihre aufrichtige Liebe auch lebt. Wie Fishburne hat Jacob im letzten Drittel des Films ihre stärksten Momente. Ihr gehört auch die schönste Szene dieser recht theaterhaften "Othello"-Verfilmung, die sich im Unterschied zu Welles' visuell einfallsreicher Version mit einem risikolosen Schuß-Gegenschuß-Stil zufriedengibt. Jacobs Todesszene, in der sie noch im letzten Atemzug Othellos Kopf zärtlich streichelt, erhöht Shakespeares Vorgabe, zeigt, was möglich gewesen wäre in dieser Tragödie um Eifersucht und bedingungslose Liebe. So bleibt es bei einer in den Dialogen zwangsläufig gekürzten Verfilmung (bei Welles noch drastischer!), die es ob ihrer Konventionalität nicht leicht haben wird, Zuschauern den vertrauten Stoff erneut schmackhaft zu machen. Immerhin werden Kenneth Branaghs Name und die Besetzung von Laurence Fishburne für einiges Interesse sorgen können. kob.

Othello

Jemand anderer soll zum Leutnant befördert werden? Nur über Iagos Leiche! Oder, genauer: über die Leichen fast aller, die Iago in seine rachsüchtige Intrige mit hineinzieht. Eifersucht, Leidenschaft, Vertrauen in die falschen Freunde: die klassischen Themen stehen auch in dieser originellen Othello-Version von Autor/Regisseur Oliver Parker (Ein perfekter Ehemann) im Mittelpunkt von Shakespeares monumentaler Tragödie. Die Hauptrollen übernehmen Kenneth Branagh (Iago), Irene Jacob (Desdemona) und Laurence Fishburne als Kriegsherr und Titelheld, der ein ganzes Heer beherrschte, aber nicht sein eigenes Herz. Die Handlung spielt im Venedig der Renaissance - und ist doch zeitlos. Der Mohr, der "nicht klug, doch zu sehr liebte", erheischt nun unsere Aufmerksamkeit - und die der kommenden Generationen, denn diese Verfilmung ist sehr klug und auch sehr liebevoll gespielt und inszeniert.

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Laurence Fishburne   als Othello
  Irène Jacob   als Desdemona
  Kenneth Branagh   als Jago
  Nathaniel Parker   als Cassio
  Michael Maloney   als Roderigo
  Anna Patrick   als Emilia
  Nicholas Farrell   als Montano
  Indra Ové   als Bianca
  Michael Sheen   als Lodovico
  André Oumansky   als Gratiano
  Philip Locke   als 1. Senator
  John Savident   als 2. Senator
  Gabriele Ferzetti   als Fürst von Venedig
  Pierre Vaneck   als Brabantio
 
Regie:  Oliver Parker  
Buch:  Oliver Parker  
Musik:  Charlie Mole  
Kamera:  David Johnson  
Produzent:  Luc Roeg  
  David Barron  
 

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